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Die Vectron Systems AG gehört zu den führenden europäischen Anbietern intelligenter, digitalisierter Kassensysteme bestehend aus Hardware, Software und Cloud-Services, die am Firmensitz in Münster entwickelt werden. Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal besteht in der Tatsache, dass im Gegensatz zu anderen Herstellern alle unsere Systemlösungen auf der gleichen Software basieren und daher problemlos miteinander vernetzbar sind. Überdies haben wir die Software offen und flexibel entwickelt, so dass sie sich für die unterschiedlichsten Branchen anpassen lässt und alle wesentlichen Betriebssysteme – Windows, Android, iOS und Linux – bedient. Unsere Cloud-Services richten sich sowohl an das B2B-Segment wie auch an das B2C-Segment.


21.07.2020 | Finanzministerium lehnt Fristverlängerung ab

Gastronomiebetriebe waren und sind wohl eine der am stärksten von den COVID-19 Maßnahmen betroffenen Bereiche in der deutschen Wirtschaft. So waren diese während den Ausgangsbeschränkungen zunächst geschlossen und konnten, wenn überhaupt, nur „to go“ anbieten und sind nun derzeit durch die vorgeschriebenen Abstandsregelungen nach wie vor im Betrieb eingeschränkt. Weiterhin dürfte es auch jetzt noch vereinzelt Restaurants oder Bars geben, die noch nicht wieder geöffnet haben. Zahlen von Opentable zeigen aber, dass sich die Zahl der geöffneten Restaurants in Deutschland wieder fast auf Normalniveau bei knapp 100% befindet und geben damit Grund zu Hoffnung. Die Zahl der Abendessen hat sich laut Opentable erst seit Mitte Juli wieder positiv gegenüber dem Vorjahr entwickelt. Während die Gastronomiebetriebe daher in den vergangenen Monaten im Zweifel um ihre Existenz kämpfen mussten, dürfte sich die Situation aktuell wieder deutlich entspannen. Damit sollte auch die Bereitschaft und der finanzielle Spielraum für Neuanschaffungen wie ein Kassensystem deutlich gestiegen sein. Andererseits bietet Vectron dem Gastronomen mit dem Duratec Digital World (DDW)-Paket eine kostenfreie Kasse an, wobei der Gastronom ausschließlich transaktionsbasiert über die digitalen Services bezahlt.

 

Zwar waren gegen Ende des ersten Quartals im März bereits erste Auswirkungen durch COVID-19 zu bemerken, wenngleich Vectron über ein sehr gutes Auftaktquartal berichten konnte. So gelang es den Umsatz in den ersten drei Monaten dieses Jahres um rund 27% auf 7,50mEUR deutlich zu steigern. Aufwendungen in den Aufbau des neuen Geschäftsmodells und der digitalen Services i.H.v. 1,3mEUR sowie Kosten im Zusammenhang mit der Anfang Februar durchgeführten Kapitalerhöhung (Bruttoemissionserlös ca. 11mEUR) i.H.v. 0,4mEUR belasteten das Ergebnis. In der Folge lag das Vorsteuerergebnis bei -0,8mEUR, allerdings im Vorjahresvergleich (-1,0mEUR) leicht höher. Dennoch hatte das Management bereits Mitte März aufgrund der Beeinträchtigungen durch die Coronakrise die Gesamtjahresprognose (>50mEUR Umsatz & EBIT-Marge im niedrigen 2-stelligen Prozentbereich) zurückgenommen. Im Februar hatte Vectron bekannt gegeben, dass die spanische Bäckereikette Macxipan den E-Payment Service von bonVito zukünftig nutzen wird. Darüber hinaus hatte Vectron Anfang März einen Großauftrag der Wiener Feinbäckerei Heberer gewonnen. Dabei wird Vectron 175 Filialen mit 300 Kassensystemen ausstatten und diese ebenso über die Zeit mit einem Kartenterminal sowie entsprechenden Payment-Funktionen (Girocard und Kreditkarten) ausstatten.

