Privathaftpflicht

Die PVA TePla-Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Wettenberg, Deutschland, bietet ihren Kunden Anlagen zur Erzeugung und Bearbeitung hochwertiger Werkstoffe, die z.B. unter hoher Temperatur, Vakuum, hohem Druck und im Plasma prozessiert werden. Der Markt für diese Systeme ist mit den neuesten Entwicklungen der Material- und Oberflächen-Technologie verbunden, wie zum Beispiel im Geschäftsfeld der Kristallzucht-Anlagen die Silizium-Wafer-Technologie für die Mikroelektronik, und die Siliziumcarbid Wafer-Technologie für die Hochleistungselektronik sowie die Wafer-Technologie für die ein- oder multikristallinen Solarzellen, im Geschäftsfeld der Industrieanlagen die Technologien der Strukturwerkstoffe für Luft- und Raumfahrt, der Energietechnik und für Hartmetallwerkzeuge, im Geschäftsfeld der Plasma-Anlagen die Produktionstechnologien für Mikrosensoren (MEMS, Micro-Electronical- Mechanical-Systems) und für starke Lichtquellen aus Halbleiter-Dioden (HB LED - High Brightness Light Emitting Diodes) sowie die Technologie zur Herstellung ultra-dünner Wafer, im Geschäftsfeld der Beschichtungs-Anlagen die Technologie hydrophober Schichten auf elektronischen Baugruppen und auf Kunststoffe in der Medizintechnik, im Geschäftsfeld der Analyse-Systeme die Technologie der zerstörungsfreien Qualitätsprüfung von Wafern mittels Laserlicht und von komplexen Halbleiterbauteilen mittels Ultraschall-Mikroskopie. Hightech-Werkstoffe und deren Oberflächen werden unumstritten auch in Zukunft auf Herstellungsprozesse im Vakuum, bei hoher Temperatur und im Plasma angewiesen sein und damit auch auf das Produktespektrum und die Technologien der PVA TePla-Gruppe.


2021 als Jahr des Durchbruchs?

Pva Tepla hat Mitte November Zahlen für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht, die eine positive Entwicklung aufgezeigt haben. So stieg der Umsatz zwischen Juli und September um 9,8% auf 36,16mEUR gegenüber dem Vorjahresquartal, wobei vor allem der Semiconductor Bereich mit einem Wachstum von 18,2% auf 23,44mEUR der Umsatztreiber war. Das Industriegeschäft verzeichnete dagegen einen leichten Umsatzrückgang von 3,0% auf 12,73mEUR. Nachdem zum Halbjahr noch ein Umsatzrückgang von 4,0% zu Buche stand, konnte nun nach 9 Monaten ein leichter Anstieg von 0,7% auf 96,91mEUR erreicht werden. Auch dieser Anstieg ist auf das Halbleitergeschäft mit einem Anstieg von 2,5% auf 64,23mEUR zurückzuführen, während im Industrial Segment ein leichter Umsatzrückgang von 2,7% auf 32,68mEUR verzeichnet wurde. Im Halbleiterbereich haben sich wie schon in den Vorquartalen Aufträge zur Lieferung von Kristallzuchtanlagen und Ultraschallmessanlagen für die Halbleiterproduktion als Umsatztreiber erwiesen. Insgesamt zeigen die 9-Monatszahen aber weiterhin den Einfluss der COVID-19 Pandemie und damit verbundene Unsicherheiten, die zu Verzögerungen in der Auftragsvergabe und damit einem niedrigeren als ursprünglich geplanten Umsatz geführt haben.

 

Das Ergebnis hat sich weiterhin sehr positiv entwickelt. Sowohl im dritten Quartal als auch in den ersten 9 Monaten konnte ein zweistelliger Ergebnisanstieg erzielt werden. So erhöhte sich das EBITDA im dritten Quartal um 16,5% auf 4,95mEUR, seit Jahresanfang steht ein Anstieg von 10,3% auf 13,08mEUR zu Buche. Ebenso beim EBIT, das um 18,7% respektive 10,9% anstieg, wurden zweistellige Zuwächse erzielt. Wesentlicher Treiber war dafür eine verbesserte Bruttomarge (9M +240 Basispunkte / Q3 +220 Basispunkte). Der Auftragseingang konnte sich im dritten Quartal zwar stabilisieren und um 1,3% auf 21,79mEUR gesteigert werden. In den ersten 9 Monaten zeigte sich jedoch das Fehlen von Großaufträgen gegenüber dem Vorjahr, die insbesondere im ersten Quartal 2019 erhalten wurden, sodass per 30.09. der Auftragseingang mit 63,53mEUR um 42,7% geringer als im Vorjahr ausgefallen ist. Der Auftragsbestand reduzierte sich per Ende September folglich ebenfalls um 26,2% auf 137,07mEUR. Neue Aufträge konnten im dritten Quartal vor allem im Halbleiterbereich erhalten werden (16,30mEUR / +13,2%), während das Segment Industrial Systems (5,60mEUR / -20,0%) erneut einen Rückgang verzeichnete. Nach 9 Monaten resultierte dennoch in beiden Segmenten ein deutlich zweistelliger Rückgang im Auftragseingang von -39,7% (42,70mEUR) bzw. 47,8% (20,90mEUR). Während im Segment Semiconductor Systems vor allem Aufträge aus dem Halbleiterbereich für Lösungen in den Bereichen Ultraschallmikroskopie und Lasermesstechnik gefragt waren, standen im Industriebereich insbesondere Lötanlagen für die Elektroindustrie im Zentrum der Bestellungen.

