SHOP APOTHEKE EUROPE ist ein Pionier in einem hochattraktiven Marktsegment, in dem das Wachstum sowohl durch den Wechsel vieler Kunden zum Onlinehandel als auch durch die kontinuierlich steigende Nachfrage nach rezeptfreien (OTC-) Medikamenten und apothekenüblichen Beauty- und Pflegeprodukten vorangetrieben wird. Wir planen, unsere Marktführerschaft weiter zu stärken und so SHOP APOTHEKE EUROPE zum Synonym für Online-Apotheke in Europa zu machen. Der demographische Wandel, steigendes Gesundheitsbewusstsein bei Verbrauchern und der Trend zur Selbstmedikation führen zu einer stärkeren Nachfrage nach OTC-Produkten und apothekenüblichen Beauty- und Pflegeprodukten. Der stetig voranschreitende Wechsel zum Onlinehandel beeinflusst das Wachstum unserer Märkte in Europa ebenfalls positiv; unsere stabile IT-Infrastruktur sowie unser länderspezifisches Know-how stellen unser Unternehmen auf ein solides Fundament.


21.05.2020 | Wachstum ohne Ende

Shop Apotheke ist sehr stark in das erste Quartal 2020 gestartet. Bereits Anfang April hatte das Unternehmen über ein sehr dynamisches Wachstum von 33% im ersten Quartal aufgrund der COVID-19 Pandamie berichtet, da die Menschen vermehrt Online-Apotheken genutzt haben. Demnach hatte Shop Apotheke schon einen sehr guten Jahresauftakt mit hohen Umsätzen im Januar und Februar, die sich ab Mitte März aufgrund der zunehmenden Ausbreitung von COVID-19, wodurch die Menschen zunehmend zuhause geblieben sind, nochmal beschleunigt hat. In Summe resultierte im ersten Quartal ein Umsatz i.H.v. 231,99mEUR (+32,8%), das durch ein starkes Wachstum in der DACH-Region (200,83mEUR / +29,6%) und vor allem im internationalen (Belgien, Niederlande, Italien & Frankreich) Segment (31,16mEUR / +58,7%) getragen wurde. Die Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) erhöhten sich um 23% auf 55mEUR. In Summe lagen die Umsatzerlöse damit in den ersten drei Monaten oberhalb der Planungen des Managements.

 

Sehr erfreulich hat sich auch die Profitabilität entwickelt. Während Shop Apotheke zuletzt noch Verluste erzielt hat (2019 adj. EBITDA -13,57mEUR / Q4 2019 -1,84mEUR), konnte das bereinigte EBITDA nun auf 4,94mEUR (Vj. -9,08mEUR) deutlich verbessert werden, wodurch die Gewinnzone erreicht wurde. Auch das EBITDA mit 3,86mEUR (Vj. -9,79mEUR) und das EBIT mit 0,51mEUR (Vj. -13,32mEUR) fielen positiv aus. Hintergrund dessen waren vor allem zwei Effekte. Einerseits erhöhte sich die Bruttomarge deutlich von 18,7% auf 21,5%, bedingt durch verbesserte Beschaffungskonditionen (0,9%), einen besseren Preis- und Produktmix (1,1%) sowie weitere Effekte (0,8%). Andererseits reduzierten sich die Vertriebskosten in Relation zum Umsatz von 20,9% auf 16,9% bzw. erhöhten sich absolut nur deutlich unterproportional um 6,5% auf 42,07mEUR. Ein wesentlicher Grund dafür war eine um 280 Basispunkte niedrigere Marketingkostenquote, da Shop Apotheke aufgrund der hohen Nachfrage, die das Unternehmen an die Kapazitätsgrenze gebracht hat und auch einzelne Produkte zur besseren Abarbeitung temporär aus dem Sortiment genommen wurden, das Marketing deutlich reduziert hat. Zwar hat die erhöhte Nachfrage im Zuge der Corona-Krise auch zu einem verbesserten Ergebnis beigetragen, laut Unternehmensangaben hätte man jedoch auch unabhängig davon im ersten Quartal die Gewinnzone erreicht.