 

Weiter in der Diskussion stand in den vergangenen Monaten eine mögliche Verschiebung der Fiskalisierungsfrist, die vorsieht, dass alle Gastronomiebetriebe und Bäckereien eine manipulationssichere und mit einem technischen Standard versehene (TSE) Kasse nutzen. Nun hatte das Finanzministerium dem Vorstoß einiger Bundesländer (Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen), die Frist um ein halbes Jahr zu verlängern, eine Absage erteilt und hält weiterhin am Termin 30.09.2020 fest. Dieser Termin dürfte allerdings bereits schon vor der Coronakrise ambitioniert gewesen sein und erscheint nun noch unrealistischer zu erreichen. Im Anschluss an die Bekanntgabe des Bundesfinanzministeriums haben zunächst Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen,, Niedersachsen und Hamburg am 10.07. sowie kurz danach Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein jedoch angekündigt, unter Einhaltung bestimmter Bedingungen, eine Überprüfung erst ab dem 01.04.2021 durchzuführen. Dieser Termin erscheint zwar deutlich realistischer, mit Blick auf die Entwicklung in Österreich hat sich jedoch gezeigt, dass sich die Phase auch über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren ziehen kann. Dennoch sind die diskutierten Fristen weiterhin klar positiv für Vectron zu sehen, da dies zeitnah zu einem deutlichen anziehen der Umsatzerlöse führen sollte. Mögliche Verschiebungen von Jahren sind damit wohl vom Tisch.

 

Aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Monaten habe ich meine Schätzungen überarbeitet und an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst. So habe ich einerseits einen geringeren Umsatz mit Vectron Kassen in diesem Jahr sowie einem verzögerten Rollout für das DDW-Paket angesetzt und zum anderen die Kapitalerhöhung von Anfang Februar berücksichtigt. Demnach dürfte das zweite Quartal sehr schwach verlaufen sein (LSe: 2,5mEUR / -59,3%), wenngleich das dritte Quartal wieder deutlich an Dynamik gewinnen sollte (LSe: 6,5mEUR / +18,3%), gefolgt von einem sehr starken Schlussquartal (LSe: 8,7mEUR / +13,4%). Dadurch ergibt sich ein Gesamtjahresumsatz von 25,22mEUR (+0,2% / alt: 43,71mEUR) der damit minimal über dem Vorjahresniveau liegt. Für das EBIT erwarte ich in diesem Jahr einen Wert von -3,32mEUR (Vj. -1,78mEUR / alt: 9,38mEUR), der im zweiten Quartal auch durch die Nutzung von Kurzarbeit abgefedert werden sollte. Im kommenden Jahr erwarte ich dann deutliche Nachholeffekte und einen Umsatzanstieg von 83,6% auf 46,30mEUR, auch durch einen Umsatzbeitrag i.H.v. 11,54mEUR aus dem Digitalgeschäft (2020e: 1,24mEUR). Das EBIT sollte dann mit 5,34mEUR (11,5% EBIT-Marge) wieder deutlich positiv ausfallen und würde sich in etwa an der ursprünglichen Prognose für dieses Jahr orientieren. Mittelfristig erwarte ich eine EBIT-Marge von 41,8%, die damit in line ist mit der bisherigen Mittelfristprognose (Umsatz 100mEUR / EBIT-Marge im mittleren zweistelligen Prozentbereich). Durch die COVID-19 bedingten Einschränkungen sollte sich zudem auch der Digitalisierungstrend in der Gastronomie beschleunigen und somit Vectron beim DDW-Paket zu Gute kommen. Insgesamt reduziert sich jedoch das Kursziel allerdings durch die kurzfristig geringeren Schätzungen sowie die Verwässerung von 38,00€ auf nunmehr 30,00€. 


