Die PVA TePla-Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Wettenberg, Deutschland, bietet ihren Kunden Anlagen zur Erzeugung und Bearbeitung hochwertiger Werkstoffe, die z.B. unter hoher Temperatur, Vakuum, hohem Druck und im Plasma prozessiert werden. Der Markt für diese Systeme ist mit den neuesten Entwicklungen der Material- und Oberflächen-Technologie verbunden, wie zum Beispiel im Geschäftsfeld der Kristallzucht-Anlagen die Silizium-Wafer-Technologie für die Mikroelektronik, und die Siliziumcarbid Wafer-Technologie für die Hochleistungselektronik sowie die Wafer-Technologie für die ein- oder multikristallinen Solarzellen, im Geschäftsfeld der Industrieanlagen die Technologien der Strukturwerkstoffe für Luft- und Raumfahrt, der Energietechnik und für Hartmetallwerkzeuge, im Geschäftsfeld der Plasma-Anlagen die Produktionstechnologien für Mikrosensoren (MEMS, Micro-Electronical- Mechanical-Systems) und für starke Lichtquellen aus Halbleiter-Dioden (HB LED - High Brightness Light Emitting Diodes) sowie die Technologie zur Herstellung ultra-dünner Wafer, im Geschäftsfeld der Beschichtungs-Anlagen die Technologie hydrophober Schichten auf elektronischen Baugruppen und auf Kunststoffe in der Medizintechnik, im Geschäftsfeld der Analyse-Systeme die Technologie der zerstörungsfreien Qualitätsprüfung von Wafern mittels Laserlicht und von komplexen Halbleiterbauteilen mittels Ultraschall-Mikroskopie. Hightech-Werkstoffe und deren Oberflächen werden unumstritten auch in Zukunft auf Herstellungsprozesse im Vakuum, bei hoher Temperatur und im Plasma angewiesen sein und damit auch auf das Produktespektrum und die Technologien der PVA TePla-Gruppe.


15.08.2019 | Sehr gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung zum Halbjahr

Pva Tepla hat zuletzt Halbjahreszahlen vorgelegt, die den positiven Trend aus dem ersten Quartal bestätigt haben. So stieg im zweiten Quartal der Umsatz um 77,6% auf 33,88 Mio. € (Q1: 29,41mEUR/+54,0%), sodass nach 6 Monaten ein Umsatzanstieg von 65,8% auf 63,29 Mio. € zu Buche stand. Zu diesem Anstieg hat vor allem das Segment Semiconductor Systems beigetragen, in dem die Umsätze um 152,8% (Q2) bzw. 120,7% (HJ) gesteigert werden konnten. Dazu haben insbesondere Umsätze mit Kristallzuchtanlagen und Metrologiesysteme für die Halbleiterindustrie beigetragen. Aber auch der Bereich Industrial Systems konnte mit einem Wachstum von 4,6% respektive 9,1% einen Beitrag leisten. Dazu haben Vakuumanlagen für den Hartmetallmarkt sowie Lötanlagen für verschiedene Märkte beigetragen.

 

Auf der Ergebnisseite konnte Pva ebenfalls deutliche Zuwächse verzeichnen. So stieg das EBITDA in Q2 deutlich auf 5,29 Mio. € (Vj. 0,79) und zum Halbjahr auf 7,62 Mio. € (Vj. 2,00), sodass eine EBITDA-Marge von 15,6% bzw. 12,0% erreicht wurde. Insbesondere eine deutlich verbesserte Bruttomarge (28,6% vs. 25,04%) nach 6 Monaten sowie unterproportional gestiegene Vertriebs- und Verwaltungskosten haben zu diesem Anstieg beigetragen. Auf Segmentebene hat sich vor allem die EBIT-Marge im Halbleiterbereich auf 15,1% (Vj. 4,3%) erheblich erhöht. Die EBIT-Marge im Industriebereich blieb mit 8,1% (Vj. 8,4%) auf einem nahezu unveränderten Niveau.