 

Da die Nachfrage auch im April unverändert hoch gewesen sei und weiterhin oberhalb der eigenen Planungen liege, erwartet das Unternehmen nun auch für das Gesamtjahr ein positives bereinigtes EBITDA und somit früher als bislang erwartet. Bereits mit Bekanntgabe der vorläufigen Umsatzzahlen für das erste Quartal Anfang April hatte das Management die Umsatzprognose von rund 20% auf mindestens 20% angehoben. Einen aktualisierten Ausblick wird der Vorstand jedoch erst mit einer verbesserten Visibilität im Rahmen der Halbjahreszahlen veröffentlichen. Der Start des Marktplatzes im zweiten Halbjahr sowie die Einführung von Lieferungen an gleichen Tag in deutschen Großstädten sollten das Wachstum weiter stützen. Auch die Kooperation mit Zava, einer Online-Arztpraxis, sei ein wichtiger Bestandteil gewesen, um das strategische Ziel einer kundenorientierten Online-Apotheke zu erreichen. Der Gesetzentwurf zum „Patientendaten-Schutz-Gesetz“, der eine verpflichtende Einführung des E-Rezeptes ab 2022 vorsieht, sei klar positiv, sodass dieses folglich schneller als erwartet in Deutschland eingeführt werden könnte. Unverändert erwartet das Management daher ab der zweiten Jahreshälfte 2021 deutliche Umsatzzuwächse aus diesem Bereich.

 

Aufgrund der deutlich verbesserten Profitabilität im ersten Quartal sowie der unverändert hohen Nachfrage auch im April habe ich meine Umsatz- und vor allem Gewinnschätzungen angehoben. Meine Umsatzerwartung für dieses Jahr erhöht sich auf 882,05mEUR (alt: 862,24mEUR), entsprechend einem Wachstum von 25,8%, da aktuelle Vorzieheffekte nicht auszuschließen sind. Zudem unterliegt das Geschäftsmodel saisonalen Schwankungen mit höheren Umsätzen im ersten und vierten Quartal aufgrund der Grippesaison. Meine EBITDA-Schätzungen für 2020 erhöhen sich von -6,58mEUR auf 11,29mEUR (1,3%) dagegen deutlich. In der Folge erwarte ich bereits im kommenden Jahr ein positives Nettoergebnis bzw. ein positives Ergebnis pro Aktie i.H.v. 0,32€ (alt: -0,81€), bei einem Umsatz i.H.v. 1.080,51mEUR (alt: 1.056,25mEUR) und einem EBITDA i.H.v. 31,58mEUR (alt: 11,23mEUR). 2022 erwarte ich insbesondere aufgrund der Einführung des E-Rezepts in Deutschland weiterhin ein deutliches Wachstum auf 1.667,70mEUR (alt: 1.638,59mEUR) sowie ein EBITDA von 86,03mEUR (alt: 70,13mEUR). Das Ergebnis je Aktie beträgt in diesem Fall 3,17€. Da Shop Apotheke in diesem Jahr die Gewinnzone erreichen wird, habe ich die Eigenkapitalkosten leicht reduziert. Zugleich gehe ich von einer geringeren Working Capital Quote für die Zukunft als bislang aus, mit entsprechend positiven Effekten auf den operativen Cashflow. Positiv zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass das Unternehmen im ersten Quartal auch einen leicht positiven Free Cashflow i.H.v. 1,15mEUR erzielt hat. Insgesamt erhöht sich aufgrund der beschriebenen Effekte das Kursziel von zuletzt 114,00€ auf 132,00€.  


24.04.2020 | E-Rezept als Game Changer

Nachdem Shop Apotheke in den vergangenen Jahren stark in den Aufbau des Geschäftsmodells und den Ausbau der eigenen Marktposition investiert hat – unter anderem auch durch anorganisches Wachstum – dürfte sich dies nun zunehmend auszahlen. So erzielte das Unternehmen in den vergangenen Jahren Verluste im zweistelligen Millionenbereich pro Jahr und musste somit das Wachstum auch über Kapitalerhöhungen finanzieren. Jüngst wurde daher nochmals eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von rund 65mEUR (Preis: 58€ je Aktie) durchgeführt, um vor allem den Working Capital Bedarf zu finanzieren. Nach einem bereinigten EBITDA i.H.v. -13,57mEUR im vergangenen Jahr (-1,9% vom Umsatz) plant das Unternehmen nun in diesem Jahr den Break-even. Mittelfristig strebt das Management eine EBIT-Marge von 6% (2019: -4,8%) an.

