Die 1987 gegründete Manz AG ist ein weltweit agierendes Hightech-Maschinenbauunternehmen. Ihre Geschäftstätigkeit umfasst fünf Segmente: Solar, Electronics, Energy Storage, Contract Manufacturing und Service. Mit langjähriger Expertise in der Automation, Laserbearbeitung, Bildverarbeitung und Messtechnik, Nasschemie und Rolle-zu-Rolle- Prozessen bietet das Unternehmen Herstellern und deren Zulieferern in unterschiedlichen Branchen ein breites Portfolio innovativer Produkte und Lösungen. Dieses umfasst neben kundenindividuellen Produktionslösungen auch Einzelmaschinen und Module, die zu kompletten, individuellen Systemlösungen intelligent verkettet werden können. Rund um die technologischen Kernkompetenzen der Manz AG bietet das Unternehmen zudem umfassende Dienstleistungen an: Von der Simulation und Fabrikplanung über die Prozess- und

Prototypenentwicklung bis hin zu Kundenschulungen und After-Sales Service. Die Manz AG ist ein gefragter Entwicklungspartner der Industrie und als solcher Wegbereiter für Zukunftstechnologien.


07.08.2020 | Zugpferd Energy Storage

Manz hat jüngst Quartalszahlen veröffentlicht, die sehr gut ausgefallen sind. So gelang es trotz des außergewöhnlich schwierigen Marktumfeldes den Umsatz im zweiten Quartal um 12,0% auf 62,71mEUR (Q1: 61,61mEUR) zu steigern und zugleich das Umsatzniveau aus dem ersten Quartal zu übertreffen. Wachstumstreiber war dabei das Segment Energy Storage, das den Umsatz um 79,4% auf 15,04mEUR steigerte. Aber auch das Segment Contract Manufacturing erzielte mit 12,85mEUR einen um 85,2% höheren Umsatz im zweiten Quartal. Im erst genannten konnten die Großaufträge aus dem Vorjahr trotz COVID-19 Pandemie wie geplant abgearbeitet werden. Deutliche Einbußen verzeichnete dagegen der Solarbereich mit einem Rückgang von 56,5% auf 3,61mEUR. Aufgrund des Umsatzrückgangs von 19,8% im ersten Quartal resultierte im Konzern auf Halbjahresbasis noch ein Umsatzrückgang von 6,4% auf 124,32mEUR, wenngleich das Bild auf Segmentebene ähnlich ist. So verzeichneten die Segmente Solar (9,68mEUR / -56,2%) und Electronics (51,79mEUR / -21,5%) größere Umsatzrückgänge, währenddessen die Bereiche Energy Storage (29,81mEUR / +104,2%) und Contract Manufacturing (23,63mEUR / +15,3%) deutliche Zuwächse erreichten. Der schwache Umsatz im Solarbereich ist auf Verzögerungen bei der Maschineninstallation in Folge der COVID-19 Beschränkungen zurückzuführen. Das Service-Segment verzeichnete jeweils einen leichten Umsatzrückgang von 1,1% respektive 2,1%.

 

Sehr positiv hat sich wie bereits im ersten Quartal das Ergebnis entwickelt. So erhöhte sich das EBITDA sehr deutlich von 0,57mEUR auf 5,17mEUR im zweiten Quartal, zum Halbjahr stand ein mehr als verdoppeltes Ergebnis von 12,07mEUR (Vj. 5,70mEUR) zu Buche. Wesentlicher Treiber dafür war die Rohmarge, welche sich sowohl im zweiten Quartal (+22,3%) als auch innerhalb der ersten 6 Monate (+5,9%) deutlich überproportional entwickelte und Ergebnis der in den letzten Quartalen angestoßenen Effizienz- und Kostenmaßnahmen ist. Aber auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entwickelten sich vor allem durch geringere Reisekosten deutlich unterproportional. Im zweiten Quartal profitierte das Ergebnis zudem von einem unterproportionalen Anstieg der Personalaufwendungen (+2,4%). Durch die deutlich reduzierten aktivierten Eigenleistungen (0,41mEUR / -48,1%) im zweiten Quartal war das Ergebnis qualitativ auch sehr gut. Das EBIT erreicht dadurch im zweiten Quartal einen Wert von 2,11mEUR (Vj. -4,08mEUR) und zum Halbjahr von 5,65mEUR (Vj. -3,43mEUR). Auf Segmentebene konnte vor allem der Bereich Contract Manufacturing mit einem starken Ergebnis überzeugen. Aber auch die Segmente Electronics (1,00mEUR) und Energy Storage (0,53mEUR) konnten auf EBIT-Ebene positiv beitragen. Der Solarbereich belastete dagegen mit einem negativen EBIT i.H.v. -3,32mEUR.

 

