Mutares konzentriert sich auf die Übernahme von mittelständischen Unternehmen in Umbruchsituationen mit dem Ziel diese Firmen durch eine intensive operative Zusammenarbeit auf einen stabilen Pfad profitablen Wachstums zu führen. Unser eigenes operatives Team deckt gemeinsam mit dem Management der Beteiligungen Verbesserungspotenziale auf und arbeitet an einer Stärkung der Profitabilität um somit nachhaltig und langfristig den Erfolg des Unternehmens zu steigern. Umfangreiche operative Industrie- und Sanierungserfahrung gepaart mit finanzieller und operativer Unterstützung bilden dabei das Fundament um die Herausforderungen einer Restrukturierung zu meistern.


08.10.2018 | Einige Fortschritte aber auch noch die ein oder andere Baustelle

Mutares hat vergangene Woche den Halbjahresbericht 2018 veröffentlicht. So konnten die Umsatzerlöse um 13,9% auf 467,0 Mio. € gesteigert werden. Maßgeblicher Umsatztreiber war dabei vor allem das Segment Automoitve und hier im speziellen die Tochtergesellschaft STS Group AG, die im Juni dieses Jahres an die Börse gegangen ist. Diese konnte den Umsatz auf 218,2 Mio. € verdoppeln, während die zweite Beteiligung Elastomer den Umsatz um rund 8% auf 19,0 Mio. € steigerte. Dadurch erhöhte sich der Umsatz im Segment Automotive um ca. 87% auf 237,2 Mio. €. Ebenfalls zum Wachstum beigetragen hat das Segment Construction & Infrastructure mit einem Umsatzplus von knapp 41% auf 39,3 Mio. €. Dies ist vor allem auf den anorganischen Effekt durch die La Meusienne zurückzuführen, die im April 2017 erworben wurde. Die Segmente Engineering & Technology (-35,1%) und Consumer Goods & Logistics (-53,8%) waren vor allem durch Entkonsolidierungseffekte geprägt. Im erst genannten fielen Umsätze nach den Verkäufen der Gesellschaften FTW, GeesinkNorba sowie A+F weg und dieses besteht nun nur noch aus der Balcke-Dürr Gruppe. In letzterem war der Umsatz durch den Verkauf von Großbill im Juli sowie der Entkonsolidierung von Artmadis im Zuge der anstehenden Liquidierung der Gesellschaft entsprechend rückläufig. Das Segment Wood & Paper konnte trotz der Entkonsolidierung der Tochtergesellschaft Zanders im Zuge der Insolvenz den Umsatz um rund 3% auf 93,1 Mio. € steigern. Dies dürfte vor allem auf die Tochtergesellschaft Cenpa zurückzuführen sein, deren Umsätze um 17% gestiegen sind.

 

Das EBITDA war mit 21,6 Mio. € ggü. dem Vorjahreswert von 31,4 Mio. € rückläufig. Dies ist aber vor allem durch einen Badwill im Vorjahr i.H.v. 54,7 Mio. € zurückzuführen. Im ersten Halbjahr 2018 gab es in diesem Zusammenhang keine Erträge. Dagegen wurden in den ersten 6 Monaten Gewinne aus der Entkonsolidierung von Zanders und Artmadis i.H.v. 39,4 Mio. € (vj. 17,1) verbucht. Um diese Sondereffekte - sowohl auf der Ertrags- als auch Aufwandsseite - zu eliminieren, hat Mutares nun erstmalig auch ein adjusted EBITDA veröffentlicht. Für die ersten 6 Monate liegt dieses bei 9,3 Mio. € nach -13,5 Mio. € im Jahr zuvor und soll die operative Entwicklung besser aufzeigen.

 

Mit Blick auf die Tochtergesellschaften gab es in der ersten Jahreshälfte und bis zur Veröffentlichung des Halbjahresberichts folgende wichtige Entwicklungen.

