Die mVISE AG verfügt über eine lange Erfahrung im Projekt- und Beratungsumfeld. Mit der Umfirmierung im Jahr 2015 erfolgte eine Positionierung als ein thematisch klar fokussierter Spezialist für IT-Beratung und IT-Lösungen. Aufbauend auf der eigenen Expertise im Bereich der mobilen Datenübertragung konzentriert sich die mVISE AG dabei auf die Kernthemen Mobility, Virtualization und Security. Diese Kernthemen wurden in den letzten Monaten um Integration und Enterprise Data erweitert. In diesen Themenbereichen bietet die mVISE AG entsprechende Beratungsleistungen, komplexe Individuallösungen (B2B-Apps) sowie Cloud-fähige Standardprodukte für die Bereiche Workforce-Management und Software-/Datenintegration, sowie Lösungen zur Digitalisierung von Vertriebs- und Außendienstprozessen an. Durch die Spezialisierung auf obige Kernkompetenzen können den Kunden aus einer Hand sämtliche Fragen rund um die Digitalisierung von Geschäftsprozessen beantwortet werden, beginnend mit der Analyse des Zustands, des Bedarfs und der Potenziale, über die Wahl und Umsetzung der richtigen Infrastruktur (z.B. Cloud-Design) und die Entwicklung einer spezifischen Lösung, bis zu Aspekten wie Zugangssteuerung, Online-Identitätsmanagement und Datensicherung.


01.10.2019 | Ambitionierte Ziele voraus

mVISE hat Ende August die Zahlen für die erste Jahreshälfte 2019 veröffentlicht. Das Umsatzwachstum fiel dabei mit 6,6% auf 9,84mEUR jedoch verhalten aus. Während das Professional Service Geschäft den Umsatz erneut um 12,7% auf 9,5mEUR steigern konnte, verbuchte der Produktbereich einen Umsatzrückgang von 37,5% auf 0,5mEUR. Dies ist insbesondere auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen war im Vorjahr noch die Just Intelligence vollkonsolidiert (Verkauf in 2018, Konsolidierung bis 13.07.2019), die im ersten Halbjahr 2018 einen Umsatzbeitrag von rund 0,4mEUR geleistet hatte. Zum anderen war der Umsatz bei SaleSphere um 2/3 geringer als im Vorjahreszeitraum, in dem projektgebundene Umsätze zu einem höheren Umsatz geführt haben. Dennoch bleibt das Management mit Blick auf die Perspektiven für SaleSphere optimistisch und berichtet über eine große Sales-Pipeline. Zudem habe man in den vergangenen 2 Jahren keine Kunden verloren. Durch ein weiter ausgebautes Partnernetzwerk soll sich daher auch SaleSphere zukünftig deutlich positiv entwickeln. Die andere Produkttochter elastic.io hat sich dagegen weiter sehr positiv entwickelt und konnte den Umsatz um 79% auf 0,46mEUR steigern, wodurch sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg zur geplanten Umsatzverdopplung in diesem Jahr befindet. Bereinigt um Just Intelligence konnten somit die Produktumsätze um rund 25% und die Konzernumsätze um rund 11% gesteigert werden.

 

Die Ergebnisentwicklung war ebenfalls ernüchternd. Zwar ist das erste Halbjahr traditionell das schwächere, mit einem EBIT-Rückgang von 0,04mEUR auf -0,39mEUR war jedoch im Vorfeld nicht zu rechnen. Dies war u.a. auf höhere Produktinvestitionen (0,4mEUR), geringere aktivierte Eigenleistungen (-30,6%) sowie gestiegene Materialaufwendungen (+24,0%) durch den verstärkten Einsatz von externen Mitarbeitern zur Bedienung von größeren Kundenprojekten zurückzuführen. Die damit angestrebte Ergebnisverbesserung auf eine EBIT-Marge von 10-12% in diesem Jahr (2018: 5,8%) wird damit zunehmend ambitioniert.