 

Insgesamt sieht das Management die mittel- und langfristigen Aussichten als weiterhin positiv, die auch durch zahlreiche positive Projektgespräche mit Kunden bestätigt würden. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet der Vorstand nun einen Umsatz in der Größenordnung von 130mEUR (2019: 130,97mEUR) sowie ein EBITDA von 17mEUR (2019: 16,21mEUR). Größere Aufträge werden dagegen erst für das kommende Jahr wieder erwartet. Insbesondere im ersten Quartal sei man zuversichtlich für entsprechende Aufträge im Bereich Siliziumkarbid (SiC). Bei SiC sieht Pva für die kommenden Jahre aufgrund des steigenden Anteils von Elektrofahrzeugen eine deutliche Nachfrage- und somit auch Umsatzsteigerung, da man der einzige unabhängige Anbieter am Markt ist. Im Bereich Siliziumwafer sehen Marktbeobachter wie Gartner für 2022 den nächsten Investitionszyklus, der sich dann möglicherweise bereits ab dem zweiten Halbjahr 2021 bei Pva im Auftragseingang niederschlagen könnte. Aufgrund der zweistelligen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren im Metrologiebereich hat sich die Gesellschaft jüngst auch in diesem Segment mit einer Akquisition in den USA verstärkt. Aufgrund der Verzögerungen in diesem Jahr gehe ich mit Blick auf die mittelfristigen Ziele (250mEUR Umsatz im Jahr 2023) von einer Erreichung des Umsatzzieles erst für das Jahr 2024 aus. Der Auftragsbestand dürfte zum Jahresende in der Größenordnung von 120-130mEUR liegen, sodass dann mit Großaufträgen in den ersten Monaten 2021 wieder eine Rückkehr zu zweistelligem Wachstum im kommenden Jahr erreichbar sein sollte. Der CEO betonte jüngst, dass man etwa 70% der Aufträge zum Jahresende für das Folgejahr brauche. Aufgrund der verbesserten Visibilität habe ich meine Schätzungen für die kommenden Jahre beim Umsatz deutlich angehoben und erwarte nun nach 131,07mEUR (alt: 129,10mEUR) in diesem Jahr einen Umsatzsprung auf 160,49mEUR (alt: 148,46mEUR) im Jahr 2021. Für das Jahr 2022 gehe ich von einer Fortsetzung des dynamischen Wachstums auf 192,59mEUR (alt: 181,87mEUR) bei einer EBIT-Marge von 13,7% (alt: 13,8%) aus. Mittelfristig erwarte ich unverändert eine Ziel-EBIT-Marge von 14,9%. Aufgrund der gestiegenen Umsatzbasis im Vergleich zu meinen bisherigen Schätzungen erhöht sich auch das Kursziel von zuletzt 20,70€ auf nunmehr 21,80€.

 

 

Hinweis zu möglichen Interessenskonflikten nach Art. 20 Abs. 1 MMVO: Die Aktie befindet sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im wikifolio "Chancen suchen und finden" (https://www.wikifolio.com/de/de/w/wf19920415). 

 

Veröffentlichungsdatum: 28.11.2020, 14:38Uhr


22.08.2020 | Übergangsjahr 2020

Pva Tepla hat jüngst Zahlen für das erste Halbjahr 2020 veröffentlicht, die gemischt ausgefallen sind. So reduzierte sich in den ersten 6 Monaten der Umsatz zwar um 4,0% auf 60,75mEUR, im zweiten Quartal konnte dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal ein leichter Umsatzanstieg von 1,3% auf 34,32mEUR erzielt werden. Umsatzseitig hat sich dabei vor allem der Industriebereich gut halten können, dessen Umsätze zwar im ersten Halbjahr leicht um 2,6% auf 19,95mEUR sanken, im zweiten Quartal dagegen wieder um 10,4% auf 11,18mEUR gestiegen sind. Dazu beigetragen hat die Auftragsbearbeitung von Vakuumanlagen für den Hartmetallmarkt sowie Lötanlagen für verschiedene Märkte. Der Umsatz im Halbleiterbereich reduzierte sich dagegen sowohl auf Halbjahresbasis (40,79mEUR / -4,7%) als auch im zweiten Quartal (23,15mEUR / -2,6%). Umsatztreiber in diesem Segment war einerseits ein Großauftrag zur Lieferung von Kristallzuchtanlagen sowie andererseits die gute Nachfrage nach Ultraschallmesssystemen für die Halbleiterproduktion. Diese sind zugleich unverändert die umsatzstärksten Produktbereiche in diesem Segment. Insgesamt war die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr jedoch auch durch die Reisebeschränkungen in Folge der COVID-19 Pandemie negativ beeinflusst, da Maschinen nicht zum Kunden geliefert bzw. nicht beim Kunden installiert werden konnten.

 

Erfreulich hat sich das Ergebnis im ersten Halbjahr entwickelt, das wie bereits im ersten Quartal (EBIT +5,4%) auch im zweiten Quartal (+6,8%) erneut gesteigert werden konnte. Dadurch stand zum Halbjahr ein EBIT-Anstieg von 6,5% zu Buche. Der Anstieg im zweiten Quartal ist umso bemerkenswerter, da im Vorjahresquartal noch ein Lizenzertrag (LSe: niedriger einstelliger Mio. € Betrag) im Ergebnis enthalten war. Hier dürfte sich im ersten Halbjahr – insbesondere bei der Bruttomarge (+260 Basispunkte) – auch die Übernahme des Kesselherstellers (November 2019) positiv bemerkbar gemacht haben. Die erreichte EBIT-Marge von 13,6% zeigt damit klar, welches Margenniveau Pva aus eigener Kraft erzielen kann. Aus diesem Grund ist der Vorstand nun auch zuversichtlich, selbst bei einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr in diesem Jahr ein höheres EBIT als 2019 zu erzielen.

