Funkwerk ist ein technologisch führender Anbieter von innovativen Kommunikations-, Informations- und Sicherheitssystemen. Das Angebotsspektrum umfasst professionelle Konzepte

für Bahnbetriebe, den öffentlichen Personennahverkehr, die Binnenschifffahrt und Flughäfen sowie intelligente elektronische Sicherheitssysteme zum Schutz von Gebäuden, Plätzen, Industrieobjekten,

Anlagen und Personen. Zum Kundenkreis gehören Bahnbetreiber und Schienenfahrzeughersteller, das öffentliche Verkehrs- und Transportwesen, Industriebetriebe, Energie- und Versorgungsunternehmen, Behörden, Institutionen des Gesundheitswesens, Städte und Freizeiteinrichtungen.


30.05.2019 | 2019 im Zeichen von Wachstumsinvestitionen

Funkwerk hatte Ende April den Geschäftsbericht für 2018 veröffentlicht und im Rahmen dessen vor allem sehr gute Ergebniszahlen bekannt gegeben. So hatte das Unternehmen im Zuge der Halbjahreszahlen die EBIT-Prognose von zunächst Vorjahresniveau (7,2mEUR) auf 8,5-9,0 Mio. € angehoben. Letztlich konnte ein EBIT von 11,4 Mio. € (+59,5%) erzielt werden, welches auch oberhalb meiner Prognose von 11,1 Mio. € lag. Die EBIT-Marge erreichte dadurch einen sehr guten Wert von 13,8%. Wesentliche Ergebnistreiber waren eine erhöhte Rohmarge (56,3% vs. 52,9%), unterproportional gestiegen Personalaufwendungen (+3,5%) sowie geringere Abschreibungen, da im Vorjahr die noch bestehenden Bankguthaben in Algerien vollständig abgeschrieben wurden. Begründet wird die Ergebnisentwicklung vor allem mit einem vorteilhaften Produkt- und Dienstleistungsmix sowie einer hohen Auslastung.

 

Mit Blick auf die Segmententwicklung zeigt sich hierbei vor allem das Geschäft mit Zugfunk GSM-R wachstumsstark mit einem um 24% höheren Umsatz. Die anderen beiden Segmente Reisendeninformation (-11,4%) und Videosysteme (-5,0%) mussten jedoch Umsatzrückgange verzeichnen. Der Rückgang im Segment Reisendeninformation sei u.a. auch auf Projektverschiebungen zurückzuführen. Dies war auch der Grund für den leichten Umsatzrückgang im Konzern im zweiten Halbjahr 2018 (-3,0%; HJ1 +23,5%), wenngleich die Umsatzprognose von 80-85 Mio. € mit 82,7 Mio. € (+6,5%; LSe: 85,4) komfortabel erreicht wurde. Sehr positiv haben sich auch Auftragseingang und Auftragsbestand entwickelt. Während der Auftragseingang um 10,3% auf 94,0 Mio. € (Book-to-Bill 1,14) gesteigert wurde, erhöhte sich der Auftragsbestand aufgrund des etwas geringeren Umsatzwachstums um 20,5% auf 70,0 Mio. € und legt somit eine sehr gute Basis für die kommenden Jahre. Mit Blick auf die Cashflowentwicklung konnte vor allem ein reduziertes Working Capital, bedingt insbesondere durch gesunkene Forderungen aus LuL, zu einem starken Anstieg des operativen Cashflows um knapp 87% auf 14,9 Mio. € beitragen. Der Free Cashflow erhöhte sich nach Abzug von Investitionen i.H.v. 1,1 Mio. € auf 13,8 Mio. € (+106%) erheblich und lag ebenso deutlich über meinen Erwartungen von 6,6 Mio. €.

 

Im Segment Zugfunk war die positive Entwicklung durch Abrufe aus Rahmenverträgen sowie Aufträgen für neue Zugflotten Basis für die positive Umsatzentwicklung. Ebenso das Nachrüstgeschäft mit störfesten Funkmodulen hat sich weiter erfreulich entwickelt und auch der Absatz im Bereich ECTS konnte gesteigert werden. Weiter konnte ein neuer Fahrzeughersteller im Ausland als Kunde gewonnen werden, der ab diesem Jahr zum Umsatz beitragen soll. Zukünftig will man sich noch stärker auf das Software-Geschäft und einem entsprechenden Service-Angebot konzentrieren und sieht vor allem bei den Nachfolgetechnologien des GSMR Wachstumspotenzial.

