Allgeier SE ist eines der führenden IT-Unternehmen für digitale Transformation: Mit einer auf Innovationen und Zukunftstrends ausgerichteten Wachstumsstrategie sowie einem integrativen unternehmerischen Modell ergreift Allgeier die Chancen der Digitalisierung.

Drei Segmente mit individuellen fachlichen und branchenbezogenen Schwerpunkten arbeiten gemeinsam für rund 3.000 Kunden aus nahezu allen Branchen. Allgeier bildet mit einem hochflexiblen globalen Delivery-Modell das komplette IT-Leistungsspektrum von Onsite über Nearshore bis hin zu Offshore ab: Mit einem starken Standbein in Indien werden Flexibilität und höchste Skalierbarkeit der Leistungen sowie hochqualifiziertes Expertenwissen in der High-End-Softwareentwicklung sichergestellt. Mit mehr als 7.000 angestellten Mitarbeitern und rund 1.400 freiberuflichen Experten bietet Allgeier den Kunden ein umfassendes Lösungs- und Leistungsportfolio. Die stark wachsende Gruppe mit Hauptsitz in München verfügt über 120 Niederlassungen in der DACH-Region, in neun weiteren europäischen Ländern sowie Indien, Singapur, Vietnam, Malaysia, Japan, Australien, Mexiko und den USA.


19.10.2018 | Abspaltung von Experts ermöglicht höheren Unternehmenswert

Allgeier hatte Ende August die Zahlen für die ersten 6 Monate 2018 veröffentlicht. So konnte der Umsatz im fortgeführten Geschäft um 19,7% auf 327,5 Mio. € gesteigert werden, im zweiten Quartal lag das Wachstum mit 22,4% auf 172,4 Mio. € noch etwas höher. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war der Geschäftsbereich Technology (ca. 40% Umsatzanteil) mit einem Wachstum von rund 23% . Hier muss jedoch auch die Akquisition der ANECON im Januar berücksichtigt werden, die anorganisch zum Umsatz beigetragen hat. Dazu konnte auch der Bereich Experts mit einem Anstieg der Umsätze von 15,4% organisch zu dieser Entwicklung beitragen. Das relativ gesehen stärkste Wachstum resultierte aus dem Geschäftsbereich Enterprise Services (ES) mit knapp 26% auf 54,1 Mio. €. Allerdings muss auch hier ein anorganische Umsatzbeitrag aus dem im April vergangenen Jahres erworbenen SAP Geschäftsbereich der Ciber.

 

Das Ergebnis konnte wie im ersten Quartal auch im zweiten Quartal erneut deutlich überproportional gesteigert werden. So stieg das EBITDA im fortgeführten Geschäft um 108% auf 9,8 Mio. € an (5,7% EBITDA-Marge) an und zum Halbjahr gelang eine Steigerung von 65% auf 16,4 Mio. € (5,0% EBITDA-Marge). Auch hierzu haben alle 3 Segmente beigetragen, wenngleich in unterschiedlichem Verhältnis. Der Geschäftsbereich ES konnte nach einem negativen EBITDA von 0,4 Mio. € im ersten Halbjahr 2017 mit 2,3 Mio. € ein positives Ergebnis erzielen (4,2% EBITDA-Marge). Der Bereich Experts, der zukünftig eigenständig aufgestellt werden soll, konnte die EBITDA-Marge von 1,0% auf 2,6% erhöhen. Das Technology Segment konnte das EBITDA zwar absolut von 10,9 Mio. € auf 12,6 Mio. € erhöhen, die Marge ging jedoch um 100 Basispunkte auf 12,2% zurück. Zugleich hatte der Vorstand die Prognose aus dem Geschäftsbericht bestätigt. Diese sieht ein Umsatzwachstum von 18-23% sowie eine EBITDA-Marge von 6,0-6,5% vor. Für die zweite Jahreshälfte hatte der Vorstand zudem ein Wachstum zwischen 25% und 30% in Aussicht gestellt.

 

Im Juni gab Allgeier dazu die Übernahme der Objectiva Software Solutions aus den USA bekannt, die ab Juli in den Konzern konsolidiert werden soll. Zuletzt erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von rund 24 Mio. $ sowie eine EBITDA-Marge von ca. 10%. Für die Übernahme wird Allgeier zunächst einen fixen Kaufpreis i.H.v. 14 Mio. $ bezahlen. In den kommenden Jahren können sich in Abhängigkeit der weiteren Entwicklung der Gesellschaft weitere Earn-out Zahlungen von 26 Mio. $ bis Ende 2020 ergeben. Der gesamte Kaufpreis kann damit auf bis zu 40 Mio. $ ansteigen, sodass davon auszugehen ist, dass die Gesellschaft in den kommenden 2-3 Jahren ein starkes Wachstum erreichen sollte. Zudem gab die Gesellschaft im August die Akquisition der iQuest Group, einem Softwareentwicklungsunternehmen, bekannt. Mit einem Umsatz von >30 Mio. € im vergangenen Geschäftsjahr konnte eine bereinigte EBITDA-Marge von rund 15% erzielt werden. Das Closing der Gesellschaft sollte Ende September erfolgt sein, sodass ab September oder Oktober die Vollkonsolidierung geschehen sollte. Aufgrund noch fehlender Details zum Kaufpreis und möglicher Earn-out Zahlungen, die ich mit Veröffentlichung des Quartalsberichtes am 14.November erwarte, habe ich iQuest hingegen noch nicht in meinen Schätzungen berücksichtigt.

