Die PVA TePla-Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Wettenberg, Deutschland, bietet ihren Kunden Anlagen zur Erzeugung und Bearbeitung hochwertiger Werkstoffe, die z.B. unter hoher Temperatur, Vakuum, hohem Druck und im Plasma prozessiert werden. Der Markt für diese Systeme ist mit den neuesten Entwicklungen der Material- und Oberflächen-Technologie verbunden, wie zum Beispiel im Geschäftsfeld der Kristallzucht-Anlagen die Silizium-Wafer-Technologie für die Mikroelektronik, und die Siliziumcarbid Wafer-Technologie für die Hochleistungselektronik sowie die Wafer-Technologie für die ein- oder multikristallinen Solarzellen, im Geschäftsfeld der Industrieanlagen die Technologien der Strukturwerkstoffe für Luft- und Raumfahrt, der Energietechnik und für Hartmetallwerkzeuge, im Geschäftsfeld der Plasma-Anlagen die Produktionstechnologien für Mikrosensoren (MEMS, Micro-Electronical- Mechanical-Systems) und für starke Lichtquellen aus Halbleiter-Dioden (HB LED - High Brightness Light Emitting Diodes) sowie die Technologie zur Herstellung ultra-dünner Wafer, im Geschäftsfeld der Beschichtungs-Anlagen die Technologie hydrophober Schichten auf elektronischen Baugruppen und auf Kunststoffe in der Medizintechnik, im Geschäftsfeld der Analyse-Systeme die Technologie der zerstörungsfreien Qualitätsprüfung von Wafern mittels Laserlicht und von komplexen Halbleiterbauteilen mittels Ultraschall-Mikroskopie. Hightech-Werkstoffe und deren Oberflächen werden unumstritten auch in Zukunft auf Herstellungsprozesse im Vakuum, bei hoher Temperatur und im Plasma angewiesen sein und damit auch auf das Produktespektrum und die Technologien der PVA TePla-Gruppe.


11.05.2020 | Deutlich verbesserte Profitabilität trotz Umsatzrückgang

Pva Tepla hat vergangene Woche Zahlen für das erste Quartal 2020 veröffentlicht. Der Umsatz ging um 10,2% auf 26,42mEUR zurück, wobei diese Entwicklung war auf beide Segmente Industrial Systems (8,78mEUR / -15,2%) und Semiconductor Systems (17,65mEUR / -7,4%) zurückzuführen war. Bedingt war dies durch die internationalen Einschränkungen im Reiseverkehr, sodass es auch zu Verzögerungen in der Endabnahme und damit der Umsatzrealisierung kam. Das Ergebnis hingegen entwickelt sich positiv, insbesondere durch eine von 26,2% auf 30,1% verbesserte Bruttomarge, sodass das Bruttoergebnis um 2,9% anstieg. Folglich erhöhten sich EBITDA (2,46mEUR / +5,7%) und EBIT (1,45mEUR / +5,4%) ebenfalls. Der Auftragseingang war – bedingt durch Großaufträge im Vorjahr – mit 16,65mEUR (-73,0%) deutlich rückläufig. Aufgrund von COVID-19 konnten entgegen der bisherigen Erwartungen zudem noch keine größeren Aufträge im Siliziumkarbid-Bereich gewonnen werden. Dennoch konnten Aufträge aus der Halbleiterindustrie für Plasma- und Metrologiesysteme (Semiconductor) sowie Lötanlagen für den nordamerikanischen Markt und eine für große Plasmanitrieranlage (Industrial) erhalten werden. Der Auftragsbestand reduzierte sich in der Folge gegenüber dem Vorjahrsquartal um 20,8% auf 161,12mEUR, gegenüber dem 31.12.2019 belief sich der Rückgang allerdings nur auf 5,5% und zeigt das weiterhin hohe Niveau. In diesem Zusammenhang betonte das Unternehmen, dass nun die Vertriebs- und Service-Strategie virtuell weiter vorangetrieben werde.