 

Im Bereich Reisendeninformation wurden mehrere größere Rahmenverträge in Europa abgearbeitet. Dazu wurde mit Kunden in Skandinavien an Projekten zur landesweiten Informationssteuerung gearbeitet. In Deutschland konnten neue Aufträge im Nahverkehr in Nürnberg, Berlin und München erhalten werden. Das Ziel in diesem Segment ist u.a. die weitere Verbesserung der Marktposition bei komplexer Managementsoftware im In- und Ausland. Hier spielt vor allem das Beschallungssystem ORCA eine bedeutende Rolle, welches 2018 die Zulassung der Deutschen Bahn erhalten hat.

 

Das kleinste Segment Videosysteme war vor allem geprägt durch die Entwicklung der Marktreife des Managementsystems posa palleon, für das zugleich der Vertrieb gestartet wurde. Ziel ist es, das mittlere und obere Marktsegment zu adressieren. Nachdem zunächst mit dem Verkauf von Kleinanlagen gestartet wurde, sollen in diesem Jahr auch mittlere und größere Anlagen folgen. Neuaufträge konnten von einem deutschen Nahverkehrsbetreiber für Infrarotübertragungen von Videobildern im Zug erhalten werden. Ebenso wurde Funkwerk für weitere Autobahnabschnitte in Deutschland mit der Videoüberwachung für Seitenstreifen beauftragt und konnte Verträge mit einem bestehenden Bankkunden erweitern. Von der Deutschen Bahn wurde darüber hinaus ein Auftrag für ein System zur automatischen, videogestützten Zugabfertigung an großen Bahnsteigen, welches gemeinsam mit dem Segment Reisendeninformationen umgesetzt wird, erhalten. 2019 liegt der Fokus nun auf der weiteren Internationalisierung der Aktivitäten im Bereich Videosysteme und dem Markteintritt der beiden Managementsysteme posa palleon sowie optisafe.

 

Dies ist neben einem veränderten Produktmix auch der Hauptgrund für die erneut konservative EBIT-Prognose, die einen Rückgang auf 10 Mio. € vorsieht. Aufwendungen für die Markteinführung der neuen Managementsysteme im Bereich Videosysteme dürften in diesem Jahr das Ergebnis belasten, wenngleich ich nicht von einer so hohen Belastung ausgehe. Funkwerk ist an dieser Stelle bekannt für seine äußerst zurückhaltenden Ergebnisprognosen zu Jahresbeginn. Dennoch habe ich meine EBIT-Prognose für 2019 von zuletzt 11,6 Mio. € auf nunmehr 10,9 Mio. € reduziert, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. Für das kommende Jahr hingegen erhöht sich die EBIT-Erwartung leicht von 12,0 auf 12,1 Mio. €. Die Umsatzschätzungen sind nahezu unverändert und liegen bei 88,9 Mio. € (+7,5% vs. Prognose Funkwerk >+6%) für 2019 bzw. 92,4 Mio. € (alt: 92,0) für 2020. Aufgrund leicht höherer Margenerwartungen ab 2021 sowie einem geringeren Working Capital erhöht sich das Kursziel von bislang 18,00€ auf nunmehr 20,50€. Ein positiver Ergebniseffekt auf Basis des Ergebnis je Aktie könnte sich in diesem Jahr zudem durch die Anpassung der Organisationsstruktur und der im Rahmen dessen erneuten Nutzung von Verlustvorträgen, die aktiviert werden würden. 


