Die SNP Gruppe ist eine softwarebezogene Unternehmensberatungsgesellschaft, die sich auf die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Datenverarbeitung spezialisiert hat, wobei eigene Softwareentwicklungen insbesondere auf dem Gebiet des digitalen Transformationsmanagements eingesetzt werden. SNP versetzt Unternehmen in die Lage, mit einer veränderungsfreudigen IT den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten und Chancen im Markt zu nutzen. Lösungen und Software von SNP ermöglichen Zusammenführungen von bisher getrennten IT-Landschaften, unterstützen M&A-Projekte und Carve-outs und fördern die Erschließung neuer Märkte jenseits des Heimatmarktes. Mit SNP  ransformation Backbone® with SAP LT bietet SNP die weltweit erste Standardsoftware, die Änderungen in IT-Systemen automatisiert analysiert und umsetzt. Für die Kunden bieten sich dadurch klare Qualitätsvorteile, gleichzeitig können Zeitaufwand und Kosten bei Transformationsprojekten signifikant  reduziert werden.


02.11.2018 | Kostenstruktur verbessert aber fehlendes organisches Wachstum

SNP hat am Dienstag den Bericht für die ersten 9 Monate 2018 veröffentlicht. So stieg der Umsatz um 21,9% auf 98,8 Mio. € an, wobei der Anstieg vollständig über die im vergangenen Jahr akquirierten Gesellschaften erfolgte. Organisch ging der Umsatz leicht um 0,9% zurück. Im dritten Quartal konnte daher nur noch ein geringes Wachstum von 2,2% auf 33,7 Mio. €erzielt werden, wobei der organische Rückgang mit 5,4% sogar noch leicht stärker ausfiel. Mit Blick auf die Segmente zeigt sich eine unverändert unzufrieden stellende Umsatzentwicklung im Bereich Professional Services. So konnten die Umsätze auf 9-Monatssicht und im dritten Quartal zwar um 16,6% bzw. 0,2% gesteigert werden, organisch verzeichnete SNP jedoch jeweils Rückgänge von 4,0% respektive 5,9%. Die Softwareumsätze konnten zwar mit 47,7% auf 9-Monatssicht und 9,3% im dritten Quartal deutlich gesteigert werden, organisch gelang mit 13,7% jedoch nur in den ersten 9 Monaten ein Wachstum. Im dritten Quartal musste auch hier ein Rückgang von 3,4% verbucht werden.

 

Ergebnisseitig konnte das Unternehmen im dritten Quartal im Vergleich zu den beiden Vorquartalen jedoch deutliche Fortschritte erzielen. So erreichte SNP im dritten Quartal ein EBITDA von 4,0 Mio. € (Q1: -1,4/Q2: -2,1) und ein EBIT von 2,9 Mio. €(Q1: -2,6/Q2: -3,4). Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass SNP im dritten Quartal einen Sonderertrag i.H.v. 2,0 Mio. € aus der Auflösung einer Kaufpreisverbindlichkeit für die Adepcon, aufgrund von geringeren Umsatzerwartungen im Zuge der Entwicklung des argentinischen Pesos, verbucht hat. In den ersten 9 Monaten wurde dadurch ein leicht positives EBITDA von 0,5 Mio. € sowie ein negatives EBIT von -3,2 Mio. € erzielt. Hier sind jedoch auch noch positive Währungseffekte i.H.v. 1,5 Mio. € enthalten. Da dem jedoch auch 1,6 Mio. € Fremdwährungsaufwendungen entgegen standen sowie 2,1 Mio. € Einmalaufwendungen im Personalaufwand verbucht wurden, gibt SNP zudem auch das bereinigte Ergebnis an. In den ersten 9 Monaten lag das EBITDA bereinigt bei 0,8 Mio. €, das EBIT bei -1,7 Mio. €. Im dritten Quartal bei 2,5 Mio. € bzw. 1,9 Mio. €.

 

Dies war auch der Grund für die zuletzt leicht angehobene EBIT Prognose, von leicht negativ auf ausgeglichen. Der Umsatzausblick für das Gesamtjahr ist mit 135-140 Mio. € (2017: 122,3) unverändert geblieben. Dies impliziert jedoch für das vierte Quartal einen Umsatzrückgang zwischen 0,2% und 12,3%. Das wird auch durch den im dritten Quartal mit 31,5 Mio. € knapp 16% niedrigeren Auftragseingang ggü. dem Vorjahresquartal untermauert. Zwar hat man nun von der Volkswagen Sachsen GmbH jüngst einen Auftrag zur Migration von SAP S/4 HANA erhalten, der bis Anfang 2019 abgeschlossen sein wird. Jedoch dürfte es sich hierbei um einen eher kleineren Auftrag handeln.