 

Mitte September hatte ich die Gelegenheit in einem längeren Gespräch mit dem Finanzvorstand der Gesellschaft, Herrn Dr. Goedsche über die weitere Entwicklung und die Pläne des Managements zu sprechen. Derzeit befindet man sich in der strategischen Evaluierungsphase bezüglich der zukünftigen Entwicklung des Geschäftsbereichs Experts. So steht zum einen der vollständige Verkauf des Bereichs zur Debatte wie auch ein Spin off, im Rahmen dessen Allgeier eine Minderheitsbeteiligung halten würde. In der neuen Allgeier Struktur erwartet er für die kommenden Jahre ein überdurchschnittliches Wachstum und meinen Einschätzungen zu Folge dürfte ein ähnliches Umsatzniveau wie dieses Jahr von rund 700 Mio. € in den kommenden 3-4 Jahren (inkl. M&A) wieder möglich sein. Zugleich sollte die EBITDA-Marge dann auch zweistellig werden und zugleich höhere Multiples in der Bewertung rechtfertigen. Auch dürfte diese Struktur bei Investoren ein attraktiveres Investment darstellen. Herr Dr. Goedsche stellte auch hervor, dass durch die zunehmende Unternehmensgröße der Share of valid zunehmend steigt. Dazu dürfte angesichts der hohen Bewertungen im Technologieumfeld die Phantasie, die Tochtergesellschaft Nagarro, die für rund die Hälfte des Konzern-EBITDA stehen dürfte, eines Tages an die Börse zu bringen, nicht weichen. Setzt man hier entsprechende Multiples von Wettbewerbern an könnte allein ein IPO von Nagarro die aktuelle Marktkapitalisierung von Allgeier deutlich übersteigen. Wichtig war ihm auch zu betonen, dass bei Allgeier nicht nur das Management maßgeblich am Unternehmen beteiligt ist, sondern auch die weiteren Managementebenen, wodurch die Motivation, die Gesellschaft nach vorne zu bringen, deutlich höher ist, da die Mitarbeiter durch einen steigenden Aktienkurs unmittelbar auch selber profitieren können.

 

 

Insgesamt habe ich im Zuge meiner überarbeiteten Schätzungen - wie beschrieben aktuell noch ohne iQuest - die Allgeier Aktie nun in einem Sum-of-the-Part Ansatz bewertet. Im Rahmen dessen habe ich sowohl für die neue Allgeier als auch für den Geschäftsbereich Experts jeweils eine DCF-Bewertung vorgenommen. Der ermittelte Wert pro Einheit ergibt im Anschluss dann den Gesamtwert für den Konzern bzw. das Kursziel pro Aktie. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2018 erwarte ich einen Umsatz von 696,3 Mio. € (+20%) . Dies entspricht einem Wachstum von rund 18% im zweiten Halbjahr. Beim EBITDA erwarte ich einen Wert von 41,5 Mio. € und eine EITDA-Marge von 6,0%, die damit am unteren Ende der Spanne liegt. Dies setzt jedoch nochmals eine deutliche Ergebnissteigerung in HJ2 voraus. Die zukünftige Allgeier dürfte damit mit 403,0 Mio. € (ohne iQuest) >400 Mio. € Umsatz erzielen bei einem EBITDA von 31,2 Mio. € und einer Marge von 7,7%. Bis 2020 erwarte ich eine weitere Steigerung der Umsatzerlöse auf 515,5 Mio. € bei einem EBITDA von 56,9 Mio. € (11,0% Marge). Für Experts rechne ich in diesem Jahr mit rund 15% Wachstum auf 322,5 Mio €. Für die darauffolgenden Jahre sollte der Umsatz auf 367,7 Mio. € ansteigen können bei einer EBITDA-Marge von dann 4,5% (2018e: 3,5%). Auf Basis dieser Inputfaktoren habe ich für den Geschäftsbereich Experts unter Berücksichtigung eines Diskontierungsfaktors (WACC) von 9,5% - Annahme 100% Eigenkapitalkosten - einen Wert von 120,0 Mio. €, entsprechend 12,00€ je Allgeier Aktie, ermittelt. Für die neue Allgeier, bestehend aus dem Geschäftsbereich ES und Technology, habe ich auf Basis eines Diskontierungsfaktors von 8,1% - hier ist entsprechend die bisherige Finanzierungsstruktur berücksichtigt - einen Wert von 611,7 Mio. € bzw. 61,00€ je Allgeier Aktie, berechnet. Daraus ergibt sich zusammen ein neues Kursziel von 73,00€(alt: 60,00€) und bietet weiteres deutliches Kurspotenzial.  