19.10.2018 | Feedback m:access Konferenz

Gestern war Frau Schreiber, Vorstand der Funkwerk AG, auf der m:access Konferenz in München zu Gast. Im Vortrag zeigte sie sich in Bezug auf die weitere Geschäftsentwicklung durchaus zuversichtlich und erwartet für die kommenden Jahre ein realistisches Wachstum von 3-5%. Bis 2025 sollte damit ein Umsatz von >100 Mio. € aus eigener Kraft möglich sein. Anorganische Opportunitäten sucht man insbesondere im Bereich Videosysteme aber erachtet die derzeitigen Bewertungen im Markt als zumeist zu hoch. Das Thema ETCS dürfte in den kommenden Jahren für ein solides Umsatzvolumen von 2-4 Mio. € stehen. Seit letztem Jahr ist man nun auch bei allen OEMs gelistet, nachdem Siemens noch gefehlt hatte. In Luxemburg habe man aktuell ein großes Projekt für AURIS im Bereich Fahrgastinformation und erwartet dadurch einen Umsatz von rund 2,5 Mio. € in diesem Jahr. Auch in Norwegen oder Österreich liefert man landesweit Installationen aus. Mit Blick auf die Steuerquote werde erst im kommenden Jahr voraussichtlich mit einer erneuten Aktivierung auf Verlustvorträge zu rechnen sein, da vorher die entsprechende Struktur dazu geschaffen werden muss, um die bestendenden Verlustvorträge zu nutzen. Ende 2017 lagen diese bei 85 Mio. € und sollten in den kommenden Jahren lediglich zu einer Mindestbesteuerung führen. Hinsichtlich der Prognose habe ich den Eindruck gewonnen, dass auch diese nach der Anhebung im Zuge der Halbjahreszahlen im August konservativ erscheint. Bei einem EBIT von 9 Mio. € (Prognose 8,5-9,0) würde dies einem leichten Rückgang beim EBIT im zweiten Halbjahr von 7,4% entsprechen. Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass im vergangenen Jahr noch 1,0 Mio. € Abschreibungen für Guthaben in Algerien sowie ca. 2,1 Mio. € Nettoaufwendungen für Sonstige Rückstellungen verbucht wurden, die den Gewinn belastet haben. Entsprechend lag das bereinigte EBIT im Gesamtjahr bei ca. 10,3 Mio. € und in Halbjahr 2 bei etwa 9,5 Mio. €. Da das algerische Guthaben nun vollständig abgeschrieben ist und bei den Rückstellungen keine weiteren Erhöhungen zu erwarten seien, erscheint mir der Ergebnisrückgang im zweiten Halbjahr nicht nachvollziehbar. Dazu sollte der Auftragsbestand von 68,6 Mio. € zum 30.06. (+13,2%) auch das Erreichen der oberen Umsatzspanne (80-85 Mio. €) ermöglichen. Ich erwarte deshalb unverändert mit einem Umsatz von 85,4 Mio. € (+10,1% bzw. +2,6% in HJ2) sowie einem EBIT von 11,1 Mio. € (+54,4% bzw. +24,6% in HJ2 = 8,1 Mio. €). Für die Folgejahre rechne ich bis 2025 mit einem durchschnittlichen Wachstum von 3,2% auf 106,6 Mio. €. Mein Kursziel bleibt daher unverändert bei 18,00€. 


23.08.2018 | Wie erwartet Anhebung der Prognose zum Halbjahr

Funkwerk hat heute Morgen wie erwartet sehr gute Halbjahreszahlen veröffentlicht. So stieg der Umsatz in den ersten 6 Monaten um 23,5% auf 34,3 Mio. € an. Wachstumstreiber waren dabei alle drei Segmente. Treiber im Bereich Zugfunk waren hierbei die Themen ETCS, Funkmodule mit spezieller Filtertechnik für Zugfunkgeräte und die Nachfolgetechnologien für den GSM-R Standard. Im Bereich Reisendeninformation profitierte Funkwerk durch die Bearbeitung mehrerer großer Rahmenverträge in Europa (SBB, ÖBB, CFL), die in den kommenden 3 Jahren auf das System "AURIS" von Funkwerk umstellen werden. Im kleinsten Bereich Videosysteme war die Nachfrage nach dem Managementsystem "posa palleon" hoch im Interesse von Kunden, ebenso wie die Kameraserie Platon. 