 

Für das aktuelle Geschäftsjahr sieht sich das Management weiterhin nicht in der Lage aufgrund der unsicheren Situation eine quantitative Prognose abzugeben und schließt einen Umsatz- und Ergebnisrückgang nicht aus. Insbesondere im ersten Halbjahr erwartet der Vorstand erhebliche Verschiebungen von Projekten. Mittelfristig seinen die Wachstumsperspektiven aber weiterhin stabil und intakt. Meine Umsatzerwartungen (130,97mEUR) auf Vorjahresniveau bleiben damit ebenso wie meine Schätzungen für das EBITDA (14,84mEUR / -8,4%) unverändert. Entscheidend für die Ganzjahresergebnisse wird dabei sein, wie sich die weltweiten Restriktionen entwickeln und Reisebeschränkungen wieder aufgehoben werden, um die Maschinenabnahmen beim Kunden und damit die Umsatzrealisierung zu ermöglichen. Des Weiteren würde die Gewinnung von Aufträgen aus dem Siliziumkarbid-Bereich die Visibilität für die kommenden Jahre erhöhen. Mein Kursziel bleibt daher derzeit ebenso wie meine Schätzungen unverändert bei 17,50€. 


17.04.2020 | Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Pva Tepla hat Ende März den Geschäftsbericht für das vergangene Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht. So erzielte das Unternehmen einen deutlich erhöhten Umsatz von 130,97mEUR (+35,3% / LSe: 134,28mEUR), der damit leicht oberhalb der im Rahmen der Q3-Zahlen angehobenen Umsatzprognose von 130mEUR lag. Wachstumstreiber war dabei vor allem das Segment Semiconductor Systems mit einem Umsatzanstieg von 44,3% auf 85,80mEUR, wenngleich auch das Industrial Systems Segment den Umsatz um 21,0% auf 45,17mEUR erhöhte. Hier haben sich einerseits Kristallzuchtanlagen und Metrologiesysteme als Umsatztreiber gezeigt. Andererseits entwickelte sich der Bereich für Hartmetall Sinteranlagen für die Werkzeugmaschinenindustrie positiv.

 

Zugleich hat sich auch das Ergebnis sehr positiv entwickelt, wenngleich sowohl das EBIT als auch das EBITDA einen leicht unterproportionalen Anstieg verzeichneten. Dies ist auf eine einmalige Lizenzzahlung im Vorjahr zurückzuführen (LSe: mittlerer einstelliger Mio. € Betrag), der im Bruttoergebnis verbucht war und daher 2019 zu einer rückläufigen Bruttomarge (28,8% vs. 32,1%) und folglich einem unterproportionalen Anstieg des Bruttoergebnisses von 21,4% auf 37,70mEUR (LSe: 38,47mEUR) geführt hat. Da allerdings das EBITDA um 32,1% auf 16,21mEUR (LSe: 16,77mEUR) und das EBIT um 30,0% auf 12,31mEUR (LSe: 12,97mEUR) anstiegen, zeigt, sich, dass die weiteren Kosten unterhalb des Bruttoergebnisses nur unterproportional (+17,6%) zum Umsatz angestiegen sind. Zugleich lag auch das EBITDA leicht oberhalb der im November angehobenen EBITDA-Prognose von 16,0mEUR. Auf Segmentebene konnten beide Bereiche ihre Ergebnisse steigern. Während der Industriebereich die EBIT-Marge von 5,7% auf 7,7% steigerte, verzeichnete der Halbleiterbereich einen Rückgang von 17,9% auf 14,8%, wobei dies vermutlich auch auf die genannte Einmalzahlung 2018 zurückzuführen sein dürfte.

 

Mit Blick auf den Auftragseingang (131,10mEUR / -2,9%) und Auftragsbestand (170,57mEUR / -0,6%) konnte das hohe Niveau des Vorjahres erreicht werden. Der Auftragseingang im Industriebereich war zwar um 6,4% auf 49,5mEUR rückläufig, der Auftragsbestand erhöhte sich dennoch um 7,2% auf 56,5mEUR. Im Halbleitergeschäft war der Auftragseingang mit 81,6mEUR (Vj. 82,1mEUR) nahezu unverändert und der Auftragsbestand entwickelte sich auf 114,1mEUR (-4,0%) leicht rückläufig. Dabei waren Neubestellungen vor allem im Bereich der Kristallzuchtanlagen, Metrologiesysteme sowie Sinteranlagen zu verzeichnen. Im Bereich der Kristallzuchtanlagen konnte ein größerer Auftrag von einem asiatischen Kunden für 300mm Wafer gewonnen werden, der in der ersten von vier Tranchen zu einem Auftragseingang i.H.v. 28,0mEUR im ersten Quartal 2019 führte. Die Auslieferung soll im Mai dieses Jahres beginnen. Darüber hinaus konnte ein weiterer Großauftrag für Lötanlagen im Umfang von 14,0mEUR gewonnen werden, der im Jahresverlauf zur Auslieferung kommen soll. Zudem betonte das Management nochmals, dass der vorhandene Auftragsbestand bis ins kommende Jahr Visibilität gebe.  

