Die MBB SE ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das auf Erwerb und Management mittelständischer Industrieunternehmen mit hoher Technologie und Ingenieurskompetenz fokussiert ist. Unsere Unternehmen sind in selbständigen Einheiten von 80 bis 1.100 Mitarbeitern organisiert und gehören dem deutschen Mittelstand an. Tradition, regionale Identität und Verpflichtung für Ausbildung, Mitarbeiter und das Gemeinwohl sind wesentliche Eckpfeiler für uns. Über 20 Jahre erstklassige mittelständische Referenzen sind unsere Visitenkarte bei der Suche nach neuen Tochterunternehmen. Grundsätzlich ist der regionale Fokus der MBB der deutschsprachige Raum. Gleichwohl gewinnt die MBB durch weltweite Märkte und Kunden sowie ausländische Tochterunternehmen in zunehmendem Maße internationale Präsenz.


05.03.2020 | Ziele übertroffen, verhaltener Ausblick

MBB hat in dieser Woche vorläufige Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht und im Rahmen dessen mit einem Umsatz i.H.v. 592,1mEUR (+16,9% / LSe: 564,8mEUR) die Prognose von 530mEUR deutlich übertroffen. Dazu hat auch ein deutlich höher als bislang erwarteter Umsatz aus den beiden im vergangenen Jahr übernommenen Gesellschaften Friedrich Vorwerk sowie Bohlen & Doyen beigetragen, deren Erstkonsolidierung einen Umsatz von >95mEUR beisteuerte. Sehr positiv hat sich aus dem bestehenden Portfolio die auf IT-Security spezialisierte DTS entwickelt, die den Umsatz, auch durch die Übernahme von 66% an der ISL Internet Sicherheitslösungen GmbH im Februar 2019, um rund 26% auf >65mEUR steigerte. Ebenso die Tochtergesellschaften Delignit (64,4mEUR / +6,9%) und CT Formpolster konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr steigern, während Hanke und OBO lediglich einen Umsatz auf Vorjahresniveau erzielten. Aumann, als noch größte Beteiligung im MBB Konzern, hingegen verzeichnete einen Umsatzrückgang von 10,7% auf 259,6mEUR.

 

Mit Blick auf die Ergebnisentwicklung konnte MBB das vergangene Jahr ebenfalls sehr erfolgreich abschließen. So stieg das bereinigte EBITDA um 25,4% auf 67,7mEUR (LSe: 54,3mEUR / bereinigt um positive Bewertungseffekte aus der Übernahme von Vorwerk und Bohlen & Doyen = Badwill), sodass die EBITDA-Marge mit 11,4% oberhalb der Prognose von 9-11% lag. Beide genannten Gesellschaften konnten eine zweistellige EBITDA-Marge erzielen. Das Ergebnis belastet haben hingegen die beiden Börsen gelisteten Gesellschaften Aumann und Delignit 2019, deren EBITDA um 34,7% bzw. 16,7% rückläufig war. Für 2020 rechnet das Management nun mit einem weiteren Umsatzanstieg auf >660mEUR, der allerdings stark durch den erwarteten Umsatzrückgang bei Aumann (180-200mEUR Umsatz / 2019: 259,6mEUR) belastet ist. Gleichzeitig profitiert MBB durch die ganzjährige Konsolidierung von Friedrich Vorwerk sowie Bohlen & Doyen, die den Umsatzrückgang bei Aumann überkompensieren werden. Zudem hat auch Delignit weiteres Wachstum prognostiziert (>70mEUR / 2019: 64,4mEUR) und auch bei der DTS ist weiter von einem dynamischen Wachstum auszugehen. Für die EBITDA-Marge wird aufgrund eines deutlichen Rückgangs der Marge bei Aumann (2020e: bis zu 5% / 2019: 8,0%) eine Spanne von 8-10% erwartet, die damit diesem Umstand Rechnung trägt. Da sich der Umsatzanteil von Aumann am MBB Konzernumsatz jedoch 2020 von 43,8% (2019) auf 28,8% (190mEUR Umsatz zu Grunde gelegt) reduzieren wird, dürfte der untere Bereich der Prognose äußerst konservativ gewählt sein. Abgefedert werden sollte ein Margenrückgang bei Aumann durch die beiden Gesellschaften Friedrich Vorwerk sowie Bohlen & Doyen, die eine zweistellige EBITDA-Marge erzielen und 2020 einen höheren Umsatz als Aumann beisteuern sollten. Mit einer Nettoliquidität von 249,8mEUR im Konzern und 184,5mEUR auf Holding-Ebene bieten sich MBB zudem sehr gute Möglichkeiten, um weitere Akquisitionen zu tätigen und so das Wachstum weiter zu beschleunigen bzw. die Branchendiversifikation fortzusetzen.

 

Auch wenn die Zahlen für 2019 sehr gut und besser als erwartet ausgefallen sind, zeigt sich das MBB Management für 2020 lediglich verhalten optimistisch. Der Umsatzrückgang bei Aumann wird durch die ganzjährige Konsolidierung von Friedrich Vorwerk sowie Bohlen & Doyen und organischem Wachstum bei DTS sowie Delignit überkompensiert. Das organische Wachstum (exkl. Aumann & Delignit) dürfte demnach 2020 im oberen einstelligen bis niedrig zweistelligen Prozentbereich liegen. Die EBITDA-Marge sollte aus heutiger Sicht jedoch in der oberen Hälfte erreichbar sein, da der Ergebnisrückgang bei Aumann durch die beiden genannten Übernahmen, die eine zweistellige EBITDA-Marge erzielen, abgefedert wird. Dennoch habe ich meine Schätzungen für 2020 (Umsatz 755,9mEUR / EBITDA-Marge 9,7%) an den nun veröffentlichten Ausblick angepasst und auf 670,9mEUR beim Umsatz und 9,2% bei der EBITDA-Marge reduziert. Daraus ergeben sich auch geringere Umsatz- und Ergebnisschätzungen für 2021 von 724,5mEUR (alt: 816,4) bzw. 71,5mEUR (alt: 85,7). Durch einen leicht reduzierten Zinssatz aufgrund eines gesunkenen risikolosen Zinssatzes für Unternehmensbewertungen wird zwar ein Teil der geringeren Schätzungen kompensiert. Dennoch sinkt das Kursziel von zuletzt 105,00€ (Studie Top Picks 2020 vom 01.01.2020) auf nunmehr 99,00€.