Ebenfalls sehr positiv im zweiten Quartal entwickelt hat sich der Auftragseingang, der auf 79,00mEUR (Vj. 37,30mEUR) mehr als verdoppelt werden konnte. Auch in diesem Fall war dies vor allem auf das Energy Storage Segment mit einem starken Anstieg der Neuaufträge von 143,4% auf 37,00mEUR zurückzuführen. Hier konnte Manz Folgeaufträge von einem Kunden für den Bereich Lithium-Ionen-Batterien im mittleren zweistelligen Millionenbereich erhalten. Aber auch der Electronics Bereich konnte in Q2, bedingt durch einen Folgeauftrag von einem der größten Display-Hersteller Chinas im unteren zweistelligen Millionenbereich im Mai, den Auftragseingang um 158,8% auf 29,50mEUR erheblich steigern. Im Contract Manufacturing Segment schwächte sich die Auftragsdynamik nach einem starken Q1 (+96,2%) dagegen ab, wenngleich mit +17,2% auf 6,80mEUR ein Anstieg verzeichnet wurde. Positiv hat sich auch die Auftragslage im Servicegeschäft entwickelt (+8,3%), nachdem im ersten Quartal noch ein deutlicher Rückgang von 23,6% verbucht worden war. Die Auftragseingänge im Bereich Solar waren aufgrund der Höhe (Q2: 0,4mEUR / HJ: 0,7mEUR) unbedeutend. Zum Halbjahr stand so ein Auftragsplus von 58,6% auf 124,20mEUR zu Buche, der Auftragsbestand erhöhte sich in der Folge leicht um 6,7% auf 168,00mEUR. Dieser verteilt sich auf die Segmente wie folgt: Segment 43,80mEUR (-37,6%), Electronics 44,70mEUR (-30,6%), Energy Storage 73,40mEUR (+294,6%) und Contract Manufacturing 5,7mEUR (+32,6%). Das Servicegeschäft weist keine Auftragsbestände auf.

 

Für das Gesamtjahr hat der Vorstand die im Rahmen der Veröffentlichung des Geschäftsberichts kommunizierte Prognose für Umsatz (leichter bis moderater Umsatzanstieg) und Ergebnis (EBITDA-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich / EBIT-Marge im unteren einstelligen Prozentbereich) bestätigt. Aufgrund der guten Profitabilität habe ich meine Ergebnisschätzungen für dieses Jahr beim EBITDA von 17,98mEUR auf 22,76mEUR (8,2% EBITDA-Marge) und beim EBIT von 3,51mEUR auf 9,08mEUR (3,3% EBIT-Marge) angehoben. Da die Umsatzentwicklung im Solarsegment schwächer als erwartet verlief, habe ich meine Umsatzschätzungen für dieses Jahr dagegen leicht auf 278,75mEUR (+5,4% / alt: 281,86mEUR) leicht reduziert. Ab dem kommenden Jahr sollte dieser Bereich durch Folgeaufträge aus dem CIGS-Bereich wieder deutlich höhere Umsatzbeiträge liefern. Sehr positiv dürfte sich auch die Entwicklung im Energy Storage darstellen, wo der Vorstand unverändert über eine vielversprechende Pipeline berichtete. Insgesamt ergibt sich nach der Überarbeitung bis 2022 eine leicht höhere Profitabilität (10,8% EBITDA-Marge statt bislang 10,4%), sodass sich das Kursziel von 40,00€ auf 42,00€ ebenfalls leicht erhöht.


24.07.2020 | Die E-Mobilität treibt die Phantasie

Das vergangene Geschäftsjahr war für Manz erneut enttäuschend verlaufen. War das Management zu Jahresbeginn noch von einem Umsatzanstieg zwischen 10% und 14%, musste diese im Rahmen der Halbjahreszahlen auf einen neuen Bereich leicht unter Vorjahr angepasst werden. Letztlich schloss Manz das Geschäftsjahr 2019 mit einem Umsatzrückgang von 11,0% auf 264,40mEUR ab. Dies war sowohl auf deutliche Verzögerungen bei den Installationen von Maschinen im Bereich Solar für ein CIGS Projekt zurückzuführen. Dadurch reduzierte sich der Umsatz im Segment Solar um 54,8% auf 47,47mEUR deutlich und lag zugleich über der Spanne eines Umsatzrückgangs von 30-40%. Zum anderen haben sich Aufträge im Bereich E-Mobilität aus dem Aufbau einer europäischen Batterieproduktion nicht so früh realisieren lassen wie zunächst gedacht. Auch Folgeaufträge im Battery-Bereich wurden erst am Jahresende erhalten und konnten daher nur noch teilweise zum Umsatz beitragen. Zwar konnte das Energy Storage Segment ein Wachstum von 15,1% auf 40,69mEUR erzielen, lag aber erheblich unterhalb der ursprünglichen Planungen von +70-90%. Das Segment Electronics konnte durch die Abarbeitung eines Großauftrags aus dem Display Bereich den Umsatz um 23,2% auf 115,66mEUR steigern, lag aber ebenfalls unterhalb der eigentlichen Planungen (+30-40%). Ebenso das Segment Contract Manufacturing konnte mit einem Umsatzrückgang von 3,9% auf 41,48mEUR die Ziele (+15-20%) nicht erreichen. Letztlich konnte auch das Servicegeschäft mit einem leichten Umsatzrückgang von 2,1% auf 19,11mEUR (Prognose: +5-10%) die Ziele nicht erreichen, sodass kein Segment die gesteckten Ziele erreicht hat.

 

Auch auf der Ergebnisebene musste das Management im Jahresverlauf die Prognose in Folge der schwächeren Umsatzentwicklung reduzieren. War der Vorstand zu Jahresbeginn noch von einer EBIT-Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen, wurde die EBIT-Prognose auf einen negativen Wert im oberen einstelligen Millionenbereich reduziert. Mit -7,62mEUR (Vj. -3,38mEUR) wurde das reduzierte Ziel damit erreicht. Ergebnis belastend war die Entwicklung dabei in den Segmenten Solar (-1,99mEUR), Electronics (-7,59mEUR) sowie Energy Storage (-11,30mEUR), während vor allem das Segment Contract Manufacturing mit 11,51mEUR deutlich positiv zum Ergebnis beigetragen hat. Auch der Service-Bereich konnte mit einem EBIT i.H.v. 1,56mEUR positiv zum Konzernergebnis beitragen. Ursächlich für den Ergebnisrückgang bzw. die Entwicklung deutlich unterhalb der ursprünglichen Planungen waren dabei die Personalkosten, die auf das höhere Umsatzniveau ausgelegt waren (+1,9%) und damit EBITDA und EBIT belastet haben.

