Einhell entwickelt und vertreibt seit über 50 Jahren als einer der weltweit führenden Anbieter Lösungen für Heim- und Handwerker zur Anwendung in Haus, Garten und Freizeit. Einhell bedient Baumärkte und andere Vertriebskanäle mit Sortimentskompetenz im DIY Bereich. Einhell vertreibt im Wesentlichen handgeführte Elektrowerkzeuge, stationäre Werkzeuge und Zubehör, sowie Produkte im Bereich der Garten- und Rasenpflege und der Be- und Entwässerungstechnik. Einhell steht für Top-Produkte mit dem Prädikat: "Markenqualität zum besten Preis". Dabei wird das Hauptaugenmerk auf 100%ige Loyalität und Qualität gelegt. Kunden-zufriedenheit ist hierbei das oberste Ziel. Deswegen ist der kundenorientierte Service bei Einhell keine Floskel, sondern gelebter Anspruch. Mit dem Leitgedanken "Wir wollen nicht einfach nur gut sein – wir wollen eine einzigartige Marke sein" wird das Traditionsunternehmen auch in Zukunft diesen Anspruch verfolgen. Tochter-unternehmen und assoziierte Partner in aller Welt stellen die Nähe zu den weltweit agierenden Kunden des Einhell-Konzerns sicher.


29.11.2018 | Q3-Zahlen in line, überzeugende Präsentation des Finanzvorstands

Einhell hat letzte Woche den Bericht für das dritte Quartal veröffentlicht, nachdem im Oktober bereits vorläufige Zahlen mit einer damit verbundenen Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlicht wurden. So stiegen die Umsatzerlöse in den ersten 9 Monaten um 6,2% auf 450,2 Mio. €, getrieben durch eine gute Entwicklung in der DACH-Region (+6,2%) sowie in West- (+16,4%) und Osteuropa (+4,9%) und den übrigen Ländern (+30,0%). Die zweitgrößte Region Übersee, zu der Südamerika und Australien zählen, verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang von 6,1%. Dies ist insbesondere durch die Entwicklung beim australischen Dollar und dem argentinischen Peso zurückzuführen. Insgesamt lagen die negativen Währungseffekte nach 9 Monaten unter anderem durch diese beiden Währungen und die türkische Lira bei rund 12 Mio. €. Auf der Produktseite hat haben sich die Power X-Change Produkte mit einem Wachstum von knapp 50% dagegen weiter sehr stark entwickelt. Im dritten Quartal hingegen musste im Konzern ein Umsatzrückgang von  2,1% auf 140,6 Mio. € verbucht werden. Dies ist vor allem auf den heißen Sommer zurückzuführen, wodurch die Umsatzerlöse in der DACH-Region um 1,1% zurückgingen. Aber auch die Entwicklung in Übersee war mit -17,2% rückläufig. Auch eine positive Entwicklung in West- (+2,9%) und Osteuropa (+1,5%) sowie den übrigen Ländern (+56,3%) konnten dies nicht vollständig kompensieren.

 

insbesondere die schwächere Umsatzentwicklung im dritten Quartal durch den heißen Sommer, der zu einer Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten führte, belastete auch das Ergebnis. Zwar konnte das Vorsteuerergebnis bis September um 6,1% auf 30,5 Mio. € (6,8% EBT-Marge) gesteigert werden. Im dritten Quartal hatten jedoch um 18 Mio. € unter den Planungen liegende Umsatzerlöse das Vorsteuerergebnis belastet, sodass dieses um 29,0% auf 6,8 Mio. € zurückging. Dabei sanken  insbesondere in der DACH-Region (-43,3%) sowie in Westeuropa (-49,2%) und Übersee (-17,4%) die Ergebnisse. Herr Teichert, Finanzvorstand der Einhell AG, erklärte dies auf dem Eigenkapitalforum mit dem Umstand, dass einige Kosten wie Marketing oder Lagerkosten für aufgebaute Vorräte aufgrund des höher erwarteten Umsatzes nicht unmittelbar anpassbar sind und sich entsprechend überproportional im Ergebnis niederschlagen. Da dieser Effekt auch noch im vierten Quartal anhalten wird, dürfte erst im ersten Quartal 2019 wieder mit einer Ergebnisverbesserung zu rechnen sein. Dennoch zeigte er sich weiterhin optimistisch und sieht die jüngste Entwicklung lediglich als temporäre Delle.