03.01.2020 | Start frei für die Fiskalisierungswelle

Vectron hat Ende November für einen Paukenschlag gesorgt. Nachdem sich das Unternehmen in der Vergangenheit mit konkreten Prognosen stets zurückgehalten hat, wurden nun für 2020 und 2022 erstmals genauere Zahlen kommuniziert. So erwartet das Management für das aktuelle Geschäftsjahr einen Umsatz von mindestens 50mEUR (2019e: 23,50mEUR) sowie eine EBIT-Marge im niedrigen 2-stelligen Prozentbereich. Der wesentliche Umsatztreiber wird dabei die Fiskalisierung sein, die durch den Verkauf von Vectron Kassen und Software-Updates für eine Sonderkonjunktur sorgen dürfte. Diesbezüglich hat Vectron Ende 2019 auch die Zertifizierung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSE) erhalten. Das Digitalgeschäft dürfte zwar erstmals ebenfalls zum Umsatz beitragen, jedoch m.E. noch mit einem Umsatz von <10mEUR. Im Geschäftsjahr 2022 hält es der Vorstand für möglich, Umsatzerlöse von >100mEUR bei einer EBIT-Marge im mittleren 2-stelligen Prozentbereich zu erzielen. Dann sollen auch die wiederkehrenden Umsätze aus dem Digitalgeschäft erstmals höher ausfallen als die Verkäufe aus dem klassischen Kassengeschäft.

 

Die größten Umsatztreiber dürften dabei aus meiner Sicht die Komponenten Payment und DeutschlandCard sein. Durch die angeschlossene Paymentfunktion von epay partizipiert auch Vectron zukünftig an jedem bargeldlosen Bezahlvorgang bei Gastronomen und Bäckereien, die das Servicepaket (Duratec Kasse + digitale Services) nutzen. Eine Studie von Mastercard und OrderBird aus dem vergangenen Jahr hat gezeigt, dass das bargeldlose Bezahlen auch in der Gastronomie als Service von zunehmender Bedeutung ist. Im Einzelhandel übertraf 2018 das bargeldlose Bezahlen erstmal die Bargeldbezahlung. Weiter erhält Vectron auch an jedem gesammelten bzw. eingelösten Deutschland Card Punkt bei diesen Kunden eine Vergütung. Weitere Umsatzbeiträge wird es durch die Funktionen Online Bestellungen, Tischreservierung und Gutscheine geben. Darüber hinaus sollten sich auch aus der Kooperation mit Datev weitere Einnahmen ergeben. Bei den klassischen Vectron Kassen bestehen durch Cloud-Dienste ebenfalls Umsatzpotenziale. 

 

Im Rahmen des nun zusammengestellten Service-Pakets sowie weiterer Details durch das Unternehmen habe ich mein Modell für die verschiedenen Umsatzströme neu aufgesetzt und folglich meine Umsatz- und Ergebnisschätzungen überarbeitet. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2020 erwarte ich einen Umsatzanstieg auf 43,72mEUR (+86,0%), in dem ein Umsatzbeitrag aus den oben genannten Digital- bzw. Servicefunktionen i.H.v. 8,08mEUR enthalten ist. Für 2021 erwarte ich eine weitere Umsatzsteigerung von 30,4% auf 56,98mEUR (26,44mEUR Digital/Service), gefolgt von einer weiteren Steigerung der Umsätze um 21,0% auf 68,97mEUR (43,51mEUR Digital/Service) im Jahr 2022. Damit liegen meine Schätzungen sowohl für 2020, als auch insbesondere für 2022 deutlich unter den genannten Erwartungen des Unternehmens. Auf der Ergebnisseite erwarte ich 2020 einen EBIT-Beitrag von 9,18mEUR (EBIT-Marge 21,0%) und bis 2022 eine Steigerung auf 27,98mEUR (EBIT-Marge 40,6%). Daraus resultiert insgesamt ein neues Kursziel von 38,00€ (alt: 32,00€), wenngleich auf Basis der von Vectron avisierten Ziele für 2022 auch höhere Bewertungen gerechtfertigt wären. Insbesondere werden der Aktie dann auch durch den zunehmenden Anteil widerkehrender Umsätze andere Bewertungsmultiples zugesprochen. Wichtig ist nun, dass das Unternehmen fortan auch regelmäßige Updates zur Entwicklung im Digitalgeschäft und damit mehr Transparenz gibt.  