 

Der Auftragseingang entwickelte sich im Gesamtjahr 2019, ebenso wie der Auftragsbestand, rückläufig. So lag der Auftragseingang mit 223,70mEUR 23,4% unter Vorjahr, der Auftragsbestand mit 168,50mEUR um 21,7%. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf ausbleibende CIGS-Folgeaufträge im Segment Solar, wodurch der Auftragseingang mit 8,1mEUR 75,0% rückläufig war. Aber auch der Auftragseingang im Electronics Segment, der im Vorjahr durch einen Großauftrag geprägt war, lag mit 74,30mEUR 51,2% niedriger. Auch die Auftragseingänge in den Segmenten Contract Manufacturing (37,50mEUR / -15,7%) und Services (19,10mEUR / -12,8%) verzeichneten geringere Auftragseingänge. Lediglich das Segment Energy Storage konnte durch eine sehr gute Auftragsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte (63,70mEUR vs. 21,10mEUR in HJ1) den Auftragseingang durch Folgeaufträge aus dem Consumer Electronics Bereich deutlich um 107,8% auf 84,80mEUR steigern. Die Entwicklungen im Auftragseingang hatten sich entsprechend auch in den Auftragsbeständen zum Jahresende niedergeschlagen. Dennoch wirkte sich die sehr gute Auftragsentwicklung im Energy Storage Segment in Q4 (61,8mEUR) auch entsprechend positiv auf den Konzernauftragseingang aus, der um 92,7% auf 95,00mEUR deutlich gesteigert werden konnte.

 

Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr 2020 zeigt sich der Vorstand trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten im Zuge der COVID-19 Pandemie zuversichtlich und erwartet einen geringen bis moderaten Umsatzanstieg sowie eine EBIT-Marge im niedrigen aber positiven einstelligen Prozentbereich. Das erste Quartal lag zwar beim Umsatz mit 61,61mEUR um 19,8% deutlich unter Vorjahr, aufgrund einer stark verbesserten Profitabilität in den Segmenten Electronics (2,31mEUR vs. -3,24mEUR) & Energy Storage (0,25mEUR vs. -4,13mEUR) konnte das EBIT deutlich von 0,65mEUR auf 3,55mEUR gesteigert werden. Die sehr gute Ergebnisentwicklung im Segment Electronics war auch auf die erfolgreiche Projektabwicklung eines Auftrags von einem Tier-1-Automobilzulieferer für eine vollintegrierte Produktionslinie für Zellkontaktiersysteme zurückzuführen. Zudem gelang es das zweite Quartal in Folge (zuletzt Q3 2018) ein positives Nettoergebnis zu erzielen. Die positive Ergebnisentwicklung war allerdings auch durch erhöhte aktivierte Eigenleistungen (2,09mEUR / +121,2%) beeinflusst. Der Auftragseingang konnte von einer geringen Vorjahresbasis aus um 10,2% auf 45,20mEUR gesteigert werden, der Auftragsbestand reduzierte sich jedoch um 22,3% auf 152,80mEUR. Dies ist insbesondere auf das Segment Solar zurückzuführen, dessen Auftragsbestand um 45,3% auf 47,00mEUR zurückging, da vor Inbetriebnahme der CIGS-Produktionsanlagen beim Kunden in China nicht mit Folgeaufträgen zu rechnen ist. So rechnet das Management derzeit mit Folgeaufträgen erst im Q1 2021 (ursprünglich Juli 2019). Aber auch im Segment Electronics waren Auftragseingang (14,50mEUR / -31,9%) und Auftragsbestand (41,40mEUR / -49,8%) deutlich rückläufig. Dies ist u.a. auf eine Sättigung der Nachfrage nach Produktionskapazitäten im LCD-Markt zurückzuführen. Sehr positiv hat sich dagegen die Auftragssituation weiterhin im Segment Energy Storage dargestellt, das Neuaufträge von 10,80mEUR (+83,1%) verzeichnet hat, wodurch der Auftragsbestand auf 52,80mEUR (+127,6%) anstieg. Auch das Segment Contract Manufacturing profitierte von einer gestiegenen Nachfrage aus dem Halbleiterbereich und steigerte den Auftragseingang um 96,2% auf 15,50mEUR, der Auftragsbestand erhöhte sich in Folge dessen noch deutlicher um 127,5% auf 11,60mEUR. Das zweite Quartal dürfte zwar gewisse Beeinträchtigungen durch eine dreiwöchige Produktionsunterbrechung an den Standorten in Deutschland und Italien verzeichnet haben, zugleich wurde die Lithium-Ionen-Batterieproduktion in Italien aber auch als kritische Infrastruktur eingestuft und konnte nach kurzer Zeit wieder den Betrieb aufnehmen.