 

Er präsentierte sich vor Investoren, Analysten und Journalisten in Frankfurt sehr überzeugend. Es wurde sehr transparent dargestellt, in welchen Regionen Einhell in den kommenden Jahren wachsen will, um seine ambitionierten Wachstumsziele bis 2022 (830 Mio. € Umsatz) zu erreichen. Der Wachstumstreiber soll dabei der Nordamerikanische Markt - der weltweit größte Do it Yourself (DIY) Markt - sein. Hier erwartet sich das Unternehmen in den kommenden Jahren einen Umsatzbeitrag von mindestens 100 Mio. €. Aber auch andere Regionen wie Afrika (>20 Mio. €), Südamerika (>35) und Skandinavien (>20) sollen zum Wachstum beitragen. Herr Teichert stellte dazu auch den Vorteil der Power X-Change Technologie ggü. Wettbewerbsprodukten in den Vordergrund und verwies auf eine deutlich intelligentere Technologie in den Geräten. Von 87 Geräten Ende 2018, die die Power X-Change Technologie nutzen, soll sich die Zahl in den kommenden 2 Jahren auf etwa 180 in etwa verdoppeln. Dazu befindet man sich mit einem Haushaltsgerätehersteller in der Entwicklung, um die Batterieplattform auch in anderen Geräten einsetzen zu können. Mitte 2019 soll das erste Produkt durch den Kooperationspartner vorgestellt werden. Ein weiterer wesentlicher Aspekt mit Blick auf die Nachhaltigkeit der Marge ist zudem der Fakt, dass der Anteil der Private Label Produkte von aktuell 17% bis 2022 auf <10% reduziert werden soll, wodurch sich der Anteil der Eigenprodukte mit einer bessern Marge erhöhen wird. Auch soll sich der Anteil des Onlineumsatzes bis 2022 von derzeit ca. 13% auf 25% nahezu verdoppeln.    

 

Insgesamt bleiben die positiven Aussichten trotz des temporären Umsatz- und Ergebnisrückgangs aus meiner Sicht weiterhin in Takt und Einhell sollte ab dem kommenden Jahr wieder auf den Wachstumspfad mit höheren Margen zurückkehren. Aus diesem Grund bleibt mein Kursziel unverändert bei 112,00€. 


25.10.2018 | wie erwartet reduzierte Umsatz- aber auch Ergebnisprognose

Vor zwei Wochen hatte ich auf die deutlich negativen Währungsentwicklungen bei einigen für Einhell relevanten Wechselkursen hingewiesen. Zum Halbjahr hatten sich insbesondere der australische Dollar, die türkische Lira, der argentinische Peso sowie der russische Rubel negativ auf die Umsatzentwicklung niedergeschlagen. Nach 6 Monaten war der Umsatz dadurch mit 12,8 Mio. € negativ beeinflusst.

 

Nun hat sich dieser Effekt wie am 12.10.2018 beschrieben auch im dritten Quartal fortgesetzt, sodass sich die Währungseffekte zum 30.09. auf rund 17 Mio. € summieren. In Relation zum Umsatz entspricht dies immerhin einem Effekt von knapp 4%. Aufgrund der Währungseffekte (Australien, Argentinien & Türkei) und des sehr warmen Sommers hat sich der Umsatz im dritten Quartal leicht um 2,2% auf rund 140,4 Mio. €reduziert. Auf 9-Monatsbasis konnte dennoch ein Wachstum von 6,1% auf 450 Mio. € erzielt werden. Bereinigt hätte das Wachstum somit bei rund 10% gelegen.

 

Aufgrund dessen hat das Unternehmen heute - nachdem die Prognose Ende Juni zunächst von 600 Mio. € auf 610-615 Mio. € angehoben wurde - die Umsatzprognose korrigieren müssen. Da das Management auch im vierten Quartal mit anhaltend negativen Währungseffekten rechnet, wird nun ein Umsatz zwischen 575-585 Mio. € (2017: 553,4) in Aussicht gestellt. Da zugleich aber auch das Vorsteuerergebnis mit rund 6,3 Mio. €(-34,2%) im dritten Quartal deutlich rückläufig war (9M 30,0 Mio. €/+4,3%) und nach 9 Monaten damit nur noch ein leichtes Plus erreicht wurde, hat das Management auch die EBT-Prognose gesenkt. Lag diese zuletzt bei 6,9%-7,4% wird nun mit rund 6,0% (2017: 6,5%) gerechnet. Ein Grund für diese Entwicklung wird nicht genannt. Es könnte jedoch mit einer möglichen Anwendung des IAS 29 (Hochinflationsländer) im Zusammenhang mit der argentinischen Währung zusammenhängen. Im Halbjahresbericht hatte dies Einhell als Option in Aussicht gestellt. Warum der Effekt allerdings auch in Q4 - es wird ein Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal von etwa 20% erwartet - anhalten soll, ist mir derzeit noch nicht verständlich. Andererseits betonte der Vorstand, dass es sich hierbei überwiegend um temporäre Effekte handle und die strategische Ausrichtung von Einhell mit der Fokus auf die Power X-Change Produkte weiter sehr erfolgreich verlaufe. Dies spiegelt sich beispielsweise am deutlich gestiegenen Umsatzanteil wieder. So konnte dieser in den ersten 9 Monaten von 14% auf 20% erhöht werden.

