Die EASY SOFTWARE AG, Mülheim an der Ruhr, wurde am 6. März 1990 als EASY Elektronische Archivsysteme GmbH gegründet und am 8. September 1998 gemäß §§ 190 ff. UmwG formwechselnd in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Börsengang erfolgte im zweiten Quartal 1999. Gesellschaftszweck ist die  ntwicklung und der Vertrieb von Hard- und Software für elektronische Archivsysteme und Dokumentenmanagement- Systeme. EASY SOFTWARE ist einer der Pioniere elektronischer Aktenlösungen und mit über 12.800 Installationen, davon mehr als 1.000 im SAP Umfeld, Marktführer1 unter den deutschen Dokumenten Management und Enterprise Content Management Systemanbietern.  Kerngeschäft der EASY SOFTWARE AG ist es, standardisierte Software für den Enterprise-Content-Management (ECM)-Markt zu entwickeln und zu vertreiben. ECM unterstützt die unternehmensweite Verwaltung und Bearbeitung von Dokumenten sowie die Automatisierung von Geschäftsprozessen und ist damit wesentlicher Teil der digitalen Transformation. Von digitalen Akten- und Archivierungslösungen über Automatisierung des Prozesses „Purchase2Pay“ mit dem Rechnungseingangswesen bis hin zu Automatisierungen von Prozessen im Personalmanagement sowie der jeweils integrierten Vertragsverwaltung vereinigt EASY modernstes Dokumentenmanagement, flexibles Content Management und ein einfach zu implementierendes Workflowmanagement zu einer Plattform für die Optimierung einer Vielzahl von digitalen Geschäftsprozessen:


10.10.2018 | ohne echte Fortschritte bei der Profitabilität in 2019

Der Vorstandsvorsitzende von Easy Software, Herr Weisshaar, hat am Montagnachmittag eine Telefonkonferenz durchgeführt, um Investoren und Interessierte über die aktuelle Geschäftsentwicklung, die nötigen Umstrukturierungen und die zukünftige Geschäftsentwicklung zu informieren. Mit Blick auf das erste Halbjahr wurde durch ihn betont, dass man kein Umsatz- sondern ein Kostenproblem habe. Dies sei insbesondere durch eine Unterauslastung im Consulting-Geschäft entstanden. Zwar habe man weiter Mitarbeiter eingestellt, bei Projekten konnte jedoch aufgrund einer nicht ausreichenden Planung und Qualifizierung der Mitarbeiter immer das richtige eigene Personal eingesetzt werden. Die Folge war der vermehrte Bezug von fremden Mitarbeitern, wodurch das Ergebnis belastet wurde. Für das Gesamtjahr beziffert der Vorstand diesen Effekt auf 0,9 Mio. €. Die nun angestoßenen Reorganisationsmaßnahmen, die sich auf eine Summe von 2,1 Mio. € belaufen, sollen in vier verschiedene Bereich verwendet werden. 1.) Reduktion der operativen Personalkosten (1,2 Mio. €), 2.) Umstrukturierung Auslandstöchter (0,5 Mio. €), 3.) Globales Prozessrollout und ERP Umstellung (0,3 Mio. €), 4.) Umbau Partnerprogramm (0,1 Mio. €). Darin enthalten (Reduktion der operativen Personalkosten) dürften vor allem Abfindungen für Mitarbeiter sowie den Finanzvorstand Herrn Eska sein.

 

Um eine bessere Struktur im Consultinggeschäft zu implementieren, wird dazu aus bisher 8 verschiedenen Einheiten eine gesamte Einheit gebildet. Für die Landesgesellschaft in Großbritannien wurde dazu bereits ein neuer Head of verpflichtet, in den USA wurde die Gesellschaft personell verstärkt. Um jedoch auch die Cloud-Plattform auf weiteres Wachstum auszurichten und durch neue Tools zu verbessern, soll im kommenden Jahr nochmals investiert werden. So ist eine Summe von 1,0-1,5 Mio. € geplant, die zugleich aktiviert werden soll. Für 2019 wird für die Plattform dabei mit einem Umsatz von ca. 1,5 Mio. € gerechnet, deren Kundenanzahl pro Monat mit 600-800 Neukunden wächst. Zugleich soll die Plattform im kommenden Jahr einen positiven Deckungsbeitrag erwirtschaften. Für das kommende Jahr sollen 4 wesentliche Aspekte zum Umsatzwachstum beitragen. So wird laut Marktforschungsinstituten der Content Services Markt weiter wachsen, die Marketingaktivitäten der Easy Gruppe sollen das Wachstum unterstützen, die Auslandstöchter in Großbritannien und den USA sollen durch personelle Veränderungen höhere Umsatzbeiträge liefern und letztlich soll der Ausbau des Partnerprogramms Umsatzimpulse bringen.

