Die SNP Gruppe ist eine softwarebezogene Unternehmensberatungsgesellschaft, die sich auf die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Datenverarbeitung spezialisiert hat, wobei eigene Softwareentwicklungen insbesondere auf dem Gebiet des digitalen Transformationsmanagements eingesetzt werden. SNP versetzt Unternehmen in die Lage, mit einer veränderungsfreudigen IT den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten und Chancen im Markt zu nutzen. Lösungen und Software von SNP ermöglichen Zusammenführungen von bisher getrennten IT-Landschaften, unterstützen M&A-Projekte und Carve-outs und fördern die Erschließung neuer Märkte jenseits des Heimatmarktes. Mit SNP  Transformation Backbone® with SAP LT bietet SNP die weltweit erste Standardsoftware, die Änderungen in IT-Systemen automatisiert analysiert und umsetzt. Für die Kunden bieten sich dadurch klare Qualitätsvorteile, gleichzeitig können Zeitaufwand und Kosten bei Transformationsprojekten signifikant  reduziert werden.


25.08.2020 | Das Beste kommt erst noch

Nachdem SNP bereits Mittel Juli vorläufige Zahlen veröffentlicht hat, wurden Anfang August die finalen Zahlen bekannt gegeben. Trotz der Beeinträchtigungen durch COVID-19 konnte der Umsatz im zweiten Quartal um 13,8% auf 34,29mEUR gesteigert werden, wozu sowohl das Service-Segment (24,36mEUR / +12,7%) als auch der Softwarebereich (9,93mEUR / +16,4%) beigetragen hat. Auf Halbjahresbasis ergab sich ein Umsatzwachstum von 16,6% auf 68,66mEUR, das vor allem durch deutlich gestiegene Softwareumsätze (19,00mEUR / +28,8%) unterstützt wurde. Dies geht unter anderem auf die vorangeschrittene Umsetzung der Software- und Partnerstrategie zurück. Vor allem die Umsätze mit den margenstärkeren Eigenprodukten konnten um 39,1% auf 15,3mEUR deutlich gesteigert werden. Aber auch die Serviceumsätze konnten um 12,5$ auf 49,66mEUR gesteigert werden. Auf einem hohen Niveau hat sich auch der Auftragseingang im zweiten Quartal gehalten, der mit 45,10mEUR nur 2,4% unter dem Vorjahreswert lag. Zum Halbjahr stand dennoch ein Anstieg von 9,1% auf 92,80mEUR zu Buche. Während der Auftragseingang im Softwaresegment im zweiten Quartal erneut um 11,6% auf 12,50mEUR gesteigert werden konnte, reduzierte sich dieser im Servicebereich leicht um 6,6% auf 32,7%. Nach 6 Monaten verzeichneten beide Bereiche ein Plus von 19,7% (29,20mEUR) bzw. 4,9% (63,70mEUR), sodass der Anteil des Softwaresegments auf 31,4% (Vj. 28,7%) anstieg. Besonders erfreulich ist auch die sehr gute Auftragssituation im SAP S/4Hana Bereich. Hier erhöhte sich der Auftragseingang erheblich von 9,5mEUR auf 28,1mEUR. Der Auftragsbestand im Gesamtkonzern erhöhte sich zum 30.06.2020 deutlich um 44,2% auf 102,70mEUR, wovon auf den Servicebereich 59,10mEUR (+11,3%) und auf den Softwarebereich 43,60mEUR (+140,9%) entfallen.

 

Auf der Profitabilitätsseite konnte SNP zwar weiter Fortschritte erzielen und das EBIT sowohl gegenüber dem ersten Quartal (-3,99mEUR) als auch dem Vorjahresquartal (-2,59mEUR) deutlich steigern. Mit -0,90mEUR blieb dieses jedoch weiter im negativen Bereich. Dies ist aber u.a. auch auf die saisonale Struktur des Geschäfts zurückzuführen, im Rahmen dessen in der zweiten Jahreshälfte höhere Softwareumsätze und damit bessere Margen erzielt werden. Zudem hat SNP bewusst erhöhte Aufwendungen für den Aufbau des Partnernetzwerks im Softwaresegment (Standortaufbau, Personalaufbau) in Kauf genommen. Dies zeigt sich auch mit Blick auf die Marge im Softwaresegment, die mit 2,5% (Vj. 9,3%) nur leicht positiv ausfiel und damit die Vorlaufinvestitionen deutlich machen. Gelingt jedoch in den kommenden Quartalen der zunehmende Vertriebsansatz über das Partnermodell, welcher eine hohe Skalierbarkeit und ein starkes Wachstum der Softwareumsätze ermöglicht, dürfte sich die EBIT-Marge deutlich in den zweistelligen Prozentbereich entwickeln.

 

Den Ende April reduzierten Ausblick für Umsatz (145-170mEUR / -0,1% bis +17,1%) und Ergebnis (EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich) hat das Management mit Vorlage der Halbjahreszahlen bestätigt. Mit dem erreichten Umsatzwachstum von 16,6% liegt SNP zum Halbjahr sehr gut im Plan, um auf der Umsatzseite das obere Ende zu erreichen. Allerdings muss in diesem Zusammenhang auch betont werden, dass die Vorjahresbasis im ersten Halbjahr 2019 recht niedrig war und im zweiten Halbjahr 2019 u.a. durch größere Lizenzdeals deutlich höhere Umsätze (86,29mEUR vs. 58,90mEUR) erzielt wurden. Mit Blick auf die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr ist daher von entscheidender Bedeutung wie sich die Partnerschaften mit bisherigen Partnern wie IBM, T-Systems, MHP, All For One und Common MS entwickeln sowie inwiefern weitere Partnerschaften bzw. Kooperationen geschlossen werden können. Ebenso wurden einige Projekte vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie unterbrochen oder zurückgestellt. Allein die Zusammenarbeit mit All for One hat meinen Berechnungen zu Folge aber beispielsweise in Abhängigkeit der verschiedenen Conversion/4 Preis-Modelle und der Kundenanzahl die gewonnen werden kann das Potenzial zu einem jährlich wiederkehrenden Umsatz im mittleren bis oberen zweistelligen Mio. € Bereich. Zudem berichtet SNP unverändert über eine vielversprechende Sales-Pipeline. Ebenso dürfte neben der reinen Transformation auf S/4Hana auch die Zusammenarbeit mit Hyperscalern immer wichtiger werden, da die Kunden zukünftig ihr SAP-System vorrangig in der Cloud und nicht wie bisher hauptsächlich in eigenen Rechenzentren betreiben werden. Damit ist eine enge Zusammenarbeit mit Microsoft, Google oder Amazon entsprechend wichtig, um den Kunden möglichst viel aus einer Hand anbieten zu können und somit den Weg zu S/4Hana so unbeschwert wie möglich zu machen. Da sich aus aktueller Sicht keine notwendigen Anpassungen meiner Schätzungen ergeben, bleibt das Kursziel vorerst bei 111,00€. Sollten sich allerdings in den kommenden Monaten oder Quartalen weitere Partnerschaften mit IT-Beratungshäusern oder Hyperscalern ergeben, die vor allem den Softwareumsatz deutlich stärken würden, ergäbe sich entsprechendes Anhebungspotenzial.


18.07.2020 | Corona-Effekte kaum sichtbar

SNP hat jüngst vorläufige Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht, die vor dem Hintergrund der Corona-Einschränkungen überraschend gut ausgefallen sind. Demnach stiegen die Umsatzerlöse im Zeitraum zwischen April und Juni um rund 14% auf etwa 34mEUR an, sodass zum Halbjahr ein Wachstum von rund 17% auf ca. 69mEUR zu Buche steht. Damit hat sich das Wachstum gegenüber dem ersten Quartal (+19,5%) trotz der COVID-19 Beeinträchtigungen nur leicht verringert und zeigt die gute Remote-Fähigkeit des Geschäftsmodells. Mit Blick auf das Ergebnis konnte SNP u.a. durch deutlich geringere Reisekosten das EBIT sowohl gegenüber dem ersten Quartal als auch im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich verbessern. Mit -0,9mEUR fiel das EBIT zwar erneut negativ aus, konnte allerdings Im Vergleich zu Q1 2020 (-3,99mEUR) und Q2 2019 (-2,59mEUR) deutlich gesteigert werden. Der Auftragseingang konnte zwar im zweiten Quartal mit 45,3mEUR (Vj.46,2mEUR / -2,0%) nicht ganz das Vorjahresniveau erreichen, bewegt sich aber unverändert auf einem hohen Niveau. Nach den ersten sechs Monaten resultierte dennoch ein Anstieg beim Auftragseingang von 9,3% auf 93,0mEUR. Der Auftragsbestand dürfte zudem bei 117,5mEUR Ende Juni liegen und damit rund 65% höher als noch ein Jahr zuvor. Zurückzuführen ist der gestiegene Auftragseingang vor allem auf den Softwarebereich, in dem die Aufträge im zweiten Quartal um 9,8% und im ersten Halbjahr um 18,4% gesteigert werden konnten. Im Servicesegment dagegen wurde im zweiten Quartal ein leichter Rückgang beim Auftragseingang von 5,7% verzeichnet, wenngleich auf Halbjahresbasis ein Plus von 5,6% zu Buche stand. Den Ende April reduzierten Ausblick (145-70mEUR Umsatz & EBIT-Marge im mittleren einstelligen %-Bereich) hat das Management im Rahmen dessen bestätigt.