 

Auch wenn das Zahlenwerk verhalten ausfällt konnte mVISE dennoch wichtige Fortschritte im operativen Geschäft erzielen. So verlaufe die Zusammenarbeit zwischen elastic.io und der Deutschen Telekom sehr erfolgreich. Zudem konnten neue Endkunden über Magic XPC gewonnen werden. Auch gelang es neue Direktkunden für elastic.io zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit AppDirect entwickelt sich ebenfalls positiv, sodass Mitte April erste Kunden die Plattform nutzen konnten. Anfang des zweiten Halbjahres hat mVISE außerdem den Anteil an der elastic.io von bislang 75,1% auf 85,1% erhöht. Zudem sind weitere Partnerschaften möglich. Auch für SaleSphere konnten namhafte Neukunden gewonnen werden. Für mobile Arbeitsprozesse wurde hier das Schwesterprodukt mSphere entwickelt. Im Professional Services Segment konnten die Tagessätze verbessert und die Produktivität gesteigert werden. Dazu wurde mVISE in diesem Bereich durch den langjährigen Kunden Vodafone als Dienstleistungs- und Expertenanbieter auf Platz 1 gerankt und 87,5% der Stakeholder würden das Leistungsportfolio von mVISE weiterempfehlen. Weiter konnte mit Metafinanz, einer Tochter der Allianz, im April ein Rahmenvertrag abgeschlossen werden. Mit der Deutschen Leasing strebt wird in der zweiten Jahreshälfte zudem ebenfalls ein Rahmenvertrag angestrebt.

 

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zeigt sich der Vorstand weiter optimistisch, die avisierte Prognose (Umsatz 26-29mEUR/EBIT-Marge 10-12%) zu erreichen. Dazu sollen zum einen die angestoßenen Optimierungen im Bereich Professional Services sowie neue & bestehende Partnerschaften im Produktbereich beitragen. Aufgrund des schwachen ersten Halbjahres habe ich jedoch meine Prognosen für Umsatz und EBIT, die jeweils bereits im unteren Bereich lagen, reduziert. Umsatzseitig rechne ich in diesem Jahr nun mit einem Umsatz i.H.v. 26,53mEUR (alt: 27,01) und beim EBIT mit 2,66 Mio. € (10,0% EBIT-Marge; alt: 2,89). Auch für die Jahre 2020 und 2021 habe ich meine Umsatzschätzungen auf 32,13 Mio. € (alt: 33,09) bzw. 36,07 Mio. € (alt: 37,48) reduziert, einhergehend mit niedrigeren EBIT-Erwartungen von 3,87 Mio. € (alt: 4,27) respektive 4,63 Mio. € (alt: 5,19). Damit einhergehend hat sich die EBIT-Marge für 2021 von 13,8% auf 12,8% und die langfristige EBIT-Marge im DCF-Modell von 15,0% auf 13,9% reduziert. Folglich sinkt auch das Kursziel von zuletzt 6,50€ auf 5,80€. Ungeachtet dessen bleibt elastic.io mit der iPaaS Plattform sowohl in der heuten Gesellschaftsstruktur als auch für potenzielle strategische Investoren sehr aussichtsreich. Mit steigenden Umsätzen und der zunehmenden Sichtbarkeit der Skalierungseffekte sollte das Interesse an elastic.io aus Kunden- und Wettbewerbersicht deutlich steigen.