 

Für die Zukunft zeigt sich der Vorstand weiterhin zuversichtlich, sieht jedoch aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 und den damit zusammenhängenden Maßnahmen Abnahmeverzögerungen bei Kunden durch Reisebeschränkungen. Dies dürfte insbesondere im ersten Halbjahr zu sehen sein, wenngleich das erste Quartal gut angelaufen sei. Verzögerungen in der Beschaffung einzelner Komponenten seien jedoch nicht auszuschließen. Die Produktion sei allerdings derzeit nicht eingeschränkt und auch Auftragsstornierungen seien bisher nicht verzeichnet worden. Auch wenn es in diesem Jahr zu einem Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau oder darunter kommen könnte, sieht das Management die Wachstumstreiber weiterhin intakt. Dabei bietet der Aufbau einer eigenen Waferproduktion für die Halbleiterindustrie in China große Wachstumspotenziale für Pva. Darüber hinaus sieht Pva auch durch die zunehmende Digitalisierung, E-Mobilität und den dazugehörigen Ladestationen, erneuerbaren Energien und die weitere Miniaturisierung, die effiziente und zuverlässige Halbleiter benötigen, Wachstumspotenzial. Insbesondere die steigende Nachfrage nach E-Fahrzeugen und Hybridfahrzeugen stellt einen wichtigen Wachstumsfaktor dar, da dies zu einer erhöhten Nachfrage nach Siliziumkarbid (SiC) führen sollte. Da Pva Tepla der einzige unabhängige Anbieter von Kristallzuchtanlagen für SiC ist, wird in den kommenden Jahren ein starker Nachfrageschub erwartet. Letztlich sollten auch die immer strenger werdenden Design Rules in der Halbleiterindustrie in den kommenden Jahren zu einem steigenden Bedarf an Metrologiesystemen führen. Auch wenn für das aktuelle Geschäftsjahr 2020 aufgrund der aktuellen Umstände keine konkrete Prognose möglich sei, sieht man dennoch unverändert die mittelfristigen Wachstumsperspektiven. So hatte das Unternehmen zuletzt einen Umsatzanstieg auf 250mEUR für das Jahr 2023 bei einer zweistelligen EBIT-Marge in Aussicht gestellt. Ich habe daher meine Schätzungen überarbeitet und kalkuliere nun für dieses Jahr mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau (LSe alt: 167,85mEUR) sowie einem EBITDA i.H.v. 14,84mEUR (alt: 22,09mEUR). Für 2021 erwarte ich aufgrund von verzögerten Abnahmen in diesem Jahr einen entsprechenden Nachholeffekt und eine Rückkehr auf den Wachstumspfad. Für das Jahr 2023 sieht mein Model jedoch derzeit lediglich einen Umsatz i.H.v. rund 211mEUR bei einer EBIT-Marge von 12,9% vor. Die geringeren Schätzungen, denen zwar ein positiver Effekt aufgrund eines reduzierten Diskontierungszinssatzes wegen des gesunkenen risikolosen Zins für Unternehmensbewertungen entgegensteht, führen damit insgesamt zu einem reduzierten Kursziel von 17,50€ (alt: 18,50€). Größere Aufträge im SiC-Bereich in den kommenden Monaten wären nun wichtige Impulse. Aufgrund der mittelfristig weiterhin bestehenden großen Wachstumsperspektiven sowie eines Liquiditätsbestands i.H.v. rund 34,6mEUR Ende 2019 ist Pva Tepla zudem auch bilanziell gut aufgestellt, um die aktuelle Situation erfolgreich zu überstehen. 