 

Aufgrund fehlender Großaufträge im ersten Halbjahr reduzierte sich der Auftragseingang entsprechend um 53,3% auf 41,74mEUR nach 6 Monaten bzw. um 9,6% auf 25,10mEUR im zweiten Quartal. Im ersten Quartal 2019 hatte Pva die erste Tranche über 28mEUR des im Oktober 2018 mit einem asiatischen Kunden zur Lieferung von Kristallzuchtanlagen geschlossenen Rahmenvertrags verbucht. Der Auftragseingang im Industriesegment reduzierte sich im ersten Halbjahr um 53,6% auf 15,3mEUR bzw. im zweiten Quartal um 33,3% auf 8,0mEUR deutlich. Im Halbleitersegment verbuchte Pva zwar im ersten Halbjahr ebenfalls einen deutlichen Rückgang im Auftragseingang von 53,2% auf 26,4mEUR, konnte im zweiten Quartal allerdings einen Anstieg von 7,6% auf 17,0mEUR erzielen. Im Halbleiterbereich hat sich insbesondere der Auftragseingang mit Ultraschallmesssystemen (40%) sehr positiv entwickelt. Im Industriebereich wurden vor allem Neuaufträge für Löt- und Diffusionsschweißanlagen gewonnen. Auch die Auftragsentwicklung war von verzögerten Verhandlungen und damit noch nicht erteilten bzw. verschobenen Auftragsvergaben im Zuge der Coronakrise geprägt.

 

Insgesamt bleibe ich nach einem Gespräch mit dem CEO unverändert positiv gestimmt. Die Fortschritte auf der Ergebnisseite waren vor allem im zweiten Quartal mit einer EBIT-Marge von 13,6% vielversprechend, wodurch das Ziel bei der EBIT-Marge in den kommenden Jahren >10% zu erreichen mehr als erreichbar erscheint. Vielmehr dürfte sich die EBIT-Marge zukünftig sukzessive in den Bereich von 15% entwickeln. Auch mit Blick auf größere Aufträge bleibt das Unternehmen weiter zuversichtlich und erwartet diese für das vierte Quartal dieses bzw. das erste Quartal kommenden Jahres. Insbesondere liegt die Wachstumsphantasie weiter bei Anlagen für den Siliziumcarbid-Bereich (SiC), der durch die steigende Bedeutung der E-Mobilität zukünftig zunehmend wichtiger wird. Im Anschluss an den HJ-Bericht habe ich meine Umsatz- und Gewinnschätzungen überarbeitet. Für den Umsatz erwarte ich in diesem Jahr einen leichten Rückgang von 1,4% auf 129,10mEUR (alt: 130,97mEUR) und ein EBIT i.H.v. 13,78mEUR (+ 12,0% / alt: 10,94mEUR). Ab dem kommenden Jahr erwarte ich dann wieder ein zweistelliges Wachstum, wenngleich durch die Auftragsverzögerungen in diesem Jahr das Umsatzziel von 250mEUR erst im Jahr 2024 statt wie bislang geplant im Jahr 2023 erreicht werden dürfte. Da ich aufgrund der verbesserten Margensituation meine mittelfristigen Erwartungen für die EBIT-Marge von 13,6% auf 14,9% angehoben habe, erhöht sich auch das Kursziel von zuletzt 17,50€ auf 20,70€. 


11.05.2020 | Deutlich verbesserte Profitabilität trotz Umsatzrückgang

Pva Tepla hat vergangene Woche Zahlen für das erste Quartal 2020 veröffentlicht. Der Umsatz ging um 10,2% auf 26,42mEUR zurück, wobei diese Entwicklung war auf beide Segmente Industrial Systems (8,78mEUR / -15,2%) und Semiconductor Systems (17,65mEUR / -7,4%) zurückzuführen war. Bedingt war dies durch die internationalen Einschränkungen im Reiseverkehr, sodass es auch zu Verzögerungen in der Endabnahme und damit der Umsatzrealisierung kam. Das Ergebnis hingegen entwickelt sich positiv, insbesondere durch eine von 26,2% auf 30,1% verbesserte Bruttomarge, sodass das Bruttoergebnis um 2,9% anstieg. Folglich erhöhten sich EBITDA (2,46mEUR / +5,7%) und EBIT (1,45mEUR / +5,4%) ebenfalls. Der Auftragseingang war – bedingt durch Großaufträge im Vorjahr – mit 16,65mEUR (-73,0%) deutlich rückläufig. Aufgrund von COVID-19 konnten entgegen der bisherigen Erwartungen zudem noch keine größeren Aufträge im Siliziumkarbid-Bereich gewonnen werden. Dennoch konnten Aufträge aus der Halbleiterindustrie für Plasma- und Metrologiesysteme (Semiconductor) sowie Lötanlagen für den nordamerikanischen Markt und eine für große Plasmanitrieranlage (Industrial) erhalten werden. Der Auftragsbestand reduzierte sich in der Folge gegenüber dem Vorjahrsquartal um 20,8% auf 161,12mEUR, gegenüber dem 31.12.2019 belief sich der Rückgang allerdings nur auf 5,5% und zeigt das weiterhin hohe Niveau. In diesem Zusammenhang betonte das Unternehmen, dass nun die Vertriebs- und Service-Strategie virtuell weiter vorangetrieben werde.

 

Für das aktuelle Geschäftsjahr sieht sich das Management weiterhin nicht in der Lage aufgrund der unsicheren Situation eine quantitative Prognose abzugeben und schließt einen Umsatz- und Ergebnisrückgang nicht aus. Insbesondere im ersten Halbjahr erwartet der Vorstand erhebliche Verschiebungen von Projekten. Mittelfristig seinen die Wachstumsperspektiven aber weiterhin stabil und intakt. Meine Umsatzerwartungen (130,97mEUR) auf Vorjahresniveau bleiben damit ebenso wie meine Schätzungen für das EBITDA (14,84mEUR / -8,4%) unverändert. Entscheidend für die Ganzjahresergebnisse wird dabei sein, wie sich die weltweiten Restriktionen entwickeln und Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden, um die Maschinenabnahmen beim Kunden und damit die Umsatzrealisierung zu ermöglichen. Des Weiteren würde die Gewinnung von Aufträgen aus dem Siliziumkarbid-Bereich die Visibilität für die kommenden Jahre erhöhen. Mein Kursziel bleibt daher derzeit ebenso wie meine Schätzungen unverändert bei 17,50€. 