 

Ebenfalls am Tag der Veröffentlichung der Quartalszahlen hat SNP eine Kapitalerhöhung über 9,2% des Grundkapitals (610.000 Aktien) zu einem Preis von 46,00€ je Aktie durchgeführt, sodass der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von 28,1mEUR zugeflossen ist. Dies soll zur Eigenkapitalstärkung sowie zur Finanzierung der Wachstumsstrategie eingesetzt werden. Ende Juni hatte SNP eine Partnerschaft mit der All for One Group bekannt gegeben, wobei die Transformation der All for One Kunden (>2.500) auf SAP S/4Hana mit der SNP Software Crystal Bridge und dem SNP Bluefield Ansatz erfolgen soll. Dabei wird All for One seinen Kunden 4 verschiedene Abo-Modelle anbieten, die unter anderem auch die Migration auf SAP S/4Hana beinhalten. Die Zusammenarbeit ist hierbei auf eine Laufzeit von 8 Jahren ausgelegt, wobei die Vertragslaufzeiten laut All for One Homepage bei 3 oder 5 Jahren liegen. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch Microsoft mit der Cloud-Platform Azure. Würden alle All for One Kunden nur das Basic-Paket (17.900€ pro Monat) nutzen, entspräche dies einem potenziellen Jahresumsatz von 537mEUR.  Würde man beispielsweise eine 25% Conversion-rate und einen Umsatzanteil von ca. 10% ansetzen der auf SNP entfällt, ergäbe sich daraus ein jährliches Umsatzpotenzial von rund 13,4mEUR.

 

In Folge der Q2-Zahlen sowie der Kapitalerhöhung habe ich diese in meinen Schätzungen bzw. meinem Model berücksichtigt und meine Umsatzschätzungen leicht auf 162,32mEUR (+ 11,8% / alt: 158,46mEUR) erhöht, die EBIT-Schätzungen jedoch von 7,98mEUR auf 7,50mEUR (4,6% vom Umsatz) reduziert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass nun zum Halbjahr ein EBIT-Verlust i.H.v. 4,9mEUR angefallen ist und im zweiten Halbjahr 2019 hohe Lizenzerlöse verbucht werden können, die in dieser Form in diesem Jahr nicht wieder zu erwarten sind. Insgesamt reduziert sich das Kursziel durch die Verwässerung von zuletzt 115,00€ auf 111,00€. 


07.05.2020 | Die langfristigen Chancen überwiegen

SNP hat jüngst die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020 senken müssen. Nachdem diese bislang einen Umsatzanstieg auf 175-185mEUR (2019: 145,19mEUR) vorsah, wird nun mit einer Umsatzspanne von 145-170mEUR kalkuliert. Zugleich wurde die Prognose für die EBIT-Marge von 6,5-8,5% auf einen Wert im mittleren einstelligen Prozentbereich reduziert. Während die Umsatzprognose auf Projektverschiebungen und damit eine verzögerte Umsatzrealisierung zurückzuführen ist, ist die geringere Margenerwartung einerseits eine Folge des reduzierten Umsatzniveaus sowie andererseits ein Ergebnis des erfolgten Personalaufbaus. Hier hat sich SNP insbesondere im Partnermanagement verstärkt, um global die entsprechenden Personalkapazitäten aufzubauen. Nach einem schwächeren zweiten Quartal rechnet das Management dann wieder mit besseren Rahmenbedingungen im dritten Quartal.

 

Dennoch verlief das erste Quartal weitestgehend ohne negative Effekte durch COVID-19. Der Umsatz konnte um 19,5% auf 34,38mEUR gesteigert werden und war getrieben durch ein deutliches Wachstum im Software-Segment von 45,7% auf 9,07mEUR. Aber auch im Service-Geschäft konnte der Umsatz um 12,3% auf 25,30mEUR gesteigert werden. Der Umsatzanteil mit Software erhöhte sich in der Folge von 21,7% auf 26,4%. Das Ergebnis im Service-Segment verbesserte sich aufgrund des erhöhten Umsatzes und der damit verbunden verbesserten Auslastung von -2,47mEUR auf -1,16mEUR, während das Ergebnis im Softwarebereich von 0,80mEUR auf -0,05mEUR zurückging. Hintergrund ist der bereits beschriebene Aufbau der Strukturen für das Partnermanagement. Der Auftragseingang im ersten Quartal erhöhte sich um 22,6% auf 47,7mEUR, getragen durch einen deutlichen Anstieg im Bereich Service (31,0mEUR / +21,1%) sowie Software (16,7mEUR / +25,6%). Der Auftragsbestand erhöhte sich im Konzern um über 100% auf 106,20mEUR (Vj. 49,00mEUR). Dabei hat sich der Auftragsbestand im Software-Bereich auf 44,1mEUR (Vj. 11,30mEUR) fast vervierfacht, im Servicegeschäft hat sich der Auftragsbestand um 64,7% auf 62,10mEUR ebenfalls stark erhöht.

 

Nachdem SNP zuletzt mit MHP sowie Common MS (beide im März) zwei neue Partnerschaften abgeschlossen hat, befindet sich das Unternehmen eigenen Angaben zu Folge mit weiteren potenziellen Partnern in Gesprächen. In diesem Zusammenhang will man bei weiteren Partnerschaften den Fokus mehr auf eine wiederkehrende Basis richten anstatt auf hohe Einmallizenzen. Am 20. Mai veranstaltet SNP das sogenannte „The Digital Transformation Summit“ als 24h Online-Event mit IBM, T-Systems sowie Microsoft als Partner, sodass im Rahmen dessen ggf. Neuigkeiten bekannt gegeben werden könnten. Unabhängig von diesem Event erwarte ich in den kommenden Monaten weitere Partnerschaften mit anderen IT-Beratungsunternehmen. Aufgrund des reduzierten Ausblicks habe ich ebenfalls meine Schätzungen für dieses Jahr gesenkt und erwarte nun einen Umsatzanstieg von 9,2% auf 158,46mEUR (alt: 176,46mEUR) sowie eine EBIT-Marge von 5,0% (alt: 7,5%). Da SAP-Kunden unverändert in den kommenden Jahren auf S/4Hana umstellen werden müssen haben die generellen Wachstumstreiber unverändert Bestand. Der Anteil des Software-Segments von 35,0% am Auftragseingang und 41,5% am Auftragsbestand zeigt zudem die klare Ausrichtung auf den Softwarebereich für die kommenden Jahre, die gleichzeitig mit einer deutlich steigenden Konzernmarge einher gehen wird. Ich rechne daher im kommenden und übernächsten Jahr mit entsprechenden Nachholeffekten, sodass sich meine Schätzungen für 2022 nur leicht reduziert haben. Für den Umsatz erwarte ich nun 238,31mEUR (alt: 240,60) und für das EBIT 36,19mEUR (alt: 37,60mEUR). Zusätzliche Opportunitäten könnten sich durch verstärkte M&A-Aktivitäten ergeben, im Rahmen dessen SNP sowohl bei der Integration als auch bei der Abspaltung von Unternehmen bzw. Unternehmensbereichen unterstützen kann. Insgesamt reduziert sich das Kursziel aufgrund der etwas gesunkenen Margenannahmen leicht von bisher 120,00€ auf 115,00€.



03.04.2020 | Carve-outs und M&A Transaktionen als Trigger?

SNP hat jüngst endgültige Zahlen für 2019 veröffentlicht. Der Umsatz stieg insbesondere durch einen stark angestiegenen Softwareumsatz (47,58mEUR / +46,4%) um 10,8% auf 145,19mEUR (LSe: 148,22 / Prognose 145-150mEUR) an. Dies war vor allem auf einen deutlichen Anstieg der Lizenz- und Cloud-Umsätze durch die Ausweitung des Geschäftsvolumens mit Partnern zurückzuführen. Dadurch stieg auch der Umsatz mit den SNP Eigenprodukten erheblich auf 40,0mEUR (Vj. 18,1) an. Das Beratungsgeschäft (Service Segment) war einerseits durch eine Zurückhaltung bei der Beauftragung von IT-Projekten im Vorfeld anstehender S/4Hana Umstellungsprojekte, die durch einen spürbaren Anstieg in HJ2 nicht kompensiert werden konnten, belastet. Andererseits haben sich auch negative Wechselkurseffekte, insbesondere aus dem argentinischen Peso, ergeben.

 

Das Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. So erreicht das EBIT 2019 einen Wert von 7,00mEUR (Vj. -2,55mEUR), sodass die EBIT-Marge mit 4,8% am oberen Ende der Prognose (unterer bis mittlerer einstelliger %-Bereich) lag. Zu dieser Entwicklung haben beide Segmente maßgeblich beigetragen. Einerseits haben die deutlich gestiegenen Softwareumsätze (EBIT-Marge 27,4%) durch den erhöhten Umsatzanteil (32,8% vs. 24,8% 2018) dazu beigetragen. Andererseits konnte auch das Service-Segment durch eine verbesserte Auslastung das Ergebnis verbessern. Zugleich gilt es mit Blick auf das Ergebnis zu berücksichtigen, dass SNP die F&E-Aufwendungen, u.a. zur Weiterentwicklung der Software, deutlich auf 29,5mEUR (Vj. 16,6mEUR) erhöht und diese Kosten nicht aktiviert hat.

 

Der Auftragseingang erhöhte sich 2019 deutlich um 52,2% auf 201,3mEUR, sodass auch der Auftragsbestand entsprechend um 64,7% auf 92,7mEUR anstieg. Während der Auftragseingang im Service Segment um 26,8% auf 123,5mEUR anstieg, erhöhten sich die Neuaufträge für Software um 124,9% auf 77,8mEUR deutlich. Vom Auftragsbestand entfallen entsprechend 53,7mEUR auf das Service Segment (+8,5%) und 39,0mEUR (+473,5%) auf das Software-Segment. Dabei zeigt sich auch eine deutliche Dynamisierung beim Thema SAP S/4Hana. Lag der Auftragseingang im Vorjahr mit 8,8mEUR noch im einstelligen Mio. € Bereich, hat sich dieser 2019 auf 27,8mEUR mehr als verdreifacht und zeigt, dass das Thema nun an Fahrt gewinnt. Dies hatten zuletzt auch Umfragen des DSAG sowie von Lünendonk bestätigt.