02.12.2019 | Siliziumkarbid-Thematik gewinnt an Dynamik

In den vergangenen Wochen zeigte sich ein intensiver Newsflow rund um das Thema Siliziumkarbid. Nachdem Pva Tepla bereits seit einiger Zeit eine zunehmende Wahrnehmung für dieses Thema in Aussicht stellt, hatte Bosch im Oktober den Einstieg als weltweit erster Tier 1 bekannt gegeben. Im Rahmen dessen wird Bosch zukünftig SiC-Leistungshalbleiter (150-mm-SiC-Wafer) für den eigenen Bedarf fertigen und folglich nach Infineon sowie STMicroelectronics der dritte große Hersteller in Europa von SiC-Leistungshalbleitern. Zugleich macht sich Bosch damit aber auch unabhängig von Zulieferern wie Infineon, Cree, STMicroelectronics oder Rohm Semiconductor. Der weltweit größte Siliziumkarbid-Hersteller Cree hatte zuletzt gleich mit mehreren Nachrichten auf sich aufmerksam gemacht. So verkündete Cree im November mit ABB eine Siliziumkarbidpartnerschaft für Automotiv- und Industrielösungen, mit ZF eine strategische Partnerschaft zur Steigerung der Leistungsfähigkeit elektrischer Antriebe durch Wechselrichter auf Siliziumkarbidbasis sowie die Erweiterung des mehrjährigen Liefervertrags für Siliziumkarbid-Wafer mit STMicroelectronics. Bereits im September hatte Cree mit Delphi Technologies eine Partnerschaft für Siliziumkarbid-Bauelemente im Automobilbereich bekannt gegeben. Ebenso hat Cree im September verkündet, dass die im Mai 2019 angekündigte Kapazitätserweiterung, im Rahme dessen die Produktion von Siliziumkarbid an der Ostküste im Staat New York um den Faktor 30 ausgebaut werden soll, nochmals um 25% zu erhöhen. Hier spiegelt sich der steigende Bedarf durch die wachsende Elektromobilität, den Ausbau von 4G/5G und aus der Industrie wider. Im Mai wurde in diesem Zusammenhang auch bekannt, dass Cree exklusiver Siliziumkarbid-Partner von Volkswagen wird. Interessante Neuigkeiten gab es auch vom südkoreanischen Konzern SK Group und der Halbleitersparte SK Siltron, die im September die Übernahme des SiC-Geschäfts von DuPont für 450mUSD bekannt gegeben haben.

 

Damit zeigt sich, dass der SiC-Markt zunehmend in Bewegung kommt und in den kommenden Quartalen weiter an Dynamik gewinnen dürfte, wovon auch Pva Tepla durch entsprechende Aufträge profitieren sollte. Gleichzeitig bildet der steigende SiC-Bedarf eine wesentliche Wachstumssäule, um das angestrebte Umsatzwachstum auf etwa 250mEUR im Jahr 2023 zu erreichen. Andererseits gewinnen auch andere Bereiche wie die Metrologie mit zweistelligen Wachstumsraten sowie das Diffusion Bonding zunehmend an Bedeutung und bilden damit eine breite Wachstumsbasis. Auf Basis der anziehenden SiC-Thematik den anderen Wachstumstreibern habe ich meine Kurz- und mittelfristigen Wachstumserwartungen leicht angehoben und erwarte nun einen Umsatzanstieg von 38,8% auf 134,28mEUR (alt: 131,78) bei einem EBITDA i.H.v. 16,77mEUR (alt: 16,46). Bis 2021 erwarte ich ein weiteres Umsatzwachstum auf 193,03mEUR (alt: 187,92) sowie ein EBITDA i.H.v. 28,22mEUR (alt: 27,39). Darüber hinaus habe ich meine mittelfristigen Wachstumsannahmen von 10% auf 12% erhöht, wodurch sich ein projizierter Umsatz im Jahr 2023 von 242,1mEUR ergibt. Langfristig berücksichtige ich nun eine EBIT-Marge von 15,0% nach bislang 13,6%, wodurch sich insgesamt das Kursziel von 16,00€ auf 18,50€ erhöht. 


08.11.2019 | Wie erwartet Anhebung der Jahresprognose

Pva Tepla hat heute Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht und im Rahmen dessen wie bereits im Anschluss an die Halbjahreszahlen (Kommentar vom 15.08.2019) die Prognose für Umsatz und EBITDA angehoben. Im dritten Quartal erzielte Pva ein leichtes Umsatzplus von 5,6% auf 32,95mEUR, das EBITDA war aufgrund eines Lizenzertrags und folglich einer deutlich höheren Bruttomarge (44,4% vs. 28,2% in Q3 2019) im Vorjahr mit 4,24mEUR (-40,3%) substanziell geringer. Nach 9 Monaten resultierte jedoch ein deutlicher Anstieg von 30,1% auf 11,86mEUR beim EBITDA sowie eine Umsatzsteigerung von 38,7% auf 96,29mEUR. Getrieben wurde die positive Umsatzentwicklung in den ersten drei Quartalen durch beide Segmente, sodass sich im Bereich Industrial Systems ein Anstieg von 22,8% und im Bereich Semiconductor Systems von 49,1% ergab. Während im Segment Semiconductor Systems Kristallzuchtanlagen sowie Metrologiesysteme Umsatztreiber waren, haben sich die Umsatzerlöse im Segment Industrial Systems vor allem durch den Verkauf von Vakuumanlagen für den Hartmetallmarkt sowie Lötanlagen für verschiedene Märkte erhöht.