 

Mit Blick auf die Ergebnisprognose (4,0-5,0 Mio. € vs. 0,4 -1,0 Mio. €in 2018) zeigt sich allerdings, dass diese keine nennenswerten tatsächlichen Ergebnisverbesserungen impliziert. Ausgehend von 0,4 Mio. € und 2,1 Mio. € Reorganisationskosten sowie 0,1 Mio. € für SAP by Design und 1,0-1,5 Mio. € Aktivierungen resultiert bereits ein EBITDA von 3,5-4,0 Mio. €. Geht man davon aus, dass die Unterauslastung ebenfalls wegfällt, ergibt sich ein EBITDA von 4,4-4,9 Mio. € und liegt damit genau im Rahmen der Prognose. Erreicht Easy hingegen beispielsweise das obere Ende der Spanne in diesem Jahr von 1,0 Mio. €, steigt die rein rechnerische Basis für 2019 auf 4,9-5,5 Mio. €. Ein Erreichen der oberen EBITDA-Spanne sollte daher die Pflicht sein.  Es wäre jedoch seit Jahren die erste Ergebnisprognose, die erreicht werden würde.

 

Letztlich führen die höheren Aktivierungen zu einer Anpassung meiner Ergebnisprognose, da ich bislang von keinerlei Aktivierungen mehr in 2019 ausgegangen war. Zuletzt hieß es hierzu, dass in 2018 mit 0,3 Mio. € nur noch geringe Aktivierungen anfallen würden. Für 2021 wird dagegen nach Abschluss der Investitionen mit keinen Aktivierungen mehr gerechnet, sodass meine Margenerwartung von 12% beim EBITDA für 2021 unverändert Bestand haben. Dennoch denke ich, dass die angestoßenen Maßnahmen im Jahr 2020 für ein höheres Wachstum sorgen sollten. Daher habe ich meine Umsatzerwartungen für 2018 & 2019 zwar leicht reduziert, für 2020 dagegen erhöht, da sich diese dann vollumfänglich niederschlagen sollten. In allen drei Jahren (+8,2%/+6,0%/+8,0%) liege ich mit meinen Wachstumserwartungen jedoch unterhalb des von Gartner prognostizierten Wachstums von 10% p.a. in Westeuropa für die kommenden Jahre. Es zeigt jedoch, welches Potenzial sich für die Easy Software Gruppe dadurch bietet. Dennoch reduziert sich mein Kursziel nun nochmals leicht von 9,20€ auf 9,00€ je Aktie.  


27.09.2018 | Vorstand muss wie erwartet EBITDA-Prognose reduzieren

Easy Software hat am Freitagabend vergangener Woche wie erwartet die EBITDA-Prognose senken müssen, allerdings deutlicher als befürchtet. Nachdem im ersten Halbjahr ein Verlust i.H.v. 0,6 Mio. € auf Basis des EBITDA angefallen war, konnte man dies bereits erahnen. Lediglich der Vorstand hat nun einen Monat gebraucht um festzustellen, dass die Ziele nicht erreicht werden können. Hintergrund sind die auch im Halbjahresbericht beschriebenen Effekte, die in der ersten Jahreshälfte das Ergebnis belastet haben. Insbesondere die unveränderte Unterauslastung im Consulting-Bereich könne nicht aufgeholt werden. Dazu hat der Vorstand in diesem Zusammenhang Umstrukturierungsmaßnahmen zur Optimierung der Kostenstruktur vorgenommen, die das EBITDA in diesem Jahr einmalig mit 2,1 Mio. € belasten werden. Daher wird die EBITDA-Prognose von bislang 3,5 - 4,3 Mio. € auf 0,4 - 1,2 Mio. € gesenkt. Es fällt jedoch auf, dass die Differenz mit 2,5 - 3,9 Mio. € (Differenz 3,5 zu 1,2 und 4,3 zu 0,4) deutlich größer ausfällt, sodass darüber hinaus die unterproportionale Ergebnisentwicklung aus dem ersten Halbjahr belastet. Meine zuletzt reduzierte EBITDA-Prognose lag hier bei 3,5 Mio. € bereits am unteren Ende. Zugleich bestätigte das Management jedoch die Umsatzprognose mit einer Spanne von 45-47 Mio. € (LSe: 46,5) für dieses Jahr. Vor dem Hintergrund der Unterauslastung und der damit offenbar fehlenden Umsätze erscheint mir dies jedoch nicht einleuchtend. Für das kommende Geschäftsjahr geht das Unternehmen von einem weiteren Wachstum zwischen 2-11% auf 48-50 Mio. € (LSe: 49,3/+6,0%) sowie einer deutlichen Ergebniserholung aus. Basis des Umsatzwachstums ist der weiterhin hohe Auftragsbestand und das unverändert positiv verlaufende Cloud-Geschäft. Für das EBITDA wird eine Verbesserung auf 4,0-5,0 Mio. € (LSe: 4,2) erwartet, die damit ebenso wie die Umsatzprognose im Rahmen meiner Erwartungen liegt. Hier sollen sich die Umstrukturierungsmaßnahmen durch Produktivitätssteigerungen bemerkbar machen. Aufgrund des reduzierten Ergebnisniveaus in diesem Jahr - neue EBITDA-Schätzung 0,8 Mio. € - und dem damit geringeren bzw. negativen Free Cashflow reduziert sich das Kursziel allerdings zugleich  von 9,60€ auf 9,20€.