 

Ich habe daher meine Schätzungen erneut überarbeitet und rechne nun mit einem Umsatz von 579,3 Mio. € (alt: 602,3) - 0% Wachstum in Q4 unterstellt - sowie einem Vorsteuerergebnis von 35,8 Mio. €. Dies entspricht einer EBT-Marge von 6,2% (alt: 7,1%). Zugleich rechne ich auch mit einem höheren Working Capital Bedarf für das Gesamtjahr und die Folgejahre. Im kommenden Jahr sollte sich der Start in den USA positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung auswirken können und in den Folgejahren deutliches Wachstum generieren. Mit 740 Mio. € Umsatz in 2022 liege ich jedoch aktuell deutlich unterhalb der Unternehmensprognose von 830 Mio. €. Insgesamt reduziert sich mein Kursziel nochmals von 135,00€ auf 112,00€. 


12.10.2018 | Starker Währungsgegenwind macht Umsatzprognose zu ambitioniert

Einhell hatte bereits im Halbjahresbericht über deutlich verschlechterte Wechselkurse bei zahlreichen Währungen berichtet. Insgesamt hatten sich die negativen Wechselkurseffekte auf 12,8 Mio. € in den ersten 6 Monaten beim Umsatz belaufen. Zu nennen sind hierbei der australische Dollar, die türkische Lira, der argentinische Peso und der russische Rubel. Der Großteil dürfte allerdings auf die australische Tochtergesellschaft Osito zurückzuführen sein. Im ersten Halbjahr 2018 lag der australische Dollar auf Wochenschlusskursbasis 9,2% über dem Vorjahreswert, in Q3 ist er nun weiter um 7,1% gestiegen, sodass nach 9 Monaten ein 8,5% höherer Wert zu Buche steht.

 

Da sich auch die Entwicklung bei den anderen drei Währungen weiter verschlechtert oder zumindest nicht wesentlich gebessert hat, halte ich den aktuellen Umsatzausblick (610-615 Mio. € vs. 553,4 Mio. € in 2017) für zu ambitioniert. Da zudem noch keine Umsätze aus den USA zu erwarten sind, gehe ich davon aus, dass Einhell mit den Q3-Zahlen die Umsatzprognose leicht anpassen wird. Auch wenn diese Ende Juni auf Basis eines sehr guten ersten Halbjahres (+10,4%, Q2 +8,8%) von 600 Mio. € angehoben wurde. Auf Basis meiner leicht reduzierten Umsatzannahmen für dieses Jahr und einer Verschiebung der von mir bereits für dieses Jahr erwarteten Umsätze in den USA um ein Jahr nach hinten ergibt sich nun ein Umsatz von 602,3 Mio. €.

 

Zugleich sollte die Entwicklung in 2018 aber keine Auswirkungen auf die mittel- und langfristigen Perspektiven von Einhell haben und das Management dürfte die Prognose für 2022 mit einem avisierten Umsatz von 830 Mio. € bestätigen. Außerdem erwarte ich mit Blick auf die Margenentwicklung keine Anpassung der bisherigen Spanne von 6,9-7,4%. Zum Halbjahr und auch im zweiten Quartal lag Einhell mit jeweils 7,7% komfortabel darüber und sollte ein ähnliches Niveau auch im dritten Quartal erreichen können. Das vierte Quartal dürfte dann saisonal bedingt wieder schwächer ausfallen, sodass ich unverändert mit einer Vorsteuermarge von 7,1% und damit im mittleren Bereich der Spanne rechne. Ungeachtet der kurzfristigen Eintrübungen bleibt Einhell weiter aussichtsreich. Durch den geplanten Markteintritt in den USA über einen Partner erschließt sich das Unternehmen einen vielversprechenden Markt, der in den kommenden Jahren hohes Wachstumspotenzial bietet. Dazu kann sich Einhell durch die Kooperation mit einem Haushaltsgerätehersteller für den Power X-Change Akku neue Wachstumsfelder erschließen.

  

Dazu bleibt die Aktie mit Blick auf die fundamentale Bewertung attraktiv bewertet. Auf Basis eines erwarteten Ergebnis je Aktie von 7,63€ notiert die Aktie aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11 sowie einem Enterprise Value/EBITDA von ca. 6 und ist damit vor dem Hintergrund der bestehenden Wachstumsperspektiven unverändert günstig anzusehen. Auf Basis des leicht reduzierten Umsatz- und Ergebnisniveaus sowie einem erhöhten Zinssatz um das höhere Währungsrisiko zu berücksichtigen reduziert sich das Kursziel aber von bislang 150,00€ auf 135,00€.