SINGULUS TECHNOLOGIES baut innovative Maschinen und Anlagen für effiziente und ressourcenschonende Produktionsprozesse. Die Strategie von SINGULUS TECHNOLOGIES besteht in der Nutzung und Erweiterung der bestehenden Kernkompetenzen.

Die Kernkompetenzen beinhalten die Beschichtungstechnik, Oberflächenbehandlung, die Nasschemie sowie thermische Verfahrensprozesse. Das Unternehmen bietet Maschinen an, die weltweit in den Bereichen Solar, Halbleitertechnik, Medizintechnik, Consumer Goods und Optical Disc eingesetzt werden. Bei allen Maschinen, Verfahren und Applikationen nutzt SINGULUS TECHNOLOGIES das Know-how in den Bereichen Automatisierung und Prozesstechnik.


21.11.2018 | Prognoseanhebung nach guten 9 Monaten sehr wahrscheinlich

Singulus hatte am Donnerstag vergangener Woche den Bericht für die ersten 9 Monate veröffentlicht, nachdem bereits zuvor vorläufige Zahlen bekannt gemacht wurden. So stieg der Umsatz in den ersten 9 Monaten um 43,1% auf 91,0 Mio. € an. Im dritten Quartal konnte der Umsatz auf 44,6 Mio. € (vj. 15,3) fast verdreifacht werden. Hintergrund dieser sehr guten Entwicklung ist vor allem das Segment Solar. Dort konnten die Umsätze um 58,4% bzw. 311,6% ggü. dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Zurückzuführen ist dies auf einen erhöhten Abarbeitungsgrad bei den CIGS Maschinen für den chinesischen Kunden CNBM. Aber auch die anderen beiden Segmente Optical Disc (+6,3%/+43,6%) und Halbleiter (+5,1%/+28,6%) konnten zur positiven Umsatzentwicklung beitragen.

 

Zugleich konnte auch das Ergebnis (EBIT) ggü. dem Vorjahr erheblich gesteigert werden. So lag das EBIT nach 9 Monaten bei 4,0 Mio. €, entsprechend einer Verzehnfachung ggü. dem Vorjahr. Im dritten Quartal konnte durch das hohe Umsatzvolumen (44,6 Mio. € vs. 46,4 Mio. € in HJ1) ein EBIT von 5,2 Mio. € (vj. -2,1) erreicht werden. Maßgeblicher Treiber für diese Entwicklung ist auch hier das Segment Solar gewesen.

 

Des Weiteren stieg auch der Auftragseingang um 39,7% auf 74,6 Mio. € in den ersten 9 Monaten an. Das Book-to-Bill lag jedoch nur noch bei 0,82. Im dritten Quartal musste dagegen ein deutlicher Rückgang beim Auftragseingang um 64,8% auf 9,6 Mio. € verzeichnet werden (Book-to-Bill 0,22), sodass auch der Auftragsbestand zum 30.09. mit 90,3 Mio. € 9,4% unterhalb des Vorjahreswertes lag. Allerdings ist dies auch regelmäßig auf stichtagsbezogene Effekte zurückzuführen. So hatte Singulus Anfang November 3 Letter of Intents (LOIs) im Gesamtwert von rund 200 Mio. € mit seinem Hauptkunden und Großaktionär CNBM unterzeichnet. Nun sollen mit CNBM im Rahmen der Vertragsverhandlungen die genauen Liefermodalitäten vereinbart werden. Die Lieferungen sollen dabei in 2019 und 2020 erfolgen. Bei entsprechendem Eingang der Anzahlungen bis Jahresende dürfte dies den Auftragsbestand zum 31.12.2018 wieder deutlich erhöhen. Zudem berichtete der Vorstand in der Telefonkonferenz über gute Gespräche für Maschinen im Bereich Heterojunction und erwartet entsprechende Auftragseingänge für die erste Jahreshälfte 2019. Dazu sollen weitere Produktionsanlagen für die Medizintechnik entwickelt werden, nachdem Ende 2017 ein erster Auftrag für den Verkauf von Prozessanlagen zur Bearbeitung von Kontaktlinsen - mit Zusatzauftrag im Juni 2018 - erhalten wurde. Darüber hinaus wurde im Januar dieses Jahres der erste Auftrag aus der Automobilindustrie erhalten. Hierbei sollen die Singulus Maschinen zur chromfreien Beschichtung von KFZ-Teilen, dem sogenannten Decorative Coating, beitragen. In der Telefonkonferenz bestätigte der Vorstand auf Nachfrage zudem die positiven Aussichten und hält einen zukünftigen Umsatz von 20-30 Mio. € (2017: 8,0) für den Halbleiterbereich für möglich.

 

Dazu war im dritten Quartal nun der Übergang der Aktien vom bisherigen Großaktionär Herrn Lacher an CNBM von großer Bedeutung, da davon auszugehen war, dass dies auch mit entsprechend neuen Aufträgen einher geht. Im Rahmen dessen hat CNBM in einem ersten Schritt nun 13,1% der Aktien an Singulus erworben und plant weitere Aktien zu erwerben. Dabei soll - wie ursprünglich geplant - der Anteil auf 16,8% erhöht werden. Damit sollte zugleich das Vertrauen des Kapitalmarktes in die positive zu erwartende Geschäftsentwicklung in den kommenden Jahre durch weitere Aufträge durch CNBM - potenzielles Umsatzvolumen > 1 Mrd. € - gestärkt werden.

 

Mit Blick auf die Jahresprognose hat der Vorstand diese unverändert belassen und erwartet weiterhin einen Umsatz im niedrigen dreistelligen Millionenbereich sowie ein EBIT im mittleren einstelligen Millionenbereich. Angesichts der Tatsache, dass nach 9 Monaten mit 4,0 Mio. € diese Prognose bereits erreicht wurde und auch für das vierte Quartal mit einer positiven Entwicklung gerechnet wird, dürfte eine Anhebung in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich sein. Dazu wird auch für 2019 eine weitere Umsatz- und Ergebnissteigerung erwartet, wobei das EBIT ebenfalls im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen soll. Aufgrund dessen, dass der Vorstand mit operativen Kosten von rund 30 Mio. € agieren will, ist dies jedoch sowohl für 2018 als auch für 2019 zu konservativ. Allerdings erachte ist dieses Ziel für die operativen Kosten als zu niedrig und nicht erreichbar, da bereits nach 9 Monaten ein Anstieg der operativen Kosten von 26,4% zu verzeichnen ist. Meines Erachtens wäre hier ein strikteres Kostenmanagement durch den Finanzvorstand nötig. Ich rechne daher mit operativen Kosten i.H.v. 32,0 Mio. €, bei einem Umsatz i.H.v. 140,0 Mio. € und einer Bruttomarge von 29,75%. Dadurch ergibt sich ein EBIT für das Gesamtjahr von 9,3 Mio. € und würde bei einem nochmals leicht höheren Umsatz in Q4 ggü. Q3 (49,0 Mio. € vs. 44,6) einem EBIT von 5,3 Mio. € (Q3 5,2) entsprechen. Für das kommende Geschäftsjahr rechne ich dann mit einer weiteren Umsatz und Ergebnissteigerung auf 165,0 Mio. € bzw. 15,0 Mio. € durch die neuen Aufträge. Insgesamt sehe ich für die Singulus Aktie damit einen fairen Wert bei 19,00€.