Die Nabaltec AG entwickelt, produziert und vertreibt umweltfreundliche und zugleich  hochspezialisierte Produkte auf der Basis mineralischer Rohstoffe, insbesondere auf Basis von Aluminiumhydroxid und Aluminiumoxid. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Anbietern von funktionalen Füllstoffen und Spezialoxiden. Die Jahresproduktionskapazität liegt bei rund 260.000 Tonnen mit einem Exportanteil von über 70 %.


05.12.2018 | Auf Preiserhöhungen sollen Mengenerhöhungen folgen

Nabaltec hat Ende November den Bericht für die ersten 9 Monate 2018 veröffentlicht. So konnten die Umsätze um 3,7% auf 135,3 Mio. € gesteigert werden. Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung war das Segment Spezialoxide mit einem Umsatzwachstum von 8,6% auf 47,3 Mio. €. Hierzu haben vor allem ein verbesserter Produktmix sowie Preiserhöhungen beigetragen. Das größere Segment Funktionale Füllstoffe konnte die Umsätze um 1,2% steigern. Hier hat sich vor allem der Bereich Böhmit mit einem Wachstum von 43% sehr dynamisch entwickelt. Im dritten Quartal konnte mit 4,0% auf 43,5 Mio. € ein leicht höheres Wachstum erreicht werden. Dies ist auf das größere Segment zurückzuführen, welches den Umsatz um 2,8% auf 28,0 Mio. € steigern konnte. Das kleinere Segment konnte den Umsatz weiterhin solide um 6,2% erhöhen. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch, dass Nabaltec durch das noch ausstehende Hochlaufen der Kapazitäten der US-Tochter Nashtec am Stammsitz Schwandorf seit Ende letzten Jahres an der Kapazitätsgrenze agiert. Mit der Wiederinbetriebnahme der Produktion der Nashtec Ende dieses Jahres stehen dann wieder zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung.

 

Aufgrund dessen war das Ergebnis temporär belastet und entwickelte sich in den ersten  9 Monaten rückläufig. So reduzierte sich das EBITDA um 2,0% auf 23,0 Mio. € (17,0% EBITDA-Marge), das EBIT u 4,4% auf 14,0 Mio. €. Im dritten Quartal fiel der Rückgang mit 8,1% (16,9% EBITDA-Marge) bzw. 13,8% dagegen etwas stärker aus. Da diese Entwicklung jedoch planmäßig und wie kommuniziert verlief, bestätigte das Management zugleich seine Jahresprognose. Diese sieht eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie eine EBIT-Marge im oberen einstelligen Prozentbereich vor. Mit einer EBIT-Marge von 10,4% ist das Unternehmen damit nach 9 Monaten dürfte die EBIT-Marge im Gesamtjahr zwischen 9,0% und 10,0% liegen.

 

Aufgrund der sehr guten Entwicklung bei Böhmit - dieser Bereich steht inzwischen für 5% der Umsatzerlöse im Segment funktionale Füllstoffe - hat sich Nabaltec zudem im Oktober dafür entschieden, in Shanghai eine Tochtergesellschaft zu gründen, die den chinesischen Markt im Bereich Lithium-Ionen-Batterien bedienen soll. Hierbei kommen die Böhmite in Separatfolien zum Einsatz. Dadurch erwartet sich das Management durch die verbesserte Kundennähe deutliche Impulse im weltweit wichtigsten Herstellermarkt für Litium-Ionen-Batterien. Zudem wurde im Sommer diesen Jahres in den USA ein Grundstück mit dazugehörigen Gebäuden erworben, auf welchem bis Mitte 2019 eine Produktion für veredelte Hydroxide entstehen sollte. Das Investitionsvolumen hierfür liegt bei 12 Mio. € und ist Bestandteil der 5-Jahresinvestitionsplanung von 82 Mio. € bis 2022. Bei einer Produktionskapazität von 30.000 Tonnen/Jahr sollte dadurch in Abhängigkeit des EUR/USD Wechselkurses ein zusätzliches Umsatzvolumen zwischen 16 und 17 Mio. € resultieren. Bereits ein Jahr nach Inbetriebnahme soll das Werk bereits positiv zum Konzernergebnis beitragen. Ich rechne jedoch, dass durch den Wegfall der Belastungen der Nasthec ab Anfang 2019 dieser negative Effekt überkompensiert werden kann, sodass sich die EBITDA-Marge ab dem kommenden Jahr sukzessive dem Ziel von >18% bis 2022 annähern sollte.