 

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 29,9% auf 701,01mEUR, wobei rund 28% davon organisch erzielt werden konnten. Dabei verzeichneten sowohl das DACH-Segment (+25,3%) als auch das Internationale (NL, FRA, BEL, SPA, ITA) Segment (+76,0%) zweistellige Wachstumsraten. Im internationalen Segment ist die Umsatzbasis mit 85,56mEUR jedoch noch deutlich geringer als in der DACH-Region mit 615,42mEUR. Wenngleich die Bruttomarge 2019 um 120 Basispunkte auf 19,6% gesteigert werden konnte, belasteten weiterhin hohe Vertriebskosten (+35,8%) das Ergebnis. Diese sind insbesondere durch Marketingkosten geprägt, um die Markenbekanntheit zu erhöhen sowie neue Kunden zu gewinnen. Die allgemeinen Verwaltungskosten (4,1% vom Umsatz) stiegen dagegen nur unterproportional um 25,5%.

 

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland und anderen europäischen Ländern hat Shop Apotheke nach einem sehr guten Januar und Februar ab März eine deutlich erhöhte Nachfrage verzeichnet, die das Wachstum nochmals beschleunigt hat. Demnach nutzen die Menschen in der aktuellen Situation vermehrt den Service von Online-Apotheken, anstatt in die lokale Vor-Ort Apotheke zu gehen. So stieg die Anzahl der Kunden in den ersten drei Monaten des Jahres weiter um 300.000 auf 5,0m an, wodurch sich der Umsatz im ersten Quartal um 33,0% auf 232,0mEUR erhöhte. Erneut konnte das internationale Segment mit einem Wachstum von 58,6% auf 31,0mEUR stärker im Umsatz zulegen als die DACH-Region mit einem Anstieg von 29,7% auf 201,0mEUR. Nach einem Wachstum von 12,4% auf 187,76mEUR im Vorjahr, konnte die Wachstumsdynamik zudem bei Rx-Medikamenten, d.h. bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, auf 23,0% erhöht werden. In der Folge erhöhte der Vorstand die Umsatzprognose für dieses Jahr von bislang rund 20% auf mindestens 20% und blickt damit optimistischer auf das Gesamtjahr. Gleichzeitig hat Shop Apotheke zuletzt die Marketingaufwendungen reduziert, um möglichst kosteneffizient zu arbeiten, da man eigenen Angaben zu Folge bereits an der Kapazitätsgrenze arbeitet.

 

Strategisch gesehen will sich Shop Apotheke von einem Online-Händler zu einer auf Gesundheit fokussierten Technologieplattform entwickeln. Im Rahmen dessen will sich Shop Apotheke zur führenden Online-Apotheke entwickeln, die sich auf die Bereiche verschreibungspflichtige Medikamente (Rx), rezeptfreie Medikamente (OTC) sowie Apotheken nahe Schönheits- und Körperpflegeprodukte (BPC) konzentriert. Ein Bestandteil davon soll ein im zweiten Halbjahr dieses Jahres geplanter Online-Marktplatz in Deutschland sein, auf dem ausgewählte Drittanbieter ihre Produkte ebenfalls an die Shop Apotheke Kunden anbieten können. Zu einem späteren Zeitpunkt ist dies auch in anderen Märkten geplant. Mit Nu3 wurde beispielsweise 2018 eine Akquisition getätigt, um sich im Bereich von gesunder und Fitness orientierter Ernährung zu positionieren. Im November 2017 hatte man sich mit Europa Apotheek im Bereich Rx-Medikamenten verstärkt und 2019 zu einer Marke – Shop Apotheke – in Deutschland zusammengeführt. Da Shop Apotheke eine Apothekenlizenz hat, kann das Unternehmen perspektivisch seine Services in alle Mitgliedstaaten der EU liefern und bietet somit weiteres Wachstumspotenzial. In diesem Zusammenhang bietet der gesamteuropäische Markt mit einem adressierbaren Volumen von 180 Milliarden € (2017) und einer Online-Penetration von rund 2% noch erhebliches Potenzial. Zum Vergleich: in den USA liegt der Online-Anteil bei 25%, in anderen europäischen Märkten (z.B. Musik, Filme, Bücher) liegt der Anteil bei 40%.