17.04.2020 | Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Pva Tepla hat Ende März den Geschäftsbericht für das vergangene Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht. So erzielte das Unternehmen einen deutlich erhöhten Umsatz von 130,97mEUR (+35,3% / LSe: 134,28mEUR), der damit leicht oberhalb der im Rahmen der Q3-Zahlen angehobenen Umsatzprognose von 130mEUR lag. Wachstumstreiber war dabei vor allem das Segment Semiconductor Systems mit einem Umsatzanstieg von 44,3% auf 85,80mEUR, wenngleich auch das Industrial Systems Segment den Umsatz um 21,0% auf 45,17mEUR erhöhte. Hier haben sich einerseits Kristallzuchtanlagen und Metrologiesysteme als Umsatztreiber gezeigt. Andererseits entwickelte sich der Bereich für Hartmetall Sinteranlagen für die Werkzeugmaschinenindustrie positiv.

 

Zugleich hat sich auch das Ergebnis sehr positiv entwickelt, wenngleich sowohl das EBIT als auch das EBITDA einen leicht unterproportionalen Anstieg verzeichneten. Dies ist auf eine einmalige Lizenzzahlung im Vorjahr zurückzuführen (LSe: mittlerer einstelliger Mio. € Betrag), der im Bruttoergebnis verbucht war und daher 2019 zu einer rückläufigen Bruttomarge (28,8% vs. 32,1%) und folglich einem unterproportionalen Anstieg des Bruttoergebnisses von 21,4% auf 37,70mEUR (LSe: 38,47mEUR) geführt hat. Da allerdings das EBITDA um 32,1% auf 16,21mEUR (LSe: 16,77mEUR) und das EBIT um 30,0% auf 12,31mEUR (LSe: 12,97mEUR) anstiegen, zeigt, sich, dass die weiteren Kosten unterhalb des Bruttoergebnisses nur unterproportional (+17,6%) zum Umsatz angestiegen sind. Zugleich lag auch das EBITDA leicht oberhalb der im November angehobenen EBITDA-Prognose von 16,0mEUR. Auf Segmentebene konnten beide Bereiche ihre Ergebnisse steigern. Während der Industriebereich die EBIT-Marge von 5,7% auf 7,7% steigerte, verzeichnete der Halbleiterbereich einen Rückgang von 17,9% auf 14,8%, wobei dies vermutlich auch auf die genannte Einmalzahlung 2018 zurückzuführen sein dürfte.

 

Mit Blick auf den Auftragseingang (131,10mEUR / -2,9%) und Auftragsbestand (170,57mEUR / -0,6%) konnte das hohe Niveau des Vorjahres erreicht werden. Der Auftragseingang im Industriebereich war zwar um 6,4% auf 49,5mEUR rückläufig, der Auftragsbestand erhöhte sich dennoch um 7,2% auf 56,5mEUR. Im Halbleitergeschäft war der Auftragseingang mit 81,6mEUR (Vj. 82,1mEUR) nahezu unverändert und der Auftragsbestand entwickelte sich auf 114,1mEUR (-4,0%) leicht rückläufig. Dabei waren Neubestellungen vor allem im Bereich der Kristallzuchtanlagen, Metrologiesysteme sowie Sinteranlagen zu verzeichnen. Im Bereich der Kristallzuchtanlagen konnte ein größerer Auftrag von einem asiatischen Kunden für 300mm Wafer gewonnen werden, der in der ersten von vier Tranchen zu einem Auftragseingang i.H.v. 28,0mEUR im ersten Quartal 2019 führte. Die Auslieferung soll im Mai dieses Jahres beginnen. Darüber hinaus konnte ein weiterer Großauftrag für Lötanlagen im Umfang von 14,0mEUR gewonnen werden, der im Jahresverlauf zur Auslieferung kommen soll. Zudem betonte das Management nochmals, dass der vorhandene Auftragsbestand bis ins kommende Jahr Visibilität gebe.  

 

Für die Zukunft zeigt sich der Vorstand weiterhin zuversichtlich, sieht jedoch aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 und den damit zusammenhängenden Maßnahmen Abnahmeverzögerungen bei Kunden durch Reisebeschränkungen. Dies dürfte insbesondere im ersten Halbjahr zu sehen sein, wenngleich das erste Quartal gut angelaufen sei. Verzögerungen in der Beschaffung einzelner Komponenten seien jedoch nicht auszuschließen. Die Produktion sei allerdings derzeit nicht eingeschränkt und auch Auftragsstornierungen seien bisher nicht verzeichnet worden. Auch wenn es in diesem Jahr zu einem Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau oder darunter kommen könnte, sieht das Management die Wachstumstreiber weiterhin intakt. Dabei bietet der Aufbau einer eigenen Waferproduktion für die Halbleiterindustrie in China große Wachstumspotenziale für Pva. Darüber hinaus sieht Pva auch durch die zunehmende Digitalisierung, E-Mobilität und den dazugehörigen Ladestationen, erneuerbaren Energien und die weitere Miniaturisierung, die effiziente und zuverlässige Halbleiter benötigen, Wachstumspotenzial. Insbesondere die steigende Nachfrage nach E-Fahrzeugen und Hybridfahrzeugen stellt einen wichtigen Wachstumsfaktor dar, da dies zu einer erhöhten Nachfrage nach Siliziumkarbid (SiC) führen sollte. Da Pva Tepla der einzige unabhängige Anbieter von Kristallzuchtanlagen für SiC ist, wird in den kommenden Jahren ein starker Nachfrageschub erwartet. Letztlich sollten auch die immer strenger werdenden Design Rules in der Halbleiterindustrie in den kommenden Jahren zu einem steigenden Bedarf an Metrologiesystemen führen. Auch wenn für das aktuelle Geschäftsjahr 2020 aufgrund der aktuellen Umstände keine konkrete Prognose möglich sei, sieht man dennoch unverändert die mittelfristigen Wachstumsperspektiven. So hatte das Unternehmen zuletzt einen Umsatzanstieg auf 250mEUR für das Jahr 2023 bei einer zweistelligen EBIT-Marge in Aussicht gestellt. Ich habe daher meine Schätzungen überarbeitet und kalkuliere nun für dieses Jahr mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau (LSe alt: 167,85mEUR) sowie einem EBITDA i.H.v. 14,84mEUR (alt: 22,09mEUR). Für 2021 erwarte ich aufgrund von verzögerten Abnahmen in diesem Jahr einen entsprechenden Nachholeffekt und eine Rückkehr auf den Wachstumspfad. Für das Jahr 2023 sieht mein Model jedoch derzeit lediglich einen Umsatz i.H.v. rund 211mEUR bei einer EBIT-Marge von 12,9% vor. Die geringeren Schätzungen, denen zwar ein positiver Effekt aufgrund eines reduzierten Diskontierungszinssatzes wegen des gesunkenen risikolosen Zins für Unternehmensbewertungen entgegensteht, führen damit insgesamt zu einem reduzierten Kursziel von 17,50€ (alt: 18,50€). Größere Aufträge im SiC-Bereich in den kommenden Monaten wären nun wichtige Impulse. Aufgrund der mittelfristig weiterhin bestehenden großen Wachstumsperspektiven sowie eines Liquiditätsbestands i.H.v. rund 34,6mEUR Ende 2019 ist Pva Tepla zudem auch bilanziell gut aufgestellt, um die aktuelle Situation erfolgreich zu überstehen. 