 

Ich habe im Rahmen des Geschäftsberichts 2019 sowie der Q1-Zahlen 2020 meine Schätzungen überarbeitet sowie mein DCF-Model an das Jahr 2020 angepasst. Ich kalkuliere nun für dieses Jahr mit einem leichten Umsatzanstieg von 6,6% auf 281,86mEUR (alt: 319,38mEUR) sowie einem EBIT i.H.v. 3,51mEUR (alt: -1,75mEUR), entsprechend einer EBIT-Marge von 1,2%. Im kommenden Jahr rechne ich dann wieder mit einem stärkeren Umsatzanstieg von 18,2% auf 333,04mEUR (alt: 358,28mEUR) sowie einem EBIT i.H.v. 15,07mEUR (alt: 11,20mEUR). Die positive Umsatzentwicklung sollte dabei durch Folgeaufträge im Segment Solar, eine wieder positive Auftragsentwicklung im Electronics-Bereich sowie eine steigende Nachfrage aus dem E-Mobilitätsbereich im Segment Energy Storage sowie der Abarbeitung entsprechender Aufträge basieren. Mittelfristig sieht mein Bewertungsmodel eine EBITDA-Marge von 10,4% und eine EBIT-Marge von 6,9% vor, womit beide Werte deutlich unter den langfristigen Zielen (innerhalb der nächsten 5 Jahre) des Managements von >15% respektive 10% liegen. Die positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung sollte dabei vor allem durch das Segment Energy Storage und die vielversprechenden Potenziale aus dem Bereich E-Mobilität, durch den Aufbau einer europäischen Batterieproduktion geprägt sein. Insgesamt erhöht sich durch höhere mittelfristige Margenannahmen das Kursziel von zuletzt 34,00€ auf 40,00€, berücksichtigt aber vor allem bei den Eigenkapitalkosten (9,1%) weiterhin einen Risikoaufschlag von 5% aufgrund der unsicheren Ergebnisentwicklung. 


28.02.2020 | Energy Storage positiv, Solar negativ

Nach den bereits guten Nachrichten im Bereich Energy Storage zum Ende des vergangenen Jahres konnte Manz zu Beginn des neuen Jahres daran anknüpfen. So wurde Mitte Januar eine Kooperation mit Chinas führendem Hersteller von Automationslösungen in der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien, Shenzhen Yinghe Technology, eingegangen. Dadurch würden beide Unternehmen ihre jeweilige Marktposition stärken und den Marktzugang in Europa, China sowie den USA verbessern. Im Rahmen der Kooperation werden beide Unternehmen ihren Kunden zukünftig über ein Lizenzmodell die beste Anlagentechnologie aus dem jeweiligen Produktportfolio gemeinsam anbieten. Anfang Februar konnte dann ein Auftrag der ebenfalls gelisteten AKASOL AG bekannt gegeben werden. In einem ersten Schritt erhielt Manz einen Auftrag für Anlagen zur Montage von Rundzellen zu hocheffizienten Batteriemodulen für Elektrobus- und Nutzfahrzeuganwendungen im Wert von 8mEUR, der zum Großteil noch dieses Jahr umsatz- und ertragswirksam werden soll. Bei erfolgreicher Zusammenarbeit kann sich das Gesamtauftragsvolumen auf bis zu 20mEUR erhöhen. Darüber hinaus ist das Sentiment im Bereich Consumer Electronics, den Manz über einen Kunden mit Anlagen zur Herstellung gewickelter Lithium-Ionen Batteriezellen bedient, weiterhin vielversprechend. So berichtet Apple unverändert von einer sehr hohen Nachfrage nach den AirPods Pro, sodass sich Käufer auf längere Wartezeiten einstellen müssen. VARTA, Lieferant der Lithiom-Ionnen-Batterien für die Apple AirPods Pro, baut daher in diesem Jahr die Kapazitäten massiv aus.

 

Auf der anderen Seite dürften sich durch den Ausbruch des Coronavirus/COVID-19 in China und damit verbundenen Produktionsverzögerungen bzw. starken Einschränkungen weitere Verzögerungen bei der Umsatzrealisierung des Großauftrags im Segment Solar ergeben. Zugleich wird sich dadurch die erwartete Vergabe von Folgeaufträgen aller Voraussicht wohl ebenfalls verzögern. Aus diesem Grund habe ich meine Erwartungen für die Umsatzerlöse im Segment Solar sowohl für dieses Jahr als auch für 2021 reduziert. Dem gegenüber stehen leicht erhöhte Umsatzerlöse im Segment Energy Storage durch den Auftrag von AKASOL, während meine Schätzungen für die anderen Segmente (Electronics, Contract Manufacturing, Service) unverändert bleiben. Dadurch reduzieren sich meine Umsatz- und Ergebnisschätzungen für dieses Jahr leicht, während sich für 2021 minimal höhere Schätzungen ergeben. Insgesamt verbleibt das Kursziel jedoch dadurch unverändert bei 34,00€.  



07.01.2020 | Batteriesegment im Fokus

Im Anschluss an mein letztes Update vom 23.08.2019 hat Manz Anfang November wiederholt die Prognose für 2019 im Rahmen der Q3-Zahlen senken müssen. Demnach waren die Umsätze im dritten Quartal erneut um 3,3% (Q1: +12,1%, Q2: -26,2%) zurückgegangen, sodass nach 9 Monaten ein Umsatzrückgang von 6,5% auf 198,17mEUR zu Buche stand. Hintergrund dessen waren im dritten Quartal insbesondere Umsatzrückgang im Segment Solar (-10,3%), Energy Storage (-4,2%) und Contract Manufacturing (-11,0%), die von erhöhten Umsätzen in den Segmenten Electronics (+2,9%) und Service (+10,8%) nicht kompensiert werden konnten. Im Solar Segment konnten weiter nicht die erhofften Umsätze aus der Abnahme des Großauftrags realisiert werden, während im Energy Storage die zurückhaltendende Investitionsbereitschaft der deutschen und europäischen Automobilindustrie in den Aufbau von Kapazitäten zur Produktion von Lithium-Ionen-Batteriezellen und -modulen belastete. Im Contract Manufacturing Bereich belastete wie auch bei anderen Unternehmen aus diesem Bereich die Schwäche in der Halbleiterindustrie. Durch die angekündigten Investitionen von TSMC kam es in diesem Segment jedoch bereits zu einer Trendwende, die sich deutlich im Auftragseingang zeigt.