 

Zwar kam es durch höhere Rohstoffkosten im Zuge von Kapazitätsengpässen bei Kunden und einem höheren Anteil an Hardwareprodukten zu einer geringeren Rohertragsmarge (61,2% vs. 63,8%). Zugleich stiegen die Personalkosten als zweitgrößter Kostenblock jedoch nur leicht an, ebenso wie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Hierdurch erhöhte sich das EBIT sehr deutlich von 0,7 Mio. € im Vorjahr auf nun 3,0 Mio. €. Der Auftragseingang erhöhte sich in der ersten Jahreshälfte um 16,5% auf 44,5 Mio. €, wodurch auch das Book-to-Bill auf 1,3 anstieg. Besonders beachtlich ist der Vergleich hierbei zu den Aussagen auf der Hauptversammlung. Dort wurde Ende Mai ein Auftragseingang von 34,9 Mio. € (+9,1%) bekannt gegeben. Daraus lässt sich schließen, dass Funkwerk im Juni ein beachtliches Auftragsplus von knapp 55% verzeichnet hat. Der Auftragsbestand hat sich im Zuge dessen bis Ende Juni auf 68,6 Mio. € um 13,2% ggü. Vorjahr bzw. 18,1% ggü. Ende 2017 weiter erhöht. Damit legt dieser eine gute Basis für die weitere Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr und darüber hinaus. Zudem gelang es bei der Funkwerk IoT GmbH Features zu entwickeln, um die Funkwerkprodukte mit neuen Funktionen auszustatten und sich damit mit hochmodernen Produkten am Markt zu platzieren. Im Zuge des Halbjahresberichts hob der Vorstand zudem wie erwartet die Gesamtjahresprognose an. 

 

Nachdem bislang ein Umsatz von 81 Mio. € erwartet wurde, soll nun ein Umsatz zwischen 80-85 Mio. €(LSe: 85,4) erreicht werden. Das EBIT soll nun auf 8,5-9,0 Mio. € (LSe: 11,1) steigen, nachdem zuvor ein EBIT auf Vorjahresniveau (7,2) prognostiziert wurde. Es hat sich aber auch in der Vergangenheit gezeigt, dass die angehobene Prognose am Ende nochmals übertroffen wird. Mein Kursziel von 18,00€ hat daher unverändert bestand. 


27.06.2018 | nach 5 Monaten mit hervorragender Entwicklung

Funkwerk hat auf der gestrigen Hauptversammlung sehr gute Kennzahlen für die ersten 5 Monate des Geschäftsjahres 2018 veröffentlicht. Auf Grundlage dessen habe ich nun meine Schätzungen für das Gesamtjahr und die Jahre danach angehoben. Auf der Hauptversammlung wurde gesagt, dass das Umsatzziel für 2025 bei 120 Mio. € liege. Das organische Wachstum pro Jahr solle im Schnitt bei 5% liegen. Auch Übernahmen seien möglich. Funkwerk dürfte beispielsweise im Rahmen der Umrüstung auf Funkmodule mit ETCS stark profitieren. Aber auch die Bereiche Videosysteme durch zunehmende Videoüberwachungen sowie Reisendeninformation aufgrund der zunehmenden Digitalisierung sollten zum Wachstum beitragen. Im Bereich Reisendeninformation sieht das Unternehmen dazu auch durch die Internationalisierung große Potenziale. Um für das weitere Wachstum gut vorbereitet zu sein, hat der Aufsichtsrat heute die Ernennung eines zweiten Vorstands neben Frau Schreiber bekannt gegeben, der von der vom Schaltbau Konzern kommt .

 

Aufgrund der Ergebnisverbesserung von 2,9 Mio. € in den ersten 5 Monaten habe ich nun meine Gesamtjahresprognose für EBIT aber auch Umsatz angehoben. So rechne ich aufgrund eines konservativen Ansatzes in den Monaten Juni - Dezember mit einem um die Abschreibungen auf das Algerien Guthaben bereinigten EBIT von unverändert 8,9 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Addiert zu den 2,2 Mio. € in den ersten Monaten ergibt sich somit ein EBIT von 11,1 Mio. €. Für den Umsatz habe ich aufgrund der gestiegenen Auftragseingänge (+9,1%) und des Auftragsbestands (+7,0% yoy, +13,4% vs. 31.12.2017) eine Steigerung von 4% in den Monaten Juni - Dezember angesetzt, wodurch sich insgesamt ein Umsatz von 85,4 Mio. € für das Gesamtjahr ergibt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 10,1%. Die Unternehmensprognose liegt im Vergleich dazu bei 81 Mio. €. Für die Folgejahre habe ich für das EBITDA (14,75%) eine unveränderte Marge angesetzt, da sich aufgrund von Verschiebungen im Umsatzmix zu Gunsten margenschwächerer Produkte wie zB Videosysteme auch negative Effekte in der weiteren Umsatzsteigerung niederschlagen können. 