 

Positiv zum Halbjahr entwickelte sich auch der Auftragseingang, der um 16,8% auf 89,38 Mio. € anstieg, sodass die Book-to-Bill Ratio bei 1,41 liegt. Im zweiten Quartal hingegen ging der Auftragseingang um 26,0% auf 27,75 Mio. € zurück (Book-to-Bill 0,82), da im ersten Quartal noch die Verbuchung der ersten Teiltranche (ca. 28mEUR) aus dem Großauftrag erfolgt war. Der Auftragsbestand erhöhte sich im Vergleich zum 30.06.2018 dennoch weiter um 15,4% auf 197,44 Mio. € bzw. um 15,1% ggü. dem 31.12.2018. Damit gibt der Auftragsbestand dem Management bis in das Jahr 2021 Visibilität. Neue Aufträge erzielte Pva insbesondere bei Kristallzuchtanlagen und Ultraschallmesssystemen sowie Prozess-Anlagen zur Herstellung von Hartmetall und Lötanlagen. Der deutlich größere Teil des Auftragseingangs (ca. 63,1%) sowie des Auftragsbestands (67,0%) entfallen dabei auf den Bereich Halbleiter.

 

Nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr bestätigte das Management die Jahresprognose, die einen Umsatzanstieg auf 125 Mio. € (2018: 96,8) sowie ein EBITDA von 15 Mio. € (2018: 12,3) vorsieht. Da Pva nach 6 Monaten nun 50,6% des angestrebten Jahresmsatzes (2018: 39,4%/2017: 51,1%/2016: 44,8%/2015: 46,8%) und damit im Vergleich zu den Vorjahren bereits einen hohen Anteil erreicht hat, dürfte das Umsatzziel übertroffen werden. Im Zuge dessen dürfte auch das EBITDA höher als 15 Mio. € ausfallen, nachdem >50% davon bereits zum Halbjahr erzielt wurde. Für die kommenden Quartale bleibt weiter die Gewinnung von neuen, größeren Aufträgen im Bereich Siliziumcharbid im Fokus, die für die Aktie neue Impulse bedeuten sollten. Bei unveränderten Umsatz- und Ergebnisschätzungen bleibt mein Kursziel von 16,00€ ebenso weiter bestehen.   


29.04.2019 | Bis 2023 in neue Umsatz- und Ergebnisdimensionen

Pva Tepla hatte Ende März den Geschäftsbericht für 2018 veröffentlicht. Der Umsatz war um 13,4% auf 96,8 Mio. € (LSe: 94,4) gestiegen, wozu beide Segmente (Industrial Systems +12,2%/Semiconductor Systems +14,1%) beigetragen haben. Aufgrund der Umstellung auf IFRS 15 kam es jedoch zu Umsatzverschiebungen i.H.v. 18,1 Mio. €, die insbesondere Maschinenauslieferungen betrafen. Daher kam es 2018 zu einem deutlichen Anstieg der After-Sales-Service Umsätze, die sich von 15,1 Mio. € auf 29,0 Mio. € fast verdoppelten, wohingegen die Anlagenumsätze auf 62,9 Mio. € (3,4%) leicht zurückgingen. Dennoch wird unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Herrn Schopf nun verstärkt der Fokus auch auf den Service-Bereich gelegt, da dieser eine höhere Marge und einen stabileren Umsatz liefert.

 

Das EBITDA konnte u.a. auch durch einen Lizenzertrag im Zusammenhang mit einer Technologie-Kooperation mit dem chinesischen Unternehmen GCL (LSe: 5,0 Mio. €) auf 12,3 Mio. € (+124,0%; LSe: 12,2) deutlich gesteigert werden. Dem gegenüber kam es jedoch auch im Rahmen von Wertberichtigungen auf Forderungen zu Aufwendungen i.H.v. 2,1 Mio. €, die das Ergebnis belastet haben. Die Prognose von 11 Mio. € wurde damit zugleich übertroffen. Sehr positiv entwickelte sich auch der Auftragsbestand, der um 32,9% auf 171,5 Mio. € gesteigert wurde. Der Auftragseingang war hingegen wegen einem Großauftrag im vierten Quartal 2017 i.H.v. rund 70 Mio. € um 17,7% auf 135,0 Mio. € zurückgegangen. Trotz diesem Umstand lag die Book-to-Bill Ratio mit 1,39 jedoch weiter auf einem sehr hohen Niveau. Positiv zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass der Auftragseingang 2018 keinen Großauftrag enthält und Pva Tepla damit auf breiter Basis neue Aufträge erhalten hat. Allerdings konnte der größte Auftrag der Firmengeschichte (LSe: mittlerer einstelliger Millionen Eurobetrag) im Bereich Siliziumcharbid erhalten werden.