 

Bei Neuaufträgen verlief das dritte Quartal verhalten, wodurch sich ein Auftragseingang von 21,52mEUR (-15,3%) ergab. Nach 9 Monaten konnte dieser dennoch aufgrund von höheren Bestellungen im Bereich Industrial Systems (+6,1%) und Semiconductor Systems (+10,3%) um 8,9% auf 110,90mEUR gesteigert werden. Die Book-to-Bill Ratio lag folglich bei 1,15 und deutet damit auf eine weitere Umsatzsteigerung. Zudem erhöhte sich der Auftragsbestand um 12,3% auf 185,73mEUR und gibt dem Unternehmen nach Aussage des Managements eine Visibilität bis in das Jahr 2021. Hier haben sich Aufträge der Halbleiterindustrie sowohl für Kristallzuchtanlagen als auch Metrologiesysteme (Segment Semiconductor Systems), Lötanlagen, Hochtemperaturprozessanlegen zur Graphitreinigung und Werkzeugherstellung und Anlagen zur Herstellung von Kalziumfluorid-Kristallen für die optische Industrie (Segment Industrial Systems) niedergeschlagen. Basis der sehr guten Auftragslage ist der weltweite Kapazitätsaufbau im Bereich der Waferherstellung für die Mikro- und Hochleistungselektronik, getrieben durch Trendthemen wie 5G, autonomes Fahren sowie IoT-Technologien.

 

Aufgrund der sehr guten Umsatz- und Ergebnisentwicklung in den ersten drei Quartalen zeigt sich der Vorstand nun zuversichtlicher für das Gesamtjahr und erwartet fortan einen Umsatz von 130,00mEUR (alt: 125,00) sowie ein EBITDA von 16,00mEUR (alt: 15,00). Da meine Umsatzschätzung mit 136,78mEUR bereits oberhalb der bisherigen Prognose lag, habe ich diese nun auf 131,78mEUR reduziert, meine EBITDA-Prognose ist mit 16,46mEUR nahezu unverändert und setzt ein EBITDA i.H.v. 4,60mEUR im vierten Quartal voraus. Angesichts der Entwicklung in den vorangegangenen zwei Quartalen (Q2: 5,29mEUR/Q3: 4,24mEUR) erscheint dies gut erreichbar. Für die kommenden beiden Jahre haben sich meine Schätzungen für Umsatz und EBITDA nur geringfügig geändert, sodass auch das Kursziel von 16,00€ unverändert bleibt. Auf Unternehmensebene rückt nun in den kommenden Monaten die Gewinnung von Aufträgen aus dem Bereich Siliziumcarbid in den Fokus, um die Grundlage für weiteres Wachstum in den Jahren 2020ff zu legen. Ungeachtet dessen erwartet das Management bereits heute eine weitere, substantielle Steigerung von Umsatz und Ergebnis im kommenden Jahr. 


15.08.2019 | Sehr gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung zum Halbjahr

Pva Tepla hat zuletzt Halbjahreszahlen vorgelegt, die den positiven Trend aus dem ersten Quartal bestätigt haben. So stieg im zweiten Quartal der Umsatz um 77,6% auf 33,88 Mio. € (Q1: 29,41mEUR/+54,0%), sodass nach 6 Monaten ein Umsatzanstieg von 65,8% auf 63,29 Mio. € zu Buche stand. Zu diesem Anstieg hat vor allem das Segment Semiconductor Systems beigetragen, in dem die Umsätze um 152,8% (Q2) bzw. 120,7% (HJ) gesteigert werden konnten. Dazu haben insbesondere Umsätze mit Kristallzuchtanlagen und Metrologiesysteme für die Halbleiterindustrie beigetragen. Aber auch der Bereich Industrial Systems konnte mit einem Wachstum von 4,6% respektive 9,1% einen Beitrag leisten. Dazu haben Vakuumanlagen für den Hartmetallmarkt sowie Lötanlagen für verschiedene Märkte beigetragen.