  • Elastomer konnte wie geplant die Umsätze steigern, das operative Ergebnis lag erneut im positiven Bereich aber unterhalb des geplanten Budgets. Entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung wurden angestoßen und es ist mit einer deutlichen Verbesserung in HJ2 zu rechnen. Jedoch erfüllt aktuell eine Tochtergesellschaft die Covenants bei den Kreditlinien nicht und es werden derzeit Gespräche mit den Banken geführt. Man ist allerdings zuversichtlich, dass die Finanzierung in ganz wesentlichem Umfang bestehen bleibt.   
  • Bei STS lag der Fokus auf der Integration der neu erworbenen Werke im Vorjahr. Die Expansion nach China durch den Aufbau des dritten Werks verlaufe nach Plan. Dazu konnte man in den USA einen Kunden gewinnen und damit wie geplant den Eintritt in den US-Markt vollziehen.
  • Balcke-Dürr konnte trotz niedrigerer Umsätze ein positives operatives Ergebnis erwirtschaften. Dazu konnte der Auftragseingang deutlich gesteigert werden. In Italien wird man durch eine Akquisition, deren Abschluss in Q3 erfolgt sein soll, weitere Marktanteile gewinnen. Bei der polnischen Tochter wurde zuletzt ein Auftrag im Volumen vom 2,5-fachen des Umsatzes 2017 erhalten. Insgesamt ist man zuversichtlich in den kommenden Jahren, auch durch anorganisches Wachstum, die Umsätze weiter zu steigern
  • EUPEC konnte trotz erheblich gesunkener Umsätze das operative Ergebnis von -1,5 Mio. € auf -0,8 Mio. € verbessern. Für die zweite Jahreshälfte ist eine deutliche Umsatzsteigerung ggü. HJ1 zu erwarten und im Gesamtjahr wird ein positives operatives Ergebnis erwartet. Dennoch bleibe die Situation für das kommende Jahr angespannt, da sich die Marktnachfrage nur langsam erhole.
  • Bei BSL wird die Reduzierung der Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie angestrebt, nach dem das Investitionsverhalten der Kunden weiterhin zurückhaltend ist. Die Liquiditätslage ist allerdings durch das Ausbleiben einer Zahlung eines Kunden, dessen Auftrag bereits vollständig abgeschlossen ist, angespannt. Sollte sich die Zahlung weiter verzögern ist die Liquidität erheblich negativ beeinfluss und gefährdet die Fortführung der Gesellschaft

 

 

Letztlich ist der Vorstand zuversichtlich, die Umsätze weiter zu steigern und die Ertragslage nachhaltig zu verbessern. Daher haben Vorstand und Aufsichtsrat in den vergangenen Monaten auch Insiderkäufe über 1,7 Mio. € getätigt. Dazu wurde ein Aktienrückkaufprogramm über 3,0 Mio. € zu einem Durchschnittspreis von 11,73€ durchgeführt, um das Vertrauen in die Strategie zu stärken. Nachdem das Ziel von 3 Transaktionen für dieses Jahr bereits erreicht wurde, strebt das Management noch 1-2 weitere Akquisitionen bis Ende des Jahres an. Zwar hat sich der Net Asset Value nun zum 30.06.2018 ggü. dem 31.03.2018 nochmals leicht von 260,3 Mio. € (=16,80€) auf 248,0 Mio. € (=16,00€) reduziert, dies ist allerdings hauptsächlich dem geringeren Aktienkurs der STS (22,78€ vs. 24,00€ zum IPO) geschuldet. Da die Summe der Beteiligungswerte mit 206,6 Mio. € über meinem adjustierten Wert der Beteiligungen von 194,2 Mio. € liegt und sich in Bezug auf meine weiteren Modellannahmen keine Abweichungen ergeben haben, bleibt mein fairer NAV bei 290,6 Mio. €, entsprechend einem Wert von 19,10€ je Aktie. Durch die zuletzt getätigten Übernahmen, die erst nach dem 30.06.2018 getätigt wurden und deren Closing zum Teil noch aussteht, sollte sich der von der Gesellschaft berechnete NAV zum Jahresende hingegen wieder erhöhen.