23.05.2019 | Der Trigger liegt bei elastic.io

mVISE hatte Ende April den Geschäftsbericht für 2018 veröffentlicht. Der Umsatz konnte um 52,4% auf 22,53 Mio. € gesteigert werden. Zurückzuführen ist das Wachstum dabei auf den Bereich Professional Services mit einem Wachstum von 54,2% auf 19,72 Mio. € sowie das Segment Produkte mit +41,1% auf 2,81 Mio. €. Im Geschäftsbereich Professional Services dürfte ein wesentlicher Teil durch den im Herbst 2017 übernommenen Geschäftsbereich der SHS Viveon AG bedingt gewesen sein (LSe: +30-40% anorganischer Umsatzbeitrag). Im Segment Produkte ist insbesondere die Entwicklung bei elastic.io hervorzuheben, deren Umsätze von 0,64 Mio. € auf 2,15 Mio. € (+235,3%) erheblich verbessert werden konnten. Ein Beitrag von 1,05 Mio. € entfällt dabei auf Umsatzerlöse mit Magic Software im Rahmen der Anfang Januar 2019 bekannt gegebenen vertieften Zusammenarbeit. Bereits im Rahmen dessen hatte mVISE bekannt gegeben, dass der Umsatz von elastic.io in diesem und dem kommenden Jahr erneut jeweils verdoppelt werden soll, sodass für das Jahr 2020 ein Umsatz von etwa 8,6 Mio. € resultiert. Basis dessen sind die eingegangenen Partnerschaften mit Magic Software, der Deutschen Telekom, riversand sowie appDirect. Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Partner dabei jeweils nicht in einem konkurrierenden Umfeld befinden, sondern insgesamt sehr gut ergänzen und so die Abdeckung für die iPaas-Lösung von elastic.io deutlich erhöhen. Salesphere hingegen hat sich mit einem Wachstum von 6,4% auf 0,20 Mio. € einerseits nur leicht positiv und andererseits nicht so dynamisch entwickelt wie vom Vorstand erwartet. Mit Blick auf die aktuelle Sales-Pipeline zeigt sich das Unternehmen jedoch ebenfalls positiv gestimmt, wenngleich kurzfristig der Umsatzbeitrag nach wie vor überschaubar und im sechsstelligen Bereich bleiben dürfte.

 

Das Ergebnis (EBIT) verbesserte sich auf 1,31 Mio. € (+140,8%). Es war einerseits durch eine Wertminderung auf den Anteil der verkauften Just Intelligence GmbH i.H.v. insgesamt 0,51 Mio. € belastet, andererseits durch aktivierte Eigenleistungen i.H.v. netto (Aktivierte Eigenleistungen abzgl. darauf entfallende Abschreibungen) 1,22 Mio. € sowie Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (0,403mEUR vs. 0,0mEUR im Vorjahr/u.a. Auflösung Earn-Outs für SHS) und Erträgen aus Förderzuschüssen (0,343mEUR vs. 0,0mEUR im Vj) positiv beeinflusst. Für die Just Intelligence bestehen jedoch noch Earn-out Ansprüche, die nach HGB allerdings nicht direkt verrechnet werden können und damit den Buchverlust erklären.

 

Für die weitere Entwicklung des Unternehmens ist jedoch auch der Fokus auf die Liquidität von hoher Relevanz. Mit einer Liquidität i.H.v. 0,15 Mio. € sowie einer Nettoverschuldung von 9,75 Mio. € (3,9x net debt/EBITDA 2018) verfügt die Gesellschaft über wenig finanziellen Spielraum. Der negative operative Cashflow i.H.v. 0,63 Mio. € im vergangenen Jahr ist insbesondere auf einen starken Anstieg der Forderungen (5,08mEUR/+208,8%) zurückzuführen, der stichtagsbedingt erhöht war. Jedoch werden in diesem Jahr noch Earn-out-Zahlungen für SHS im niedrig sechsstelligen Mio. € Bereich fällig. Dazu besteht die Option, den verbleibenden Minderheitenanteil i.H.v. 24,9% bei elastic.io zu übernehmen (LSe <1mEUR). Die Ausübung wäre sehr zu bevorzugen, da hierdurch die Minderheitenanteile sowohl in der GuV als auch in der Bilanz abgebaut werden würden. Dazu wird Anfang April 2020 die erste Wandelanleihe i.H.v. 3,0 Mio. € (Zinssatz 4,0%) mit einem Wandlungskurs von 3,75€ fällig. Angesichts der finanziellen Situation sollte der Vorstand mit positiven Zahlen/Nachrichten überzeugen, damit der Aktienkurs sich über diesem Kursniveau etabliert.