 

Ein bedeutender Anteil der 180 Mrd. € entfällt mit rund 130 Mrd. € auf den Rx-Markt. Zwar ist Shop Apotheke in Deutschland bereits berechtigt, rezeptpflichtige Medikamente zu verschicken, allerdings muss der Kunde dazu das Rezept per Post an Shop Apotheke schicken, was mit Zeitaufwand und zeitlicher Verzögerung im Vergleich zum Gang zur vor-Ort Apotheke verbunden ist. Folglich liegt der Anteil, der über Online Apotheken abgewickelt wird, in Deutschland derzeit lediglich bei etwa 1%. Europaweit lag der Anteil 2016 bei 2,5%. Anfang April hat das Gesundheitsministerium nun einen Gesetzesvorschlag unterbreitet, der vorsieht, dass das E-Rezept in Deutschland spätestens ab 2022 eingeführt werden muss. Der Kunde hat dann die Wahl, ob er sein Rezept in einer Online oder lokalen Apotheke einlöst. Ungeklärt ist in diesem Zusammenhang offenbar noch die Möglichkeit eines Rx-Bonus, der Online-Apotheken wie Shop Apotheke ermöglichen würde, verschreibungspflichtige Medikamente auch mit Rabatten zu verkaufen. Das Marktvolumen für Rx-Arzneimittel in Deutschland lag 2017 laut Angaben des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) bei 46,8 Mrd. € (OTC: 6,7 Mrd. €) und zeigt damit das immense Potenzial. Das Shop Apotheke Management erwartet daher ab dem zweiten Halbjahr 2021 nennenswerte Umsatzeffekte aus der Einführung des E-Rezepts und für die kommenden Jahre einen starken Umsatzschub. In anderen Märkten war zu beobachten, dass nach Einführung des E-Rezepts die Online Penetrationsrate in wenigen Jahren auf 10% gestiegen ist. Durch die fortschreitende Digitalisierung und die Affinität der Menschen, Produkte zunehmend Online zu kaufen, sowie den voraussichtlich attraktiven Preiskonditionen, sollte dies eine erreichbare Größenordnung sein. Zugleich hat Shop Apotheke zuletzt im Rhein/Ruhr Gebiet bereits Same-Day-Delivery getestet und plant dies in anderen Metropolen in Deutschland auszubauen. Zudem wurde mit Zava, einer der führenden Online-Arztpraxen in Deutschland und Europa eine Kooperation geschlossen. Auf Seiten von Shop Apotheke bietet die Einführung des E-Rezepts eine schnellere Lieferung an den Kunden durch die elektronische Übertragung des Rezepts, eine steigende Kundenloyalität, einen höheren Bestellwert, eine höhere Bestellfrequenz sowie geringere Kundengewinnungskosten. Um den erwarteten Umsatzanstieg zu bewältigen, errichtet das Unternehmen derzeit ein neues Logistikzentrum mit einer auf 40.000qm verdoppelten Kapazität. Diese soll dann ab dem zweiten Quartal 2021 vollständig zur Verfügung stehen.

 

Ich erwarte daher für dieses Jahr ein Wachstum von 23,0% auf 862,2mEUR sowie ein EBITDA von -6,68mEUR. Im kommenden Jahr sollte sich der Umsatz durch die höheren Kapazitäten am neuen Standort, der Einführung des neuen Marktplatzes in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte 2020 sowie ersten Effekten aus dem E-Rezept um 22,5% auf 1.056,25mEUR erhöhen und damit erstmals die Milliardenmarke überschreiten können. Das EBITDA erwarte ich bei 11,23mEUR. Im Jahr 2022 erwarte ich einen erheblichen Umsatzanstieg durch das E-Rezept von 55,1% auf 1.638,59mEUR bei einem EBITDA von 70,13mEUR. Mittelfristig berücksichtigt mein Model eine EBIT-Marge von 6,2%, die damit im Rahmen des mittel- und langfristigen Margenziels von 6% liegt. Insgesamt resultiert dadurch zum aktuellen Zeitpunkt ein Kursziel von 114,00€ (EK-Kosten 9,44% / WACC 8,90%) und bietet somit ein deutliches Potenzial.