05.09.2018 | Wenig Licht und viel Schatten zum Halbjahr

Easy Software hat vergangene Woche den Bericht für die ersten 6 Monate 2018 veröffentlicht, nachdem das Unternehmen bereits Mitte August über ein negatives EBITDA aufgrund von Projektverschiebungen im Consultinggeschäft sowie bei Lizenzverkäufen und vorgezogene Kosten berichtete. So stieg der Umsatz in den ersten 6 Monaten um 4,9% auf 20,6 Mio. € an, wobei regional betrachtet Deutschland (+5,6%) und Österreich (+5,6%) der Wachstumstreiber waren. Dabei hat sich vor allem das Cloud--Geschäft weiter sehr dynamisch entwickelt und konnte die Umsätze verdoppeln. Alle anderen Landesgesellschaften mussten entweder Umsatzrückgänge verzeichnen oder sind zu klein um einen nennenswerten Einfluss (0,2 Mio. € Umsatz in der Türkei/+24,1%) auf die Umsatzzahlen des Konzerns zu haben. Dazu konnten seit Start der Cloud-Plattform im September 2017 nun >5.000 Kunden angeschlossen werden und die derzeit hohe Zahl an Testkunden lässt bei einer Abschlussquote von 70% auf einen deutlichen Anstieg im Jahresverlauf schließen. Zudem werden Gespräche mit weiteren Marktplatzteilnehmern geführt. Auch konnten - die Cloud-Plattform ausgenommen - im ersten Halbjahr 160 Neukunden gewonnen werden.

 

Dem gegenüber stehen deutlich erhöhte Kosten von 9,2% auf 22,4 Mio. €, sodass sich das EBITDA von 0,1 Mio. € im Vorjahrshalbjahr auf nun -0,6 Mio. € verschlechterte. Maßgeblicher Kostentreiber waren dabei erhöhte Personalkosten von >15%, die mit 60% Kostenanteil zugleich den größten Kostenblock darstellen. Dies ist auch auf die erhöhte MA-Zahl zurückzuführen, die sich zum Stichtag um >10% auf 304 erhöht hat. Durch die Auftragsverschiebungen kam es hier zu einer Unterauslastung. Aber auch die verzögerte Produktivsetzung und damit eine geringer als erwartete Reduzierung der Fremdleistungen haben die Kostenseite belastet. Weitere Kostenbelastungen  ergaben sich durch die Einführung des neuen IT-Systems durch SAP by Design sowie Kosten im Zusammenhang mit der Cebit. Zugleich schreibt das Unternehmen aber auch, dass sich einige der verschobenen Lizenzverkäufe nun im Juli & August realisieren konnten. Auch wenn sich die Landesgesellschaften umsatzseitig wenig erfreulich entwickelten, erzielte Easy in Summe dort keine Verluste und konnte insbesondere die türkische Gesellschaft nach 2 Verlustjahren in die Gewinnzone drehen.

