Die PVA TePla-Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Wettenberg, Deutschland, bietet ihren Kunden Anlagen zur Erzeugung und Bearbeitung hochwertiger Werkstoffe, die z.B. unter hoher Temperatur, Vakuum, hohem Druck und im Plasma prozessiert werden. Der Markt für diese Systeme ist mit den neuesten Entwicklungen der Material- und Oberflächen-Technologie verbunden, wie zum Beispiel im Geschäftsfeld der Kristallzucht-Anlagen die Silizium-Wafer-Technologie für die Mikroelektronik, und die Siliziumcarbid Wafer-Technologie für die Hochleistungselektronik sowie die Wafer-Technologie für die ein- oder multikristallinen Solarzellen, im Geschäftsfeld der Industrieanlagen die Technologien der Strukturwerkstoffe für Luft- und Raumfahrt, der Energietechnik und für Hartmetallwerkzeuge, im Geschäftsfeld der Plasma-Anlagen die Produktionstechnologien für Mikrosensoren (MEMS, Micro-Electronical- Mechanical-Systems) und für starke Lichtquellen aus Halbleiter-Dioden (HB LED - High Brightness Light Emitting Diodes) sowie die Technologie zur Herstellung ultra-dünner Wafer, im Geschäftsfeld der Beschichtungs-Anlagen die Technologie hydrophober Schichten auf elektronischen Baugruppen und auf Kunststoffe in der Medizintechnik, im Geschäftsfeld der Analyse-Systeme die Technologie der zerstörungsfreien Qualitätsprüfung von Wafern mittels Laserlicht und von komplexen Halbleiterbauteilen mittels Ultraschall-Mikroskopie. Hightech-Werkstoffe und deren Oberflächen werden unumstritten auch in Zukunft auf Herstellungsprozesse im Vakuum, bei hoher Temperatur und im Plasma angewiesen sein und damit auch auf das Produktespektrum und die Technologien der PVA TePla-Gruppe.


10.03.2019 | Auftragsbestand legt Basis für 2019 & 2020

Pva Tepla hat in dieser Woche vorläufige Zahlen für 2018 veröffentlicht. So konnte im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 13,4% auf 96,8 Mio. € (LSe: 94,4) erreicht werden, sodass die avisierte Umsatzprognose von 94,0 Mio. € leicht übertroffen werden konnte. Angaben zum EBITDA in 2018 machte das Unternehmen zwar nicht. Die angestrebte Größenordnung von 11,0 Mio. € (LSe: 12,2) sollte damit jedoch weitestgehend erreicht worden sein. Der Auftragseingang lag in 2018 bei 135,0 Mio. € (-17,7%) und damit unterhalb des Vorjahreswertes, der durch einen Großauftrag im vierten Quartal 2017 geprägt war. Dadurch beträgt das Book-to-Bill zum Jahresende knapp 1,4. Der Auftragsbestand konnte jedoch um 32,9% auf 171,5 Mio. € gesteigert werden und legt damit eine gute Basis für die Umsatzentwicklung in diesem und dem kommenden Jahr. Dazu hatte das Unternehmen bereits im März 2018 ein Wachstum von 30% in diesem und 15% im kommenden Jahr in Aussicht gestellt.

 

Während die Nachfrage nach Anlagen von Kunden wie Siltronic oder Osram in 2019 gedämpfter ausfallen dürfte, sollte sich die Nachfrage im Bereich Siliziumkarbid (SiC) weiter positiv entwickeln. In diesem Bereich treibt vor allem das Thema Elektromobilität die Nachfrage, da Siliziumkarbid für eine höhere Effizienz und damit auch Reichweite der Fahrzeuge sorgt. Aber auch der Ladevorgang wird dadurch deutlich beschleunigt. So geht Infineon beispielsweise davon aus, dass „mehr Komponenten mit Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern zum Einsatz kommen – etwa beim Ladegerät im Auto, dem Inverter oder dem Gleichstromwandler“. Zuletzt hat sich beispielsweise auch Siemens mit der Übernahme der Kaco new energy GmbH in diesem Bereich verstärkt. Auch Infineon hatte sich im November vergangenen Jahres mit dem Kauf des Siliziumkarbid-Startup Siltectra verstärkt. Eine Studie von Yole Développement aus dem Jahr 2018 zu Folge soll der Markt für SiC-Transistoren zwischen 2017 und 2023 um jährlich 31% wachsen. Ebenfalls Aixtron, die Ende Februar ihren Ausblick auf 2019 gegeben haben, rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung u.a. von Siliziumkarbid.

 

Am 28. März wird Pva Tepla den Geschäftsbericht für 2018 mit einer Prognose für 2019 veröffentlichen. Das deutlich zweistellige Wachstum in diesem Jahr sollte auch – trotz positiver Einmaleffekte in 2018 – mit einer überproportionalen Ergebnissteigerung einhergehen. Ich kalkuliere für 2019 mit einer weiteren Umsatzsteigerung von 38,8% auf 134,4 Mio. € und einer Verbesserung beim EBITDA auf 19,5 Mio. € (14,5% EBITDA-Marge nach 12,9% in 2018). Bis 2023 strebt das Unternehmen eine Steigerung der Umsätze auf rund 250 Mio. € (cagr. Ca. 21%) bei einer EBIT-Marge im gut zweistelligen Prozentbereich an. Hierzu trägt auch der Umstand bei, dass Pva in den Vorjahren vermehrt schwachmargige Aufträge zur Kapazitätsauslastung angenommen hatte, die nun in diesem Jahr auslaufen werden und ein stärkerer Fokus auf margenstarken Aufträgen liegt. Erste Effekte davon konnten bereits im dritten Quartal gesehen werden, als die Brutto-Marge bei 44,4% (vj. 23,9%) lag. Zwar war darin ein positiver Einmaleffekt i.H.v. 2,0-2,5 Mio. € enthalten, aber auch bereinigt lag die Bruttomarge im oberen Bereich zwischen 30% und 40%. Das Kursziel bleibt aufgrund unveränderter Schätzungen weiterhin bei 15,70€. Hierbei liegt eine Umsatzsteigerung auf 205,7 Mio. € und eine EBIT-Marge von 15,3% für das Jahr 2023 zu Grunde.