 

Ein sehr wichtiger Bestandteil der Entwicklung im vergangenen Jahr bei SNP war der Aufbau eines Partnernetzwerkes. Mit Michael Eberhardt, der zuvor bei DXC war, konnte ein erfahrender Manager als COO gewonnen werden, der seit Mitte 2019 SNP sukzessive auf den Partnervertrieb ausrichtet. Dadurch positioniert sich SNP zunehmend als Softwareunternehmen, unterstützt die Partner durch Schulungen sowie Services und kann das eigene Geschäft stark skalieren. Mit IBM und T-Systems konnten bereits große Partnerschaften geschlossen werden. Während IBM global zu den Top IT-Beratungshäusern bei der S/4Hana Migration gehört, hat T-Systems im deutschsprachigen Raum eine sehr starke Positionierung. Mit IBM wurde beispielsweise die Migration auf S/4Hana bei der Volkswagen Tochter VW Sachsen, die den Bereich E-Mobilität betreut, durchgeführt. Aufgrund der schnellen und reibungslosen Migration soll dieses Projekt nun als Basis für den gesamten Volkswagenkonzern dienen. Ein weiteres Projekt konnte bei Vodafone realisiert werden. Kleinere Partnerschaften wurden mit Atos, MHP und Orbis geschlossen. Dazu werden Projekte auch mit anderen namhaften Beratungshäusern ohne vertraglich vereinbarte Mindestumsätze durchgeführt. Diesbezüglich dürften aber auch weitere Partnerschaften mit Mindestabnahmen folgen, sodass in den kommenden Quartalen mit Meldungen diesbezüglich zu rechnen sein dürfte. Dafür wird bei SNP intern aktuell das Partnermanagement aufgebaut und personell verstärkt. Ebenso betreut Lutz Lambrecht (ehm. COO Service Now Practice North & Central Europa bei DXC) als weltweiter Partnermanager seit Februar diesen Bereich.

 

Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr zeigt sich das Management grds. weiter positiv, schließt aber negative Effekte aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 nicht aus, wenngleich diese derzeit nicht absehbar sind. Dahr wurde die Umsatzprognose von Ende Januar (175-185mEUR) jüngst bestätigt. Für das Ergebnis wird eine weitere Margenverbesserung auf 6,5-8,5% bei der EBIT-Marge in Aussicht gestellt. Bekräftigt wird diese positive Sicht auch durch einen ca. 30% höheren Auftragseingang im ersten Quartal, wenngleich die Vorjahresbasis (Q1 38,9mEUR / -4,9%) gering war. Ein Aspekt, der mögliche Projektverschiebungen bzw. Verzögerungen in der Projektvergabe bei S/4Hana Projekten kompensieren könnte, ist der Umstand, dass in der aktuellen Situation auch vermehrt M&A Transaktionen erfolgen könnten. Aufgrund des Fokus auf IT-Transformationsprojekte könnte SNP damit auch durch Unternehmenszusammenschlüsse oder Aufteilung von Unternehmen bzw. Abspaltung von Unternehmensteilen (Carve-outs) profitieren und rechnet in diesem Bereich auch mit einer steigenden Nachfrage. Gleichzeitig adressiere man dieses Thema aktuell auch selber und hat zudem die Möglichkeit über Partner in solche Projekte einbezogen zu werden.  Bis 2026 soll der Markt für digitale Transformation zugleich auf >1Bn USD ansteigen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 18% entspricht. Insgesamt habe ich meine Schätzungen für dieses Jahr im Umsatz leicht auf 176,46mEUR (alt: 180,24) und für das EBIT auf 13,19mEUR (alt: 20,58) reduziert. Damit liegt meine Umsatzerwartung am unteren Ende und meine Margenerwartung im mittleren Bereich. Während dieser Effekt negativ wirkt, wird dies durch die erstmalige Einbeziehung der Schätzungen für 2022 kompensiert, sodass das Kursziel unverändert bei 120,00€ liegt. 


18.02.2020 | Start frei für S/4Hana

Ende Januar hat die DSAG, die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe mit eigenen Angaben zu Folge >60.000 Mitgliedern aus >3.500 Unternehmen, eine Umfrage zu IT Investments veröffentlicht. Hierbei umfasst das Thema S/4Hana wie bereits in den Vorjahren einen wichtigen Anteil in der Befragung. Während in den vergangenen Jahren der Anteil der Antworten, die eine Migration auf S/4Hana in diesem Jahr planen, bei 5% lag, liegt dieser Wert nun bei 9% und hat sich damit fast verdoppelt. Zudem zeigt sich, dass erst rund 10% der befragten Unternehmen auf S/4 Hana migriert haben. Damit sollte sich die Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen sukzessive lösen und die Dynamik deutlich zunehmen. In den kommenden 3-5 Jahren wollen 63% der Befragten auf S/4Hana umsteigen, wodurch die Dynamik auch über 2020 hinaus weiter hoch bleiben und sich eher noch beschleunigen dürfte. Bei 13% der Befragten sei noch keine Entscheidung gefallen. Nur 8% der planen keine Migration.

 

Auch Lünendonk greift in einer aktuellen Studie von Ende November 2019 das S/4Hana Thema auf und gibt an, dass 18% der befragten Unternehmen den Bluefield-Ansatz nutzen wollen. Berichten zu Folge werden bis Ende 2025 (nun 2027) 50.000 Unternehmen potenziell auf S/4Hana umstellen müssen. SNP geht laut Unternehmenspräsentation von einer Migrationsrate von 75% aus, wodurch rund 37.500 Unternehmen betroffen wären. Legt man dabei 18% zu Grunde und einen sehr konservativen Software-Umsatz von lediglich 100TEUR pro Kunde, ergibt sich ein potenzielles Umsatzvolumen von rund 650mEUR € für SNP und zeigt das hohe Potenzial. An der zunehmenden Dynamik dürfte auch die Verlängerung von SAP, die bisherige Business Suite bis 2027 statt wie bislang geplant bis 2025 zu unterstützen, nichts ändern. Prognosen zu Folge wird sich ab 2021 ein Nachfrageüberhang nach verfügbaren Beratern ergeben, der sich in den Folgejahren deutlich zuspitzen dürfte. Daher sollte auch der Bedarf nach Migrationstools wie der CrystalBridge von SNP mit dem Bluefield-Ansatz zunehmend von Bedeutung werden, um einerseits Projekte deutlich schneller umzusetzen und zugleich Berater einzusparen bzw. diese wiederum in anderen Projekten einsetzen zu können. Dabei sollte SNP stark von Partnerschaften mit großen SAP-Beratungshäusern profitieren (2 Partnerschaften 2019, weitere dürften folgen), um die SNP Software zu skalieren und in globalen Migrationsprojekten einzusetzen.

 

Diese Umfrage-Ergebnisse werden auch durch den Ende Januar kommunizierten Ausblick von SNP bestätigt. Demnach erwartet das Unternehmen für dieses Jahr eine deutliche Umsatzsteigerung auf 175-185mEUR (+20,7-27,6%), nachdem vorläufigen Zahlen für 2019 zu Folge ein Umsatz von rund 145mEUR (Prognose: 145-150mEUR/LSe: 148,2mEUR) erreicht wurde. Dabei zeigt sich vor allem im Schlussquartal mit einem Anstieg der Umsätze von knapp 42% auf 45,7mEUR eine hohe Dynamik. Dies ist zum einen auf das erste Umsatzwachstum nach 4 Quartalen im Service Segment (+24,4%) aber auch durch eine weiterhin hohe Dynamik im Softwaregeschäft (+84,6%) zurückzuführen. Zwar resultierte auf Gesamtjahressicht im Servicegeschäft noch ein kleiner Umsatzrückgang von 4,1% auf 97,0mEUR, der Auftragseingang konnte jedoch um 21,0% auf 127,0mEUR deutlich gesteigert werden. Der Auftragseingang für Software konnte sich auf 74,0mEUR (Vj. 27,0mEUR) fast verdreifachen, der Umsatz stieg um 61,2% auf 48,0mEUR ebenfalls deutlich. Insgesamt konnte SNP damit 2019 Neuaufträge i.H.v. rund 201,0mEUR (+51,9%) verbuchen und dürfte mit einem Auftragsbestand von knapp 98mEUR (+74%) in das neue Jahr starten. Auch im Schlussquartal blieb die Auftragsdynamik mit einem Anstieg von 55,7% auf 52,3mEUR weiter hoch.