 

Zugleich wird im Halbjahresbericht auch nochmals auf die auf der Hauptversammlung vorgestellte Strategie "Easy 21" eingegangen, die in den kommenden Jahren zu EBITDA-Margen von >10% führen soll. Diese basierte dabei auf folgenden 4 Säulen: 1. Ausbau des Cloud-Geschäfts, 2. Differenzierung vom Wettbewerb durch die Markteinführung weiterer innovativer Lösungen, 3. Generierung von Skaleneffekten über fortschreitende Internationalisierung, 4. Vertiefung der Wertschöpfungskette zur Verringerung des Fremdleistungsanteils. Dazu wird das Unternehmen weiter in die Effektivität der Organisation in der Marktbearbeitung investieren. Hierzu gehören die Erhöhung der Wachstumsmöglichkeiten (der Content Services Markt wächst in Westeuropa mit 10% p.a.), die Reduzierung von Komplexität durch die Vereinfachung von Strukturen sowie das Ausrollen international effizienter Prozesse. Es wäre jedoch auch wünschenswert, wenn das Unternehmen in Bezug auf den Umsatz etwas konkretere Aussagen treffen würde. Hierzu hieß es auf der Hauptversammlung lediglich, die genannten 10% seien die Benchmark. Dieses Wachstum solle dabei  organisch wie auch anorganisch erreicht werden. Auch lässt die Aussage >10% EBITDA-Marge viel Interpretationsspielraum nach oben. Zugleich bestätigte das Management erstaunlicherweise trotz dieser rückläufigen Ergebnisentwicklung den Ergebnisausblick für das Gesamtjahr. Dieser sieht eine Steigerung des EBITDA von 3,0 Mio. € in 2017 auf 3,5 - 4,3 Mio. € vor. Allerdings sei dies auch abhängig davon wie sich das dritte Quartal entwickle. Wenn ein Vorstand allerdings erst ein Quartal abwarten muss um eine Einschätzung treffen zu können, ist er m.E. fehl am Platz da ein Vorstand auf Basis von Erwartungen und Gesprächen mit Kunden abschätzen können muss, was erreichbar erscheint. Zum aktuellen Zeitpunkt die EBITDA-Prognose unverändert zu lassen ist für mich daher unverantwortlich und unseriös.

 

Ich habe daher im Zuge der Zahlen meine Erwartungen angepasst und rechne nun mit einem Umsatz von 46,5 Mio. € (+8,9%, Prognose 45-47 Mio. €) sowie einem EBITDA von 3,5 Mio. €. Dieses Szenario erachte ich hierbei jedoch bereits als optimistisch. Aufgrund der Ziele für die kommenden Jahre habe ich meine Umsatzerwartungen zugleich für 2019/20 angehoben und rechne mittelfristig mit einer EBITDA-Marge von 12% im Jahr 2021. Insgesamt ergibt sich für das Kursziel von 9,60€ damit aktuell keine Veränderung.


17.08.2018 | zum wiederholten Male enttäuschend

Easy Software hat heute Morgen das vorläufige EBITDA für das erste Halbjahr 2018 bekannt, die eine deutlich verschlechterte Entwicklung ggü. dem Vorjahr aufzeigen. Nachdem das EBITDA im ersten Halbjahr 2017 bei 0,1 Mio. € lag, soll dieses nun bei -0,7 Mio. € bis -0,5 Mio. € liegen. Grund hierfür seinen Projektverschiebungen wodurch sich der Umsatz und das Ergebnis in die zweite Jahreshälfte verschieben würden. Dem gegenüber stünden vorgezogene Kosten, wobei hier wohl die Kosten für das Personal gemeint ist. Dieser Effekt könne bis zum Jahresende teilweise wieder aufgeholt werden. Zum wiederholten Male kommt es bei Easy Software nun zu Projektverschiebungen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt angeblich nachgeholt werden sollen. In der Vergangenheit zeigte sich dies jedoch immer nur bedingt. Auch die Formulierung, der Effekt solle bis zum Jahresende teilweise wieder ausgeglichen werden, zeigt die Unfähigkeit des Vorstandes. Da der Effekt wohl nicht vollständig ausgeglichen werden kann, wäre direkt eine Anpassung der Prognose von Nöten gewesen. Es hat sich jedoch auch in der Vergangenheit gezeigt, dass der Vorstand und insbesondere der Finanzvorstand der Easy Software die Zahlen nicht im Griff hat. Zum Umsatz wurde dazu keine Angabe gemacht, wenngleich davon auszugehen ist, dass dieser eher auf Vorjahresniveau liegen dürfte. Damit wird das Ergebnisziel von 3,5 - 4,3 Mio. € EBITDA in diesem Jahr (2017: 3,0) klar herausfordernder. Die Hauptversammlung am Dienstag dürfte damit hoch spannend werden. Ich werde vor Ort sein.