 

In diesem Bereich sieht Pva Tepla auch den größten Umsatztreiber in den kommenden Jahren (Details: Kommentar 10.03.2019), da Siliziumcharbid vor allem im Bereich Elektromobilität aufgrund seiner Leistungsvorteile verstärkt eingesetzt werden dürfte, aber auch im Bereich Solar Potenzial verspricht. Im Bereich Siliziumcharbid ist Pva der einzige unabhängige Anbieter von Kristallzuchtanlagen. Aber auch der Aufbau einer eigenen Waferproduktion für die Halbleiterindustrie in China soll sich in den kommenden Jahren positiv im Umsatz niederschlagen. Daher hat sich das Management zum Ziel gesetzt, den Umsatz bis 2023 auf ca. 250 Mio. € (cagr: 20,9%) zu steigern und dabei eine EBIT-Marge von >10% zu erzielen. Gegen Ende des Jahres könnten im Bereich Siliziumcharbid deutlich größere Aufträge erhalten werden, wobei dies auch von der Automobilbranche abhängt. Im ersten Quartal dieses Jahres wird Pva Tepla durch die Verbuchung des ersten Teils des im Oktober erhaltenen Rahmenvertrags (insgesamt ca. 100 Mio. € Volumen) über 28 Mio. € einen deutlich gesteigerten Auftragseingang zeigen können. Ich schätze diesen für die ersten 3 Monate 2019 daher auf 55-60 Mio. € (Q1 2018: 39,0). Der Auftragsbestand sollte sich demnach zum 31.03. nochmals erhöht haben. Als leicht wachstumshemmend stellt sich aktuell das Thema der Kesselverfügbarkeit dar, sodass das Unternehmen auch über einen Ausbau der Wertschöpfungstiefe in diesem Bereich nachdenkt. Eine Akquisition ist daher eine realistische Variante.

 

Insgesamt bleiben die Aussichten für die Aktie weiter vielversprechend. Auch wenn der Ausblick unterhalb meiner Erwartungen liegt, erscheint dieser konservativ. Wie sich an den Resultaten für 2018 gezeigt hat, prognostiziert das Unternehmen insbesondere für das Ergebnis eher vorsichtig. Der Umsatzausblick i.H.v. 125 Mio. € dürfte weitestgehend bereits durch das teilweise Abarbeiten des Großauftrags von Ende 2017 erreicht werden, der bis Mitte 2020 finalisiert wird. Während ich meine EBITDA-Schätzungen von bisher 19,51 Mio. € für 2019 auf 16,49 Mio. € gesenkt habe, hat sich meine Umsatzprognose leicht auf 136,78 Mio. € (alt: 134,36) erhöht. Für 2020 erwarte ich eine weitere Umsatzsteigerung auf 164,14 Mio. € (+20,0%) und eine Verbesserung beim EBITDA auf 21,38 Mio. €. Bis 2023 kalkuliere ich mit einem Umsatzanstieg auf 228,40 Mio. € und einer EBIT-Marge von 13,2%. Das Kursziel erhöht sich aufgrund der höheren Wachstumsannahmen bis 2023 und einer im Mittelfristzeitraum nur kaum veränderten Margenerwartung leicht von bislang 15,70€ auf 16,00€. 