 

Auch wenn das Unternehmen in diesem Jahr eigenen Angaben zu Folge nochmal eine untere bis mittlere 3-stellige Anzahl neuer Mitarbeiter einstellen will (Softwareentwicklung, Vertrieb USA + Asien, Partnermanagement), sollte sich das Ergebnis durch den höheren Service-Umsatz und die damit verbundene bessere Auslastung sowie den weiter steigenden Software-Anteil (2020e: 36,6% vs. 2019: 33,1%) deutlich überproportional erhöhen. Im vergangenen Jahr konnte nach einem Verlust i.H.v. 2,5mEUR in 2018 durch ein sehr starkes drittes und viertes Quartal (Q3: 17,7%/Q4: 13,1% EBIT-Marge) eine EBIT-Marge von rund 5% (Prognose: unterer bis mittlerer einstelliger Prozentbereich/LSe: 6,7%) bzw. ein EBIT von ca. 7,3mEUR erreicht werden. Trotz der Investitionen in die Organisation sollte sich die EBIT-Marge somit 2020 in Richtung der 10% Marke entwickeln. Ich habe daher zwar meine Margenerwaertungen für dieses Jahr etwas zurückgenommen und erwarte nun eine EBIT-Marge von 11,4% (alt: 14,4%) bei einem Umsatz von 180,2mEUR (alt: 179,2). Für das kommende Geschäftsjahr habe ich meine Service- und Software-Umsätze angehoben auf insgesamt 208,0mEUR (alt: 202,7) und zugleich auch das mittelfristige Wachstum von 10% auf 15% erhöht. Zudem hat sich der Diskontierungszinssatz durch einen geringeren risikolosen Zinssatz bei der Unternehmensbewertung reduziert. In Summe erhöht sich das Kursziel für die Aktie dadurch von zuletzt 79,00€ auf nunmehr 120,00€. 


08.11.2019 | Der Beginn eines neuen Kapitels

Nach den bereits sehr guten Q3-Zahlen in der Vorwoche hat SNP am Donnerstag in Heidelberg erstmal einen Capital Markets Day veranstaltet. Im Rahmen der Transformation World wurde Analysten und Investoren Einblick in die zukünftige Strategie und Ausrichtung von SNP sowie die Markttrends aufgezeigt. Hierbei zeigte der sich seit Juli neu im Amt befindliche COO Michael Eberhardt, wie bereits zuvor in der Telefonkonferenz, sehr optimistisch für die zukünftige Entwicklung von SNP. Wie schon in vergangenen Calls dargestellt, wird sich der Bedarf an SAP Beratern durch die anstehende Umstellung auf SAP S/4Hana bis 2025 in den kommenden Jahren deutlich erhöhen und daher zu einem starken Nachfrageüberhang führen. T-Systems beispielsweise berichtet über eine deutlich anziehende Dynamik im S/4Hana Umfeld und erwartet 2020 eine Steigerung um 100-150% im Vergleich zu den bislang ca. 10% migrierten Unternehmen. Auch die Auftragsbasis bei IBM soll sich von einem mittleren zweistelligen Mio. Betrag auf einen mittleren dreistelligen Mio. Betrag erhöht haben.

 

SNP hat sich in diesem Bereich mit dem SNP Bluefield-Ansatz und der Crystal Bridge hervorragend positioniert und hat so bei Migrationsprojekten gegenüber klassischen Verfahren einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Der Kunde wiederum profitiert dabei von einer reibungslosen und insbesondere deutlich schnelleren Migration. Aufgrund der nach wie vor geringen Unternehmensgröße im Vergleich zu großen IT-Beratungshäusern (IBM, Accenture, T-Systems, Deloitte etc.) will sich SNP zukünftig neben dem klassischen Direktvertrieb verstärkt auf den Partnervertrieb fokussieren, wodurch sich das Unternehmen zunehmend zu einem Softwareunternehmen entwickelt. Zugleich wird SNP dadurch von den großen IT-Beratungshäusern weniger als Konkurrent, sondern immer mehr als wichtiger Partner erachtet. In diesem Zusammenhang konnte hier bereits mit einem der weltweit führenden IT- und Beratungsunternehmen aus den USA (Vermutung: IBM) eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen werden. Bis 2022 wird der Partner SNP Softwarelizenzen im Volumen von mindestens 30mUSD abnehmen. Im Anschluss an die Transformation World wurde zudem heute eine vertiefte Zusammenarbeit mit T-Systems, mit denen bereits seit 2010 ein Partnervertrag besteht, zur Nutzung der SNP Software durch T-Systems bekannt. Da sich SNP verpflichtet die T-Systems Mitarbeiter zu schulen, gehe ich davon aus, dass sich T-Systems im Gegenzug zu einem Mindestabnahmevolumen verpflichtet hat.

 

Neben diesen beiden Partner arbeitet SNP eigenen Angaben auch bereits mit weiteren großen Beratungshäusern zusammen und dürfte diesbezüglich m.E. in den kommenden Monaten auch weitere Deals verkünden. Darüber hinaus erwarte ich mir durch die Transformation World, die sich über zwei Tage erstreckt, weitere Vertragsabschlüsse im Direktvertrieb. Bereits in der Telefonkonferenz hatte der Vorstand über eine deutlich erhöhte Pipeline im Vertrieb berichtet und insbesondere die Pipeline über Partner, die sich erst seit dem Halbjahr im Aufbau befindet, zeigt eine stark steigende Dynamik. Damit dürfte sich die Auftragsbasis im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr weiter erhöhen und bildet somit eine exzellente Basis für weiteres, deutliches Wachstum in 2020.

 

Aufgrund des sehr guten dritten Quartals sowie der vielversprechenden Aussichten, insbesondere im Partnergeschäft, habe ich meine Umsatz- und Ergebnisschätzungen für 2019 und die Folgejahre deutlich überarbeitet. Während meine Umsatzschätzung für 2019 mit 148,22mEUR (alt: 149,91) nahezu unverändert bleibt, hat sich meine EBIT-Erwartung von zuletzt 6,54mEUR auf 9,99mEUR erhöht und ist insbesondere auf die sehr gute Entwicklung im Softwaresegment zurückzuführen, die sich auch im Schlussquartal fortsetzen dürfte. Zugleich habe ich meine Umsatzschätzungen bis 2021 auf 202,68mEUR (alt: 182,80) und meine EBIT-Erwartungen auf 35,67mEUR (alt: 20,74) erhöht. Für kommendes Jahr erwarte ich eine Umsatzsteigerung um 20,9% auf 179,15mEUR (alt: 166,53), insbesondere getrieben durch ein deutliches Wachstum mit Lizenzverkäufen, sowie ein EBIT i.H.v. 25,79mEUR (alt: 13,66). In Abhängigkeit von weiteren engeren Partnerschaften mit anderen Beratungshäusern und der Schnelligkeit in der Umsetzung mit bestehenden oder neuen Partnern, können diese Erwartungen jedoch auch deutlich übertroffen werden. In Folge der erhöhten Umsatz- und insbesondere Ergebnisschätzungen steigt auch das Kursziel erheblich von zuletzt 45,00€ auf nunmehr 79,00€. 


01.11.2019 | Margenexplosion im dritten Quartal

SNP hat gestern die Zahlen für das dritte Quartal bzw. die ersten 9 Monate 2019 veröffentlicht. Nach einem noch schwachen ersten Halbjahr (Umsatz -9,5%/EBIT -5,9mEUR) lag der Fokus auf einer deutlich verbesserten Umsatz- und Ergebnisentwicklung in der zweiten Jahreshälfte. Wie in Aussicht gestellt, hat sich dies nun mit den bekannt gegebenen Q3-Zahlen bestätigt. So stieg der Umsatz zwischen Juli und September um 19,9% auf 40,42mEUR, im Neunmonatszeitraum ist der Umsatz aufgrund der rückläufigen Entwicklung in den ersten 6 Monaten nur leicht um 0,6% auf 99,32mEUR gestiegen. Diese Entwicklung ist auf eine erhebliche Umsatzsteigerung von rund 108% auf 16,04mEUR im Softwaresegment zurückzuführen. Hier zeigte sich eine verstärkte Dynamik im SAP S/4Hana-Umfeld und folglich eine deutliche Umsatzsteigerung mit den margenstarken SNP-Eigenprodukten. Nach 9 Monaten erreichten diese ein Umsatzvolumen von 25,4mEUR und umfassten damit rund 82% der gesamten Softwareumsätze. In den Softwareumsätzen dürften sich zugleich erste Effekte aus dem im August gemeldeten Auftrag mit einem der größten IT- und Beratungshäusern weltweit aus den USA (Vermutung: IBM/mind. 30mUSD Softwareumsätze bis 2022) niedergeschlagen haben. Die Beratungs-/Serviceumsätze haben sich dagegen auch im dritten Quartal (-6,2%) rückläufig entwickelt, wenngleich mit 24,38mEUR (Q1: 22,53/Q2: 21,61) auf einem höheren absoluten Niveau. In der Telefonkonferenz zeigte sich der Vorstand zudem zuversichtlich, dass dieser Trend auch im vierten Quartal anhält.

 

Auf der Ergebnisseite machte SNP erhebliche Fortschritte und erzielte ein EBIT i.H.v. 7,15mEUR allein im dritten Quartal. Hier haben sich die mehr als verdoppelte Softwareumsätze mit einer EBIT-Marge von 48,3% entsprechend niedergeschlagen. Aber auch das Service-Segment konnte auf dem erhöhten Umsatzniveau mit 1,09mEUR (4,5% EBIT-Marge) erstmals in diesem Jahr positiv zum EBIT beitragen. Die Konzern EBIT-Marge betrug somit 17,7% im dritten Quartal und macht deutlich, welches Margenpotenzial sich durch eine zukünftig geplante deutliche Ausweitung der Softwareumsätze ergibt. Durch das deutlich positive EBIT in Q3 gelang es, nach 9 Monaten ebenfalls ein positives EBIT i.H.v. 1,25mEUR zu erzielen.