 

Für die Folgejahre habe ich ebenfalls meine Wachstumserwartungen leicht angehoben und erwarte bis 2025 einen Umsatzanstieg auf 106,6 Mio. € in meinem Bewertungsmodell. Damit liege ich knapp 13 Mio. € unterhalb der Zielgröße bzw. ca. 8 Mio. € unterhalb des Wertes der sich auf Basis eines organischen Wachstums von 5% von 2017 bis 2025 ergeben würde. Aufgrund der höheren Ergebnisbasis und der verbesserten Wachstumsannahmen erhöht sich somit das Kursziel deutlich von bislang 13,90€ auf 18,00€. Die Aktie bleibt damit weiter unverändert sehr attraktiv. 


16.04.2018 | besserer Ausblick als befürchtet

Funkwerk hat heute Morgen den Geschäftsbericht für 2017 veröffentlicht und zugleich den Ausblick auf das aktuelle Jahr bekannt gegeben. Vorläufige Zahlen hatte das Unternehmen bereits Ende März kommuniziert, sodass der Fokus nun auf dem Ausblick lag und ob es auch in 2017 erneut Sondereffekte im Ergebnis gab. Das EBIT hatte mit 7,2 Mio. € exakt meine Erwartungen getroffen. In Bezug auf den Ausblick hatte ich bereits mit Vorlage der vorläufigen Zahlen befürchtet, dass dieser vor allem beim Ergebnis wieder schwach ausfallen könnte. Dies ist nun ausgeblieben, was als positiv zu sehen ist. So wird eine Umsatzsteigerung auf ca. 81 Mio. € (LSe: 81,6) erwartet, bei einem EBIT auf Vorjahresniveau (7,2 Mio. €, LSe: 7,2 Mio. €), sodass sich Funkwerk nun auch für 2018 deutlich mehr zutraut als zuletzt. Zur Erinnerung: Die Vorstandsvorsitzende hatte für 2017 trotz Prognoseanhebung zum Halbjahr nur ein EBIT von rund 5 Mio. € in Aussicht gestellt. Belastet wurde das Ergebnis erneut durch außerplanmäßige Abschreibungen i.H.v. 1,0 Mio. € (vj. 0,8) für verbleibende Guthaben in Algerien, welche nun vollständig abgeschrieben sind.

 

Dadurch lag das EBITDA mit 9,7 Mio. € 1 Mio. € höher als von mir erwartet. Dazu wurden die Rückstellungen erneut um 2,0 Mio. € (2016: 3,9) erhöht, was mit vertraglich geschuldeten nachgelagerten Leistungspaketen begründet wird. Es ist jedoch davon auszugehen, dass hier sehr vorsichtig agiert worden ist, d.h. eine ggf. überhöhte Rückstellung gebildet worden ist, um einerseits mögliche Risiken abzudecken und andererseits das Ergebnis nicht allzu hoch ausfallen zu lassen. Einmalige Pensionsrückstellungen wie im Geschäftsjahr 2016 sind in 2017 nicht angefallen. Bereinigt man das EBIT um beide Faktoren, hätte dies 2017 bei 10,2 Mio. € gelegen, allerdings dürfte es aufgrund der Projektgeschäftstätigkeit von Funkwerk regelmäßig zu Rückstellungen für Projekte kommen, sodass m.E. eine vollständige Bereinigung um Rückstellungen nicht sinnvoll erscheint. Dennoch zeigt sich, welches Ergebnispotenzial das Unternehmen aufweist.

 

Daher werde ich aller Voraussicht meine Gewinnschätzungen für 2018 und die Folgejahre entsprechend dem höheren EBITDA anpassen, sodass ich für mein Kursziel von 10,10€ ebenfalls Spielraum für eine Anhebung sehe. Dennoch werde ich aufgrund des begrenzten Kurspotenzials, den lediglich halbjährlichen Berichten zur Geschäftsentwicklung, den nahezu nicht bestehenden Investor Relations Aktivitäten und dem äußerst geringen Handelsvolumen die Position mit steigenden Kursen im wikifolio "Chancen suchen und finden" weiter sukzessive reduzieren.