Die mVISE AG verfügt über eine lange Erfahrung im Projekt- und Beratungsumfeld. Mit der Umfirmierung im Jahr 2015 erfolgte eine Positionierung als ein thematisch klar fokussierter Spezialist für IT-Beratung und IT-Lösungen. Aufbauend auf der eigenen Expertise im Bereich der mobilen Datenübertragung konzentriert sich die mVISE AG dabei auf die Kernthemen Mobility, Virtualization und Security. Diese Kernthemen wurden in den letzten Monaten um Integration und Enterprise Data erweitert. In diesen Themenbereichen bietet die mVISE AG entsprechende Beratungsleistungen, komplexe Individuallösungen (B2B-Apps) sowie Cloud-fähige Standardprodukte für die Bereiche Workforce-Management und Software-/Datenintegration, sowie Lösungen zur Digitalisierung von Vertriebs- und Außendienstprozessen an. Durch die Spezialisierung auf obige Kernkompetenzen können den Kunden aus einer Hand sämtliche Fragen rund um die Digitalisierung von Geschäftsprozessen beantwortet werden, beginnend mit der Analyse des Zustands, des Bedarfs und der Potenziale, über die Wahl und Umsetzung der richtigen Infrastruktur (z.B. Cloud-Design) und die Entwicklung einer spezifischen Lösung, bis zu Aspekten wie Zugangssteuerung, Online-Identitätsmanagement und Datensicherung.


12.09.2018 | Man sieht sich zum Halbjahr auf kurs, starkes HJ2 erwartet

mVISE hat Anfang letzter Woche die Zahlen für die erste Jahreshälfte 2018 veröffentlicht. So stieg der Umsatz in den ersten 6 Monaten um 72,8% auf 9,2 Mio. €. Maßgeblicher Wachstumstreiber war dabei der Bereich Professional Services (Beratung), der aber auch durch den Zukauf des Geschäftsbereichs "Professional Service Customer Value" von der SHS Viveon AG im Oktober vergangenen Jahres einen anorganischen Effekt beinhaltete. Dieser dürfte mit >1 Mio. € zum Umsatz beigetragen haben. Hier haben sich insbesondere die hohe Auslastung und erhöhte Tagessätze positiv bemerkbar gemacht. Auf der anderen Seite konnte das Produktgeschäft noch nicht die erwarteten Impulse liefern. So hat elastic.io in HJ1 schätzungsweise 0,5 Mio. € zum Umsatz beigetragen - ca. 2/3 davon anorganisch da die Gesellschaft im Mai 2017 gekauft wurde. Allerdings gab es bei einem größeren Kunden bereits in HJ1 einen Lizenzverkauf bei dem die Rechnungsstellung jedoch erst im August erfolgte. Die Bestandsveränderung i.H.v. knapp 0,8 Mio. € im Gesamtkonzern entfällt somit zum größten Teil auf diesen Effekt, sodass allein dadurch der Umsatz im August bei elastic.io höher als im gesamten ersten Halbjahr gewesen sein dürfte. Zudem wurde mit der Deutschen Telekom die Zusammenarbeit ausgebaut und elastic.io liefert zukünftig die Plattform (White-label) für die geplante Mittelstandsplattform. Dazu wurde das Produkt weiterentwickelt und neue Sprachen integriert, um dieses auch zukünftig international stärker nutzen zu können. Auf der anderen Seite entwickelten sich die Umsätze bei der Tochtergesellschaft SaleSphere noch nicht wie gewünscht. Zwar verzeichne die App sehr gute Downloadzahlen, die Abschlussquote sei jedoch zu gering. Hier will man durch ein noch besseres Online-Marketing und einen verstärkten Partnervertrieb, aber auch durch einen neuen Geschäftsführer zukünftig stärker wachsen. Auch wurde das Produkt nochmals weiterentwickelt und rund 400TEUR dafür investiert.

 

Auf der Ergebnisseite konnten zudem ebenfalls Fortschritte erzielt werden. So erhöhte sich das EBIT von -0,5 Mio. € im Vorjahreshalbjahr auf nunmehr ein ausgeglichenen Wert. Diese Entwicklung war insbesondere durch einen unterproportionalen Anstieg bei den Personalaufwendungen sowie beim Materialaufwand zurückzuführen. Dies ist umso bemerkenswerter, da sich die durchschnittliche MA-Zahl in HJ1 um knapp 56% erhöhte und auch der Materialaufwand weiterhin durch einen hohen Anteil an Fremdleistungen geprägt war. Dazu hat sich der Auftragsbestand zur Jahresmitte auf 7,0 Mio. € (vj. 3,1) erhöht und bildet damit eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung im Jahresverlauf. Daher bestätigte das Unternehmen auch die Jahresprognose, die einen Umsatzanstieg von knapp 70% auf 25 Mio. € sowie eine EBIT-Marge von 7-9% (2017: 3,7%) vorsieht. Ebenfalls sieht man sich auch auf Kurs mit Blick auf die Ziele für 2020, die in der Strategie 2018+ zusammengefasst sind. So soll sich der Umsatz auf 35 Mio. € durch einen deutlichen Anstieg der Produktumsätze (von ca. 27% in 2017 auf 50% in 2020) erhöhen. Zugleich soll dieser Effekt auch maßgeblich zur geplanten Margensteigerung führen, da insbesondere die White-Label-Lösungen der Tochter elastic.io sehr attraktive Ergebnisbeiträge liefern. Dazu befindet man sich laut Unternehmensangaben in weiteren Gesprächen mit möglichen Partnerschaften wie mit Magic Software. Auch sieht man weitere Übernahmen in den kommenden zwei Jahren als Option, um das Wachstum noch stärker zu forcieren und das Ziel, bis 2020 zu den Top 20 IT-Dienstleister zu gehören, zu erreichen. Allerdings muss dabei auch berücksichtigt werden, dass mVISE zuletzt noch negative Free Cashflows erzielt hat und daher auch die ausgegebene Wandelanleihe im September 2017 nicht vollständig zur Finanzierung der Entwicklung bei elastic.io bzw. der Übernahme des Geschäftsbereichs von der SHS Viveon gereicht hat. Daher musste das Unternehmen nun in der ersten Jahreshälfte Kreditlinien i.H.v. rund 2,2 Mio. € zur Finanzierung aufnehmen. Erst im kommenden Jahr dürfte auf Gesamtjahresbasis ein positiver Free Cashflow erzielt werden. Dazu ist auch die Finanzierung über neue Eigenkapitalmaßnahmen im Falle weiterer Übernahmen sehr wahrscheinlich. Dennoch bleibt mVISE aufgrund der hohen Nachfrage im Bereich Professional Services durch den unverändert hohen Bedarf nach Beratungen im Digitalisierungsumfeld sowie dem hohen Potenzial der iPaas Plattform der Tochter elastic.io nach wie vor ein attraktives Investment. Wie attraktiv der Markt in diesem Bereich ist zeigt die aktuelle Übernahme von Mulesoft durch Salesforce für 6,5 Mrd. €.