 

Sehr positiv, auch bedingt durch die Zusammenarbeit in den USA, hat sich der Auftragseingang entwickelt. Nachdem dieser bereits im zweiten Quartal um über 75% anstieg, haben sich die Neuaufträge im jüngst abgelaufenen Quartal auf 63,6mEUR (Vj. 31,5) mehr als verdoppelt. Nach 9 Monaten haben sich die neuen Aufträge um knapp 51% auf 148,7mEUR erhöht und auch der Auftragsbestand zum 30.09.2019 lag mit 91,3mEUR knapp 49% höher als im Vorjahr. Während der Großteil (89,7mEUR/+23,4%) der Neuaufträge weiterhin im Servicegeschäft liegt, konnte der Softwarebereich den Auftragseingang um rund 127% auf 59,0mEUR steigern. Damit zeigt sich, dass es SNP sowohl beim Umsatz (Q3: 39,7%/9M: 31,0% Umsatzanteil) wie auch beim Auftragseingang (9M: 39,7%) gelingt, den Softwareanteil zunehmend in Richtung der Zielmarke von 50% zu erhöhen. Gleichzeitig habe sich auch sowohl die direkte wie auch indirekte (über Partner) Vertriebspipeline gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erhöht. Mit Google konnte im dritten Quartal dazu ein weiterer Partner gewonnen werden, der seinen SAP Kunden eine schnelle und sichere Datenmigration in das eigene Cloud-System mit der CrystalBridge und dem SNP Bluefield Verfahren ermöglichen will.

 

Insgesamt hat SNP den Ausblick bestätigt und erwartet weiterhin einen Umsatz im Gesamtjahr zwischen 145 und 150mEUR sowie eine EBIT-Marge im unteren bis mittleren einstelligen %-Bereich. Während die Umsatzprognose am unteren Rand einen Umsatzanstieg von mindestens rund 42% im vierten Quartal ggü. Q4 2018 vorsieht und daher meines Erachtens durchaus ambitioniert erscheint, dürfte auf der Margenseite ein mittlerer einstelliger %-Bereich gut erreichbar sein. Aufgrund des Capital Markets Day am 07.11. in der kommenden Woche werde ich meine Schätzungen bis dahin jedoch unverändert lassen. Dort erwarte ich mir zudem nähere Details, welche Erwartungen das Management für die kommenden 3-5 Jahre mit Blick auf Umsatz und Ergebnis hat. Aufgrund der sehr guten Ergebnisentwicklung und der vielversprechenden Pipeline für weitere Projekte sehe ich für meine Schätzungen Spielraum nach oben. Mein Kursziel von 45,00€ bleibt vorerst unverändert.  


04.09.2019 | Ritterschlag für SNP

SNP hat Ende August bekannt gegeben, mit einem großen, internationalen Beratungshaus eine Vereinbarung zur Nutzung der SNP Software im Zusammenhang mit Transformationsprojekten geschlossen zu haben. Hierbei dürfte es sich allen Voran um S/4Hana Projekte handeln. Zudem wird SNP die Mitarbeiter der Partner schulen und in Projekten unterstützen. Den Namen des Partners hat SNP jedoch nicht kommuniziert. Da SNP sowie auch IBM bereits in der Vergangenheit öffentlich über eine Zusammenarbeit berichtet haben, denke ich, dass es sich hierbei um IBM als Partner handelt. Zugleich wurde SNP ein Mindestabnahmevolumen von 30mUSD bis 2022 garantiert, wovon SNP bereit in diesem Jahr einen Umsatz- und Ergebniseffekt im oberen einstelligen Mio. € Bereich (LSe: 7,0mEUR) erwartet. Bereits im dritten Quartal sollte sich dies in den Zahlen zeigen. Zugleich sollten diese Umsätze einen äußerst hohen Ergebnisbeitrag leisten, da keine nennenswerten Kosten entgegenstehen. Unterstützungen und Andererseits schätze ich, dass das Management in einem gewissen Maße diesen Abschluss schon in den eigenen Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr 2019 berücksichtigt hat, sodass ich vorerst nicht mit einer Anhebung der Jahresprognose rechne, wenngleich ich nun vom Erreichen des oberen Prognosebereichs (Umsatz 145-150mEUR/EBIT-Marge im unteren bis mittleren einstelligen %-Bereich) ausgehe. Zugleich erwarte ich in den kommenden Quartalen ein Update zur zukünftigen Strategie, nachdem das neue Vorstandsteam seit Anfang Juli mit den beiden neuen Zugängen Michael Eberhardt (COO) sowie Frank Hohenadel (CHRO) nun vollständig ist.

 

Im Rahmen der Meldung habe ich meine Schätzungen überarbeitet und leicht nach oben hin angepasst, um diese entsprechend zu berücksichtigen. So erhöht sich meine Umsatzschätzung für 2019 von bislang 146,41 Mio. € auf nunmehr 149,91 Mio. € und für die Folgejahre auf 166,51 Mio. € (+ /alt: 161,67) bzw. 182,80 Mio. € (+ /alt: 175,85). Für das EBIT erwarte ich für 2019 nun 6,54 Mio. € (4,4%/alt: 4,49) und für die beiden Folgejahre 13,66 Mio. € (8,2%/alt: 10,96) bzw. 20,74 Mio. € (11,3%/alt: 17,18). Resultierend daraus ergibt sich nun ein neues Kursziel von 45,00€ nach zuvor 40,00€. In Abhängigkeit davon, in welchem Umfang die SNP Software bei dem ersten Partner eingesetzt wird und ob es SNP gelingt weitere Partner zu gewinnen, besteht für die Bewertung auch deutliches Upside. 


05.08.2019 | Auftragsbasis legt Grundlage für starkes HJ2

SNP hat vergangenen Freitag Zahlen für das erste Halbjahr 2019 veröffentlicht. Der Umsatz war um 9,5% auf 58,9 Mio. € rückläufig, im zweiten Quartal um 10,0% auf 30,1 Mio. €. Hintergrund dessen waren 1) Umsatzrückgänge in den USA durch das Auslaufen eines Großauftrages 2) Umsatzrückgänge in Südamerika durch die Anpassung der Struktur an das schwierige wirtschaftliche Umfeld in Argentinien 3) Zurückhaltung der Kunden bei der Beauftragung IT-Projekten im Vorfeld der anstehenden S4-Umstellungsprojekte 4) ein schwacher Auftragseingang in Q4 2018 sowie 5) nicht realisierte Umsatzerlöse im zweiten Quartal i.H.v. 1,2 Mio. € durch einen verzögerte Projektstart in der DACH-Region. Diese Effekte haben sich insbesondere im Service Segment (HJ -15,6%/Q2 -19,6%) niedergeschlagen, wohingegen das Software Segment die Umsätze um 15,9% bzw. 28,8% steigern konnte. Der rückläufige Umsatz sowie die geringere Auslastung im Service Segment führten zugleich zu einem EBIT-Verlust in diesem Segment i.H.v. 4,3 Mio. € bzw. einem Gesamtverlust auf Konzernebene von 5,9 Mio. €. Im zweiten Quartal lagen die Ergebnisse bei -1,9 Mio. € bzw. -2,6mEUR. Das Software Segment hingegen erzielte einen positiven Ergebnisbeitrag von 1,9 Mio. € (Vj. 1,8) in HJ1 bzw. 1,1mEUR (1,0) in Q2. Hierzu hat vor allem ein starkes Wachstum von knapp 28% auf 11,0 Mio. € bei den margenstarken SNP Eigenprodukten beigetragen.

 

Deutlich positiver entwickelte sich dagegen die Auftragssituation. So konnte im zweiten Quartal der Auftragseingang um 75,7% auf 46,2 Mio. € (Q1: 38,9mEUR/-4,9%) gesteigert werden und resultierte in einem Plus von 26,6% bzw. 85,1 Mio. € zum Halbjahr. Dabei habe sich die Auftragslage vor allem in der DACH-Region sehr stark mit einem Zuwachs von ca. 2/3 entwickelt. Auch die Aufträge im SAP S/4Hana Umfeld konnten auf 10 Mio. € mehr als verdreifacht werden und zeigen, dass dieses Thema nun an Dynamik gewinnt. Insgesamt sieht SNP in diesem Bereich für die Zukunft weiter immenses Potenzial, da global agierende Unternehmen dafür mit Milliarden Budgets planen. Daher ist das Management auch bestrebt, weitere Kooperationen mit global agierenden IT-Service-Unternehmen, wie dies beispielsweise bereits mit IBM erfolgt ist, einzugehen, um von dieser Entwicklung entsprechend zu partizipieren.   

 

Insgesamt hat SNP den Ausblick für das Gesamtjahr (145-150mEUR Umsatz/niedrige bis mittlere einstellige EBIT-Marge) bestätigt und erwartet ein deutlich stärkeres zweites Halbjahr. Der beschriebene Auftragseingang sowie der Auftragsbestand zum 30.06.2019 i.H.v. 71,2 Mio. € (+12,5%) bilden dafür die entsprechende Grundlage. Ungeachtet dessen gilt die Managementattention nun aber auch auf der entsprechenden Realisierung der Umsätze und Ergebnisse, um die Ziele zu erreichen. Bereits im dritten Quartal soll das EBIT positiv ausfallen und der Großteil des Ergebnisses dann im vierten Quartal erreicht werden. Zugleich zeigte sich der neue COO Michael Eberhardt in der heutigen Telefonkonferenz sehr zuversichtlich, das 50/50 (Service/Software) Umsatzziel Ende 2020/Anfang 2021 zu erreichen. Dies soll insbesondere auch durch den Einsatz in Projekten mit Partnern erfolgen, die ihrerseits die Beratungskapazitäten zur Verfügung stellen. Zusammengefasst sehe ich mich in meinen bisherigen Annahmen (Umsatz 146,4mEUR/EBIT-Marge 3,1%) bestätigt und lasse folglich meine Schätzungen, ebenso wie das Kursziel von 40,00€, unverändert. 