 

Die geringeren Umsätze haben sich deutlich negativ im Ergebnis niedergeschlagen. So ging das EBIT von 2,10mEUR im Vorjahreszeitraum auf -4,26mEUR zurück. Hier haben sich die geringeren Umsätze im Solar Segment bei unveränderter Kostenbasis, ebenso wie Produktionsunterbrechungen im Segment Electronics in Zusammenhang mit einem Großauftrag bemerkbar gemacht. Auch im Segment Energy Storage belasteten die noch fehlenden Aufträge das Ergebnis aufgrund der aufgebauten Kostenbasis. Nach 9 Monaten resultierte somit ein EBIT-Verlust von -7,69mEUR nach 2,38mEUR ein Jahr zuvor.

 

Die Investitionszurückhaltung im Segment Energy Storage und die Verzögerungen in der Endabnahme im Segment Solar, in deren Folge Anschlussaufträge ausgeblieben sind, war die Auftragslage nun auch im dritten Quartal mit 50,40mEUR 30,0% (Q1: -42,3%/Q2: -62,6%) unter Vorjahr. Das Solar Segment verzeichnete lediglich Auftragseingänge i.H.v. 0,30mEUR (-98,7%) und das Energy Storage Segment von 1,90mEUR (-67,2%). Im Segment Contract Manufacturing konnte aufgrund der angekündigten Investitionen durch TSMC ein starker Anstieg im Auftragseingang von 158,2% auf 14,2mEUR verzeichnet werden. Der Auftragsbestand im Konzern lag zum 30.09.2019 nun bei 157,50mEUR (-33,3%).

 

Durch Auftragseingänge bis Anfang Dezember i.H.v. rund 75mEUR (Q4: rund 52mEUR/Q1-3: 23,0mEUR) im Segment Energy Storage ergab sich nun in diesem Bereich eine deutliche Dynamik. Einerseits konnten im vierten Quartal Aufträge von einem Kunden aus dem Consumer Electronics Bereich von knapp 40mEUR erhalten werden (bis Q3 bereits rund 18mEUR), der die Maschinen zur Produktion von besonders kleinen, leistungsfähigen Lithium-Ionen Batteriezellen nutzt, wie sie insbesondere in mobilen Endgeräten eingesetzt werden. Es könnte sich daher um den Kunden Varta handeln, deren wiederaufladbare Lithium-Ionen Zellen laut Commerzbank Recherchen in der neuesten Generation der Apple Air Pods eingesetzt werden. Andererseits konnte Manz im vierten Quartal im Segment Energy Storage einen bereits Anfang 2019 erwarteten Auftrag von einem US-amerikanischen Batteriehersteller aus dem Bereich Electronic Devices mit einem Volumen von ebenfalls rund 20mEUR gewinnen. Zudem bleibt die Sales-Pipeline im Bereich Elektromobilität laut Unternehmensangaben vielversprechend. 

 

Mit Blick auf das kommende Jahr dürfte sich damit im Segment Energy Storage allein aus den im vierten Quartal erhaltenen Aufträgen ein erheblicher Umsatzanstieg ergeben. Weitere Potenziale bieten sich durch Investitionen im Bereich Elektromobilität aus der Automobilindustrie. Ich erwarte daher für 2020 einen Umsatzanstieg von >100%. Weitere Umsatzsteigerungen sollten auch in den Segmenten Electronics (2020e: +6,0%), Contract Manufacturing (+10,0%) und Service (+5,0%) resultieren. Der Solarbereich dürfte aufgrund der Verzögerungen in der Endabnahme der Maschinen aus dem Großauftrag, einhergehend mit einer späteren Vergabe von Folgeaufträgen, erneut rückläufige Umsätze (45,00mEUR vs. 52,09mEUR in 2019) verzeichnen. Somit ergibt sich für 2020 ein Umsatzanstieg von 16,5% auf 324,38mEUR (2019e: 278,56mEUR), einhergehend mit einem deutlichen EBIT-Anstieg von -8,10mEUR (2019e) auf -0,51mEUR. Erst im Jahr 2021 erwarte ich ein positives EBIT von 10,94mEUR, bei einem weiteren Umsatzanstieg von 10,1% auf 357,29mEUR. Aufgrund der geringeren Profitabilität (EBIT-Marge 2021e: 3,1% vs. bislang 4,6%) gegenüber meiner Einschätzung Ende August, ergibt sich auf Basis der überarbeiteten Schätzungen nun ein Kursziel von 34,00€, nach zuletzt 40,00€.  


23.08.2019 | Manz wieder einmal mit Prognoseanpassung

 Manz hat vergangene Woche im Rahmen der Vorlage der Halbjahreszahlen wieder einmal die eigene Prognose anpassen müssen. Bereits in früheren Jahren unter Herrn Manz hatte die Gesellschaft regelmäßig ihre eigenen Ziele verfehlt. Mit dem neuen Management sollte sich dies ändern und die bisherige Entwicklung schien dies zunächst auch zu bestätigen. Aufgrund von Auftragsverschiebungen im Bereich Energy Storage, die bereits für das zweite Quartal erwartet waren, sowie Verzögerungen beim Installationsstart der Anlagen bei Kunden im Bereich Solar, hat der Vorstand die Umsatzprognose nun von bislang +10-14% auf ein Niveau leicht unter Vorjahresniveau (296,9mEUR) gesenkt. Die EBIT-Marge soll jedoch unverändert im niedrigen bis mittleren einstelligen %-Bereich liegen.