 

Aufgrund dessen habe ich meine Schätzungen für 2019 entsprechend reduziert und kalkuliere aktuell für das kommende Geschäftsjahr kein Wachstum. Aufgrund der angestoßenen Maßnahmen zur Kosten- und Liquiditätsoptimierung sollte das EBIT jedoch dann im mittleren einstelligen Millionenbereich liegen. Mit den dann nachgezogenen internen Strukturen und Prozesse dürfte der Fokus im Anschluss wieder vermehrt auf organischem und ggf. auch anorganischem Wachstum liegen. Für 2020 rechne ich dann wieder mit einem Wachstum von 9,1% und einer weiteren Ergebnisverbesserung durch steigende Umsatzerlöse im Beratungsgeschäft sowie insbesondere steigende Softwareumsätze. Allerdings werden die internen Liquiditätsoptimierungen offenbar nicht ausreichen, um Covenants der Banken zu erfüllen, weshalb SNP weiter an einer Kapitalmaßnahme im vierten Quartal festhält. Durch die Reduzierung meiner Schätzungen für 2019/20 - für 2018 nur leichte Adjustierungen - reduziert sich mein Kursziel für die SNP Aktie nochmals leicht von 33,00€ auf 31,00€. Eine Kapitalerhöhung - es wurde Ende August eine Erhöhung um rund 20% in Aussicht gestellt - würde jedoch nochmals zu einer leichten Verwässerung führen. 


25.10.2018 | Leichte Anhebung der Ergebnisprognose

 

SNP hat heute Morgen eine leichte Anhebung der Ergebnisprognose bekannt gegeben. Nachdem zuletzt ein EBIT im niedrigen negativen einstelligen Millionenbereich erwartet wurde, wird nun mit einem ausgeglichenen Ergebnis beim EBIT gerechnet. Der Umsatzausblick von 135-140 Mio. € wurde bestätigt. Zum Vergleich: Die ursprüngliche Prognose zu Beginn des Geschäftsjahres hatte eine EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie einen Umsatz zwischen 150 und 155 Mio. € vorgesehen. Dies könnte auf erste Effekte auf angekündigte Einsparungen zurückzuführen sein, die das Unternehmen einige Tage zuvor bekannt gegeben hatte. So hatte das Unternehmen angekündigt, intensiv an Kostenoptimierungsmaßnahmen zu arbeiten. Hierzu zähle beispielsweise die verbesserte Ausnutzung der Büroflächen, die Reduzierung von Reiseaufwendungen, ein enges Management des Marketingbudgtes sowie ein gestraffter Fuhrpark. Da SNP in den vergangenen Jahren stark organisch und anorganisch gewachsen ist müssen die entsprechenden Strukturen und Prozesse nun nachgezogen bzw. daran angepasst werden. Laut dem neuen Finanzvorstand sei man dann bestens für das kommende Geschäftsjahr 2019 aufgestellt. Dazu betonte das Unternehmen in der heutigen Meldung nochmals, durch einen steigenden Umsatzanteil bei Softwarelizenzen mittel- und langfristig die Marge steigern zu wollen. In der kommenden Woche am Dienstag, 30.10. wird das Unternehmen dann die Zahlen zum dritten Quartal veröffentlichen. Aufgrund des leicht erhöhten Ergebnisausblicks sollte dieses auf der Ergebnisseite wieder deutlich besser als die beiden Vorquartale verlaufen sein. Ich habe meine EBIT-Prognose an die leicht erhöhte Prognose angepasst und rechne jedoch mit einem leicht negativen EBIT i.H.v 0,5 Mio. € sowie unverändert einem Umsatz von 138,2 Mio. €. Das Kursziel von 33,00€ hat zugleich unverändert Bestand. 


02.05.2018 | Durchwachsene Q1-Zahlen

SNP hat vergangenen Freitag Q1-Zahlen veröffentlicht. So stieg der Umsatz weiter dynamisch um 46,1% auf 31,55 Mio. €, wenngleich dieser Umsatzanstieg vorangig auf anorganisches Wachstum zurückzuführen ist. Organisch lag das Wachstum lediglich bei 2%. Hintergrund waren Projektverschiebungen im Bereich Professional Service, wodurch der Umsatz organisch um 6% rückläufig war. Insgesamt konnten die Umsätze dennoch um 35,5% gesteigert werden. Sehr erfreulich war dagegen die Entwicklung im Segment Software mit einem organischen Wachstum von rund 56% gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit den anorganischen Umsatzbeiträgen konnte ein Wachstum von knapp 127% verzeichnet werden. Aufgrund der Projektverschiebungen sowie Restrukturierungskosten in den USA i.H.v. 0,3 Mio. € und erhöhten Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen (PPA) verschlechterte sich das EBIT leicht von -2,40 Mio. € auf -2,62 Mio. €. Das EBITDA verbesserte sich hingegen auf -1,41 Mio. € nach -1,80 Mio. € im ersten Quartal 2017. Dazu wurden zwei Transformationsprojekte mit einem US-amerikanischen Kunden im Gesamtwert von 4,5 Mio. $ unterzeichnet werden, wovon rund 1,9 Mio. € auf Softwarelizenzen entfallen. Auch wenn das erste Quartal erneut negativ beim Ergebnis ausfiel und das organische Wachstum mit 2% schwach war, bestätigte das Management die bisherige Prognose (Umsatz 150-155 Mio. €, operative EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich) und rechnet erneut mit einer stärkeren zweiten Jahreshälfte. Aber auch bei SNP muss man kritisch bleiben, da das Management im vergangenen Jahr bis nach dem dritten Quartal am bisherigen Ausblick festhielt und diesen dann deutlich senkte. Dennoch bleibe ich für die kommenden Jahre weiterhin optimistisch aufgrund der hohen Wachstumspotenziale und der sehr guten Marktpositionierung der SNP. Im Rahmen meiner überarbeiteten Schätzungen im Nachgang an den Geschäftsbericht und die Zahlen zum 1. Quartal sowie einem Modellupdate auf das Jahr 2018 habe ich meine Schätzungen für 2018 und 2019 gesenkt, aber das Jahr 2020 erstmals mit einfließen lassen. Dadurch ergibt sich ein leicht höheres Kursziel von 50,00€ nach 49,00€ zuvor. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Margenerwartung für das EBITDA für die zweite Phase der Bewertung im DCF-Modell leicht angestiegen ist. 


