Fabasoft zählt zu den führenden Softwareproduktunternehmen und Cloud-Dienstleistern für digitale Dokumentenlenkung sowie elektronisches Dokumenten-, Prozess- und Aktenmanagement in Europa. Zahlreiche prominente Privatunternehmen und Organisationen der öffentlichen Hand vertrauen seit drei Jahrzehnten auf die Qualität und Erfahrung von Fabasoft. Die Produkte von Fabasoft dienen der Digitalisierung, Vereinfachung, Beschleunigung und Qualitätssteigerung von Geschäftsprozessen. Sie umfassen den Eingang, die Strukturierung, die team- und prozessorientierte Bereitstellung, die Bearbeitung und Erledigung, die sichere Aufbewahrung und das kontextsensitive Finden aller Geschäftsunterlagen. Fabasoft bietet innovative Möglichkeiten zur organisations- und länderübergreifenden Zusammenarbeit sowohl im Wege informeller Zusammenarbeit (Collaboration) als auch im Wege strukturierter Worklows. Kunden profitieren durch orts- und geräteunabhängigen Zugriff, efizientes Wissensmanagement, schnellere und wirtschaftlichere

Arbeitserledigung sowie durch verbesserte Nachvollziehbarkeit (Compliance). Über leistungsfähige, agile Entwicklungsumgebungen werden basierend auf den Fabasoft Produkten kundenspezifische Anpassungen, Fachanwendungen und Branchenlösungen umgesetzt. Die so entwickelte Fabasoft eGov-Suite ist die führende Anwendung für elektronisches Aktenmanagement im öffentlichen Sektor im deutschsprachigen Raum. Der Fabasoft Konzern ist mit Tochtergesellschaften in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA vertreten. Darüber hinaus unterhält das Unternehmen Vertriebs- und Projektpartnerschaften in diesen und weiteren Ländern. 


04.09.2019 | Mindbreeze als Zugpferd

Fabasoft hatte bereits Anfang Juni den Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/19 veröffentlicht. So stieg der Umsatz um 26,0% auf 40,28 Mio. € und übertraf damit meine Erwartungen i.H.v. 39,46 Mio. €. Maßgeblicher Treiber waren dabei die Softwareumsätze, die um 32,9% auf 21,08 Mio. € anstiegen. Aber auch das Dienstleistungsgeschäft stieg um 19,3% auf 19,20 Mio. € an. Zudem konnten die Recurring Umsätze um 24,3% auf 22,31 Mio. € und die Non Recurring Umsätze um 28,2% auf 17,94 Mio. € (dv. Software 3,62Mio. €/+48,4%; dv. Professional Services 14,35 Mio. €/+23,9%) gesteigert werden. Sehr erfreulich war insbesondere die Umsatzentwicklung bei der Tochtergesellschaft Mindbreeze, deren Anteil im vergangenen Geschäftsjahr von 65% auf 76% erhöht wurde. Die Umsätze konnten sich um 91,2% auf 9,16 Mio. € nahezu verdoppeln und daher die bereits hohe Dynamik des Vorjahres (+55,9%) nochmals erhöhen. Dies wurde insbesondere auch durch die Auszeichnung als Leader durch Gartner positiv beeinflusst. Zudem wurde Mindbreeze ebenfalls von Forrester im zweiten Quartal dieses Jahres als Leader ausgezeichnet.

 

Sehr positiv hat sich auch das Ergebnis entwickelt. So konnte das EBITDA um 63,1% auf 11,50 Mio. € (LSe: 10,40), das EBIT um 69,9% auf 8,92 Mio. € (LSe: 7,80) deutlich überproportional verbessert werden. Die Marge lag folglich bei 28,6% respektive 22,1%. Auch hierzu hat Mindbreeze maßgeblich beigetragen, deren Vorsteuermarge von 31,3% auf 36,6% anstieg. Aber auch gestiegene Umsätze mit der Fabasoft Cloud und der Verkauf von Einmallizenzen hat hierzu beigetragen. Vergangene Woche hat Fabasoft über eine Fortsetzung der positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung berichtet. Demnach gelang es den Umsatz in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres 2019/20 (April-Juni) um 23,2% und das EBIT um 38,9% zu steigern. Da sich der Anteil der Minderheiten trotz Aufstockung der Anteile im vergangenen Geschäftsjahr nahezu verdoppelt hat, zeigt sich, dass Mindbreeze im ersten Quartal unverändert maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen hat. Erneut zeigte sich Nordamerika als wichtige Wachstumssäule. Im ersten Quartal wurde dazu die Pilotierungsphase der E-Aktie Bund beim Finanzministerium als zweiter Behörde gestartet. Darüber hinaus wurde mit der Xpublisher eine kleinere Akquisition getätigt, die ab dem zweiten Quartal erstmals in den Konzern einbezogen wird.