28.05.2019 | S4/Hana heißt das große Schlagwort

Ende März hatte SNP den Geschäftsbericht für 2018 veröffentlicht. Die Umsätze lagen mit 131,0 Mio. € (+7,1%; LSe: 138,4) jedoch leicht unterhalb der reduzierten Prognose von 135 – 140 Mio. €. Dies war vor allem auf einen schwächeren Umsatz im Beratungsgeschäft durch Verzögerungen bei SAP S4/Hana Projekten zurückzuführen. Im Segment Professional Services stiegen die Umsatzerlöse zwar um 2,9% auf 101,2 Mio. € an, dieser Anstieg war jedoch mit +14% durch Übernahmen aus dem Vorjahr anorganisch beeinflusst. Organisch hingegen reduzierte sich der Umsatz um 11%. Die Umsatzerlöse im Softwaresegment erhöhten sich dagegen um 5,8 Mio. € (+24,1%) auf 29,8 Mio. € (+4,6mEUR anorganisch/+1,2mEUR organisch), blieben jedoch ebenfalls hinter den Erwartungen zurück.

 

Mit Blick auf die Ergebnissituation hatten die beschriebenen Entwicklungen deutlich negative Auswirkungen. Das EBIT war mit -2,5 Mio. € (Vj. -0,5; LSe: -0,1) deutlich negativ und zugleich deutlich unterhalb der zu Jahresbeginn in Aussicht gestellten Zielmarke, eine EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erzielen. Dieser erneute Ergebnisrückgang war hierbei vor allem auf die Unterauslastung im Segment Professional Services zurückzuführen, wodurch das EBIT mit -5,3 Mio. € (Vj. 0,3) deutlich negativ war. Das EBIT im Segment Software lag mit 9,0 Mio. € und einer Marge von 30,3% dagegen auf einem sehr guten Niveau, konnte jedoch den Verlust im Beratungsgeschäft sowie die sonstigen Holdingkosten i.H.v. 6,3 Mio. € nicht vollständig kompensieren. In diesem Zusammenhang gilt es zudem zu berücksichtigen, dass das EBIT positive Einmaleffekte i.H.v. 3,5 Mio. € durch die Auflösung von Earn-outs enthielt. Andererseits sind Restrukturierungsaufwendungen i.H.v. 2,4 Mio. € angefallen. Insbesondere in den USA wurden 20 Mitarbeiter abgebaut, wodurch Einspareffekte in diesem Jahr im unteren einstelligen Millionen Euro Bereich resultieren sollen.

 

Wie immer zeigt sich das Management für die Zukunft weiter sehr positiv gestimmt. Allerdings gibt es nun auch in der organisatorischen Struktur Veränderungen. Seit Juli letzten Jahres ist mit Herrn Dr. Schwellbach ein äußerst kompetenter Finanzvorstand an Board, der den Fokus auf die Kosten- und Liquiditätseffizienz setzt. Dazu wird ab 1. Juli diesen Jahres Michael Eberhardt, bisher Vice President bei DXC, den Posten des COO übernehmen. Seit Ende 2018 gibt es bei der US-Gesellschaft zudem einen neuen CEO. Im Verwaltungsrat wird u.a. Klaus Kleinfeld, ehemaliger Siemens und Alcoa Vorstand, einen Posten erhalten. Dies ist auch einer der wichtigsten Ansätze von SNP, um den Bekanntheitsgrad zu steigern und auf C-Level Ebene Zugang zu erhalten.

 

Jüngst wurde ein neuer Großauftrag im unteren zweistelligen Mio. € Bereich für die Aufspaltung der SAP-Systemlandschaft bei einem Schweizer Energie- und Hightech Unternehmen erhalten, welches in den nächsten 12 Monaten umgesetzt werden soll. Wichtig war zudem auch der Erhalt des Auftrags für die SAP S4/Hana-Migration bei der Volkswagen Sachsen GmbH im Oktober 2018, mit der sich SNP mit Blick auf den Volkswagen Gesamtkonzern erfolgreich positioniert hat. Auch mit anderen OEMs sei man im Gespräch. Daneben soll auch die Kooperation mit IBM als Sprungbrett genutzt werden. Dabei sollen der Bluefield-Ansatz und die Software von SNP sowie IBM Dienste zur schnelleren Einführung von SAP S4/Hana dienen, sodass folglich Kunden S4/Hana bis zu 75% schneller einsetzen können. SNP berichtete zuletzt auch über ein steigendes Momentum – auch bei größeren Kunden - bei S4/Hana Projekten und über eine sehr gut gefüllte Projektpipeline. Zugleich sieht man die fehlenden Personalkapazitäten ab 2021/22 als besonders kritisch und treibend an.

 

Mit Blick auf die Entwicklung in den ersten drei Monaten 2019 konnte sich dies noch nicht in den Zahlen niederschlagen. Die Umsatzerlöse gingen um 8,9% auf 28,8 Mio. € zurück, was insbesondere auf einen schwachen Januar und Februar zurückzuführen war. Im März konnte sich die Entwicklung dagegen wieder stabilisieren. Auch das EBIT fiel mit -3,3 Mio. € (Vj. -2,6) aufgrund der geringeren Auslastung negativ aus. Mit Blick auf das zweite und dritte Quartal sei man jedoch aktuell sehr optimistisch und bestätigte daher den Ausblick für das Gesamtjahr mit einem Umsatzanstieg auf 145-150 Mio. €, einer EBITDA-Marge im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich sowie einer EBIT-Marge im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

 

Im Rahmen der Jahreszahlen 2018 sowie der Q1-Zahlen 2019 habe ich meine Schätzungen überarbeitet. Für das aktuelle Geschäftsjahr erwarte ich einen Umsatz von 146,4 Mio. € (alt: 145,3) sowie eine EBIT-Marge von 3,1% (alt: 4,1%). Im kommenden Jahr sollte sich der Umsatz erneut auf 161,7 Mio. € (alt: 158,6) erhöhen bei einer EBIT-Marge von 6,8% (alt: 8,4%). Mittelfristig erwarte ich wieder zweistellige EBIT-Margen im Gesamtkonzern, die in meinem DCF-Modell mit 11,0% berücksichtigt sind. Bei einem zukünftigen Umsatzmix von 50% Beratung und 50% Software strebt das Unternehmen zukünftig eine deutlich höhere EBIT-Marge von etwa 20% (10% Professional Service/30% Software) an. Ich könnte mir in diesem Zusammenhang nach Antritt des neuen COO auch vorstellen, dass man hier für die Zukunft auch quantitative Ziele nennt. Auf Basis der überarbeiteten Schätzungen und der Bewertung auf Basis 2019 ergibt sich nun ein neues Kursziel von 40,00€, nach zuvor 31,00€. Ein wesentlicher Treiber sind vor allem ein effizienteres Working Capital Management sowie ein geringerer jährlicher Capex. Gelingt es SNP die Marge auf 20% zu steigern, ergäbe sich ein Fair Value von 58,00€.    


31.01.2019 | 2019 wieder stärkeres Wachstum erwartet

SNP hat heute Morgen vorläufige Zahlen für 2018 veröffentlicht und zugleich einen Ausblick für den Umsatz in 2019 gegeben. So wurde nach vorläufigen Zahlen ein Umsatz in 2018 von rund 131 Mio. €(LSe: 138,4; Prognose 135-140) erreicht, entsprechend einem Wachstum von ca. 7%. Insbesondere das vierte Quartal war mit einem Umsatzrückgang von rund 22% sehr schwach. Details zur schwachen Entwicklung nennt SNP zwar nicht, dies dürfte sich aber u.a. auf Verschiebungen bei SAP S/4Hana Projekten zurückzuführen sein.

 

Zugleich wurde ein EBITDA von 2,8 Mio. € (LSe: 4,7; Prognose niedriger bis mittlerer einstelliger Mio. € Betrag; Vj. 3,3) sowie ein EBIT von rund 2 Mio. € erreicht. Damit lag das Ergebnis zwar ebenfalls unterhalb meiner Prognosen, bedingt jedoch durch den niedrigeren Umsatz in Q4. Die insgesamt schwache Umsatzentwicklung war dabei auf eine Unterauslastung im Beratungsgeschäft und damit einhergehend geringere Softwareumsätzen, Restrukturierungsaufwendungen in den USA

 

Der Auftragseingang erreichte einen Wert von 132,3 Mio. € (-1,2%) und der Auftragsbestand von 56,0 Mio. € (-8,7%). Diesbezüglich hatte der neue Finanzvorstand Herr Dr. Schwellbach im Rahmen einer kleinen Investorenveranstaltung in Frankfurt bekannt gegeben, dass man daher auch den Vertrieb neu strukturiere bzw. organisiere. Zudem soll der Vertrieb auch verstärkt über Partner erfolgen, die SNP mit in Projekte einbinden.

 

Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet das Management eine Fortsetzung des Wachstums auf 145-150 Mio. € (+10,7% - 14,5%). Damit wird nach dem schwachen vierten Quartal mit deutlichem Umsatzrückgang und dem bereits rückläufigen organische Wachstum in Q3 (ca. -5,4%) wieder ein organisches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich erwartet. Anorganische Umsatzeffekte sind hierbei keine enthalten, da SNP in 2018 keine Übernahmen getätigt hat. Außerdem zeigte sich Dr. Schwellbach in Frankfurt auch mit Blick auf die weitere Entwicklung zuversichtlich. Es wurde im letzten Jahr ein Effizienz- und Liquiditätsprogramm aufgelegt und es konnten bereits erste Erfolge verzeichnet werden. Es werde zugleich auch ein stärkerer Fokus auf den Free Cashflow gelegt, um dadurch zukünftig wieder Übernahmen finanzieren zu können. In Bezug auf den Umsatzmix wird in den kommenden Jahren weiter ein 50/50-Anteil (aktuell meinen Schätzungen zu Folge ca. 80/20) der Beratungs- und Softwareumsätze angestrebt bei einer zweistelligen EBIT-Marge. Eine EBIT-Marge von 15-20% im Konzern erscheint meines Erachtens in diesem Szenario eine realistische Größenordnung.  