 

Auf der Ergebnisseite konnte Pva ebenfalls deutliche Zuwächse verzeichnen. So stieg das EBITDA in Q2 deutlich auf 5,29 Mio. € (Vj. 0,79) und zum Halbjahr auf 7,62 Mio. € (Vj. 2,00), sodass eine EBITDA-Marge von 15,6% bzw. 12,0% erreicht wurde. Insbesondere eine deutlich verbesserte Bruttomarge (28,6% vs. 25,04%) nach 6 Monaten sowie unterproportional gestiegene Vertriebs- und Verwaltungskosten haben zu diesem Anstieg beigetragen. Auf Segmentebene hat sich vor allem die EBIT-Marge im Halbleiterbereich auf 15,1% (Vj. 4,3%) erheblich erhöht. Die EBIT-Marge im Industriebereich blieb mit 8,1% (Vj. 8,4%) auf einem nahezu unveränderten Niveau.

 

Positiv zum Halbjahr entwickelte sich auch der Auftragseingang, der um 16,8% auf 89,38 Mio. € anstieg, sodass die Book-to-Bill Ratio bei 1,41 liegt. Im zweiten Quartal hingegen ging der Auftragseingang um 26,0% auf 27,75 Mio. € zurück (Book-to-Bill 0,82), da im ersten Quartal noch die Verbuchung der ersten Teiltranche (ca. 28mEUR) aus dem Großauftrag erfolgt war. Der Auftragsbestand erhöhte sich im Vergleich zum 30.06.2018 dennoch weiter um 15,4% auf 197,44 Mio. € bzw. um 15,1% ggü. dem 31.12.2018. Damit gibt der Auftragsbestand dem Management bis in das Jahr 2021 Visibilität. Neue Aufträge erzielte Pva insbesondere bei Kristallzuchtanlagen und Ultraschallmesssystemen sowie Prozess-Anlagen zur Herstellung von Hartmetall und Lötanlagen. Der deutlich größere Teil des Auftragseingangs (ca. 63,1%) sowie des Auftragsbestands (67,0%) entfallen dabei auf den Bereich Halbleiter.

 

Nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr bestätigte das Management die Jahresprognose, die einen Umsatzanstieg auf 125 Mio. € (2018: 96,8) sowie ein EBITDA von 15 Mio. € (2018: 12,3) vorsieht. Da Pva nach 6 Monaten nun 50,6% des angestrebten Jahresmsatzes (2018: 39,4%/2017: 51,1%/2016: 44,8%/2015: 46,8%) und damit im Vergleich zu den Vorjahren bereits einen hohen Anteil erreicht hat, dürfte das Umsatzziel übertroffen werden. Im Zuge dessen dürfte auch das EBITDA höher als 15 Mio. € ausfallen, nachdem >50% davon bereits zum Halbjahr erzielt wurde. Für die kommenden Quartale bleibt weiter die Gewinnung von neuen, größeren Aufträgen im Bereich Siliziumcharbid im Fokus, die für die Aktie neue Impulse bedeuten sollten. Bei unveränderten Umsatz- und Ergebnisschätzungen bleibt mein Kursziel von 16,00€ ebenso weiter bestehen.   


29.04.2019 | Bis 2023 in neue Umsatz- und Ergebnisdimensionen

Pva Tepla hatte Ende März den Geschäftsbericht für 2018 veröffentlicht. Der Umsatz war um 13,4% auf 96,8 Mio. € (LSe: 94,4) gestiegen, wozu beide Segmente (Industrial Systems +12,2%/Semiconductor Systems +14,1%) beigetragen haben. Aufgrund der Umstellung auf IFRS 15 kam es jedoch zu Umsatzverschiebungen i.H.v. 18,1 Mio. €, die insbesondere Maschinenauslieferungen betrafen. Daher kam es 2018 zu einem deutlichen Anstieg der After-Sales-Service Umsätze, die sich von 15,1 Mio. € auf 29,0 Mio. € fast verdoppelten, wohingegen die Anlagenumsätze auf 62,9 Mio. € (3,4%) leicht zurückgingen. Dennoch wird unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Herrn Schopf nun verstärkt der Fokus auch auf den Service-Bereich gelegt, da dieser eine höhere Marge und einen stabileren Umsatz liefert.