 

Auf operationaler Ebene konnte Fabasoft im vergangenen Geschäftsjahr diverse Erfolge bzw. Fortschritte erzielen. Im Lizenzgeschäft gelang es den Umsatz durch Neu- wie auch Bestandskunden zu steigern. Dazu startete im Januar 2019 der produktive Einsatz der E-Akte Bunde im Bundesamt für Justiz. Im Cloud-Geschäft konnte sich Fabasoft vor allem bei Großkunden sehr gut entwickeln und durch eine schnelle Einsetzbarkeit, höchste Standards bei der Transparenz und beim Datenschutz sowie eine einfache Skalierbarkeit überzeugen. Bei Mindbreeze wurde bereits ein bedeutender Anteil der Umsätze über den Anfang 2018 gegründeten Standort in den USA generiert. Für Mindbreeze konnten dazu mit Dinasur in Spanien und im März dieses Jahres mit BGH Tech Partner für Lateinamerika zwei Vertriebspartner gewonnen werden.

 

Im Rahmen der Jahreszahlen sowie der Q1-Zahlen in der vergangenen Woche habe ich meine Schätzungen überarbeitet und auch mein Modell angepasst. Ich erwarte nun für das aktuelle Geschäftsjahr 2019/20 einen Umsatz i.H.v. 50,09 Mio. € (+24,4%/alt: 46,47) inkl. einem Umsatzbeitrag i.H.v. 1,50 Mio. € der Xpublisher. Für die kommenden beiden Jahre erwarte ich eine weitere Umsatzsteigerung von 20,7 auf 60,46 Mio. € (alt: 55,03) bzw. 18,5% auf 71,67 Mio. €. Für das EBIT haben sich meine Erwartungen zugleich auf 12,04 Mio. € (alt: 10,19) für 2019/20 sowie auf 16,09 Mio. € (alt: 13,39) für 2020/21 erhöht. Für 2021/22 liegen meine Schätzungen bei 20,44 Mio. €. Maßgeblicher Umsatz- und Ergebnistreiber wird hierbei Mindbreeze bleiben, mit einem durchschnittlichen erwarteten Wachstum pro Jahr von 44,9% für die Jahre 2019-2022. Zugleich erwarte ich im gleichen Zeitraum eine überproportionale EBIT-Steigerung um 49,3% pro Jahr. Das Kursziel steigt in der Folge deutlich auf 28,00€ nach zuletzt 19,00€. Bewertet man Fabasoft in einer SOTP-Betrachtung – bestehend aus Mindbreeze und dem verbleibenden Geschäft – ergibt sich ein Gesamtwert von 29,50€ (Mindbreeze = 18,40€/Restliche Fabasoft = 11,10€). Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in den kommenden Quartalen zu Schwankungen in der Marge kommt, wenn Fabasoft durch den Rollout bei der E-Akte Bund für die Umsetzung auch auf Subunternehmer zurückgreift, wodurch die Marge belastet wird.  