 

Insgesamt habe ich meine Schätzungen aufgrund des prognostizierten Wachstums (LSe alt: Umsatz auf Vorjahr) leicht nach oben angepasst und zugleich einen geringen Working Capital Bedarf unterstellt. Auf Basis dessen erwarte ich einen Umsatzanstieg auf 145,3 Mio. € (+10,9%) in 2019 und auf 158,6 Mio. € (+9,1%) in 2020. Das EBITDA erwarte ich bei 11,0 Mio. € respektive 18,6 Mio. € und unterstelle zugleich eine EBIT-Marge von 8,5% in 2020, die damit deutlich unterhalb der internen Ziele liegt. Dadurch steigt das Kursziel leicht von 29€ auf 31€ an. Zeigt sich, dass die angestoßenen Maßnahmen sich in den Zahlen niederschlagen, dürften auch deutlich höhere Kursziele gerechtfertigt sein.  


16.12.2018 | Kapitalerhöhung mit hoher Bezugsquote erfolgreich platziert

SNP hat am Donnerstag den erfolgreichen Abschluss der Bezugsrechtskapitalerhöhung bekannt gegeben. Im Rahmen dessen wurde das Grundkapital durch die Ausgabe von neuen Aktien um rund 20% auf 6,60 Mio. € erhöht. Die neuen Aktien wurden mit einer Bezugsquote von 90,6% von den bestehenden Aktionären zu einem Preis von 16,60€ bezogen. Die verbleibenden Aktien wurden durch den CEO (SN Assets GmbH) übernommen. Dadurch fließt der Gesellschaft ein Brutto-Emissionserlös von rund 18,7 Mio. € zu, der insbesondere zur Einhaltung der Covenants im Zusammenhang mit dem Schuldscheindarlehen über 40 Mio. € dient. Dazu sollen die Mittel für die internationale Expansion sowie für anorganisches Wachstum genutzt werden. Auf der Münchener Kapitalmarktkonferenz wurde die Gesellschaft lediglich durch den IR-Verantwortlichen präsentiert. Angesichts der schwachen operativen Performance in diesem Jahr und der laufenden Kapitalmaßnahme hätte ich für die Veranstaltung allerdings einen der Vorstände erwartet.

 

Strategisch will man sich auf die folgenden 4 Säulen fokussieren: 1.) Weiteres Wachstum im Softwarebereich. Hier will man den Umsatzanteil zukünftig von derzeit etwa 20% auf 50% deutlich erhöhen. 2.) Internationale Expansion, indem die internationale Marktpositionierung weiter gestärkt werden soll. 3.) Die Erweiterung des Partner- und C-Level Netzwerks. Hier soll einerseits die Zusammenarbeit mit passenden Partnern und andererseits mit SAP gestärkt werden. 4.) Ausbau des Portfolios durch Akquisitionen. Dabei sollen aber nicht wie in der Vergangenheit vor allem Beratungsteams akquiriert werden sondern Software- und Servicesunternehmen. Dazu will man zukünftig, vor allem auch getrieben durch den neuen Finanzvorstand, der nun den klaren Schwerpunkt auf die Kosten- und Liquiditätsoptimierung legt, auch den Fokus auf den Free Cashflow richten. Mit Blick auf das für 2023 avisierte Umsatzziel von 400 Mio. € zeigte man sich zurückhaltend und hält dies aktuell nicht für realistisch. Es sei jedoch immer das Ziel gewesen 20% organisch und 20% anorganisch zu wachsen. In diesem Jahr wird man davon allerdings keines der beiden Ziele erreichen. Wichtig wird, wie bereits in der Vergangenheit betont, im kommenden Jahr wieder die Rückkehr zu organischem Wachstum sein, nachdem in diesem Jahr ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist. In den kommenden Jahren will SNP zudem auch durch die Umstellung von SAP R3 auf S4 Hana deutlich profitieren, die bis 2025 bei den Unternehmen erfolgen muss. Aktuell habe SAP selber aber erst 3% umgestellt, sodass die Entwicklung deutlich langsamer als erwartet erfolgt. Die Unternehmen wollen offenbar so spät wie möglich umstellen, um möglichen Anpassungen oder Modifikationen, die zumeist anfangs noch nötig sind, zu umgehen. Dies hat auch bei SNP zu einer entsprechenden Unterauslastung geführt.

  

Insgesamt habe ich im Rahmen der Kapitalerhöhung mein Kursziel von 31,00€ auf 29,00€ aufgrund der erhöhten Aktienanzahl bei ansonsten unveränderten Schätzungen reduziert. Gelingt es dem Management jedoch in den kommenden Jahren durch organisches und anorganisches Wachstum, einer verbesserten Auslastung und damit einer wieder profitablen Beratungseinheit, gepaart mit dem deutlichen Ausbau des Softwaregeschäfts mit Ziel 50% Umsatzanteil und dem strikten Fokus auf Kosten und Liquidität in deutlich höhere Umsatzregionen zu wachsen, dürften auch erheblich höhere Kurse realistisch sein. Allerdings gilt es nun durch den Vorstand, die Strategie auch entsprechend erfolgreich umzusetzen, nachdem man sich in diesem und dem vergangenen Jahr bei weitem nicht wie geplant entwickelt hat.      


02.11.2018 | Kostenstruktur verbessert aber fehlendes organisches Wachstum

SNP hat am Dienstag den Bericht für die ersten 9 Monate 2018 veröffentlicht. So stieg der Umsatz um 21,9% auf 98,8 Mio. € an, wobei der Anstieg vollständig über die im vergangenen Jahr akquirierten Gesellschaften erfolgte. Organisch ging der Umsatz leicht um 0,9% zurück. Im dritten Quartal konnte daher nur noch ein geringes Wachstum von 2,2% auf 33,7 Mio. €erzielt werden, wobei der organische Rückgang mit 5,4% sogar noch leicht stärker ausfiel. Mit Blick auf die Segmente zeigt sich eine unverändert unzufrieden stellende Umsatzentwicklung im Bereich Professional Services. So konnten die Umsätze auf 9-Monatssicht und im dritten Quartal zwar um 16,6% bzw. 0,2% gesteigert werden, organisch verzeichnete SNP jedoch jeweils Rückgänge von 4,0% respektive 5,9%. Die Softwareumsätze konnten zwar mit 47,7% auf 9-Monatssicht und 9,3% im dritten Quartal deutlich gesteigert werden, organisch gelang mit 13,7% jedoch nur in den ersten 9 Monaten ein Wachstum. Im dritten Quartal musste auch hier ein Rückgang von 3,4% verbucht werden.

 

Ergebnisseitig konnte das Unternehmen im dritten Quartal im Vergleich zu den beiden Vorquartalen jedoch deutliche Fortschritte erzielen. So erreichte SNP im dritten Quartal ein EBITDA von 4,0 Mio. € (Q1: -1,4/Q2: -2,1) und ein EBIT von 2,9 Mio. €(Q1: -2,6/Q2: -3,4). Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass SNP im dritten Quartal einen Sonderertrag i.H.v. 2,0 Mio. € aus der Auflösung einer Kaufpreisverbindlichkeit für die Adepcon, aufgrund von geringeren Umsatzerwartungen im Zuge der Entwicklung des argentinischen Pesos, verbucht hat. In den ersten 9 Monaten wurde dadurch ein leicht positives EBITDA von 0,5 Mio. € sowie ein negatives EBIT von -3,2 Mio. € erzielt. Hier sind jedoch auch noch positive Währungseffekte i.H.v. 1,5 Mio. € enthalten. Da dem jedoch auch 1,6 Mio. € Fremdwährungsaufwendungen entgegen standen sowie 2,1 Mio. € Einmalaufwendungen im Personalaufwand verbucht wurden, gibt SNP zudem auch das bereinigte Ergebnis an. In den ersten 9 Monaten lag das EBITDA bereinigt bei 0,8 Mio. €, das EBIT bei -1,7 Mio. €. Im dritten Quartal bei 2,5 Mio. € bzw. 1,9 Mio. €.

 

Dies war auch der Grund für die zuletzt leicht angehobene EBIT Prognose, von leicht negativ auf ausgeglichen. Der Umsatzausblick für das Gesamtjahr ist mit 135-140 Mio. € (2017: 122,3) unverändert geblieben. Dies impliziert jedoch für das vierte Quartal einen Umsatzrückgang zwischen 0,2% und 12,3%. Das wird auch durch den im dritten Quartal mit 31,5 Mio. € knapp 16% niedrigeren Auftragseingang ggü. dem Vorjahresquartal untermauert. Zwar hat man nun von der Volkswagen Sachsen GmbH jüngst einen Auftrag zur Migration von SAP S/4 HANA erhalten, der bis Anfang 2019 abgeschlossen sein wird. Jedoch dürfte es sich hierbei um einen eher kleineren Auftrag handeln.