16.02.2019 | Kapitalerhöhung wirft Fragen auf

Vectron hat am 6. Februar 2019 eine 10% Kapitalerhöhung im Rahmen einer Privatplatzierung angekündigt, nachdem 2 Tage zuvor ein Update zur Digitalstrategie veröffentlich wurde. Das Update umfasste folgende Themen:

  • DeutschlandCard: Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Start im ersten Halbjahr 2019. Mitte Januar hat der Vectron-Vertrieb mit der Vermarktung begonnen und erste Gastronomen wurden bereits unter Vertrag genommen. Auf der INTERNORGA (15.03.-19.03.2019), der Leitmesse für Hotellerie, Gastronomie, Bäckereien und Konditoreien, werden sich beide Unternehmen gemeinsam präsentieren.
  • HOSPITALITY.digital: Die 100 geplanten Installationen sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden aktuell ausgeweitet und Verbesserungsvorschläge werden erarbeitet. Diese dienen als Grundlage für eine gegebenenfalls weiterführende Zusammenarbeit.
  • Coca Cola: Es laufen derzeit weiter Tests bezüglich der Lieferung von Kassendaten.

Dazu befindet sich Vectron auch mit weiteren potenziellen Partnern in Gesprächen über mögliche Geschäftsmodelle im Kontext der Digitalisierung in der Gastronomie über Kassensysteme.

 

Im Rahmen der Kapitalerhöhung wurden 661.199 neue Aktien zu einem Preis von 7,60€ bei institutionellen Investoren platziert, wodurch der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von 5,0 Mio. € zugeflossen ist. Dieser soll zum Ausbau der digitalen Geschäftsfelder dienen. Da Vectron jedoch erst Anfang April 2018 ein Darlehen über 10 Mio. € zur digitalen Transformation aufgenommen hatte, wirft die Kapitalmaßnahme fragen auf. Insbesondere dahingehend, ob die Zusammenarbeit mit der DeutschlandCard und möglichen anderen Partnern einerseits mit hohen Vorlaufkosten verbunden ist und andererseits ob sich diese Geschäftsmodelle letztlich auch so rentabel gestalten wie in Aussicht gestellt. Positiv gesehen werden kann allerdings die Tatsache, dass der CEO und Großaktionär Herr Stümmler rund 60% der Aktien aus der Kapitalerhöhung übernommen und sich damit ebenfalls erneut maßgeblich beteiligt hat.

 

Ich habe im Rahmen der Kapitalmaßnahme zwar meine Schätzungen vorerst unverändert gelassen, das Kursziel reduziert sich jedoch aufgrund der Verwässerung von 35,00€ auf 32,00€.   


20.12.2018 | Nach LOI folgt der Vertrag mit DeutschlandCard

Vectron hat gestern die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags mit der DeutschlandCard bekanntgegeben, nachdem Ende August dieses Jahres bereits ein Letter of Intent (LOI) unterzeichnet wurde. Grundlage des Vertrags ist die Zusammenarbeit mit dem Ziel, DeutschlandCard neben dem Einzelhandel zukünftig auch in der Gastronomie zu etablieren. Konkret soll eine Kundenkarten-Lösung für die Gastronomiebranche aufgebaut werden, bei der in einem ersten Schritt das Sammeln und Einlösen von Punkten möglich sein soll. Mit 20 Mio. Nutzern ist DeutschlandCard bei den Loyalty Anbietern die Nummer 2 in Deutschland hinter Payback. In einem weiteren Schritt sollen auch Online-Reservierungen und -Bestellungen integriert werden.