01.03.2019 | Hervorragendes drittes Quartal

Fabasoft hat gestern Zahlen für das dritte Quartal 2018/19 veröffentlicht, die sehr gut ausgefallen sind. So wurde der Umsatz im Berichtsquartal um 41,7% auf 11,90 Mio. € gesteigert, wozu u. a. auch Lizenzerlöse i.H.v. 2,47 Mio. € (vj. 0,83) beigetragen haben. Dadurch erhöhte sich das EBITDA um 125,8% auf 4,14 Mio. €, wodurch eine EBITDA-Marge von 34,8% (vj. 21,9%) erreicht wurde. Das EBIT stieg um 154,0% auf 3,46 Mio. € und die EBIT-Marge auf 29,1%. In den ersten 9 Monaten erhöhte sich dadurch der Umsatz um 24,0% auf 29,88 Mio. €. Dieser Umsatzanstieg war wie beschrieben durch einen deutlich erhöhten Softwareumsatz (+41,9%, 11,2% Umsatzanteil) geprägt, aber auch die Umsätze im Bereich Professional Services (+17,8%, 33,7% Umsatzanteil) stiegen deutlich. Damit erhöhten sich die Non-Recurring Umsätze um 23,1% auf 13,45 Mio. € (45,0% Umsatzanteil). Besonders hervorzuheben ist jedoch der Umsatzanstieg bei den Recurring Umsätzen i.H.v. 24,9% auf 16,44 Mio. €. Dadurch erreichten diese einen Umsatzanteil von 55,0% (vj. 54,6%) und bilden somit eine immer wichtigere Basis für nachhaltig steigende Umsätze sowie um Schwankungen bei den Softwareumsätzen zu kompensieren.

 

Der Lizenzerlös i.H.v. von knapp 2,5 Mio. € im dritten Quartal ist insbesondere auf die Österreichische Bundesverwaltung zurückzuführen, die den Nutzerkreis der Fabasoft eGov-Suite im Bereich der Bundesverwaltung ausweiten will. Seit Oktober 2018 nutzt dazu die Deutsche Wohnen die Fabsoft Cloud, ebenso die österreichische Post zur Digitalisierung von Mail Solutions. Zudem ist im Dezember die Abnahme des E-Aktie Bund Deutschland Systems erfolgt. Daneben habe sich auch die Marktresonanz für das Mindbreeze Angebot (76% Anteil durch Fabsoft) hervorragend entwickelt und es konnten einerseits weitere Erfolge im Direktgeschäft wie auch bei der Akquisition und der Zusammenarbeit mit internationalen Vertriebspartnern erzielt werden. Dadurch habe sich ein starkes Wachstum ergeben. Die Vorteile von Mindbreeze werden vor allem in der schnellen und kostengünstigen Einführung, aber auch im deutlich reduzierten Zeitaufwand in der Informationsbeschaffung sowie dem direkten Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des nutzenden Unternehmens gesehen.

 

Auch zukünftig will man mit Mindbreeze weiter stark wachsen und sowohl über den direkten Vertrieb als auch über Partner die installierte Basis sukzessive ausbauen. Dafür wurde zuletzt auch die Organisationsstruktur durch die Gründung einer Tochtergesellschaft in Chicago erweitert, um Schlüsselprojekte in Nordamerika zu gewinnen. Daneben befinden sich Projektgewinne aus dem Vorjahr aktuell in den Umsetzungsphasen und führen zu einem erhöhten Personalbedarf, der auch durch einen verstärkten Zukauf von externen Dienstleistungen in der Phase des Flächen-Rollouts abgedeckt werden soll. Ich habe im Nachgang der Zahlen meine Schätzungen überarbeitet und erwarte nun einen Umsatzanstieg im Gesamtjahr von 23,5% auf 39,46 Mio. € (alt: 36,53) sowie ein EBITDA von 10,40 Mio. € (+47,5%, alt: 8,14). Für die kommenden beiden Jahre erwarte ich unverändert eine hohe Umsatzdynamik und eine Umsatzsteigerung auf 46,47 Mio. € (+17,8%) sowie 55,03 Mio. € (+18,4%). Das EBITDA sollte sich meinen Erwartungen zugleich weiter überproportional auf 12,90 Mio. € bzw. 16,23 Mio. € verbessern können. Dadurch erhöht sich das Kursziel von zuletzt 17,00€ auf nunmehr 19,00€. Dies würde auf Basis der Schätzungen für 2020/21 einem fair Value KGV von 24,2 und einem EV/EBITDA von 10,2 entsprechen.