10.03.2019 | Auftragsbestand legt Basis für 2019 & 2020

Pva Tepla hat in dieser Woche vorläufige Zahlen für 2018 veröffentlicht. So konnte im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 13,4% auf 96,8 Mio. € (LSe: 94,4) erreicht werden, sodass die avisierte Umsatzprognose von 94,0 Mio. € leicht übertroffen werden konnte. Angaben zum EBITDA in 2018 machte das Unternehmen zwar nicht. Die angestrebte Größenordnung von 11,0 Mio. € (LSe: 12,2) sollte damit jedoch weitestgehend erreicht worden sein. Der Auftragseingang lag in 2018 bei 135,0 Mio. € (-17,7%) und damit unterhalb des Vorjahreswertes, der durch einen Großauftrag im vierten Quartal 2017 geprägt war. Dadurch beträgt das Book-to-Bill zum Jahresende knapp 1,4. Der Auftragsbestand konnte jedoch um 32,9% auf 171,5 Mio. € gesteigert werden und legt damit eine gute Basis für die Umsatzentwicklung in diesem und dem kommenden Jahr. Dazu hatte das Unternehmen bereits im März 2018 ein Wachstum von 30% in diesem und 15% im kommenden Jahr in Aussicht gestellt.

 

Während die Nachfrage nach Anlagen von Kunden wie Siltronic oder Osram in 2019 gedämpfter ausfallen dürfte, sollte sich die Nachfrage im Bereich Siliziumkarbid (SiC) weiter positiv entwickeln. In diesem Bereich treibt vor allem das Thema Elektromobilität die Nachfrage, da Siliziumkarbid für eine höhere Effizienz und damit auch Reichweite der Fahrzeuge sorgt. Aber auch der Ladevorgang wird dadurch deutlich beschleunigt. So geht Infineon beispielsweise davon aus, dass „mehr Komponenten mit Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern zum Einsatz kommen – etwa beim Ladegerät im Auto, dem Inverter oder dem Gleichstromwandler“. Zuletzt hat sich beispielsweise auch Siemens mit der Übernahme der Kaco new energy GmbH in diesem Bereich verstärkt. Auch Infineon hatte sich im November vergangenen Jahres mit dem Kauf des Siliziumkarbid-Startup Siltectra verstärkt. Eine Studie von Yole Développement aus dem Jahr 2018 zu Folge soll der Markt für SiC-Transistoren zwischen 2017 und 2023 um jährlich 31% wachsen. Ebenfalls Aixtron, die Ende Februar ihren Ausblick auf 2019 gegeben haben, rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung u.a. von Siliziumkarbid.

 

Am 28. März wird Pva Tepla den Geschäftsbericht für 2018 mit einer Prognose für 2019 veröffentlichen. Das deutlich zweistellige Wachstum in diesem Jahr sollte auch – trotz positiver Einmaleffekte in 2018 – mit einer überproportionalen Ergebnissteigerung einhergehen. Ich kalkuliere für 2019 mit einer weiteren Umsatzsteigerung von 38,8% auf 134,4 Mio. € und einer Verbesserung beim EBITDA auf 19,5 Mio. € (14,5% EBITDA-Marge nach 12,9% in 2018). Bis 2023 strebt das Unternehmen eine Steigerung der Umsätze auf rund 250 Mio. € (cagr. Ca. 21%) bei einer EBIT-Marge im gut zweistelligen Prozentbereich an. Hierzu trägt auch der Umstand bei, dass Pva in den Vorjahren vermehrt schwachmargige Aufträge zur Kapazitätsauslastung angenommen hatte, die nun in diesem Jahr auslaufen werden und ein stärkerer Fokus auf margenstarken Aufträgen liegt. Erste Effekte davon konnten bereits im dritten Quartal gesehen werden, als die Brutto-Marge bei 44,4% (vj. 23,9%) lag. Zwar war darin ein positiver Einmaleffekt i.H.v. 2,0-2,5 Mio. € enthalten, aber auch bereinigt lag die Bruttomarge im oberen Bereich zwischen 30% und 40%. Das Kursziel bleibt aufgrund unveränderter Schätzungen weiterhin bei 15,70€. Hierbei liegt eine Umsatzsteigerung auf 205,7 Mio. € und eine EBIT-Marge von 15,3% für das Jahr 2023 zu Grunde.