02.12.2019 | Siliziumkarbid-Thematik gewinnt an Dynamik

In den vergangenen Wochen zeigte sich ein intensiver Newsflow rund um das Thema Siliziumkarbid. Nachdem Pva Tepla bereits seit einiger Zeit eine zunehmende Wahrnehmung für dieses Thema in Aussicht stellt, hatte Bosch im Oktober den Einstieg als weltweit erster Tier 1 bekannt gegeben. Im Rahmen dessen wird Bosch zukünftig SiC-Leistungshalbleiter (150-mm-SiC-Wafer) für den eigenen Bedarf fertigen und folglich nach Infineon sowie STMicroelectronics der dritte große Hersteller in Europa von SiC-Leistungshalbleitern. Zugleich macht sich Bosch damit aber auch unabhängig von Zulieferern wie Infineon, Cree, STMicroelectronics oder Rohm Semiconductor. Der weltweit größte Siliziumkarbid-Hersteller Cree hatte zuletzt gleich mit mehreren Nachrichten auf sich aufmerksam gemacht. So verkündete Cree im November mit ABB eine Siliziumkarbidpartnerschaft für Automotiv- und Industrielösungen, mit ZF eine strategische Partnerschaft zur Steigerung der Leistungsfähigkeit elektrischer Antriebe durch Wechselrichter auf Siliziumkarbidbasis sowie die Erweiterung des mehrjährigen Liefervertrags für Siliziumkarbid-Wafer mit STMicroelectronics. Bereits im September hatte Cree mit Delphi Technologies eine Partnerschaft für Siliziumkarbid-Bauelemente im Automobilbereich bekannt gegeben. Ebenso hat Cree im September verkündet, dass die im Mai 2019 angekündigte Kapazitätserweiterung, im Rahme dessen die Produktion von Siliziumkarbid an der Ostküste im Staat New York um den Faktor 30 ausgebaut werden soll, nochmals um 25% zu erhöhen. Hier spiegelt sich der steigende Bedarf durch die wachsende Elektromobilität, den Ausbau von 4G/5G und aus der Industrie wider. Im Mai wurde in diesem Zusammenhang auch bekannt, dass Cree exklusiver Siliziumkarbid-Partner von Volkswagen wird. Interessante Neuigkeiten gab es auch vom südkoreanischen Konzern SK Group und der Halbleitersparte SK Siltron, die im September die Übernahme des SiC-Geschäfts von DuPont für 450mUSD bekannt gegeben haben.

 

Damit zeigt sich, dass der SiC-Markt zunehmend in Bewegung kommt und in den kommenden Quartalen weiter an Dynamik gewinnen dürfte, wovon auch Pva Tepla durch entsprechende Aufträge profitieren sollte. Gleichzeitig bildet der steigende SiC-Bedarf eine wesentliche Wachstumssäule, um das angestrebte Umsatzwachstum auf etwa 250mEUR im Jahr 2023 zu erreichen. Andererseits gewinnen auch andere Bereiche wie die Metrologie mit zweistelligen Wachstumsraten sowie das Diffusion Bonding zunehmend an Bedeutung und bilden damit eine breite Wachstumsbasis. Auf Basis der anziehenden SiC-Thematik den anderen Wachstumstreibern habe ich meine Kurz- und mittelfristigen Wachstumserwartungen leicht angehoben und erwarte nun einen Umsatzanstieg von 38,8% auf 134,28mEUR (alt: 131,78) bei einem EBITDA i.H.v. 16,77mEUR (alt: 16,46). Bis 2021 erwarte ich ein weiteres Umsatzwachstum auf 193,03mEUR (alt: 187,92) sowie ein EBITDA i.H.v. 28,22mEUR (alt: 27,39). Darüber hinaus habe ich meine mittelfristigen Wachstumsannahmen von 10% auf 12% erhöht, wodurch sich ein projizierter Umsatz im Jahr 2023 von 242,1mEUR ergibt. Langfristig berücksichtige ich nun eine EBIT-Marge von 15,0% nach bislang 13,6%, wodurch sich insgesamt das Kursziel von 16,00€ auf 18,50€ erhöht. 