29.03.2018 | Wie erwartet mit zurückhaltendem Ergebnisausblick für 2018

SNP hat gestern Abend den Geschäftsbericht für 2017 veröffentlicht. Über die vorläufigen Zahlen hatte ich an dieser Stelle bereits berichtet. Auch hatte ich am Dienstag nochmals auf den Ergebnisausblick für 2018 hingewiesen, den das Unternehmen noch schuldig war, da lediglich ein Umsatzausblick (150-155 Mio. €) für 2018 gegeben wurde. Zugleich betonte ich nochmals, dass der Ergebnisausblick durchaus zurückhaltend sein dürfte und ich mir gut vorstellen kann, dass dieser unterhalb meiner Erwartungen (8,8% EBIT-Marge) liegt. So kam es nun auch. Für das aktuelle Geschäftsjahr erwartet SNP eine EBIT-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bei einem Umsatz von 150-155 Mio. € resultiert somit ein EBIT (4-6%) zwischen 6,0 - 9,3 Mio. € und liegt damit unterhalb meiner Erwartungen von 13,2 Mio. €. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich SNP hier ggf. etwas Luft gelassen hat. Wichtig wird jedoch sein, dass das Unternehmen diese Prognose auch erreicht. Das Kursziel bleibt vorerst bei 49,00€. 


31.01.2018 | Vorläuige Zahlen für 2017 und guter Umsatzausblick für 2018

SNP hat heute Morgen wie geplant vorläufige Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht. Dabei wurde ein Umsatzzuwachs von 51,2% auf ca. 122 Mio. € (LSe: 120,0) erreicht. Das EBITDA war durch Wachstumsinvestitionen i.H.v. 4,3 Mio. € und fehlende Softwareumsätze belastet und lag bei 2,0 Mio. € (LSe: 2,9 Mio. €; vj. 8,5). Das bereinigte EBITDA lag demnach bei 6,3 Mio. € (=5,2% EBITDA-Marge). Das organische Wachstum lag im Gesamtjahr bei 8,0% und konnte damit zum Jahresende wieder beschleunigt werden, nachdem es nach 9 Monaten lediglich bei 5% gelegen hat. Meinen Berechnungen zu Folge muss das organische Wachstum demnach im vierten Quartal bei etwa 17% gelegen haben und zeigt, dass SNPnun wieder auch auf organischer Basis wächst. Im vierten Quartal konnte insgesamt ein Wachstum von 77,0% sowie eine EBITDA-Marge von 6,0% erzielt werden. 

 

Der Auftragseingang stieg von 95,5 Mio. € auf 130,7 Mio. € (+36,9%), sodass das Book-to-Bill bei 1,07 lag. Der Auftragsbestand verbesserte sich um 57,8% von 39,3 Mio. € auf rund 62 Mio. € ebenfalls deutlich, sodass auch für das Geschäftsjahr 2018 ein erneut starkes Wachstum erwartet wird. So rechnet der Vorstand mit einem Umsatzanstieg auf 150-155 Mio. € (LSe: 149,6) und damit leicht oberhalb meiner Erwartungen. Einen Ergebnisausblick wird das Unternehmen mit Veröffentlichung des Geschäftsberichts am 28.03.2018 geben. 

 

Damit wird es entscheidend sein, welche Ergebnisverbesserung das Unternehmen sich zutraut und insbesondere dahingehend evtl. konservativ prognostiziert, um den Kapitalmarkt nicht erneut zu enttäuschen. Eine vorsichtige Ergebnisprognose wäre daher durchaus möglich. Der Umsatzausblick ist als gut einzustufen und nachdem das Unternehmen auch organisch wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt ist, sollte ebenso das Ergebnis wieder deutlich gesteigert werden können. Das Kursziel bleibt weiterhin bei 49,00€.