22.06.2018 | Deutsche Balaton stockt Anteile weiter auf

Nachdem ich bereits Anfang Juni die Gelegenheit genutzt hatte die Position an der Easy Software deutlich aufzustocken, habe ich zuletzt erneut immer wieder in kleinen Tranchen unterhalb von 9€ Aktien bei geringem Spread erworben. Hintergrund dessen ist, dass sich beim Unternehmen derzeit gewisse Veränderungen ergeben könnten. So hatte wie berichtet die Deutsche Balaton die Anteile auf >15% erhöht. Diese sind für ihr aktives Verhalten als Aktionär bekannt, wodurch sich nun eventuell Veränderungen ergeben könnten. Immer wieder wird auch eine Übernahme der Easy Software durch Beta Systems (eine Mehrheitsbeteiligung der Deutschen Balaton AG) ins Spiel gebracht. Dazu habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich "Hinter den Kulissen" derzeit einiges tut. Seit Anfang Juni gibt es mit Herrn Weißhaar einen neuen CEO, dem durchaus eine gewisse Kompetenz im Softwarebereich zugesprochen werden kann. Spätestens auf der Hauptversammlung 2020 wird es m.E. zu Veränderungen kommen, wenn die Amtszeiten der aktuellen Aufsichtsräte auslaufen. Dann dürfte es angeführt durch die Deutsche Balaton zusammen mit anderen Großaktionären (u.a. PEN GmbH, Axxion, Lupus Alpha) zu einer Neubesetzung des Aufsichtsrats kommen. Dies dürfte dann auch Veränderungen im Vorstand mit sich bringen. Denn eines ist Fakt: Nachdem sich die Easy Software im Rahmen der Strategie "Easy Fit" selbst erneuert hat, muss das Unternehmen nun mit den neu entwickelten und überarbeiteten Produkten am Markt erfolgreich sein um vom Digitalisierungstrend zu profitieren. Dazu braucht es aber auch kompetente Personen im Management, die eine entsprechende Erfahrung im Vertrieb und Marketing haben. Aber auch im Aufsichtsrat sind m.E. Software-/ und Beratungskompetenzen erforderlich. Dies ist aktuell nicht gegeben. Auch im Finanzresort ist das Unternehmen derzeit alles andere als gut aufgestellt mit Herrn Eska, der in seiner Amtszeit von nun 2 Jahren bereits für 2016 und 2017 jeweils die Ergebnisprognose nicht erreichen konnte. Da in der Vergangenheit (bis GB 2015) eine EBITDA-Marge von 20% das Ziel war, sollte dies mit den hochmargigen Cloud-Produkten auch zukünftig möglich sein bei einem entsprechenden Umsatzniveau. Wie ich bereits in der Vergangenheit mehrfach betont habe, würde sich in diesem Fall ein weiteres deutliches Kurspotenzial bis in den Bereich von etwa 15€ ergeben. Dazu hat das Unternehmen die finanziellen Möglichkeiten weiterhin auch über Akquisitionen zu wachsen. Gelingt es daher das Wachstum in den kommenden Jahren zu beschleunigen und im Rahmen dessen die Marge deutlich auszubauen, ergeben sich für die Aktie deutliche Potenziale. Mit den derzeitigen Veränderungen in der Aktionärsstruktur sehe ich gute Möglichkeiten dies in den kommenden Jahren zu erreichen.