 

In den ersten 6 Monaten 2019 sank der Umsatz um 8,0% auf 132,79 Mio. €, insbesondere durch einen deutlichen Umsatzrückgang im Segment Solar (-61,4%), der durch eine starke Entwicklung im Segment Electronics (+117,6%) nicht kompensiert werden konnte. Die Segmente Energy Storage (+5,7%) und Contract Manufacturing konnten die Umsätze leicht steigern, das Segment Service war aufgrund des geringeren Umsatzes mit -7,9% rückläufig. Im zweiten Quartal haben sich die Umsätze jedoch nach einem Plus von 12,1% noch im ersten Quartal um 26,2% auf 56,00 Mio. € reduziert. Der Hauptgrund liegt auch hier in der erheblich schwächeren Umsatzentwicklung im Bereich Solar (-75,3%), aber auch Contract Manufacturing (-47,0%) und Service (-8,5%), welche durch Steigerungen in den anderen Segmenten Electronics (+54,1%) und Energy Storage (+40,7%) nicht ausgeglichen werden konnten. Das EBITDA erhöhte sich zum Halbjahr zwar von -0,49 Mio. € auf 5,70 Mio. €, war jedoch auch durch positive Effekte aus IFRS 16 geprägt. Das EBIT verbesserte sich von -4,48 Mio. € auf nunmehr -3,43 Mio. € und blieb damit weiter negativ.

 

Ebenfalls rückläufig war die Auftragsentwicklung im ersten Halbjahr (-54,1%) und im zweiten Quartal (-62,6%), sodass auch der Auftragsbestand zum 30.06.2019 mit 157,50 Mio. € 33,3% niedriger als ein Jahr zuvor bzw. 26,8% im Vergleich zum 31.12.2018 ausfiel. Dies war ebenfalls auf einen immensen Rückgang im Bereich Solar (-94,7%) sowie auch Rückgängen in den Bereichen Electronics (-64,8%), bedingt durch zwei größere Aufträge im Vorjahr, Energy Storage (-33,0%), ebenfalls bedingt durch größere Einzelaufträge im ersten Halbjahr 2018, Contract Manufacturing (-46,1%) und Service (-9,6%) zurückzuführen. Ein immenses zukünftiges Auftragspotenzial ergibt sich jedoch im Bereich Energy Storage, in dem sich Manz laut Aussagen auf der diesjährigen Hauptversammlung in ausstehenden Ausschreibungen mit Angeboten im Umfang von rund 300 Mio. € (Umsatz 2019e: 42,1) befindet. Zudem werden weiterhin Folgeaufträge im Segment Solar im Bereich CIGS erwartet, die jedoch aufgrund der verzögerten Fertigstellung der Gebäude beim Kunden nicht wie bislang noch in diesem Jahr, sondern erst im kommenden Jahr erwartet werden. Jüngst konnte Manz für den Bereich Electronics einen Folgeauftrag aus der Elektroindustrie mit einem Volumen im unteren zweistelligen Mio. € Bereich von einem bereits bestehenden Kunden erhalten. Noch in diesem Jahr soll sich dieser Auftrag zu rund 25% im Umsatz niederschlagen, die verbleibenden 75% im Umsatz des kommenden Jahres.

 

Im Rahmen der Halbjahreszahlen sowie des reduzierten Jahresausblicks habe ich meine Schätzungen ebenfalls angepasst und erwarte nunmehr einen leichten Umsatzrückgang von 5,7% auf 280,14 Mio. € (alt: 325,51mEUR/+9,6%). Entsprechend reduziert sich auch der Umsatz für die kommenden Jahre auf 320,46 Mio. € (alt: 368,09) für 2020 und auf 356,27 Mio. € (alt: 403,99) für 2021. Zugleich habe ich auch meine Ergebniserwartungen an die reduzierten Umsatzerwartungen angepasst und erwarte nun ein EBITDA von 18,87 Mio. € (alt: 21,09) sowie ein EBIT von 0,51 Mio. € (alt: 3,59) für 2019. Bis 2021 reduziert sich die Margenerwartung für das EBITDA von zuletzt 10,2% auf 9,8% und für das EBIT von 5,9% auf 4,6% und liegt damit deutlich unter den eigenen langfristigen Zielen von Manz, die eine zukünftige EBITDA-Marge von >15% sowie eine EBIT-Marge von 10% umfassen. Aufgrund der gesunkenen Umsatz- und Ergebnisschätzungen reduziert sich auch das Kursziel von zuletzt 45,00€ auf nunmehr 40,00€. Nach dem deutlichen Kursrückgang im Anschluss an die Reduzierung der Prognose notiert die Aktie nun zudem unter dem Buchwert von 18,54€ und nur leicht über dem um Minderheiten und Goodwill bereinigten Buchwert von 14,07€ je Aktie. Dies erscheint nicht gerechtfertigt. Neue Kursimpulse könnten sich in den kommenden Monaten durch Aufträge im Bereich Energy Storage ergeben.