08.11.2019 | Wie erwartet Anhebung der Jahresprognose

Pva Tepla hat heute Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht und im Rahmen dessen wie bereits im Anschluss an die Halbjahreszahlen (Kommentar vom 15.08.2019) die Prognose für Umsatz und EBITDA angehoben. Im dritten Quartal erzielte Pva ein leichtes Umsatzplus von 5,6% auf 32,95mEUR, das EBITDA war aufgrund eines Lizenzertrags und folglich einer deutlich höheren Bruttomarge (44,4% vs. 28,2% in Q3 2019) im Vorjahr mit 4,24mEUR (-40,3%) substanziell geringer. Nach 9 Monaten resultierte jedoch ein deutlicher Anstieg von 30,1% auf 11,86mEUR beim EBITDA sowie eine Umsatzsteigerung von 38,7% auf 96,29mEUR. Getrieben wurde die positive Umsatzentwicklung in den ersten drei Quartalen durch beide Segmente, sodass sich im Bereich Industrial Systems ein Anstieg von 22,8% und im Bereich Semiconductor Systems von 49,1% ergab. Während im Segment Semiconductor Systems Kristallzuchtanlagen sowie Metrologiesysteme Umsatztreiber waren, haben sich die Umsatzerlöse im Segment Industrial Systems vor allem durch den Verkauf von Vakuumanlagen für den Hartmetallmarkt sowie Lötanlagen für verschiedene Märkte erhöht.

 

Bei Neuaufträgen verlief das dritte Quartal verhalten, wodurch sich ein Auftragseingang von 21,52mEUR (-15,3%) ergab. Nach 9 Monaten konnte dieser dennoch aufgrund von höheren Bestellungen im Bereich Industrial Systems (+6,1%) und Semiconductor Systems (+10,3%) um 8,9% auf 110,90mEUR gesteigert werden. Die Book-to-Bill Ratio lag folglich bei 1,15 und deutet damit auf eine weitere Umsatzsteigerung. Zudem erhöhte sich der Auftragsbestand um 12,3% auf 185,73mEUR und gibt dem Unternehmen nach Aussage des Managements eine Visibilität bis in das Jahr 2021. Hier haben sich Aufträge der Halbleiterindustrie sowohl für Kristallzuchtanlagen als auch Metrologiesysteme (Segment Semiconductor Systems), Lötanlagen, Hochtemperaturprozessanlegen zur Graphitreinigung und Werkzeugherstellung und Anlagen zur Herstellung von Kalziumfluorid-Kristallen für die optische Industrie (Segment Industrial Systems) niedergeschlagen. Basis der sehr guten Auftragslage ist der weltweite Kapazitätsaufbau im Bereich der Waferherstellung für die Mikro- und Hochleistungselektronik, getrieben durch Trendthemen wie 5G, autonomes Fahren sowie IoT-Technologien.

 

Aufgrund der sehr guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den ersten drei Quartalen zeigt sich der Vorstand nun zuversichtlicher für das Gesamtjahr und erwartet fortan einen Umsatz von 130,00mEUR (alt: 125,00) sowie ein EBITDA von 16,00mEUR (alt: 15,00). Da meine Umsatzschätzung mit 136,78mEUR bereits oberhalb der bisherigen Prognose lag, habe ich diese nun auf 131,78mEUR reduziert, meine EBITDA-Prognose ist mit 16,46mEUR nahezu unverändert und setzt ein EBITDA i.H.v. 4,60mEUR im vierten Quartal voraus. Angesichts der Entwicklung in den vorangegangenen zwei Quartalen (Q2: 5,29mEUR/Q3: 4,24mEUR) erscheint dies gut erreichbar. Für die kommenden beiden Jahre haben sich meine Schätzungen für Umsatz und EBITDA nur geringfügig geändert, sodass auch das Kursziel von 16,00€ unverändert bleibt. Auf Unternehmensebene rückt nun in den kommenden Monaten die Gewinnung von Aufträgen aus dem Bereich Siliziumcarbid in den Fokus, um die Grundlage für weiteres Wachstum in den Jahren 2020ff zu legen. Ungeachtet dessen erwartet das Management bereits heute eine weitere, substantielle Steigerung von Umsatz und Ergebnis im kommenden Jahr. 


15.08.2019 | Sehr gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung zum Halbjahr

Pva Tepla hat zuletzt Halbjahreszahlen vorgelegt, die den positiven Trend aus dem ersten Quartal bestätigt haben. So stieg im zweiten Quartal der Umsatz um 77,6% auf 33,88 Mio. € (Q1: 29,41mEUR/+54,0%), sodass nach 6 Monaten ein Umsatzanstieg von 65,8% auf 63,29 Mio. € zu Buche stand. Zu diesem Anstieg hat vor allem das Segment Semiconductor Systems beigetragen, in dem die Umsätze um 152,8% (Q2) bzw. 120,7% (HJ) gesteigert werden konnten. Dazu haben insbesondere Umsätze mit Kristallzuchtanlagen und Metrologiesysteme für die Halbleiterindustrie beigetragen. Aber auch der Bereich Industrial Systems konnte mit einem Wachstum von 4,6% respektive 9,1% einen Beitrag leisten. Dazu haben Vakuumanlagen für den Hartmetallmarkt sowie Lötanlagen für verschiedene Märkte beigetragen.

 

Auf der Ergebnisseite konnte Pva ebenfalls deutliche Zuwächse verzeichnen. So stieg das EBITDA in Q2 deutlich auf 5,29 Mio. € (Vj. 0,79) und zum Halbjahr auf 7,62 Mio. € (Vj. 2,00), sodass eine EBITDA-Marge von 15,6% bzw. 12,0% erreicht wurde. Insbesondere eine deutlich verbesserte Bruttomarge (28,6% vs. 25,04%) nach 6 Monaten sowie unterproportional gestiegene Vertriebs- und Verwaltungskosten haben zu diesem Anstieg beigetragen. Auf Segmentebene hat sich vor allem die EBIT-Marge im Halbleiterbereich auf 15,1% (Vj. 4,3%) erheblich erhöht. Die EBIT-Marge im Industriebereich blieb mit 8,1% (Vj. 8,4%) auf einem nahezu unveränderten Niveau.