 

Im Rahmen der Einarbeitung der Abschlusszahlen für 2018 sowie der Umstellung der Bewertung auf das Jahr 2019 und der Einführung der Schätzungen für 2021 habe ich meine Schätzungen leicht überarbeitet. Für dieses Jahr kalkuliere ich nun mit einem Umsatz von 27,01 Mio. € (alt: 27,51) und für 2020 von 33,09 Mio. € (alt: 33,15). Die Schätzungen für das EBIT betragen 2,89 Mio. € (10,7%/alt: 2,95) sowie 4,27 Mio. € (12,9%/alt: 4,49). Damit liegen sowohl meine Umsatz- als auch meine Ergebnisschätzungen für 2019 (26-29mEUR Umsatz, 10-12% EBIT-Marge) und 2020 (33-35mEUR Umsatz, 12-15% EBIT-Marge) am unteren Ende der Spannen. Mein Kursziel verbleibt letztlich unverändert bei 6,50€ und weist damit weiterhin ein deutliches Kurspotenzial von derzeit rund 86% auf. 


25.03.2019 | Rückblick auf 2018 - Mal wieder nicht geliefert

mVISE hat zu Beginn der vergangenen Woche vorläufige Zahlen für 2018 veröffentlicht und zugleich eine Prognose für 2019 bekannt gegeben. So konnte nach vorläufigen Zahlen ein Umsatz von 22,5 Mio. € (+52,2%) erreicht werden, der allerdings unterhalb der eigenen Prognose von 25,0 Mio. € lag. Begründet wird dies u.a. mit dem Wegfall der Umsätze der zu Beginn der zweiten Jahreshälfte verkauften Just Intelligence GmbH. Aufgrund der Abweichung von 2,5 Mio. € dürften aber auch im Produkt- oder Beratungsgeschäft unter Plan liegende Umsätze erzielt worden sein. Entsprechend konnte der Wegfall nicht wie in Aussicht gestellt kompensiert werden. Das EBIT hat sich auf 1,32 Mio. € (vj. 0,54) mehr als verdoppelt. Entgegen den bisherigen Aussagen des Managements enthielt das EBIT jedoch Buchverluste aus dem Verkauf der Just Intelligence i.H.v. 0,48 Mio. €, sodass das avisierte EBIT-Ziel von 7-9% mit 5,9% nicht erreicht werden konnte. Bereinigt um diesen Wert lag das EBIT mit 1,80 Mio. € (8,0% EBIT-Marge) in der Mitte des avisierten Prognosekorridors, könnte aber auch positive Effekte aus der Zahlung i.H.v. 2,5 Mio. € von Magic Software für die Tochtergesellschaft elastic.io enthalten.

 

Für das aktuelle Geschäftsjahr plant das Management mit einer Fortsetzung des dynamischen Wachstums. Bereits Anfang des Jahres wurde eine Umsatzverdopplung in den Jahren 2019 & 2020 für elastic.io in Aussicht gestellt, nachdem sich diese bereits in 2018 verdoppelt haben sollen. Für den Konzern rechnet mVISE mit einer Umsatzsteigerung um 15,6-28,9% auf 26-29 Mio. € und liegt damit unterhalb meiner bisherigen Umsatzerwartungen von 29,8 Mio. €. Die EBIT-Marge soll 10-12% betragen und liegt dem gegenüber oberhalb meiner Prognose von 9,8%. Entgegen den bisherigen Aussagen für die Strategie 2018+, die einen Umsatzanstieg auf 35 Mio. € und eine EBIT-Marge von 15% vorsah, plant man nun für 2020 allerdings etwas zurückhaltender. Konkret wird jetzt mit einer Umsatzspanne von 33-35 Mio. € (LSe: 34,6) sowie einer EBIT-Marge von 13-15% (LSe: 14,7%) gerechnet.  

 

Aufgrund der geringeren Prognosen für 2020 sowie der geringeren Umsatzbasis in 2018 habe ich meine Schätzungen für 2019 & 2020 überarbeitet. Ich kalkuliere nun mit einem Umsatzanstieg von 20,8% auf 27,2 Mio. € in diesem und weiteren 20,5% auf 32,7 Mio. € im kommenden Jahr. Damit liegen meine Umsatzerwartungen für 2020 unterhalb der Unternehmensprognose. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Prognose für 2020 im Mittel ein höheres Wachstum unterstellt als für 2019 und ich diesen Umstand als nicht realistisch erachte. Meines Erachtens wäre für das Erreichen der Umsatzspanne im kommenden Jahr aber das Erreichen der oberen Umsatzspanne in diesem Jahr notwendig. Für das EBIT erwarte ich in diesem Jahr eine Steigerung auf 2,94 Mio. € (10,8% EBIT-Marge; alt: 2,04) und im kommenden Jahr auf 4,46 Mio. € (13,6% EBIT-Marge; alt: 5,08), die damit für beide Jahre im mittleren Bereich der EBIT-Spanne liegt. In Folge der geringeren Umsatz- und Ergebnisschätzungen reduziert sich das Kursziel von bislang 7,00€ auf 6,50€.


05.01.2019 | Produktgeschäft als Treiber

Durch die Übernahme von 75,1% der Tochtergesellschaft elastic.io im Jahr 2017 hat sich mVISE vor allem auch im Produktgeschäft - neben dem Beratungsgeschäft das zweite Standbein - positioniert. elastic.io ist eigenen Angaben zu Folge die erste europäische iPaaS Plattform und bietet für die kommenden Jahre ein deutliches Potenzial. So konnte die Gesellschaft in den vergangenen beiden Jahren (2017 + 2018) den Umsatz jeweils verdoppeln. Der Umsatz dürfte damit nach meinen Schätzungen im vergangenen Jahr bei etwa 1,5 - 2,0 Mio. € gelegen haben. Bereits im September 2017 wurde mit dem israelischen Softwarekonzern Magic Software ein Reseller Vertrag abgeschlossen, im Rahmen dessen Magic Software eine White-Label-Lösung von elastic.io nutzen kann. Außerdem wird die Plattform von der Deutschen Telekom in der Mittelstandsplattform als White-Label-Lösung genutzt. Weitere Partnerschaften bestehen mit seit dem vergangenen Jahr auch mit Riversand, app Direct und COMPEON. Nun wurde am Mittwoch bekannt gegeben, dass die Zusammenarbeit zwischen elastic.io und Magic Software vertieft werden soll. Im Rahmen dessen wird Magic Software der mVISE Tochtergesellschaft bis 2022 ein Research- & Development Budget i.H.v. von >2,5 Mio. € zur Verfügung stellen, um einerseits das Produkt noch besser an die Bedürfnisse der Magic Software Kunden anzupassen und andererseits die Umsatzerlöse dadurch deutlich zu steigern. Dadurch soll sich der Umsatz bei elastic.io auch in den Jahren 2019 & 2020 jeweils verdoppeln.  Zudem teilen sich beide Unternehmen bis 2022 gemeinsam das geistige Eigentum an der Software Magic XPC, was als sehr positiv zu sehen ist. Bereits zu Beginn der Zusammenarbeit, als zur Finanzierung der weiteren Produktentwicklung bei elastic.io eine Wandelanleihe i.H.v. 3,4 Mio. € ausgegeben wurde, hat sich der israelische Softwarekonzern offenbar in nennenswertem Umfang daran beteiligt. Die Attraktivität des iPaas Marktes zeigt sich auch anhand zahlreicher Übernahmen von iPaas Herstellern im vergangenen Jahr wie etwa. die Übernahme von Mulesoft durch Salesforce für 6,5 Mrd. USD, wodurch zusätzliche Übernahmephantasie besteht.

 

Neben der iPaaS Plattform verfügt mVISE im Produktgeschäft über die Vertriebssoftware SaleSpere, die zuletzt ebenfalls zwei Partnerschaften mit OpusCapita und der eggheads GmbH abgeschlossen hat. Nachdem sich die Plattform zuletzt noch nicht so positiv wie erwartet entwickelt hatte, dürften sich damit die Chancen weiter verbessert haben. Bis 2020 will mVISE den Umsatz im Produktgeschäft deutlich ausweiten und sollte dann etwa 30-50% zum Gesamtumsatz beitragen. Damit soll sich auch die Marge deutlich erhöhen und bis 2020 bei einem Umsatz von 35 Mio. € einen Wert von 15% erreichen. Ich selber rechne für den genannten Zeitraum mit einer Umsatzsteigerung auf 34,6 Mio. € bei einer EBIT-Marge von 14,7% bzw. einem EBIT von 5,1 Mio. €. Dies sollte - unter der Annahme der vollständigen Verwässerung durch die beiden Wandelanleihen - zu einem Ergebnis je Aktie von 0,33€ je Aktie führen. Damit würde das Kurs-Gewinn-Verhältnis derzeit bei 9,8 liegen und folglich auf einem sehr attraktiven Niveau.

 

Der schwache Kursverlauf in der zweiten Jahreshälfte 2018 war vermutlich auch aus Verkäufen von ehemaligen Führungskräften bedingt, die Ende 2017 und nach dem ersten Halbjahr 2018 letztmalig Aktien aus alten Optionen erhalten hatten. Zudem war das Ergebnis zum Halbjahr noch immer durch hohe Aktivierungen und einen negativen Free Cashflow geprägt. Zwar war das EBIT zum Halbjahr mit 0,04 Mio. € erstmals positiv, bereinigt um Aktivierungen i.h.v. 0,82 Mio. € wäre dieses jedoch deutlich negativ ausgefallen. Zurückzuführen waren diese Aktivierungen auf Produktentwicklungen für die bis dato drei Produkte Just Intelligence (Verkauf im Juli 2018), Salesphere und elastic.io. Ein weiterer tendenziell negativer Punkt ist, dass das Unternehmen lediglich halbjährlich berichtet und in der Vergangenheit nicht immer oder nur durch hohe Aktivierungen die eigenen Prognosen erreicht hat. 

 

Dennoch stimmen mich die neuesten Entwicklungen, vor allem bei der Tochter elastic.io, sehr zuversichtlich bezüglich der kommenden Jahre bis 2020 und darüber hinaus. Nach dem deutlichen Kursrückgang von über 6€ auf zuletzt unter 3€ hat sich nun wieder eine interessante Gelegenheit ergeben. Mein Kursziel liegt auf Basis der positiven Aussichten unverändert bei 7,00€. 


12.09.2018 | Man sieht sich zum Halbjahr auf kurs, starkes HJ2 erwartet

mVISE hat Anfang letzter Woche die Zahlen für die erste Jahreshälfte 2018 veröffentlicht. So stieg der Umsatz in den ersten 6 Monaten um 72,8% auf 9,2 Mio. €. Maßgeblicher Wachstumstreiber war dabei der Bereich Professional Services (Beratung), der aber auch durch den Zukauf des Geschäftsbereichs "Professional Service Customer Value" von der SHS Viveon AG im Oktober vergangenen Jahres einen anorganischen Effekt beinhaltete. Dieser dürfte mit >1 Mio. € zum Umsatz beigetragen haben. Hier haben sich insbesondere die hohe Auslastung und erhöhte Tagessätze positiv bemerkbar gemacht. Auf der anderen Seite konnte das Produktgeschäft noch nicht die erwarteten Impulse liefern. So hat elastic.io in HJ1 schätzungsweise 0,5 Mio. € zum Umsatz beigetragen - ca. 2/3 davon anorganisch da die Gesellschaft im Mai 2017 gekauft wurde. Allerdings gab es bei einem größeren Kunden bereits in HJ1 einen Lizenzverkauf bei dem die Rechnungsstellung jedoch erst im August erfolgte. Die Bestandsveränderung i.H.v. knapp 0,8 Mio. € im Gesamtkonzern entfällt somit zum größten Teil auf diesen Effekt, sodass allein dadurch der Umsatz im August bei elastic.io höher als im gesamten ersten Halbjahr gewesen sein dürfte. Zudem wurde mit der Deutschen Telekom die Zusammenarbeit ausgebaut und elastic.io liefert zukünftig die Plattform (White-label) für die geplante Mittelstandsplattform. Dazu wurde das Produkt weiterentwickelt und neue Sprachen integriert, um dieses auch zukünftig international stärker nutzen zu können. Auf der anderen Seite entwickelten sich die Umsätze bei der Tochtergesellschaft SaleSphere noch nicht wie gewünscht. Zwar verzeichne die App sehr gute Downloadzahlen, die Abschlussquote sei jedoch zu gering. Hier will man durch ein noch besseres Online-Marketing und einen verstärkten Partnervertrieb, aber auch durch einen neuen Geschäftsführer zukünftig stärker wachsen. Auch wurde das Produkt nochmals weiterentwickelt und rund 400TEUR dafür investiert.

 

Auf der Ergebnisseite konnten zudem ebenfalls Fortschritte erzielt werden. So erhöhte sich das EBIT von -0,5 Mio. € im Vorjahreshalbjahr auf nunmehr ein ausgeglichenen Wert. Diese Entwicklung war insbesondere durch einen unterproportionalen Anstieg bei den Personalaufwendungen sowie beim Materialaufwand zurückzuführen. Dies ist umso bemerkenswerter, da sich die durchschnittliche MA-Zahl in HJ1 um knapp 56% erhöhte und auch der Materialaufwand weiterhin durch einen hohen Anteil an Fremdleistungen geprägt war. Dazu hat sich der Auftragsbestand zur Jahresmitte auf 7,0 Mio. € (vj. 3,1) erhöht und bildet damit eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung im Jahresverlauf. Daher bestätigte das Unternehmen auch die Jahresprognose, die einen Umsatzanstieg von knapp 70% auf 25 Mio. € sowie eine EBIT-Marge von 7-9% (2017: 3,7%) vorsieht. Ebenfalls sieht man sich auch auf Kurs mit Blick auf die Ziele für 2020, die in der Strategie 2018+ zusammengefasst sind. So soll sich der Umsatz auf 35 Mio. € durch einen deutlichen Anstieg der Produktumsätze (von ca. 27% in 2017 auf 50% in 2020) erhöhen. Zugleich soll dieser Effekt auch maßgeblich zur geplanten Margensteigerung führen, da insbesondere die White-Label-Lösungen der Tochter elastic.io sehr attraktive Ergebnisbeiträge liefern. Dazu befindet man sich laut Unternehmensangaben in weiteren Gesprächen mit möglichen Partnerschaften wie mit Magic Software. Auch sieht man weitere Übernahmen in den kommenden zwei Jahren als Option, um das Wachstum noch stärker zu forcieren und das Ziel, bis 2020 zu den Top 20 IT-Dienstleister zu gehören, zu erreichen. Allerdings muss dabei auch berücksichtigt werden, dass mVISE zuletzt noch negative Free Cashflows erzielt hat und daher auch die ausgegebene Wandelanleihe im September 2017 nicht vollständig zur Finanzierung der Entwicklung bei elastic.io bzw. der Übernahme des Geschäftsbereichs von der SHS Viveon gereicht hat. Daher musste das Unternehmen nun in der ersten Jahreshälfte Kreditlinien i.H.v. rund 2,2 Mio. € zur Finanzierung aufnehmen. Erst im kommenden Jahr dürfte auf Gesamtjahresbasis ein positiver Free Cashflow erzielt werden. Dazu ist auch die Finanzierung über neue Eigenkapitalmaßnahmen im Falle weiterer Übernahmen sehr wahrscheinlich. Dennoch bleibt mVISE aufgrund der hohen Nachfrage im Bereich Professional Services durch den unverändert hohen Bedarf nach Beratungen im Digitalisierungsumfeld sowie dem hohen Potenzial der iPaas Plattform der Tochter elastic.io nach wie vor ein attraktives Investment. Wie attraktiv der Markt in diesem Bereich ist zeigt die aktuelle Übernahme von Mulesoft durch Salesforce für 6,5 Mrd. €.