17.05.2019 | Warten auf den Durchbruch im Bereich Energy Storage

Manz hat in dieser Woche gute Zahlen für die ersten 3 Monate 2019 veröffentlicht. So steig der Umsatz im ersten Quartal um 12,1% auf 76,8 Mio. €, wozu insbesondere die Segmente Electronics (+205,6%) und Contract Manufacturing (+84,2%) beigetragen haben. Im Segment Electronics zeigten sich dabei positive Umsatzeffekte aus der Abarbeitung des 2018 erhaltenen Großauftrags (ca. 76mEUR). Zugleich konnte zuletzt ein weiterer Auftrag im Bereich Displays über rund 14 Mio. € erhalten werden. Die Umsätze in den Segmenten Solar (-61,4%), Energy Storage (-20,9%) und Service (-7,3%) entwickelten sich dagegen rückläufig. Während im Segment Solar Verzögerungen auf Kundenseite durch die noch nicht fertiggestellte Produktionshalle ursächlich waren, führte eine noch zurückhaltende Auftragserteilung im Bereich Energy Storage aufgrund der ausstehenden Entscheidung zur Vergabe von Förderprogrammen auf europäischer und deutscher Ebene zu Verzögerungen. Allerdings zeigt sich das Management zuversichtlich in diesem Jahr noch Aufträge in diesem Bereich zu erhalten. Insgesamt stehen Aufträge im dreistelligen Millionenbereich im Raum.

 

 Auf der Ergebnisseite konnte das Unternehmen ebenfalls Fortschritte erzielen. Das EBITDA stieg – auch aufgrund von positiven Effekten im EBITDA i.H.v. 1,1 Mio. € (LSe) - auf 5,1 Mio. € (Vj. -1,56). Das EBIT stieg auf 0,65 Mio. € (Vj. -3,50) und lag erstmals seit 2011 in einem ersten Quartal wieder im positiven Bereich. Positiv ist dabei hervorzuheben, dass sich die aktivierten Eigenleistungen um rund 28% verringert haben, wobei dieser Rückgang durch erhöhte sonstige betriebliche Erträge mehr oder weniger ausgeglichen wurde. Das Rohergebnis konnte sich ebenfalls sehr gut entwickeln und stieg um 22,0% auf 29,1 Mio. €, sodass eine Rohmarge von 38,0% (Vj. 34,9%; 2018: 37,7%) erreicht wurde. Die Personalaufwendungen stiegen erneut lediglich leicht um 2,4% an.

 

Bei den Neuaufträgen musste vor allem aufgrund von Verzögerungen in der Auftragserteilung im Bereich Energy Storage (5,9mEUR/-75,7%) ein deutlicher Rückgang auf 41,0 Mio. € (-42,3%) verzeichnet werden. Der Auftragsbestand verblieb jedoch mit 196,7 Mio. € (-11,0%) weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

 

Im Nachgang an die Q1-Zahlen habe ich meine Umsatz- und Ergebnisschätzungen leicht überarbeitet. Aufgrund der Verzögerungen für Aufträge im Bereich Energy Storage habe ich meine Umsatzschätzungen von bislang +80% auf +70% (Prognose +70-90%) reduziert. Dadurch sinkt meine Umsatzprognose für 2019 von bislang 327,5 Mio. € (+10,3%) auf 325,5 Mio. € (+9,6%). Zugleich habe ich für 2020 und 2021 einen um 5 Mio. € geringeren Umsatzbeitrag im Segment Solar aufgrund der Verzögerungen auf Kundenseite berücksichtigt, wenngleich das Management weiterhin noch in diesem Jahr mit Folgeaufträgen im Bereich CIGS rechnet. Den leichten Reduzierungen steht jedoch ein geringerer Capex entgegen (Q1 -35,6%), sodass das Kursziel unverändert bei 45,00€ verbleibt. Aufträge im Bereich Energy Storage sowie Folgeaufträge im Solar Segment dürften sich im weiteren Jahresverlauf als die entsprechenden Kurstreiber erweisen. 


22.04.2019 | Mit neuem Vorstandsteam zu profitablem Wachstum

Manz befindet sich auf operativem Turnaroundkurs. Nachdem das Ergebnis 2017 durch den Verkauf einer Tochtergesellschaft einen positiven Sondereffekt i.H.v. 34,4 Mio. € enthalten hatte und folglich das EBIT mit 0,6 Mio. € leicht positiv war, konnte nun auch auf operativer, bereinigter Basis, der Turnaround geschafft werden. Nachdem für 2018 die Tochtergesellschaft Talus Manufacturing in Taiwan (Anteil 80,5%) rückwirkend entkonsolidiert wurde, ergab sich für 2017 ein bereinigtes EBIT von -33,8 Mio. €. 2018 konnte durch ein Wachstum auf vergleichbarer Basis von 11,6% auf 296,9 Mio. € (+13,1% inkl. Talus) das EBIT auf -3,4 Mio. € gesteigert werden. Allerdings war auch dieses Ergebnis durch einen Sondereffekte geprägt. So hatte es im zweiten Quartal 2018 bei der Tochtergesellschaft Talus einen Kabelbrand gegeben, der zu Sonderaufwendungen i.H.v. 5,1 Mio. € bei der Manz geführt hat. Bereinigt um diesen Effekt konnte ein EBIT von 1,7 Mio. € erreicht werden.

 

Zu dieser positiven Ergebnisentwicklung haben vor allem die Segmente Solar, Electronics und Energy Storage beigetragen. Insbesondere im Segment Solar konnte durch die Abarbeitung des Anfang 2017 erhaltenen CIGS-Großauftrags (263 Mio. €) eine sehr gute EBIT-Marge von 13,7% und somit ein EBIT-Beitrag von 14,4 Mio. € erreicht werden. Die Segmente Electronics (-12,0 Mio. €) und Energy Storage (-9,9 Mio. €) konnten ihre Ergebnisse zwar verbessern, erzielten jedoch jeweils noch einen deutlichen Verlust. Deutlich positiv entwickelte sich allerdings der Umsatz, der um 6,0% im Segment Electronics auf 93,9 Mio. € und um 48,3% auf 35,3 Mio. € im Segment Energy Storage gesteigert wurde. Im Segment Contract Manufacturing (+34,7%) konnte der Umsatz ebenfalls deutlich gesteigert werden, wobei das Ergebnis i.H.v. 1,2 Mio. € (-69,5%) maßgeblich durch den negativen Ergebniseffekt im Zuge des Brands in Taiwan beeinflusst war. Im Segment Service konnte ein Wachstum von 12,6% auf 19,5 Mio. € bei einem aufgrund eines veränderten Produktmix rückläufigen EBIT von 3,9 Mio. € (-31,4%) erreicht werden. Die EBIT-Marge lag mit 19,8% somit dennoch auf einem sehr guten Niveau. Bei den Kostenpositionen wurde die positive Ergebnisentwicklung vor allem durch eine gesteigerte Rohmarge auf 37,7% (Vj. 35,7%) und einen leichten Rückgang der Personalaufwendungen (-1,0%) unterstützt.

 

Positiv zeigt sich auch die Entwicklung im Auftragseingang und Auftragsbestand. Zwar war der Auftragseingang im größten Segment Solar mit 32,4 Mio. € (-87,8%) deutlich rückläufig. Dies ist jedoch auf den Umstand zurückzuführen, dass 2017 der CIGS-Großauftrag erhalten wurde und erst Ende 2019 mit Folgeaufträgen gerechnet wird. Durch die Abarbeitung reduzierte sich auch der Auftragsbestand auf 91,1 Mio. € (-43,4%). Im Segment Electronics konnte der Auftragseingang deutlich um 85,7% auf 152,3 Mio. € gesteigert werden, sodass der Auftragsbestand auf 92,7 Mio. € (+150,5%) anstieg. Hierzu hatte insbesondere ein Großauftrag über 76 Mio. € von einem der größten Display-Hersteller Chinas beigetragen, der bereits im Jahr 2016 einen Auftrag platziert hatte. Ebenfalls im Segment Energy Storage stiegen die Neuaufträge um 53,4% auf 40,8 Mio. € deutlich an und der Auftragsbestand erreichte einen Wert von 20,9 Mio. € (+81,7%). Im Segment Contract Manufacturing konnte ein deutliches Plus von 71,2% im Auftragseingang auf 44,5 Mio. € verzeichnet werden, wodurch der Auftragsbestand auf 10,6 Mio. € (+27,7%) anstieg. Letztlich konnte auch im Servicebereich ein Auftragsplus von 20,3% auf 21,9 Mio. € erreicht werden. Durch den deutlichen Rückgang im Segment Solar reduzierte sich jedoch der Auftragseingang im Konzern um 30,4% auf 291,9 Mio. €, wohingegen der Auftragsbestand mit 215,3 Mio. € (-1,1%) nahezu konstant blieb.

 

Aufgrund der positiven Auftragsentwicklung in den Nicht-Solar Segmenten zeigt sich der Vorstand, der in dieser Konstellation im Jahresverlauf 2018 bestellt wurde, zuversichtlich, den Umsatz erneut zweistellig steigern zu können und erwartet ein Umsatzwachstum von 10-14% in diesem Jahr. Langfristig strebt das Management ein Wachstum von 10-20% p.a an. Für das Ergebnis wird eine EBIT-Marge im niedrigen einstelligen und für das EBITDA im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Für die kommenden Jahre wird eine EBIT-Marge von 10% und eine EBITDA-Marge von >15% angestrebt. Der Vorstand ist dazu über die variable Vergütung auch entsprechend an der zukünftigen Ergebnisentwicklung sowie Steigerung der Marktkapitalisierung beteiligt.

 

Auf Basis meiner Planungen erwarte ich für 2019 eine Umsatzsteigerung von 10,3% auf 327,5 Mio. €, die damit am unteren Ende der Prognosespanne liegt. Insbesondere die Segmente Electronics (LSe: +36%) und Energy Storage (LSe: +80,0%) dürften sich als Wachstumstreiber erweisen, wohingegen ich für das Segment Solar (LSe: -38,0%) wie von Manz prognostiziert einen deutlichen Umsatzrückgang erwarte. Mit Folgeaufträgen Ende 2019 dürfte sich im Jahr 2020 wieder ein leicht zweistelliges Wachstum ergeben, sodass ich für 2020 im Konzern mit +14,7% ein leicht höheres Wachstum als in diesem Jahr erwarte. Für das EBIT erwarte ich in diesem Jahr einen Wert von 7,6 Mio. € (2,3% EBIT-Marge) und für das kommende Jahr von 19,3 Mio. € (5,1% EBIT-Marge). Langfristig kalkuliere ich mit einer Steigerung auf 7,4%. Für das EBITDA rechne ich mit 21,6 Mio. € (6,6%) in diesem und 33,9 Mio. € (9,0%) im nächsten Jahr sowie einer langfristigen EBITDA-Marge von 10,5%. Auf Basis meiner Schätzungen ergibt sich somit im Rahmen des DCF-Modells ein Kursziel von 45,00€. Zwar fällt das KGV mit knapp 63 für dieses Jahr recht hoch aus, aufgrund der Nettoliquidität von 39,5 Mio. € liegt das EV/EBITDA jedoch nur bei 8,3 und dürfte sich im kommenden Jahr auf 5,1 reduzieren. Das KGV für 2020 liegt aktuell bei 18,8.