Die PANTAFLIX AG ist eines der am schnellsten wachsenden Medienunternehmen Europas. Sie setzt sich zusammen aus der Video-on-Demand-Plattform (VoD) der PANTAFLIX Technologies GmbH,  em klassischen Film- und Produktionsgeschäft der PANTALEON Films GmbH und PANTALEON  Pictures GmbH, dem Musiklabel PantaSounds GmbH und der Brand-Integration und Social Media-Einheit March & Friends GmbH. Mit diesem vollintegrierten 360 Grad-Ansatz hinsichtlich Produktion, Distribution, Verwertung und Vermarktung von Inhalten und deren Rechten sichert sich das Scale 30-Unternehmen eine hohe Wachstumsdynamik auf dem internationalen Medienmarkt und steht für globales Entertainment „Made in Germany“. So hat die PANTAFLIX AG starke Kooperationen mit namhaften Partnern wie Amazon, Disney, Warner Bros., Universal Music

und YouTube.


05.10.2018 | VoD-Plattform entwickelt sich langsamer als erwartet

Pantaflix hat am Donnerstag letzte Woche Zahlen für die erste Jahreshälfte 2018 bekannt gegeben. So stieg der Umsatz in den ersten 6 Monaten um 18,7% auf 13,8 Mio. € an. Maßgeblicher Umsatztreiber dürfte dabei die zweite Staffel von "You are wanted" gewesen sein, die für Amazon Prime Deutschland produziert wurde und im Mai dieses Jahres Premiere feierte. Weitere Umsätze sollten durch Pantasounds und die VoD-Plattform erzielt worden sein, wenngleich der Umsatzanteil der Streamingplattform noch <1 Mio. € gelegen haben dürfte.

 

Neu produzierte Filme im Filmproduktionsgeschäft wie beispielsweise 100 Dinge (Kinostart im Dezember 18) werden erst in der zweiten Jahreshälfte umsatzwirksam. Auch die 3 neu angelaufenen Produktionen im September für "Am Ende Legenden (AT)", "Dem Horizont so nah" und "Resistance" werden frühestens in diesem Jahr im Umsatz verbucht. Mit "Resistance" wurde dazu die größte und erste internationale Produktion gestartet. Ich schätze das Umsatzvolumen hierfür auf 14 Mio. €. Dazu wurde für Youtube Premium, als einer von drei Filmproduzenten, die Serie "Bullsprit" produziert. Auch für Amazon wurde mit "Beat" eine weitere Thriller Serie produziert, die im November Premiere feiern soll. Zugleich betont das Unternehmen, dass man so viele Filmprojekte in der Pipeline hat wie nie zuvor. Allerdings muss hierbei festgehalten werden, dass hierzu wohl auch Filme gehören, die sich noch in einem frühen Stadium befinden und ggf. auch nicht produziert werden. Hierzu gibt es aus der Vergangenheit mit geplanten Filmen zu Boris Becker, dem Papst und Cindy aus Marzan drei gute Beispiele.  Andererseits konnte zuletzt der erstmalige Verkauf einer Lizenz für eine Neuverfilmung von "Der geilste Tag" nach China getätigt werden.

 

Die VoD-Plattform entwickelt sich dagegen weniger dynamisch als von vielen Marktteilnehmern vermutlich angenommen. Auf der Hauptversammlung hieß es, man habe knapp 400.000 User (+198% in den letzten 3 Monaten) sowie 23.000 Film- und Serieninhalte. Nun gibt man diese Daten als bereits per Ende Juni 2018 erreicht an. Offensichtlich aber bewusst falsch an dieser Stelle. Die Angaben zu einer Fokusgruppe im Juni, die im Schnitt 1,6 Filme zu einem Wert von 3,80€ konsumiert hat, ist dazu ohne weitere Details wenig hilfreich. Im ersten Halbjahr konnte mit dem Launch der Pantaflix App für Apple TV sowie für Android + Samsung TV die Verfügbarkeit auf Geräten weiter erhöht werden. Bis Ende Juni wurde die App eigenen Angaben zu Folge insgesamt rund 600.000 mal heruntergeladen. Jüngst hat man spanisch im September als weitere Sprache hinzugefügt und die Plattform in 23 Ländern in Süd- und Mittelamerika gelaunched. Dadurch ist Pantaflix nun in 68 Ländern und 7 Sprachen weltweit verfügbar.

 

Für die weitere Entwicklung will sich die Gesellschaft gegenüber dem Wettbewerb wie folgt positionieren: 1) ausreichenden und attraktiven Content zur Verfügung stellen 2) eine exzellente technologische Erreichbarkeit über Apps sowie Features bereit stellen und weitere Länder ausrollen und 3) eine ansprechende Customer Usability gewährleisten. Damit will man sich als beste "Away from Home-Plattform" für Kunden positionieren. Dazu plant das Management auch weitere Content-Vereinbarungen noch in diesem Jahr abzuschließen. Gelingt dies, würde das weiteres Vertrauen der Anleger bedeuten. Insbesondere ein Deal mit 21st Century Fox, die durch Disney übernommen wurde und mit denen bereits eine Vereinbarung besteht, könnte naheliegend sein. Auch für das Thema B2B sieht man weiterhin Möglichkeiten, wobei dies vermutlich eher Thema für das kommende Jahr relevant werden dürfte. Dabei will man einen Full Service für strategische Partner, die Endkunden Content anbieten, zur Verfügung stellen.

 

Da aktuell noch einige Antworten durch die Gesellschaft ausstehen, steht mein Kursziel von 250€ derzeit unter Beobachtung, dürfte jedoch erneut sinken, nachdem die Geschwindigkeit der VoD-Plattform in der Entwicklung geringer ausfällt als erwartet bzw. wie früher in Aussicht gestellt wurde.