 

Gelingt es der Gesellschaft die Ziele für die kommenden Jahre zu erreichen, dann ist die Aktie aktuell inklusive der möglichen Verwässerung durch die beiden im vergangenen Jahr ausgegebenen Wandelanleihen mit einem KGV von rund 13 für 2020 recht günstig bewertet. Der stärkere Kursrückgang der vergangenen Wochen dürfte zudem auch auf Aktienverkäufe durch ausgegebene Aktienoptionen an frühere Führungskräfte zurückzuführen sein. Zwar habe ich im Zuge der Halbjahreszahlen und der Überarbeitung meiner Schätzungen das Kursziel von 7,60€ auf 7,00€ reduziert und liege damit nun leicht unterhalb der Prognosen für 2020. Auf Basis des aktuellen Kurses beträgt das Upside aber dennoch rund 63%.


22.02.2018 | Neue Mittelfriststrategie 2018+ bietet reichlich potenzial

mVISE hat heute Vormittag vorl. Zahlen für 2017 veröffentlicht, die im Rahmen meiner Erwartungen ausgefallen sind. So wurde eine Gesamtleistung von 16,1 Mio. € erzielt (+79,5%) gegenüber von mir erwarteten 16,3 Mio. €. Dazu wurde die letzte Prognose von 14,4 Mio. € entsprechend übertroffen. Der Umsatz lag bei ca. 15,2 Mio. € (+92,2%) und damit leicht oberhalb meiner Erwartungen von 14,8 Mio. €. Das EBITDA konnte von 1,2 Mio. € im Vorjahr auf 2,0 Mio. € (+71,7%) gesteigert werden und hat damit exakt meine Erwartungen getroffen. Allerdings dürften hierbei auch noch Akquisitionskosten im niedrigen bis mittleren sechsstelligen Bereich angefallen sein, sodass das bereinigte EBITDA zwischen 2,0 Mio. € und 2,5 Mio. € betragen dürfte. Mit Blick auf das zweite Halbjahr konnte so ein Umsatz von 9,8 Mio. € (+110,7%), eine Gesamtleistung von 9,7 Mio. € (+80,1%) sowie ein EBITDA von 1,7 Mio. € (+75,4%) erzielt werden. Zugleich nannte das Unternehmen die wesentlichen Kennzahlen der neuen Strategie 2018+, die Anfang März und damit nicht wie kommuniziert bereits noch in diesem Monat, vorgestellt werden soll. Diese sieht bis 2020 ein organisches Wachstum auf 35 Mio. € beim Umsatz, bei einer EBIT-Marge von 15% vor. Hierbei ist das organische Wachstum hervorzuheben, sodass dies als sehr stark angesehen werden kann mit einem cagr 17-20 von 32,1%. Damit zeigt sich das weiter hohe Wachstumspotenzial, welche das Management im Zuge der digitalen Transformation sieht. Zum Vergleich: Meine Erwartungen sahen bisher einen Umsatzanstieg auf 35,9 Mio. € in 2020, bei einer EBIT-Marge von 16,5% vor, die somit lediglich leicht oberhalb der neuen Mittelfristprognosen liegen. Es wird jedoch zu erörtern sein bei der Präsentation der Strategie 2018+, in wie weit hierbei Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus der Partnerschaft der Tochtergesellschaft elastic.io mit dem israelischen Softwarekonzern Magic Software enthalten sind. In Abhängigkeit dessen, dürfte die Marge auch Luft nach oben haben. Somit wird meine positive Sichtweise für das Unternehmen bestätigt, weshalb ich daher auch zunächst keinerlei Anpassungsbedarf für meine Schätzungen sehe und diese unverändert lasse. Das Kursziel von 6,80€ (inkl. Verwässerungseffekt durch zwei Wandelanleihen) wird damit bestätigt und bietet unverändert ein hohes Kurspotenzial von knapp 60%. Neben der Vorstellung der Strategie 2018+ wird zudem auch der Ergebnisausblick als nächstes Kurs relevantes Ereignis wichtig sein. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte der Vorstand für die Gesamtleistung bereits einen Wert von 25,0 Mio. € (LSe: 26,5) in Aussicht gestellt.. Beim EBITDA rechne ich hier mit einer weiterenn Verbesserung auf 3,3 Mio. €