 

Positiv zum Halbjahr entwickelte sich auch der Auftragseingang, der um 16,8% auf 89,38 Mio. € anstieg, sodass die Book-to-Bill Ratio bei 1,41 liegt. Im zweiten Quartal hingegen ging der Auftragseingang um 26,0% auf 27,75 Mio. € zurück (Book-to-Bill 0,82), da im ersten Quartal noch die Verbuchung der ersten Teiltranche (ca. 28mEUR) aus dem Großauftrag erfolgt war. Der Auftragsbestand erhöhte sich im Vergleich zum 30.06.2018 dennoch weiter um 15,4% auf 197,44 Mio. € bzw. um 15,1% ggü. dem 31.12.2018. Damit gibt der Auftragsbestand dem Management bis in das Jahr 2021 Visibilität. Neue Aufträge erzielte Pva insbesondere bei Kristallzuchtanlagen und Ultraschallmesssystemen sowie Prozess-Anlagen zur Herstellung von Hartmetall und Lötanlagen. Der deutlich größere Teil des Auftragseingangs (ca. 63,1%) sowie des Auftragsbestands (67,0%) entfallen dabei auf den Bereich Halbleiter.

 

Nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr bestätigte das Management die Jahresprognose, die einen Umsatzanstieg auf 125 Mio. € (2018: 96,8) sowie ein EBITDA von 15 Mio. € (2018: 12,3) vorsieht. Da Pva nach 6 Monaten nun 50,6% des angestrebten Jahresmsatzes (2018: 39,4%/2017: 51,1%/2016: 44,8%/2015: 46,8%) und damit im Vergleich zu den Vorjahren bereits einen hohen Anteil erreicht hat, dürfte das Umsatzziel übertroffen werden. Im Zuge dessen dürfte auch das EBITDA höher als 15 Mio. € ausfallen, nachdem >50% davon bereits zum Halbjahr erzielt wurde. Für die kommenden Quartale bleibt weiter die Gewinnung von neuen, größeren Aufträgen im Bereich Siliziumcharbid im Fokus, die für die Aktie neue Impulse bedeuten sollten. Bei unveränderten Umsatz- und Ergebnisschätzungen bleibt mein Kursziel von 16,00€ ebenso weiter bestehen.   


29.04.2019 | Bis 2023 in neue Umsatz- und Ergebnisdimensionen

Pva Tepla hatte Ende März den Geschäftsbericht für 2018 veröffentlicht. Der Umsatz war um 13,4% auf 96,8 Mio. € (LSe: 94,4) gestiegen, wozu beide Segmente (Industrial Systems +12,2%/Semiconductor Systems +14,1%) beigetragen haben. Aufgrund der Umstellung auf IFRS 15 kam es jedoch zu Umsatzverschiebungen i.H.v. 18,1 Mio. €, die insbesondere Maschinenauslieferungen betrafen. Daher kam es 2018 zu einem deutlichen Anstieg der After-Sales-Service Umsätze, die sich von 15,1 Mio. € auf 29,0 Mio. € fast verdoppelten, wohingegen die Anlagenumsätze auf 62,9 Mio. € (3,4%) leicht zurückgingen. Dennoch wird unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Herrn Schopf nun verstärkt der Fokus auch auf den Service-Bereich gelegt, da dieser eine höhere Marge und einen stabileren Umsatz liefert.

 

Das EBITDA konnte u.a. auch durch einen Lizenzertrag im Zusammenhang mit einer Technologie-Kooperation mit dem chinesischen Unternehmen GCL (LSe: 5,0 Mio. €) auf 12,3 Mio. € (+124,0%; LSe: 12,2) deutlich gesteigert werden. Dem gegenüber kam es jedoch auch im Rahmen von Wertberichtigungen auf Forderungen zu Aufwendungen i.H.v. 2,1 Mio. €, die das Ergebnis belastet haben. Die Prognose von 11 Mio. € wurde damit zugleich übertroffen. Sehr positiv entwickelte sich auch der Auftragsbestand, der um 32,9% auf 171,5 Mio. € gesteigert wurde. Der Auftragseingang war hingegen wegen einem Großauftrag im vierten Quartal 2017 i.H.v. rund 70 Mio. € um 17,7% auf 135,0 Mio. € zurückgegangen. Trotz diesem Umstand lag die Book-to-Bill Ratio mit 1,39 jedoch weiter auf einem sehr hohen Niveau. Positiv zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass der Auftragseingang 2018 keinen Großauftrag enthält und Pva Tepla damit auf breiter Basis neue Aufträge erhalten hat. Allerdings konnte der größte Auftrag der Firmengeschichte (LSe: mittlerer einstelliger Millionen Eurobetrag) im Bereich Siliziumcharbid erhalten werden.

 

In diesem Bereich sieht Pva Tepla auch den größten Umsatztreiber in den kommenden Jahren (Details: Kommentar 10.03.2019), da Siliziumcharbid vor allem im Bereich Elektromobilität aufgrund seiner Leistungsvorteile verstärkt eingesetzt werden dürfte, aber auch im Bereich Solar Potenzial verspricht. Im Bereich Siliziumcharbid ist Pva der einzige unabhängige Anbieter von Kristallzuchtanlagen. Aber auch der Aufbau einer eigenen Waferproduktion für die Halbleiterindustrie in China soll sich in den kommenden Jahren positiv im Umsatz niederschlagen. Daher hat sich das Management zum Ziel gesetzt, den Umsatz bis 2023 auf ca. 250 Mio. € (cagr: 20,9%) zu steigern und dabei eine EBIT-Marge von >10% zu erzielen. Gegen Ende des Jahres könnten im Bereich Siliziumcharbid deutlich größere Aufträge erhalten werden, wobei dies auch von der Automobilbranche abhängt. Im ersten Quartal dieses Jahres wird Pva Tepla durch die Verbuchung des ersten Teils des im Oktober erhaltenen Rahmenvertrags (insgesamt ca. 100 Mio. € Volumen) über 28 Mio. € einen deutlich gesteigerten Auftragseingang zeigen können. Ich schätze diesen für die ersten 3 Monate 2019 daher auf 55-60 Mio. € (Q1 2018: 39,0). Der Auftragsbestand sollte sich demnach zum 31.03. nochmals erhöht haben. Als leicht wachstumshemmend stellt sich aktuell das Thema der Kesselverfügbarkeit dar, sodass das Unternehmen auch über einen Ausbau der Wertschöpfungstiefe in diesem Bereich nachdenkt. Eine Akquisition ist daher eine realistische Variante.