 

Insgesamt bleibt das Unternehmen weiterhin zuversichtlich für die kommenden Jahre und sieht trotz der zugenommenen Unsicherheiten in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung eine weiter stabile Nachfrage. Die Orderbücher der Kunden seien laut Unternehmensangaben weiterhin gut gefüllt. Mit der Wiederinbetriebnahme der Kapazitäten der Nashtec ab dem kommenden Jahr und den dazukommenden Kapazitäten am neuen US-Standort sollten die Wachstumsraten zudem in 2019 & 2020 höher ausfallen. Ich habe im Rahmen dessen meine Schätzungen leicht überarbeitet und rechne nun mit einer Umsatzsteigerung von 4,0% auf 175,3 Mio. € in diesem Jahr. Das EBIT erwarte ich bei 17,3 Mio. €, entsprechend einer EBIT-Marge von 9,9%. Bis 2021 erwarte ich das Erreichen einer EBITDA-Marge von 18,5% (2018e: 16,8%), sodass meine Margenannahme für das Jahr 2022 leicht oberhalb der Unternehmensziele liegt. Meine Umsatzerwartung hingegen fällt mit 225,5 Mio. € etwas niedriger aus als die vom Vorstand angestrebten 230 Mio. €. Mein Kursziel liegt auf Basis dessen bei 34,00€. 


24.08.2018 | Solide Entwicklung zum Halbjahr

Nabaltec hat gestern Halbjahreszahlen veröffentlicht. So stiegen die Umsatzerlöse in den ersten 6 Monaten des Jahres um 3,5% auf 91,8 Mio. € an. Im zweiten Quartal wurde ein leicht geringeres Wachstum von 3,3% erreicht. Zurückzuführen ist dieses Wachstum dabei vor allem auf den Bereich Spezialoxide (Umsatzanteil ca. 35%). Dieser konnte die Umsätze um knapp 10% steigern, während der größere Bereich Funktionale Füllstoffe nur unwesentlich höhere Umsätze als in der Vorjahresperiode verzeichnete. Im Bereich Spezialoxide hat sich insbesondere der Produktbereich Böhmit mit einer deutlichen Dynamik erfreulich entwickelt. Hier war die Nachfrage nach Saparator-Folien für Lithium-Ionen-Batterien, die im Bereich E-Mobility eingesetzt werden, um rund 2/3 höher als im Vorjahreszeitraum. 

 

Bei der Ergebnisentwicklung hingegen belasteten einerseits höhere Rohstoffkosten, andererseits erhöhte Frachtkosten sowie ein Anstieg bei den Fremdleistungen für Reparaturen. Aber auch die Personalkosten stiegen leicht überproportional. Dem standen ein verbesserter Produktmix hin zu margenträchtigeren Produkten sowie Preiserhöhungen entgegen. Dadurch erhöhte sich das EBITDA zum Halbjahr um 3,9% wodurch die Marge einen Wert von 17% erreichte. Im zweiten Quartal war das EBITDA hingegen um knapp 3% rückläufig, die Marge lag mit 18% jedoch auf einem sehr guten Niveau. Im Augst hat nun die Wiederinbetriebnahme der Produktionsanlagen bei der Nashtec in den USA begonnen, die seit August 2016 still gelegt waren. In dieser Zeit wurde beachtlicher Weise kein einziger Kunde verloren. Ab September soll die Nashtec dann wieder zum Umsatz beitragen. Damit werden die Kunden dann wieder aus den USA bedient, wodurch dann wieder Kapazitäten am Stammwerk in Schwandorf zur Verfügung stehen werden. Aufgrund dieser Übergangsphase (geringere Auslastung Schwandorf, Anlaufen USA) wird dies Belastungen auf die Ergebnismarge haben, die das Unternehmen betont. Ab 2019 sollte dann die volle Kapazität von 30.000 Tonnen p.a. bei Nashtec wieder zur Verfügung stehen. Dennoch bezeichnet Nabaltec das aktuelle Geschäftsjahr 2018 damit als Übergangsjahr. Dazu wurden in den USA Grundstücke und Gebäude erworben, um eine Produktionsanlage für veredelte Hydroxide mit einer Kapazität von etwa 30.000 Tonnen p.a. zu errichten. Diese soll Mitte 2019 die Produktion aufnehmen und bereits 1 Jahr später positiv zum Konzernergebnis beitragen. 

 

Zugleich bestätigte das Management den Ausblick, der einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie eine EBIT-Marge im oberen einstelligen Prozentbereich vorsieht. Der um >7% erhöhte Auftragsbestand zum Ende der Berichtsperiode bildet dabei eine gute Grundlage. Zudem betonte das Unternehmen, dass die weltweite Marktdynamik ungebrochen und die Nachfrage auf Kundenseite voll intakt intakt sei. Das Thema Zölle beeinträchtigt die Gesellschaft eigenen Angaben zu Folge nicht.