15.08.2018 | Weitere AKquisition in den USA

Allgeier hat Montagnacht die Übernahme des Softwareentwicklungsunternehmen iQuest Group bekannt gegeben und stärkt damit den Geschäftsbereich Technology. Mit rund 700 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten in Europa ist das Unternehmen auf die Erstellung von individuellen Softwarelösungen für große internationale Unternehmen insbesondere aus den Branchen Life Sciences, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen, Verkehr und Energie spezialisiert. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen >30 Mio. € Umsatz und eine bereinigte EBITDA-Marge von ca. 15%, welche deutlich über dem aktuellen Gruppendurchschnitt (Q2 2018: 7,2%) liegt. Der Kaufpreis soll für 67% der Anteile soll im zweistelligen Millionenbereich liegen. Auch wenn Allgeier keine weiteren Details nannte, dürfte der Kaufpreis für 67% der Anteile zwischen 20 und 30 Mio. € liegen. Derzeit bestehen aber noch einige offene Bedingungen sowie die Genehmigung der Kartellbehörden. Mit Blick auf mögliche Synergien und das Margenniveau ist die Übernahme damit klar positiv zu sehen, allerdings wird sich damit der Anteil der Minderheiten weiter erhöhen, welcher zum 31.03.2018 bereits bei 15,4 Mio. € lag. Nach dem Closing der Transaktion werde ich entsprechend meine Schätzungen anpassen. Bis dahin hat das Kursziel von 60,00€ weiterhin bestand.


22.07.2018 | Dynamisches Wachstum im 1. Halbjahr

Allgeier hat am Freitag vorläufige Zahlen für die ersten 6 Monate bzw. das zweit Quartal 2018 veröffentlicht. So stieg im zweiten Quartal der Umsatz des fortgeführten Geschäfts um 23% auf 173 Mio. €, im ersten Halbjahr lag das Umsatzplus bei 20% auf 328 Mio. €. Das EBITDA zwischen April und Juni lag bei 9,3 Mio. €, nach 4,7 Mio. € im Vorjahresquartal, sodass die EBITDA-Marge bei 5,4% lag, nach 4,3% im ersten Quartal 2018. Zum Halbjahr lag diese bei 4,9% nach 3,6% im Vorjahr, woraus ein EBITDA von 16 Mio. € nach 10 Mio. € in 2018 resultiert. Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management einen Umsatzzuwachs von 25-30%, sodass sich das Wachstum nach der Übernahme der Objectiva zuletzt nochmal leicht beschleunigen wird. Zur Marge im zweiten Halbjahr gab es dagegen keine Aussage. Klar ist jedoch, dass das Erreichen der Prognose von 6,0-6,5% noch einiges an Effizienzverbesserungen erfordert. Zum Vergleich: Mit 6,1% liegen meine Erwartungen hierbei am unteren Ende. Meine Schätzungen sowie mein Kursziel von 60,00€ bleiben somit unverändert.


10.07.2018 | Erst säen dann erten

Der IT-Dienstleister Allgeier hat ein ereignisreiches Jahr 2017 hinter sich. Mit der Übernahme von Teilen der Ciber Inc. wurde der Einstieg in das SAP-Geschäft vollzogen. Zugleich wurde der Bereich Experts umstrukturiert, wodurch Ergebnisbelastungen entstanden und die ursprüngliche Jahresprognose nicht erreicht werden konnte. Andererseits wurde das Eigenkapital durch eine Kapitalerhöhung gestärkt und eine Kreditlinie im dreistelligen Millionenbereich für Akquisitionen gesichert. In welche Richtung geht es nun weiter? Wie steht es um die Aktie? Ist sie attraktiv auch im Vergleich zur Konkurrenz?

 

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08.01.2018 | Akquisition im Segment Technology

Allgeier hat heute Abend bekannt gegeben, dass sie eine österreichische Gesellschaft im Bereich Softwareentwicklung und Consulting übernehmen wird. Dabei soll der Bereich Technology verstärkt werden. Das Unternehmen erzielt einen Umsatz von 16 Mio. € und der Kaufpreis soll im einstelligen Millionenbereich liegen. Zugleich hieß es, dass dies der erste Schritt sei, das Segment Technology deutlich auszubauen. Dies ist insbesondere dahingehend sehr zu befürworten, da dieses Segment die höchste EBITDA-Marge von allen 3 erzielt: