Angebot 3

Der init-Konzern (im Folgenden auch init SE oder init) ist der weltweit führende Anbieter von integrierten Planungs-, Dispositions-, Telematik- und Ticketinglösungen für Busse und Bahnen. Seit mehr als 35 Jahren unterstützt init Verkehrsunternehmen dabei, den öffentlichen Personenverkehr attraktiver, schneller, pünktlicher und effizienter zu gestalten. Innerhalb einer geschlossenen Wertschöpfungskette entwickelt, produziert, integriert, installiert, wartet und betreibt init Soft- und Hardwareprodukte, die Verkehrsunternehmen zur Erfüllung ihrer betrieblichen Aufgaben benötigen. Diese umfassen die Planung, Steuerung und Optimierung des Betriebsgeschehens sowie das Fahrgeldmanagement. init trägt mit ihren Produkten und Dienstleistungen dazu bei, die Qualität des Beförderungsangebots im Hinblick auf Kundenorientierung, Pünktlichkeit, Komfort, Service, Sicherheit und kürzere Reisezeiten zu verbessern. Gleichzeitig können die Verkehrsbetriebe ihre Kosten senken bzw. ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen. Darüber hinaus werden klimaschädliche Kohlendioxid- Emissionen reduziert, Umweltbelastungen vermindert und Ressourcen geschont. Mit init-Systemlösungen können Verkehrsunternehmen den steigenden Mobilitätsanforderungen der Gesellschaft gerecht werden und sich in ihrem Wettbewerbsumfeld behaupten, das durch Rationalisierung und Liberalisierung geprägt ist.


26.08.2020 | Mittelfristig überwiegen weiterhin die Chancen

INIT hat Mitte August den Halbjahresbericht veröffentlicht, wobei die vorläufigen Zahlen von Anfang August bestätigt wurden. So reduzierte sich der Umsatz im zweiten Quartal leicht um 1,5% auf 41,08mEUR. Auf Halbjahresbasis stand dennoch ein Anstieg von 5,6% auf 81,39mEUR zu Buche, der damit den Erwartungen des Vorstands entsprach. Basis dessen waren vor allem die Umsatzrealisierung von bestehenden Projekten (POC) sowie Lieferprojekten, deren Umsätze um 18,6% auf 56,83mEUR anstiegen. Die Wartungserlöse waren nach dem starken Vorjahresanstieg (+54,6%) leicht um 4,4% auf 15,26mEUR gesunken. Ebenso die Nach- und Ersatzlieferungen reduzierten sich von einer starken Vorjahresbasis um 29,4% auf 9,29mEUR. Wachstumstreiber war dabei erneut die Region Nordamerika mit einem Umsatzanstieg von 18,9% zum Halbjahr bzw. 11,3% im zweiten Quartal.

 

Beim Ergebnis (EBIT) zeigte sich der rückläufige Umsatz im margenstarken Nach- und Ersatzlieferungsgeschäft, wodurch das Bruttoergebnis um 28,9% und das EBIT um 60,3% auf 2,76mEUR zurückgingen. Zum Halbjahr stand ein EBIT-Rückgang von 23,5% auf 6,19mEUR zu Buche, der aber im Rahmen der Vorstandserwartungen liege. Der Auftragseingang reduzierte sich ebenso aufgrund von fehlenden Großaufträgen bzw. der verzögerten Auftragsvergabe des Houston-Auftrages (rd. 37mUSD) in das zweite Halbjahr um 23,3% auf 87,50mEUR zum Halbjahr. Im zweiten Quartal reduzierte sich dieser lediglich leicht um 2,9% auf 43,50mEUR. Der Auftragsbestand zum 30.06.2020 betrug somit 160,00mEUR, entsprechend einem Rückgang von 8,6%. Im Vergleich zum 31.12.2019 ist dieser allerdings um 5,4% gestiegen.

 

Auch wenn die Verkehrsbetriebe derzeit unter der Coronakrise aufgrund von geringeren Fahrgastzahlen ebenfalls belastet sind, ergeben sich zugleich auch durch neue Lösungen wie beispielsweise Fahrgastzählung und die damit verbundene Ermittlung des Besetzungsgrades Chancen. Dafür bietet INIT beispielsweise das Intermodal Transport Control System MOBILE_ITCS an. Zugleich ermöglichen diese Informationen Angebot und Nachfrage durch die Anzeige in der Fahrgastinformation besser zu steuern, Takte entsprechend anzupassen und beispielsweise bei Bussen die Linien effizienter bedienen zu können. Ebenso die Lösungen zu kontaktlosem Bezahlen dienen der Sicherheit von Fahrgästen und Fahrern und bieten in der aktuellen Situation Chancen. So berichtet INIT, dass die Zahl der App-Nutzer im Bereich Handyticketing im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43% gestiegen sei. Zudem habe man mehrere Verkehrsbetriebe neu dazugewinnen können. Auch trotz der temporären Beeinträchtigungen, die sich bislang lediglich auf einzelne Projektverschiebungen bzw. -verzögerungen ausgewirkt haben, sieht INIT die grundsätzlichen Wachstumstreiber weiterhin als intakt. Der Bedarf an intelligenten Lösungen ist durch die Corona-Pandemie noch verstärkt worden und hier sieht sich INIT gut positioniert. Zukünftig werde man den Schwerpunkt im Bereich Forschung & Entwicklung daher weiter auf die Themen Digitalisierung, Elektromobilität (Einsatz von Null-Emissions-Fahrzeugen und Elektromobilen im ÖPNV), Mobility as a Service sowie autonomes Fahren legen. Daher sieht man sich auf einem guten Weg, die Ziele für dieses Jahr (Umsatz 180mEUR / EBIT 18-20mEUR / Auftragseingang 180-190mEUR) inklusive der Vollkonsolidierung der übernommenen DResearch ab April zu erreichen und auch in den Folgejahren um durchschnittlich 15% p.a. zu wachsen. Ich habe für dieses Jahr meine Umsatzschätzungen (180,35mEUR / +15,3%) unverändert gelassen, aufgrund von PPA-Abschreibungen im Rahmen der DResearch Übernahme meine EBIT-Schätzungen jedoch leicht von 19,32mEUR auf 18,42mEUR (+13,4%) reduziert. Für die Folgejahre bleiben meine Umsatzschätzungen unverändert bei einem leicht reduzierten EBIT. Aufgrund eines verbesserten Working Capitals (operativer Cashflow HJ1 13,78mEUR / +87,9%), geringerer Zahlungsabflüsse für die DResearch Übernahme in diesem Jahr sowie geringeren Investitionsauszahlungen im kommenden Jahr erhöht sich das Kursziel von 41,00€ auf 45,00€ und berücksichtigt dabei einen mittelfristigen Anstieg der EBIT-Marge auf 15,0%. 


16.05.2020 | Ohne Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise

INIT hat jüngst Zahlen für das erste Quartal 2020 veröffentlicht, die sehr gut ausgefallen sind. So erhöhte sich der Umsatz durch ein starkes Nordamerikageschäft (17,80mEUR / +28,1%) um 14,0% auf 40,31mEUR. Das Bruttoergebnis erhöhte sich durch im Vorjahr (ab Q2) umgesetzte Kosten- und Effizienzmaßnahmen deutlich um 35,0% auf 14,26mEUR, sodass die Bruttomarge um 550 Basispunkte auf 35,4% anstieg. Folglich erhöhte sich auch das EBIT auf 3,43mEUR (Vj. 1,14mEUR) und hat sich damit in etwa verdreifacht. Der Auftragseingang lag mit 44,00mEUR (-36,4%) unter dem Vorjahresniveau, allerdings war im Vorjahr der Großauftrag aus San Diego (>30mEUR) sowie ein weiterer Auftrag aus Abu Dhabi (>15mEUR inkl. Wartung) enthalten. Der Auftragsbestand lag zum 31.03.2020 folglich zwar ebenfalls mit 156,00mEUR (-12,4%) unter Vorjahr, gegenüber dem 31.12.2019 (151,80mEUR) hat er sich allerdings leicht erhöht. Zu beachten ist dabei, dass der neueste Auftrag der Metro Houston (Feb 2020 / >30mUSD) noch nicht im Auftragseingang erfasst ist, sondern erst nach finaler Auftragsvergabe, die im zweiten Quartal erwartet wird.

 

Damit reiht sich das erste Quartal an die erfolgreiche Entwicklung im vergangenen Jahr ein, als der Umsatz um 15,3% auf 156,46mEUR (Prognose: 150-160mEUR / LSe: 157,29mEUR) gesteigert werden konnte. Dazu hat vor allem ein Anstieg bei den Wartungsverträgen um 30,0% auf 31,98mEUR beigetragen, die für INIT zugleich eine Art wiederkehrenden Umsatz darstellen und zugleich eine höhere Marge bieten sollten. Das Nachliefergeschäft, welches sich im ersten Halbjahr 2019 (+19,3%) sehr stark entwickelt hatte, verzeichnete im Gesamtjahr ein leichtes Plus von 5,7% auf 24,95mEUR. Das Wachstum wurde dabei insbesondere in Europa (exkl. Deutschland) mit einem Umsatzanstieg von 25,8% auf 37,91mEUR sowie in den Sonstigen Ländern (18,46mEUR / +22,4%) erzielt. Die wichtigste Region von INIT ist jedoch weiterhin Nordamerika mit einem Umsatzanteil von 35,6% (Q1 2020: 38,4%).

 

Das Ergebnis erhöhte sich 2019 sehr deutlich um 154,9% auf 16,24mEUR (LSe: 15,24mEUR) und lag damit nochmals über der im Jahresverlauf angehobenen EBIT-Prognose von 15,00mEUR. Dabei haben sich das erfolgreiche Nachliefergeschäft, ein stringentes Kostenmanagement sowie Maßnahmen zur Effizienzsteigerung (u.a. Prozessoptimierungen bei internen Abläufen, Kosteneinsparungen in verschiedenen Bereichen) niedergeschlagen. Der Auftragseingang (160,20mEUR / -1,0%) konnte auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden. Die beiden größten Aufträge waren dabei die Beauftragung der MTS in San Diego zur Einführung eines kontenbasierten Fahrgeldmanagements (>30mUSD) sowie ein Auftrag in Abu Dhabi mit einem Auftragsvolumen von >15mEUR (inkl. Wartung). Im Vorjahr hatte INIT in Seatlle den bislang größten Auftrag der Firmengeschichte mit einem initialen Auftragsvolumen von etwa 50mEUR erhalten. Der Auftragsbestand hatte sich dennoch leicht auf 151,80mEUR (+6,5%) erhöht. Hierbei gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass laut Unternehmen Wartungsumsätze mit einem Gesamtwert von >120mEUR für die kommenden Jahre im Auftragsbestand Ende 2019 nicht berücksichtigt sind, wodurch das Potenzial für die nächsten Jahre deutlich wird.

 

Im April wurde nun auch die Akquisition der bereits im November 2019 bekannt gegebenen Übernahme der DResearch Gruppe abgeschlossen, sodass diese ab April vollkonsolidiert wird. Im Rahmen dessen wurden zunächst 51% der Anteile erworben, die verbleibenden Anteile sollen mit Wirkung zum 01.01.2022 übernommen werden. In diesem Jahr soll die Gruppe, bestehend aus der DResearch Fahrzeugelektronik als Entwicklungs- und Produktionseinheit sowie der Derovis als Marketing und Vertriebseinheit, einen Umsatzbeitrag von >10mEUR leisten. Das Unternehmen ist im Wachstumsmarkt Videoaufzeichnungs- und Übertragungssysteme im ÖPNV tätig und kann durch die Zusammenarbeit mit der INIT Tochtergesellschaft Iris zukünftig auch verstärkt außerhalb des DACH-Raums die Produkte anbieten. Für die kommenden Jahre geht das INIT Management für die übernommene Gesellschaft von einem durchschnittlichen Wachstum von >10% p.a. aus.

 

Für 2020 und die Jahre danach zeigt sich der Vorstand weiterhin zuversichtlich und erwartet unverändert eine Fortsetzung des Umsatz- und Ergebniswachstums. So plant das Management für dieses Geschäftsjahr nach wie vor mit einem Umsatz i.H.v. rund 180mEUR (ca. 8% org. Wachstum) sowie einem EBIT zwischen 18mEUR und 20mEUR. Der Auftragseingang wird weiterhin bei 180-190mEUR erwartet. Auswirkungen durch die Corona-Krise seien bislang keine oder nur sehr geringe zu spüren. Insgesamt profitiert INIT einerseits von den gesellschaftlichen Megatrends Urbanisierung, saubere Luft sowie Smart Cities und andererseits vom Megatrend Mobilität durch Digitalisierung, autonomes Fahren, Car Sharing und Elektrifizierung. Dies erfordert einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der zugleich auch umweltfreundlicher – z.B. durch den Einsatz von E-Bussen – werden soll, ein damit verbundenes Flottenmanagement, einen verstärkt digitalisierten Nahverkehr (intelligente Verkehrssysteme) und beispielsweise auch die Einbindung von weiteren Mobilitätsangeboten (z.B. Carsharing, Bike-Sharing etc.). Daher erwartet der INIT Vorstand für die kommenden Jahre ein durchschnittliches Wachstum von etwa 15% p.a., welches damit das attraktive Wachstumspotenzial aufzeigt. Im Rahmen des Geschäftsberichts 2019 sowie der jüngsten Q1-Zahlen habe ich meine Schätzungen überarbeitet und erwarte nun für dieses Jahr einen Umsatzanstieg von 15,3% auf 180,35mEUR (alt: 180,86mEUR) sowie ein EBIT i.H.v. 19,32mEUR (alt: 20,62mEUR). Für das kommende Jahr erwarte ich durch den Umsatzbeitrag aus dem Houston-Projekt sowie weiterer Großprojekte bei denen sich INIT in Ausschreibungsverfahren befindet dann das erstmalige Überschreiten der 200mEUR Umsatzmarke auf 213,80mEUR (+18,6% / alt: 212,59mEUR) bei einem EBIT von 27,30mEUR (alt: 29,51mEUR). Aufgrund der Umstellung des Bewertungsmodells auf das Jahr 2020 sowie eines besseren Working Capital Managements führt dies zu einem erhöhten Kursziel von 41,00€ nach zuvor 37,00€. 


05.03.2020 | Deutlich angehobene Jahresziele übertroffen

INIT hat in dieser Woche vorläufige Zahlen für 2019 veröffentlicht. So stieg der Umsatz um 15,0% auf 156,0mEUR (LSe: 157,3) und lag damit in der oberen Hälfte der im Juli auf 150-160mEUR (alt: 145mEUR) angehobenen Umsatzprognose. Nach einem leichten Umsatzrückgang im dritten Quartal (-1,4%) konnte nun im vierten Quartal wieder ein Wachstum von 7,6% auf 43,2mEUR verzeichnet werden. So profitierte INIT 2019 von höher als erwarteten Nachbestellungen, einer guten Auftragslage 2018 und einer sehr guten Entwicklung bei der Tochtergesellschaft Iris. Beim Ergebnis (EBIT) erzielte INIT erhebliche Verbesserungen und steigerte dieses um 151% auf 16,0mEUR (LSe: 15,2), sodass die im Juli von 7,5mEUR auf 15,0mEUR angehobene Prognose übertroffen werden konnte. Mit einer EBIT-Marge von 10,3% konnte nach zwei schwächeren Geschäftsjahren 2017 & 2018 nun wieder eine zweistellige Marge erreicht werden, die in den kommenden Jahren jedoch noch weiter verbessert werden soll. Eine verbesserte Bruttomarge durch Kostenreduktionen sowie eingeleitete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, das sehr gute Nachliefergeschäft, schnellere Projektabschlüsse sowie eine positive Entwicklung in den Geschäftsbereichen E-Ticketing und E-Mobilität führten zu der deutlich verbesserten Ergebnissituation. Zugleich ermöglicht die deutlich verbesserte Marktsituation, d.h. insgesamt wieder mehr Ausschreibungen, nach einigen schwierigen Jahren nun auch wieder Auftragsgewinne mit deutlich verbesserten Margen.

 

Der Auftragseingang lag 2019 mit 160,0mEUR (-1,1%) am oberen Ende der avisierten Spanne von 150-160mEUR. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass 2019 keine derart großen Auftragsgewinne wie im Vorjahr, z.B. der größte Auftrag der Firmengeschichte in Seattle mit einem Gesamtauftragswert von >90mUSD, verzeichnet wurden. Bedeutende Aufträge im vergangenen Jahr waren beispielsweise zu Jahresbeginn die Beauftragung für ein Fahrgeldmanagementsystem in San Diego mit einem Gesamtauftragswert von >30mUSD sowie die Beauftragung für die Lieferung, Installation, Erweiterung und Wartung für ein automatisiertes Fahrzeugmanagementsystem in Abu Dhabi. Der Auftragsbestand erhöhte sich im vergangenen Jahr dennoch leicht um 5,9% auf 151,0mEUR und bildet damit die Basis für weiteres Wachstum in diesem Jahr. Sehr positiv hat sich aufgrund der verbesserten Ergebnissituation sowie eines verstärkten Working-Capital Managements der operative Cashflow entwickelt, der um rund 56% auf 20,0mEUR anstieg.

 

Aufgrund des Auftragseingangs auf Vorjahresniveau könnten sich meine Umsatzerwartungen ohne Berücksichtigung der DResearch Konsolidierung für das aktuelle Geschäftsjahr 2020 (180,9mEUR/+15,9%) zum aktuellen Zeitpunkt als etwas zu hoch erweisen, sollten nicht in der ersten Jahreshälfte noch weitere Aufträge erhalten werden können. Auch der jüngst gewonnene Auftrag in Houston dürfte sich aufgrund der Verzögerungen in der Auftragsvergabe erst 2021 deutlich in den Umsatzzahlen niederschlagen. Durch die Erstkonsolidierung der DResearch Gruppe (DResearch Fahrzeugelektronik GmbH & Derovis GmbH) mit einem Umsatzbeitrag von 15mEUR sollte ein niedriges zweistelliges Wachstum (15-20%) jedoch insgesamt realistisch sein. Zudem dürften beide Unternehmen zweistellige Ergebnismargen erzielen und sollten somit zu einem weiter überproportionalen Ergebnisanstieg beitragen können. Etwaige Anpassungen werde ich im Rahmen der Vorlage des Geschäftsberichts (25.03.2020) inklusive der Prognose für 2020 sowie nach Abschluss der DResearch Transaktion vornehmen. Das Kursziel bleibt daher unverändert bei 37,00€.



28.02.2020 | Bis zu 100mUSD Auftragsvolumen aus Houston

Aufgrund der zuvor bereits veröffentlichten Board of Directors Unterlagen sowie dem Live-Stream der Sitzung hat INIT gestern Abend wie erwartet einen Auftrag für die Lieferung eines ID basierten Fahrgeldmanagementsystems an die Metro des Stadtgebietes Houston (Texas) bekannt gegeben. Aufgrund eines lokalen Bloggers, der Ende vergangenen Jahres einen kostenlosen Nahverkehr forderte, kam der Auftrag in der Sitzung vom 21.11.2019 nicht wie ursprünglich geplant zur Abstimmung und wurde von der Tagesordnung genommen. Medien berichten zu Folge wollte man erst die Forderung für einen gebührenlosen Nahverkehr, oder zumindest für bestimmte Personengruppen (z.B. Schulkinder, Studenten), prüfen. Nun wurde der Auftrag in der vergangenen Woche im Administration Committee wieder auf die Tagesordnung genommen und diskutiert, gefolgt von der Abstimmung im Board of Directors gestern Abend (17Uhr MEZ).

 

Dabei dürfte es sich um einen ähnlichen Auftrag wie in San Diego handeln (CN Januar 2019), wenngleich der nun erhaltene Zuschlag ein deutlich größeres Volumen erreichen kann. So kommunizierte INIT einen Auftragswert von deutlich über 30mUSD, der aber nur die Einführung des Systems (2 Jahre) sowie den insgesamt 7-jährigen Betrieb umfasst. Laut Metro Unterlagen beläuft sich das Auftragsvolumen hierfür auf rund 37mUSD. Darüber hinaus hat Metro allerdings auch bereits ein Budget für eine anschließende Verlängerung um weitere 5 Jahre (18,3mUSD) sowie noch einmal 3 Jahre (12,6mUSD) als Budget eingeplant. Darüber hinaus besteht eine weitere Option mit einem Wert von 30,6mUSD, wobei aus den Unterlagen keine weiteren Details hierzu entnehmen sind. Insgesamt umfasst das potenzielle Auftragsvolumen für INIT über die Laufzeit von 15 Jahren bis zu 98,5mUSD und zeigt damit die Dimension. Der bislang größte Auftrag der Firmengeschichte, den INIT im Oktober 2018 in Seatlle gewinnen konnte, hat offiziellen Angaben zu Folge ein Auftragsvolumen von >90mUSD (laut Sound Transit Unterlagen bis zu 113,1mUSD). Demnach könnte der nun gewonnene Auftrag, dessen Vertragsabschluss im zweiten Quartal dieses Jahres erwartet wird, ebenfalls sehr bedeutend werde.

 

Damit bleiben die Aussichten für die INIT Aktie weiterhin vielversprechend. Während ich für dieses Jahr aufgrund des veröffentlichten Zeitplans durch Metro noch keine nennenswerten Umsatzeffekte erwarte, sollten 2021 und 2022 (23,0mUSD in den ersten 2 Jahren) deutliche Effekte zu sehen sein. Aufgrund dessen habe ich meine Schätzungen für 2021 angehoben. Da Großaufträge jedoch auch bereits Bestandteil meiner bisherigen Erwartungen waren, habe ich diese für 2021 nur leicht erhöht. Die Übernahme der DResearch (Closing noch in Q1 2020 erwartet) ist dabei jedoch noch nicht berücksichtigt. Aufgrund eines reduzierten Diskontierungszinssatzes in Folge des gesunkenen risikolosen Zinses für Unternehmensbewertungen sowie der erhöhten Schätzungen für 2021 erhöht sich das Kursziel von zuletzt 33,00€ auf 37,00€. 


08.11.2019 | Normalisierung im dritten Quartal

Den vorläufigen Zahlen in der Vorwoche folgend hat INIT am Donnerstag den Bericht für die ersten 9 Monate veröffentlicht. Nach einem sehr starken ersten Halbjahr (Umsatz +29,9%/EBIT +985,0%) hat sich die Entwicklung im dritten Quartal wie vom Unternehmen prognostiziert normalisiert. So hat sich der Umsatz mit 35,76mEUR (-1,4%) auf Vorjahresniveau bewegt, das EBIT lag u.a. aufgrund einer geringeren Bruttomarge (33,7% vs. 35,4%) und einer erhöhten Mitarbeiterzahl (+9,4%) mit 2,28mEUR (-5,4%) leicht unter Vorjahr. Nach 9 Monaten stand jedoch aufgrund der sehr guten Entwicklung in den ersten beiden Quartalen ein um 18,0% erhöhter Umsatz sowie ein auf 10,38mEUR nahezu verdreifachtes EBIT zu Buche. Zur positiven Umsatzentwicklung haben dabei alle Regionen (Deutschland +14,7%/übriges Europa +22,7%/Nordamerika +14,0%/Sonstige Länder +30,4%) beigetragen und basiert somit auf einer breiten Basis. Zugleich bleibt der nordamerikanische Markt mit 37,5% der wichtigste Absatzmarkt für INIT.

 

Auf der Ergebnisseite haben sich in den ersten drei Quartalen Kostenreduktionen sowie die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in einer erhöhten Bruttomarge (+120Basispunkte), ebenso wie schnellere Projektabschlüsse und ein sehr gutes Nachliefergeschäft positiv niedergeschlagen. Während der Auftragseingang im dritten Quartal mit 19,4mEUR (Vj. 64,0), bedingt durch den größten Auftrag der Firmengeschichte im Vorjahr, deutlich unter dem Wert aus dem dritten Quartal 2018 lag, konnte nach 9 Monaten mit 133,4mEUR (-2,6%) ein Wert auf Vorjahresniveau erreicht werden. Der Auftragsbestand konnte dagegen leicht um 3,2% auf 162,0mEUR erhöht werden. Hierzu konnten beispielsweise Aufträge aus San Diego (>30mUSD), den Vereinigten Arabischen Emiraten (>15mEUR) sowie von Verkehrsbetrieben in Berlin, Düsseldorf und Hamburg beitragen. Weitere größere Aufträge dürften im kommenden Jahr folgen.

 

Im Rahmen der Q3-Zahlen hat das Management die Jahresprognose (150-160mEUR Umsatz/15mEUR EBIT) bestätigt und sieht zukünftig eine weitere Beschleunigung des Umsatzwachstums vor allem in den Bereichen Ticketing, operativer Betrieb, Fahrgastzählung sowie E-Mobilität. Das auf dem Kapitalmarkttag kommunizierte Umsatzziel von 200mEUR im Jahr 2022 dürfte daher bereits 2021 erreicht werden, wenn sich die avisierten Projektgewinne entsprechend realisieren. Ich habe meine Umsatzschätzungen für die Jahre 2019-2021 unverändert gelassen, meine EBIT-Erwartungen jedoch aufgrund einer geringeren Bruttomarge in diesem Jahr und den Folgejahren auf 15,24mEUR (alt: 16,12) für 2019, 20,62mEUR (alt: 22,63) für 2020 und 28,41mEUR (alt: 29,68) für 2021 reduziert. Aufgrund von deutlichen Fortschritten im Working Capital Management (Operativer Cashflow 9M 19,56mEUR vs. 2,22mEUR im Vorjahr) habe ich meine Working Capital Erwartungen, ebenso wie meine Capex Schätzungen, leicht reduziert, wodurch sich beide Effekte ausgeglichen haben. Entsprechend liegt das Kursziel unverändert bei 33,00€. 


11.10.2019 | Mobilität als Key Driver

 In den vergangenen Jahren war die operative Entwicklung bei INIT sehr divergent. Während sich die Umsatzerlöse seit 2013 von rund 100mEUR bis vergangenes Jahr auf knapp 136mEUR erhöht haben, hat sich die EBIT-Marge deutlich rückläufig entwickelt. Lag diese 2013 noch bei 17,1% und erhöhte sich im Folgejahr auf 18,1%, ging sie 2018 auf 4,7% stark zurück. Hintergrund war eine entsprechende Auftragszurückhaltung auf Kundenseite, die mit entsprechend schlechteren Margen einherging, um vorhandene Aufträge für sich zu gewinnen und die eigene Auslastung zu halten. Diese Aufträge laufen nun in diesem Jahr aus und sollten daher ab dem kommenden Jahr das Ergebnis nicht mehr belasten. Hinzu kam im vergangenen Jahr eine Abschreibung i.H.v. 2,1mEUR auf die Beteiligung an der Bytemark. Zugleich hat sich Frau Bodenseh, seit Oktober Finanzvorstand von Init, zum Ziel gesetzt das Finanzressort weiter zu professionalisieren und auf dem ersten Kapitalmarkttag Ende Juni dieses Jahr umfangreiche Maßnahmen zur Effizienz- und Kostensenkung vorgestellt.

 

Nach einem Wachstum von 4,0% im vergangenen Jahr hatte sie zunächst eine weitere Umsatzsteigerung auf 145,0mEUR in Aussicht gestellt, wenngleich im vergangenen Jahr Neuaufträge i.H.v. 161,8mEUR (+16,1%) gewonnen werden konnten. Der Auftragsbestand lag zum Jahreswechsel bei 142,6mEUR und damit knapp 22% höher als noch Ende 2017. Besonders hervorzuheben ist hierbei der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte, der in den USA (Seattle) gewonnen werden konnte. So soll INIT die Lieferung und den Betrieb des ORCA-Systems der nächsten Generation übernehmen, wodurch der dortige Verkehrsverbund seinen Kunden eine flexible, bequeme und sichere Zahlungsabwicklung bieten kann. Das Auftragsvolumen für die ersten 4 Jahre beträgt dabei 50mUSD, wobei eine elfmalige einjährige Verlängerungsoption für Betrieb und Wartung besteht, wodurch sich das Volumen auf 90mUSD erhöhen würde. Insgesamt konnte INIT dadurch den mit Abstand größten Anteil an Neuaufträgen i.H.v 106mEUR in den USA gewinnen. Ein weiterer bedeutender Auftrag konnte dort beispielsweise in Los Angeles (stationäre Ticketing-Automaten) gewonnen werden. Aber auch Nachlieferungen, Wartungsverträge und Auftragserweiterungen haben im vergangenen Jahr mit >50mEUR zum Auftragseingang beigetragen.

 

Nach einem guten Jahresstart (Umsatz +20,0%/EBIT +156,2%) und einem erneut deutlichen Anstieg der Aufträge auf 69,2mEUR (+142,8%/Auftragsbestand 178,0mEUR) konnte vor allem im zweiten Quartal ein Ausrufezeichen gesetzt werden. Während die Umsätze um knapp 40% auf 41,71mEUR gesteigert werden konnte, hat sich das EBIT mehr als verzehnfacht. Zum Halbjahr lag das Umsatzplus folglich bei rund 30% und das EBIT hat sich von 1,09mEUR im Vorjahr auf 8,10mEUR erheblich erhöht. Einerseits haben sich einerseits bereits erste angestoßene Maßnahmen zur Kostensenkung + Effizienzsteigerung deutlich schneller als erwartet bemerkbar gemacht, zum anderen hat sich vor allem das Nachliefergeschäft stärker als erwartet entwickelt. Zudem gelang es Projekte schneller als geplant umzusetzen. Bei den Kosten- und Effizienzmaßnahmen hat sich dies insbesondere in einer verbesserten Bruttomarge (+ 300Bp), leicht rückläufigen Vertriebskosten (-2,0%) und unterproportional gestiegenen Verwaltungskosten (+17,1%) gezeigt. Aber auch die positive Auftragsentwicklung setzte sich fort, sodass zum Halbjahr ein Plus von 56,2% auf 114,0mEUR zu Buche steht. Der Auftragsbestand erhöhte sich ebenfalls um 34,6% auf 175,0mEUR. In Folge der sehr guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung hob der Vorstand die Prognose deutlich an. So wurde die Umsatzprognose auf 150-160mEUR angehoben, die EBIT-Prognose wurde aufgrund des Übertreffens der Zielmarke von 7,5mEUR nach bereits sechs Monaten auf 15mEUR deutlich angehoben.

 

Insgesamt profitiert INIT von verschiedenen Themen, die auch in den kommenden Jahren zu einer anhalten positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung führen dürften. So dürfte der weitere Ausbau des öffentlichen Nachverkehrs und damit auch der zunehmende Einsatz von E-Bussen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Städten, der Trend zu elektronischem Ticketing, die Digitalisierung des ÖPNV, neue Mobilitätsdienste und deren Anschluss an ein bestehendes Gesamtsystem (z.B. ÖPNV) und neue Fahrgastzählsysteme – insbesondere in den USA – zum Wachstum in den kommenden Jahren beitragen. Bei all diesen Themen ist INIT bestens aufgestellt, um global davon zu profitieren. Ab dem kommenden Jahr will INIT dadurch mit durchschnittlich 15% pro Jahr wachsen und bis 2022 die Umsatzmarke von 200mEUR erreichen. Angesichts der sehr guten Entwicklung im ersten Halbjahr und dem angehobenen Umsatzausblick dürfte dies aber bereits 2021 realistisch sein. Beim Ergebnis erachte ich dadurch zweistellige EBIT-Margen zwischen 15-20% in den kommenden Jahren wieder für erreichbar.

 

Nach der sehr guten operativen Entwicklung im ersten Halbjahr und den vielversprechenden Aussichten für die kommenden Jahre bin ich für die INIT Aktie sehr positiv gestimmt. Für dieses Jahr kalkuliere ich beim Umsatz mit 157,27mEUR und rechne somit mit dem Erreichen des oberen Ende der Umsatzprognose. Beim EBIT erwarte ich mit 16,12mEUR ein leichtes Übertreffen der angehobenen Prognose. Für die beiden Folgejahre rechne ich mit einer weiteren Umsatzsteigerung von jeweils 15% auf 207,99mEUR und einer Steigerung der EBIT-Marge auf 14,3% im Jahr 2021. Mit einer verstärkten Investor Relations Kommunikation, weiteren Neuaufträgen, den vermutlich erneut guten Q3-Zahlen (7.11.) und der zunehmenden Wahrnehmung bei Investoren als Profiteur für Trendthemen wie Mobilitätlösungen, Urbanisierung sowie Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die zunehmende Digitalisierung im ÖPNV dürfte die Aktie in den kommenden Monaten und Quartalen stärker in den Fokus des Marktes rücken. Insgesamt liegt mein Kursziel derzeit bei 33,00€ und bietet ein Potenzial von knapp 60%. Mit einem KGV von rund 14 für 2020 (Eps 1,51€) und 10 für 2021 (EPs 2,01€) ist die Aktie vor dem Hintergrund der dynamischen Umsatzentwicklung und dem deutlichen Margenanstieg nicht teuer bewertet. Wert hemmend ist allerdings die recht hohe Kapitalbindung durch das hohe Working Capital und das hohe operative Anlagevermögen.