18.05.2018 | Feedback Frühjahrskonferenz

Auch Easy Software hat am Dienstag auf der Frühjahrskonferenz in Frankfurt präsentiert. Wie bereits im Vorjahr wurde dies durch den Finanzvorstand Herrn Eska gemacht. Allerdings stellte dieser wie bereits im Vorjahr erneut unter Beweis, dass er weder gut vortragen kann, noch daran interessiert ist das Unternehmen interessant darzustellen. Allerdings gab es dadurch auch wenig neues. Herr Eska berichtete, dass über Haufe Lexware nun Stand Mai bereits 5.300 Kunden gewonnen wurden. Zum Vergleich: Im März lag die Zahl noch bei etwa 3.000 und ist somit innerhalb kurzer Zeit durch entsprechende Vermarktungsaktivitäten durch Haufe deutlich angestiegen. Mit Blick auf das vergangene Geschäftsjahr 2017, in dem nur durch Aktivierungen i.H.v. knapp 900TEUR die EBITDA-Prognose fast erreicht wurde, sagte er dagegen schlichtweg nicht die Wahrheit, sondern meinte dass man Aktivierungen bereits im Hinterkopf gehabt habe. Faktisch wurde dies zu keiner Zeit kommuniziert, zum Halbjahr lagen die Aktivierungen noch bei 0 und auch in der Vergangenheit wurde nicht aktiviert. Es erscheint daher eindeutig, dass hier bewusst Spielräume nach IFRS genutzt wurden, um die Prognose nicht erneut deutlich zu verfehlen. Bereinigt man diesen Effekt, wäre die Prognose um 32% (2016: 37%) verfehlt worden. Dies zeugt das Unvermögen des Vorstands, sowohl CEO als auch CFO und passt in das Bild des Unternehmens insgesamt. Dennoch habe ich mich in letzter Zeit vermehrt mit Bracheninsidern zu den Produkten der Gesellschaft ausgetauscht und sehr positives Feedback erhalten. Die Produkte seien sehr gut und der Markt brauche dies. Wichtig sei nun ein guter Vertrieb. Dazu wurde gestern Herrn Dieter Weißhaar ein neuer CEO vorgestellt, nachdem der bisherige Vorstandsvorsitzende Willi Cremers seit dem 31.12.2017 nur noch Übergangsweise im Amt ist. So soll der neue Mann am 01.Juni starten und bis Ende August von Herrn Cremers eingearbeitet werden, der dann das Unternehmen verlassen wird. Herr Weißhaar kann auf eine langjährige Erfahrung in der Technologiebranche, mit Schwerpunkt Vertrieb Kundenservice, Produktmanagement und Marketing zurückgreifen. In der Vergangenheit war er bei Unternehmen wie IBM, Thyssenkrupp Information Services, Oracle oder T-Systems.


04.05.2018 | Unternehmen enttäuscht erneut

Easy Software hat am Montag den Geschäftsbericht 2017 und damit auch die Zahlen für das vergangene Jahr kommuniziert. So stieg der Umsatz um 5,5% auf 42,7 Mio. €, während ich mit 1 Mio. € mehr gerechnet hatte. Zugleich konnte ein EBITDA von 3,0 Mio. € (+52,4%, +67,8% bereinigt um Einmaleffekte im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten mit dem ehemaligen Vorstand Manfred Wagner). Die Prognose von 3,1-3,8 Mio. € wurde damit leicht verfehlt und konnte damit das zweite Jahr in Folge nicht erreicht werden. Weil ich die Prognose ebenfalls für ambitioniert gehalten hatte, lag meine EBITDA-Erwartung zuletzt mit 3,3 Mio. € zudem am unteren Ende. Allerdings muss betont werden, dass darin ein Ertrag aus der Aktivierung von immateriellen Vermögenswerten von knapp 0,9 Mio. € enthalten ist. Im Vorjahr gab es keine Aktivierungen. Bereinigt um diesen Effekt hätte das EBITDA lediglich bei 2,1 Mio. € gelegen und man hätte die Prognose erneut deutlich verfehlt. Damit hat das Management einmal mehr sein Unfähigkeit unter Beweis gestellt. Zudem wird die Zeit bis Ende Juni einen neuen Vorständ zu präsentieren immer kürzer und es ist fraglich ob nach der Übergangszeit von Herrn Cremers bis dahin ein Nachfolger gefunden ist. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2018 erwartet das Management einen weiteren Umsatzanstieg auf 45-47 Mio. € (LSe: 46,4) bei einem EBITDA von 3,5-4,3 Mio. € (LSe: 5,2). Zugleich soll das Ergebnis erneut Aktivierungen enthalten. Zwar dauert es am Anfang mit der Produkteinführung neuer Cloud-Produkte etwas länger bis sich eine entsprechende Umsatz- und Ergebnisbasis aufbaut im Vergleich zum bisherigen On-Premise Ansatz mit klassischen Lizenzen, allerdings sollte es nach dem Wegfall von letztmaligen Aufwendungen für das Easy-Fit Programm i.H.v. 0,6 Mio. € zu einem deutlicheren Ergebnisanstieg kommen. Das Kursziel bleibt vorerst weiter bei 9,60€.