 

Insgesamt bleiben die Aussichten für die Aktie weiter vielversprechend. Auch wenn der Ausblick unterhalb meiner Erwartungen liegt, erscheint dieser konservativ. Wie sich an den Resultaten für 2018 gezeigt hat, prognostiziert das Unternehmen insbesondere für das Ergebnis eher vorsichtig. Der Umsatzausblick i.H.v. 125 Mio. € dürfte weitestgehend bereits durch das teilweise Abarbeiten des Großauftrags von Ende 2017 erreicht werden, der bis Mitte 2020 finalisiert wird. Während ich meine EBITDA-Schätzungen von bisher 19,51 Mio. € für 2019 auf 16,49 Mio. € gesenkt habe, hat sich meine Umsatzprognose leicht auf 136,78 Mio. € (alt: 134,36) erhöht. Für 2020 erwarte ich eine weitere Umsatzsteigerung auf 164,14 Mio. € (+20,0%) und eine Verbesserung beim EBITDA auf 21,38 Mio. €. Bis 2023 kalkuliere ich mit einem Umsatzanstieg auf 228,40 Mio. € und einer EBIT-Marge von 13,2%. Das Kursziel erhöht sich aufgrund der höheren Wachstumsannahmen bis 2023 und einer im Mittelfristzeitraum nur kaum veränderten Margenerwartung leicht von bislang 15,70€ auf 16,00€. 


10.03.2019 | Auftragsbestand legt Basis für 2019 & 2020

Pva Tepla hat in dieser Woche vorläufige Zahlen für 2018 veröffentlicht. So konnte im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 13,4% auf 96,8 Mio. € (LSe: 94,4) erreicht werden, sodass die avisierte Umsatzprognose von 94,0 Mio. € leicht übertroffen werden konnte. Angaben zum EBITDA in 2018 machte das Unternehmen zwar nicht. Die angestrebte Größenordnung von 11,0 Mio. € (LSe: 12,2) sollte damit jedoch weitestgehend erreicht worden sein. Der Auftragseingang lag in 2018 bei 135,0 Mio. € (-17,7%) und damit unterhalb des Vorjahreswertes, der durch einen Großauftrag im vierten Quartal 2017 geprägt war. Dadurch beträgt das Book-to-Bill zum Jahresende knapp 1,4. Der Auftragsbestand konnte jedoch um 32,9% auf 171,5 Mio. € gesteigert werden und legt damit eine gute Basis für die Umsatzentwicklung in diesem und dem kommenden Jahr. Dazu hatte das Unternehmen bereits im März 2018 ein Wachstum von 30% in diesem und 15% im kommenden Jahr in Aussicht gestellt.

 

Während die Nachfrage nach Anlagen von Kunden wie Siltronic oder Osram in 2019 gedämpfter ausfallen dürfte, sollte sich die Nachfrage im Bereich Siliziumkarbid (SiC) weiter positiv entwickeln. In diesem Bereich treibt vor allem das Thema Elektromobilität die Nachfrage, da Siliziumkarbid für eine höhere Effizienz und damit auch Reichweite der Fahrzeuge sorgt. Aber auch der Ladevorgang wird dadurch deutlich beschleunigt. So geht Infineon beispielsweise davon aus, dass „mehr Komponenten mit Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern zum Einsatz kommen – etwa beim Ladegerät im Auto, dem Inverter oder dem Gleichstromwandler“. Zuletzt hat sich beispielsweise auch Siemens mit der Übernahme der Kaco new energy GmbH in diesem Bereich verstärkt. Auch Infineon hatte sich im November vergangenen Jahres mit dem Kauf des Siliziumkarbid-Startup Siltectra verstärkt. Eine Studie von Yole Développement aus dem Jahr 2018 zu Folge soll der Markt für SiC-Transistoren zwischen 2017 und 2023 um jährlich 31% wachsen. Ebenfalls Aixtron, die Ende Februar ihren Ausblick auf 2019 gegeben haben, rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung u.a. von Siliziumkarbid.

 

Am 28. März wird Pva Tepla den Geschäftsbericht für 2018 mit einer Prognose für 2019 veröffentlichen. Das deutlich zweistellige Wachstum in diesem Jahr sollte auch – trotz positiver Einmaleffekte in 2018 – mit einer überproportionalen Ergebnissteigerung einhergehen. Ich kalkuliere für 2019 mit einer weiteren Umsatzsteigerung von 38,8% auf 134,4 Mio. € und einer Verbesserung beim EBITDA auf 19,5 Mio. € (14,5% EBITDA-Marge nach 12,9% in 2018). Bis 2023 strebt das Unternehmen eine Steigerung der Umsätze auf rund 250 Mio. € (cagr. Ca. 21%) bei einer EBIT-Marge im gut zweistelligen Prozentbereich an. Hierzu trägt auch der Umstand bei, dass Pva in den Vorjahren vermehrt schwachmargige Aufträge zur Kapazitätsauslastung angenommen hatte, die nun in diesem Jahr auslaufen werden und ein stärkerer Fokus auf margenstarken Aufträgen liegt. Erste Effekte davon konnten bereits im dritten Quartal gesehen werden, als die Brutto-Marge bei 44,4% (vj. 23,9%) lag. Zwar war darin ein positiver Einmaleffekt i.H.v. 2,0-2,5 Mio. € enthalten, aber auch bereinigt lag die Bruttomarge im oberen Bereich zwischen 30% und 40%. Das Kursziel bleibt aufgrund unveränderter Schätzungen weiterhin bei 15,70€. Hierbei liegt eine Umsatzsteigerung auf 205,7 Mio. € und eine EBIT-Marge von 15,3% für das Jahr 2023 zu Grunde.