 

Das EBITDA konnte u.a. auch durch einen Lizenzertrag im Zusammenhang mit einer Technologie-Kooperation mit dem chinesischen Unternehmen GCL (LSe: 5,0 Mio. €) auf 12,3 Mio. € (+124,0%; LSe: 12,2) deutlich gesteigert werden. Dem gegenüber kam es jedoch auch im Rahmen von Wertberichtigungen auf Forderungen zu Aufwendungen i.H.v. 2,1 Mio. €, die das Ergebnis belastet haben. Die Prognose von 11 Mio. € wurde damit zugleich übertroffen. Sehr positiv entwickelte sich auch der Auftragsbestand, der um 32,9% auf 171,5 Mio. € gesteigert wurde. Der Auftragseingang war hingegen wegen einem Großauftrag im vierten Quartal 2017 i.H.v. rund 70 Mio. € um 17,7% auf 135,0 Mio. € zurückgegangen. Trotz diesem Umstand lag die Book-to-Bill Ratio mit 1,39 jedoch weiter auf einem sehr hohen Niveau. Positiv zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass der Auftragseingang 2018 keinen Großauftrag enthält und Pva Tepla damit auf breiter Basis neue Aufträge erhalten hat. Allerdings konnte der größte Auftrag der Firmengeschichte (LSe: mittlerer einstelliger Millionen Eurobetrag) im Bereich Siliziumcharbid erhalten werden.

 

In diesem Bereich sieht Pva Tepla auch den größten Umsatztreiber in den kommenden Jahren (Details: Kommentar 10.03.2019), da Siliziumcharbid vor allem im Bereich Elektromobilität aufgrund seiner Leistungsvorteile verstärkt eingesetzt werden dürfte, aber auch im Bereich Solar Potenzial verspricht. Im Bereich Siliziumcharbid ist Pva der einzige unabhängige Anbieter von Kristallzuchtanlagen. Aber auch der Aufbau einer eigenen Waferproduktion für die Halbleiterindustrie in China soll sich in den kommenden Jahren positiv im Umsatz niederschlagen. Daher hat sich das Management zum Ziel gesetzt, den Umsatz bis 2023 auf ca. 250 Mio. € (cagr: 20,9%) zu steigern und dabei eine EBIT-Marge von >10% zu erzielen. Gegen Ende des Jahres könnten im Bereich Siliziumcharbid deutlich größere Aufträge erhalten werden, wobei dies auch von der Automobilbranche abhängt. Im ersten Quartal dieses Jahres wird Pva Tepla durch die Verbuchung des ersten Teils des im Oktober erhaltenen Rahmenvertrags (insgesamt ca. 100 Mio. € Volumen) über 28 Mio. € einen deutlich gesteigerten Auftragseingang zeigen können. Ich schätze diesen für die ersten 3 Monate 2019 daher auf 55-60 Mio. € (Q1 2018: 39,0). Der Auftragsbestand sollte sich demnach zum 31.03. nochmals erhöht haben. Als leicht wachstumshemmend stellt sich aktuell das Thema der Kesselverfügbarkeit dar, sodass das Unternehmen auch über einen Ausbau der Wertschöpfungstiefe in diesem Bereich nachdenkt. Eine Akquisition ist daher eine realistische Variante.

 

Insgesamt bleiben die Aussichten für die Aktie weiter vielversprechend. Auch wenn der Ausblick unterhalb meiner Erwartungen liegt, erscheint dieser konservativ. Wie sich an den Resultaten für 2018 gezeigt hat, prognostiziert das Unternehmen insbesondere für das Ergebnis eher vorsichtig. Der Umsatzausblick i.H.v. 125 Mio. € dürfte weitestgehend bereits durch das teilweise Abarbeiten des Großauftrags von Ende 2017 erreicht werden, der bis Mitte 2020 finalisiert wird. Während ich meine EBITDA-Schätzungen von bisher 19,51 Mio. € für 2019 auf 16,49 Mio. € gesenkt habe, hat sich meine Umsatzprognose leicht auf 136,78 Mio. € (alt: 134,36) erhöht. Für 2020 erwarte ich eine weitere Umsatzsteigerung auf 164,14 Mio. € (+20,0%) und eine Verbesserung beim EBITDA auf 21,38 Mio. €. Bis 2023 kalkuliere ich mit einem Umsatzanstieg auf 228,40 Mio. € und einer EBIT-Marge von 13,2%. Das Kursziel erhöht sich aufgrund der höheren Wachstumsannahmen bis 2023 und einer im Mittelfristzeitraum nur kaum veränderten Margenerwartung leicht von bislang 15,70€ auf 16,00€. 