 

Aufgrund dessen habe ich meine Schätzungen für 2019 entsprechend reduziert und kalkuliere aktuell für das kommende Geschäftsjahr kein Wachstum. Aufgrund der angestoßenen Maßnahmen zur Kosten- und Liquiditätsoptimierung sollte das EBIT jedoch dann im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen. Mit den dann nachgezogenen internen Strukturen und Prozesse dürfte der Fokus im Anschluss wieder vermehrt auf organischem und ggf. auch anorganischem Wachstum liegen. Für 2020 rechne ich dann wieder mit einem Wachstum von 9,1% und einer weiteren Ergebnisverbesserung durch steigende Umsatzerlöse im Beratungsgeschäft sowie insbesondere steigende Softwareumsätze. Allerdings werden die internen Liquiditätsoptimierungen offenbar nicht ausreichen, um Covenants der Banken zu erfüllen, weshalb SNP weiter an einer Kapitalmaßnahme im vierten Quartal festhält. Durch die Reduzierung meiner Schätzungen für 2019/20 - für 2018 nur leichte Adjustierungen - reduziert sich mein Kursziel für die SNP Aktie nochmals leicht von 33,00€ auf 31,00€. Eine Kapitalerhöhung - es wurde Ende August eine Erhöhung um rund 20% in Aussicht gestellt - würde jedoch nochmals zu einer leichten Verwässerung führen. 


25.10.2018 | Leichte Anhebung der Ergebnisprognose

 

SNP hat heute Morgen eine leichte Anhebung der Ergebnisprognose bekannt gegeben. Nachdem zuletzt ein EBIT im niedrigen negativen einstelligen Millionenbereich erwartet wurde, wird nun mit einem ausgeglichenen Ergebnis beim EBIT gerechnet. Der Umsatzausblick von 135-140 Mio. € wurde bestätigt. Zum Vergleich: Die ursprüngliche Prognose zu Beginn des Geschäftsjahres hatte eine EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie einen Umsatz zwischen 150 und 155 Mio. € vorgesehen. Dies könnte auf erste Effekte auf angekündigte Einsparungen zurückzuführen sein, die das Unternehmen einige Tage zuvor bekannt gegeben hatte. So hatte das Unternehmen angekündigt, intensiv an Kostenoptimierungsmaßnahmen zu arbeiten. Hierzu zähle beispielsweise die verbesserte Ausnutzung der Büroflächen, die Reduzierung von Reiseaufwendungen, ein enges Management des Marketingbudgtes sowie ein gestraffter Fuhrpark. Da SNP in den vergangenen Jahren stark organisch und anorganisch gewachsen ist müssen die entsprechenden Strukturen und Prozesse nun nachgezogen bzw. daran angepasst werden. Laut dem neuen Finanzvorstand sei man dann bestens für das kommende Geschäftsjahr 2019 aufgestellt. Dazu betonte das Unternehmen in der heutigen Meldung nochmals, durch einen steigenden Umsatzanteil bei Softwarelizenzen mittel- und langfristig die Marge steigern zu wollen. In der kommenden Woche am Dienstag, 30.10. wird das Unternehmen dann die Zahlen zum dritten Quartal veröffentlichen. Aufgrund des leicht erhöhten Ergebnisausblicks sollte dieses auf der Ergebnisseite wieder deutlich besser als die beiden Vorquartale verlaufen sein. Ich habe meine EBIT-Prognose an die leicht erhöhte Prognose angepasst und rechne jedoch mit einem leicht negativen EBIT i.H.v 0,5 Mio. € sowie unverändert einem Umsatz von 138,2 Mio. €. Das Kursziel von 33,00€ hat zugleich unverändert Bestand. 


02.05.2018 | Durchwachsene Q1-Zahlen

SNP hat vergangenen Freitag Q1-Zahlen veröffentlicht. So stieg der Umsatz weiter dynamisch um 46,1% auf 31,55 Mio. €, wenngleich dieser Umsatzanstieg vorangig auf anorganisches Wachstum zurückzuführen ist. Organisch lag das Wachstum lediglich bei 2%. Hintergrund waren Projektverschiebungen im Bereich Professional Service, wodurch der Umsatz organisch um 6% rückläufig war. Insgesamt konnten die Umsätze dennoch um 35,5% gesteigert werden. Sehr erfreulich war dagegen die Entwicklung im Segment Software mit einem organischen Wachstum von rund 56% gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit den anorganischen Umsatzbeiträgen konnte ein Wachstum von knapp 127% verzeichnet werden. Aufgrund der Projektverschiebungen sowie Restrukturierungskosten in den USA i.H.v. 0,3 Mio. € und erhöhten Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen (PPA) verschlechterte sich das EBIT leicht von -2,40 Mio. € auf -2,62 Mio. €. Das EBITDA verbesserte sich hingegen auf -1,41 Mio. € nach -1,80 Mio. € im ersten Quartal 2017. Dazu wurden zwei Transformationsprojekte mit einem US-amerikanischen Kunden im Gesamtwert von 4,5 Mio. $ unterzeichnet werden, wovon rund 1,9 Mio. € auf Softwarelizenzen entfallen. Auch wenn das erste Quartal erneut negativ beim Ergebnis ausfiel und das organische Wachstum mit 2% schwach war, bestätigte das Management die bisherige Prognose (Umsatz 150-155 Mio. €, operative EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich) und rechnet erneut mit einer stärkeren zweiten Jahreshälfte. Aber auch bei SNP muss man kritisch bleiben, da das Management im vergangenen Jahr bis nach dem dritten Quartal am bisherigen Ausblick festhielt und diesen dann deutlich senkte. Dennoch bleibe ich für die kommenden Jahre weiterhin optimistisch aufgrund der hohen Wachstumspotenziale und der sehr guten Marktpositionierung der SNP. Im Rahmen meiner überarbeiteten Schätzungen im Nachgang an den Geschäftsbericht und die Zahlen zum 1. Quartal sowie einem Modellupdate auf das Jahr 2018 habe ich meine Schätzungen für 2018 und 2019 gesenkt, aber das Jahr 2020 erstmals mit einfließen lassen. Dadurch ergibt sich ein leicht höheres Kursziel von 50,00€ nach 49,00€ zuvor. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Margenerwartung für das EBITDA für die zweite Phase der Bewertung im DCF-Modell leicht angestiegen ist. 


29.03.2018 | Wie erwartet mit zurückhaltendem Ergebnisausblick für 2018

SNP hat gestern Abend den Geschäftsbericht für 2017 veröffentlicht. Über die vorläufigen Zahlen hatte ich an dieser Stelle bereits berichtet. Auch hatte ich am Dienstag nochmals auf den Ergebnisausblick für 2018 hingewiesen, den das Unternehmen noch schuldig war, da lediglich ein Umsatzausblick (150-155 Mio. €) für 2018 gegeben wurde. Zugleich betonte ich nochmals, dass der Ergebnisausblick durchaus zurückhaltend sein dürfte und ich mir gut vorstellen kann, dass dieser unterhalb meiner Erwartungen (8,8% EBIT-Marge) liegt. So kam es nun auch. Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet SNP eine EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bei einem Umsatz von 150-155 Mio. € resultiert somit ein EBIT (4-6%) zwischen 6,0 - 9,3 Mio. € und liegt damit unterhalb meiner Erwartungen von 13,2 Mio. €. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich SNP hier ggf. etwas Luft gelassen hat. Wichtig wird jedoch sein, dass das Unternehmen diese Prognose auch erreicht. Das Kursziel bleibt vorerst bei 49,00€. 


31.01.2018 | Vorläuige Zahlen für 2017 und guter Umsatzausblick für 2018

SNP hat heute Morgen wie geplant vorläufige Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht. Dabei wurde ein Umsatzzuwachs von 51,2% auf ca. 122 Mio. € (LSe: 120,0) erreicht. Das EBITDA war durch Wachstumsinvestitionen i.H.v. 4,3 Mio. € und fehlende Softwareumsätze belastet und lag bei 2,0 Mio. € (LSe: 2,9 Mio. €; vj. 8,5). Das bereinigte EBITDA lag demnach bei 6,3 Mio. € (=5,2% EBITDA-Marge). Das organische Wachstum lag im Gesamtjahr bei 8,0% und konnte damit zum Jahresende wieder beschleunigt werden, nachdem es nach 9 Monaten lediglich bei 5% gelegen hat. Meinen Berechnungen zu Folge muss das organische Wachstum demnach im vierten Quartal bei etwa 17% gelegen haben und zeigt, dass SNPnun wieder auch auf organischer Basis wächst. Im vierten Quartal konnte insgesamt ein Wachstum von 77,0% sowie eine EBITDA-Marge von 6,0% erzielt werden. 

 

Der Auftragseingang stieg von 95,5 Mio. € auf 130,7 Mio. € (+36,9%), sodass das Book-to-Bill bei 1,07 lag. Der Auftragsbestand verbesserte sich um 57,8% von 39,3 Mio. € auf rund 62 Mio. € ebenfalls deutlich, sodass auch für das Geschäftsjahr 2018 ein erneut starkes Wachstum erwartet wird. So rechnet der Vorstand mit einem Umsatzanstieg auf 150-155 Mio. € (LSe: 149,6) und damit leicht oberhalb meiner Erwartungen. Einen Ergebnisausblick wird das Unternehmen mit Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 28.03.2018 geben. 

 

Damit wird es entscheidend sein, welche Ergebnisverbesserung das Unternehmen sich zutraut und insbesondere dahingehend evtl. konservativ prognostiziert, um den Kapitalmarkt nicht erneut zu enttäuschen. Eine vorsichtige Ergebnisprognose wäre daher durchaus möglich. Der Umsatzausblick ist als gut einzustufen und nachdem das Unternehmen auch organisch wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt ist, sollte ebenso das Ergebnis wieder deutlich gesteigert werden können. Das Kursziel bleibt weiterhin bei 49,00€.