 

Gelingt es der Gesellschaft die Ziele für die kommenden Jahre zu erreichen, dann ist die Aktie aktuell inklusive der möglichen Verwässerung durch die beiden im vergangenen Jahr ausgegebenen Wandelanleihen mit einem KGV von rund 13 für 2020 recht günstig bewertet. Der stärkere Kursrückgang der vergangenen Wochen dürfte zudem auch auf Aktienverkäufe durch ausgegebene Aktienoptionen an frühere Führungskräfte zurückzuführen sein. Zwar habe ich im Zuge der Halbjahreszahlen und der Überarbeitung meiner Schätzungen das Kursziel von 7,60€ auf 7,00€ reduziert und liege damit nun leicht unterhalb der Prognosen für 2020. Auf Basis des aktuellen Kurses beträgt das Upside aber dennoch rund 63%.


22.02.2018 | Neue Mittelfriststrategie 2018+ bietet reichlich potenzial

mVISE hat heute Vormittag vorl. Zahlen für 2017 veröffentlicht, die im Rahmen meiner Erwartungen ausgefallen sind. So wurde eine Gesamtleistung von 16,1 Mio. € erzielt (+79,5%) gegenüber von mir erwarteten 16,3 Mio. €. Dazu wurde die letzte Prognose von 14,4 Mio. € entsprechend übertroffen. Der Umsatz lag bei ca. 15,2 Mio. € (+92,2%) und damit leicht oberhalb meiner Erwartungen von 14,8 Mio. €. Das EBITDA konnte von 1,2 Mio. € im Vorjahr auf 2,0 Mio. € (+71,7%) gesteigert werden und hat damit exakt meine Erwartungen getroffen. Allerdings dürften hierbei auch noch Akquisitionskosten im niedrigen bis mittleren sechsstelligen Bereich angefallen sein, sodass das bereinigte EBITDA zwischen 2,0 Mio. € und 2,5 Mio. € betragen dürfte. Mit Blick auf das zweite Halbjahr konnte so ein Umsatz von 9,8 Mio. € (+110,7%), eine Gesamtleistung von 9,7 Mio. € (+80,1%) sowie ein EBITDA von 1,7 Mio. € (+75,4%) erzielt werden. Zugleich nannte das Unternehmen die wesentlichen Kennzahlen der neuen Strategie 2018+, die Anfang März und damit nicht wie kommuniziert bereits noch in diesem Monat, vorgestellt werden soll. Diese sieht bis 2020 ein organisches Wachstum auf 35 Mio. € beim Umsatz, bei einer EBIT-Marge von 15% vor. Hierbei ist das organische Wachstum hervorzuheben, sodass dies als sehr stark angesehen werden kann mit einem cagr 17-20 von 32,1%. Damit zeigt sich das weiter hohe Wachstumspotenzial, welche das Management im Zuge der digitalen Transformation sieht. Zum Vergleich: Meine Erwartungen sahen bisher einen Umsatzanstieg auf 35,9 Mio. € in 2020, bei einer EBIT-Marge von 16,5% vor, die somit lediglich leicht oberhalb der neuen Mittelfristprognosen liegen. Es wird jedoch zu erörtern sein bei der Präsentation der Strategie 2018+, in wie weit hierbei Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus der Partnerschaft der Tochtergesellschaft elastic.io mit dem israelischen Softwarekonzern Magic Software enthalten sind. In Abhängigkeit dessen, dürfte die Marge auch Luft nach oben haben. Somit wird meine positive Sichtweise für das Unternehmen bestätigt, weshalb ich daher auch zunächst keinerlei Anpassungsbedarf für meine Schätzungen sehe und diese unverändert lasse. Das Kursziel von 6,80€ (inkl. Verwässerungseffekt durch zwei Wandelanleihen) wird damit bestätigt und bietet unverändert ein hohes Kurspotenzial von knapp 60%. Neben der Vorstellung der Strategie 2018+ wird zudem auch der Ergebnisausblick als nächstes Kurs relevantes Ereignis wichtig sein. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatte der Vorstand für die Gesamtleistung bereits einen Wert von 25,0 Mio. € (LSe: 26,5) in Aussicht gestellt.. Beim EBITDA rechne ich hier mit einer weiterenn Verbesserung auf 3,3 Mio. €