10.03.2019 | Auftragsbestand legt Basis für 2019 & 2020

Pva Tepla hat in dieser Woche vorläufige Zahlen für 2018 veröffentlicht. So konnte im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 13,4% auf 96,8 Mio. € (LSe: 94,4) erreicht werden, sodass die avisierte Umsatzprognose von 94,0 Mio. € leicht übertroffen werden konnte. Angaben zum EBITDA in 2018 machte das Unternehmen zwar nicht. Die angestrebte Größenordnung von 11,0 Mio. € (LSe: 12,2) sollte damit jedoch weitestgehend erreicht worden sein. Der Auftragseingang lag in 2018 bei 135,0 Mio. € (-17,7%) und damit unterhalb des Vorjahreswertes, der durch einen Großauftrag im vierten Quartal 2017 geprägt war. Dadurch beträgt das Book-to-Bill zum Jahresende knapp 1,4. Der Auftragsbestand konnte jedoch um 32,9% auf 171,5 Mio. € gesteigert werden und legt damit eine gute Basis für die Umsatzentwicklung in diesem und dem kommenden Jahr. Dazu hatte das Unternehmen bereits im März 2018 ein Wachstum von 30% in diesem und 15% im kommenden Jahr in Aussicht gestellt.

 

Während die Nachfrage nach Anlagen von Kunden wie Siltronic oder Osram in 2019 gedämpfter ausfallen dürfte, sollte sich die Nachfrage im Bereich Siliziumkarbid (SiC) weiter positiv entwickeln. In diesem Bereich treibt vor allem das Thema Elektromobilität die Nachfrage, da Siliziumkarbid für eine höhere Effizienz und damit auch Reichweite der Fahrzeuge sorgt. Aber auch der Ladevorgang wird dadurch deutlich beschleunigt. So geht Infineon beispielsweise davon aus, dass „mehr Komponenten mit Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern zum Einsatz kommen – etwa beim Ladegerät im Auto, dem Inverter oder dem Gleichstromwandler“. Zuletzt hat sich beispielsweise auch Siemens mit der Übernahme der Kaco new energy GmbH in diesem Bereich verstärkt. Auch Infineon hatte sich im November vergangenen Jahres mit dem Kauf des Siliziumkarbid-Startup Siltectra verstärkt. Eine Studie von Yole Développement aus dem Jahr 2018 zu Folge soll der Markt für SiC-Transistoren zwischen 2017 und 2023 um jährlich 31% wachsen. Ebenfalls Aixtron, die Ende Februar ihren Ausblick auf 2019 gegeben haben, rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung u.a. von Siliziumkarbid.

 

Am 28. März wird Pva Tepla den Geschäftsbericht für 2018 mit einer Prognose für 2019 veröffentlichen. Das deutlich zweistellige Wachstum in diesem Jahr sollte auch – trotz positiver Einmaleffekte in 2018 – mit einer überproportionalen Ergebnissteigerung einhergehen. Ich kalkuliere für 2019 mit einer weiteren Umsatzsteigerung von 38,8% auf 134,4 Mio. € und einer Verbesserung beim EBITDA auf 19,5 Mio. € (14,5% EBITDA-Marge nach 12,9% in 2018). Bis 2023 strebt das Unternehmen eine Steigerung der Umsätze auf rund 250 Mio. € (cagr. Ca. 21%) bei einer EBIT-Marge im gut zweistelligen Prozentbereich an. Hierzu trägt auch der Umstand bei, dass Pva in den Vorjahren vermehrt schwachmargige Aufträge zur Kapazitätsauslastung angenommen hatte, die nun in diesem Jahr auslaufen werden und ein stärkerer Fokus auf margenstarken Aufträgen liegt. Erste Effekte davon konnten bereits im dritten Quartal gesehen werden, als die Brutto-Marge bei 44,4% (vj. 23,9%) lag. Zwar war darin ein positiver Einmaleffekt i.H.v. 2,0-2,5 Mio. € enthalten, aber auch bereinigt lag die Bruttomarge im oberen Bereich zwischen 30% und 40%. Das Kursziel bleibt aufgrund unveränderter Schätzungen weiterhin bei 15,70€. Hierbei liegt eine Umsatzsteigerung auf 205,7 Mio. € und eine EBIT-Marge von 15,3% für das Jahr 2023 zu Grunde.