Die SHS VIVEON AG ist ein Software- und Beratungsunternehmen mit Fokus auf Customer Management Lösungen und ist ein Komplettanbieter für Kundenmanagementlösungen: Im Bereich Kundenrisikomanagementlösungen für den B2C-Finanzdienstleistungs- und Telekommunikations-Markt hat der Konzern bereits seit Jahren einen Namen: die hauseigene Produktmarke GUARDEAN steht für die gesamte Produktfamilie Kundenrisikomanagement. Zur Konzerngruppe gehören neben der Muttergesellschaft zwei operative Tochtergesellschaften und eine nicht operativ tätige Tochtergesellschaft sowie eine Niederlassung in Österreich. Die Kompetenzen von SHS VIVEON umfassen alle Themen, die für ein ganzheitliches Kundenmanagement entscheidend sind. Dazu zählen Customer Value Management, Customer Risk Management, Customer Analytics, Campaign Management, Business Intelligence und Data Warehousing. Die Kundengruppe ist breit gefächert: Banken & Finanzdienstleister gehören ebenso dazu wie eCommerce-Unternehmen und Handelsunternehmen, die Industrie, Telekommunikationsunternehmen und Medienhäuser. 


25.09.2018 | solide zahlen zum halbjahr

SHS Viveon hat gestern den Bericht für die ersten 6 Monate 2018 veröffentlicht. Aufgrund des Verkaufs des Geschäftsbereichs "Service Customer Value Relationship" im Herbst letzten Jahres und der Fokussierung auf das Softwaregeschäft sowie damit verbundene Beratungs- und Implementierungsarbeiten war der Umsatz deutlich rückläufig von 10,7 Mio. € auf 5,6 Mio. €. Im ersten Quartal dieses Jahres hat man das noch verbliebende Consulting-Geschäft im Bereich Omni-Chanllen mit den Partnerprodukten Microsoft Dynamics (CRM) und Adobe (Kampagnenmanagement) eingestellt, auf die im ersten Halbjahr noch ein Umsatzbeitrag von <0,3 Mio. € entfällt. Der Rest entfällt auf Credit Management Umsätze, wovon 2,98 Mio. € Softwareerlöse darstellen. Davon wiederum waren 63% wiederkehrende Umsatzerlöse, sodass der Vorjahreswert von 52% deutlich erhöht werden konnte. Der Anteil der Softwareerlöse, der nun im ersten Halbjahr bei rund 56% lag, soll zukünftig auf >70% gesteigert werden und ist damit auch ein maßgeblicher Treiber für die zukünftige Ergebnisentwicklung.

 

Trotz bereits erfolgreich realisierter Kosteneinsparungen, die laut Angaben auf der Hauptversammlung auch um 20% bzw. 760TEUR höher als bugdetiert ausfallen, war das EBITDA mit -0,12 Mio. € noch negativ. Zudem muss berücksichtigt werden, dass darin 250TEUR Earn-Out Zahlungen von der mVISE enthalten sind. Bereinigt um diesen Wert lag das EBITDA bei -0,37 Mio. € und lag damit dennoch oberhalb des Vorjahreswertes von -0,48 Mio. €. Zum 30.06.2018 verfügte die Gesellschaft über Liquide Mittel i.H.v. 3,83 Mio. €, wobei im ersten Halbjahr Bankdarlehen i.H.v. 0,5 Mio. € getilgt wurden. Nach dem Bilanzstichtag wurden weitere 1,0 Mio. € zurückgeführt, sodass SHS keinerlei Bankkredite mehr in der Bilanz ausweist. Jedoch hat man sich zugleich eine neue Kreditlinie zu verbesserten Zinskonditionen sichern können.  Zukünftig will sich das Unternehmen auf die eigenen Produktlösungen RiskSuite, DebiTex, proofitBox und myCredit Monitor fokussieren. Für DebiTex wurde beispielsweise eine SAP Anbindung mit Partner entwickelt. myCredit Monitor ist eine SaaS- und Cloud-basierte Lösung, die neu am Markt eingeführt wurde und als Einstiegsprodukt für kleinere und mittlere Unternehmen dient. Sehr zu beachten ist auch der Fakt, dass SHS im ersten Halbjahr keine bestehenden Kunden verloren hat und alle anstehenden Vertragsverlängerungen realisiert werden konnten. Wichtig für den zukünftigen Erfolg sei nun die weitere Professionalisierung und Reduzierung von Komplexität, ein weiterhin stringentes Kostenmanagement, Ertragsverbesserungen im Bestandskunden-Management, der Fokus im Vertrieb auf Neukundenakquise und der Ausbau von Vertriebspartnerschaften. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte erwartet das Management dabei einen im Vergleich zum ersten Halbjahr gleichbleibenden Umsatz sowie ein positives EBITDA. Da das zweite Halbjahr traditionell jedoch das etwas stärkere Halbjahr ist, jedoch die noch in der ersten Jahreshälfte angefallenen Umsätze aus dem Omni-Channel Bereich angefallen sind, dürfte auf vergleichbarer Basis bereits eine Dynamik zu verzeichnen sein. Dazu halte ich es für möglich, dass sich der Vorstand hier auch bewusst zurückhält, da zugleich betont wird, dass man über eine vielversprechende Vertriebspipeline verfügt.

 

Ich rechne daher bei leicht reduzierten Umsatzschätzungen (11,5 Mio. € vs. 11,7 Mio. € zuvor) mit einem Umsatz von 5,9 Mio. € in HJ2, der damit weiterhin am unteren Ende der Spanne von 11-13 Mio. €, die zugleich bestätigt wurde, liegt. Beim EBITDA rechne ich  nun durch eine weitere Earn-Out Zahlung im August i.H.v. 0,25 Mio. € durch die mVISE mit einem leicht positiven EBITDA i.H.v. 0,15 Mio. €, entsprechend einem EBITDA von 0,27 Mio. € in HJ2. Das bereinigte EBITDA wird mit -0,35 Mio. € jedoch noch leicht negativ ausfallen. Insgesamt verbleibt das Kursziel jedoch unverändert bei 7,20€.


08.08.2018 Personeller Neustart soll Unternehmen wieder zu Erfolg führen

Die SHS Viveon hat ereignisreiche Jahre hinter sich und auch die letzten Wochen haben das Unternehmen deutlich verändert. Nachdem sich unter dem langjährigen CEO und Großaktionär Stean Gilmozzi kein nachhaltiger Unternehmenserfolg einstellen konnte, wurde dieser im April vergangenen Jahres von seinen Aufgaben freigestellt. Bis im Oktober mit Herrn Axel Kock ein neuer CEO vorgestellt wurde, übernahm der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Andreas Beyer die Vorstandstätigkeit von Herrn Gilmozzi. Im November 2017 wurde mit Herrn Pauly zudem ein neues Aufsichtsratsmitglied bestellt, der dann zum Vorsitzenden gewählt wurde. Dieser war >20 Jahre u.a. in führenden Positionen bei Siemens und im Anschluss als Vorstand bei der Deutschen Telekom aktiv. 

 

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