 

Derzeit bereiten beide Unternehmen den Markteintritt vor, der in der ersten Jahreshälfte 2019  erfolgen soll. Bis dahin werden den Gastronomen attraktive Angebote, beispielsweise in Form einer vergünstigten Kasse, gemacht. Im Anschluss ist eine entsprechende Marketingkampagne geplant, die den Rollout beschleunigen soll. Vectron wird hierbei einerseits durch eine monatliche Gebühr der Gastronomen sowie durch eine Transaktionsgebühr profitieren, wobei die entgegenstehenden Kosten deutlich unterproportional ausfallen und eine entsprechend hohe Marge ermöglichen sollten. Genau Details dazu zu den Konditionen sollen noch bekannt gegeben werden. Dazu erhalten die Gastronomen derzeit auch Angebote, um ihre Kassendaten für Vectron freizugeben, um diese parallel an interessierte Unternehmen wie beispielsweise Metro oder CoCa Cola zu verkaufen. Da Vectron mit einem Marktanteil von rund 25-30% der Marktführer in Deutschland ist und durch die anstehende Fiskalisierung vermutlich weitere Marktanteile gewinnen wird, dürfte das Interesse an diesen Daten entsprechend hoch sein.

 

Zudem veröffentlichte Vectron Ende November Zahlen für die ersten 9 Monate. So hatte sich der Umsatz um 24,4% auf 19,2 Mio. € rückläufig entwickelt, was auf die geringere Nachfrage im Anschluss an die erste Fiskalisierungswelle (Auslaufen des BMF-Schreibens aus dem Jahr 2010 Ende 2016) zurückzuführen ist. Im dritten Quartal lag das Umsatzminus noch bei 12,6% bzw. der Umsatz bei 5,3 Mio. €. Das Ergebnis (EBITDA) war zugleich einerseits durch den geringeren Umsatz als auch durch Aufwendungen im Zusammenhang mit den neuen digitalen Geschäftsbereichen und dem  ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Herrn Kaltner im Juli geprägt. Nach 2,4 Mio. € im Vorjahr ging das EBITDA auf -2,8 Mio. € deutlich zurück und beinhaltetet hierbei Personalkosten (Vorlaufkosten) i.H.v. 1,6 Mio. € sowie Sonderaufwendungen i.H.v. 1,3 Mio. € im Zusammenhang mit dem Aufbau der neuen Geschäftsfelder. Insbesondere im dritten Quartal waren hier höhere Aufwendungen angefallen und hatten das EBITDA entsprechend mit 1,9 Mio. € (vj. -0,7) deutlich negativ ausfallen lassen. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Vectron durch das Gesetz zu manipulationssicheren Kassensystemen ab 1.1.2020 wieder eine deutliche Umsatz- und Ergebnisbelebung.

 

Derzeit überarbeite ich meine aktuellen Schätzungen, nachdem diese noch auf dem bisherigen gethappy Modell basieren. Hierbei werde ich einerseits die Opportunitäten aus der Zusammenarbeit mit der DeutschlandCard sowie andererseits aus dem Verkauf der Kassendaten an Unternehmen berücksichtigen.  Für beide Bereiche ergibt sich ein hohes Potenzial bei einer zugleich hohen Basis an wiederkehrenden Umsätzen. 


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06.07.2018 | überraschender Vorstandswechsel

Vectron hat heute Morgen überraschenderweise bekannt gegeben, dass der bisherige CEO Oliver Kaltner, der seit Februar dieses Jahres im Amt war, das Unternehmen verlässt. Er, der die Digitalisierung von Vectron deutlich beschleunigt hatte, wichtige Dinge dahingehend angestoßen hatte und auch dafür geholt wurde um Deals mit Kooperationspartnern abzuschließen. Der Grund: Unterschiedliche Auffassungen über die Umsetzung der Strategie wie es heißt. Der in den Aufsichtsrat gewechselte Thomas Stümmler, Gründer und Großaktionär, werde nun wieder übernehmen. An dieser Stelle war die Frage, ob die eingeschlagene Strategie bzw. der Weg weiter fortgeführt werden würde. Wenn man sich den Aktienkurs heute anschaut wohl ein wesentlicher Punkt an dem Investoren zweifeln. Daher hatte ich heute den Kontakt zum Unternehmen gesucht und hierbei einerseits mit Herrn Meister, verantwortlich für IR und PR sowie mit Herrn Stümmler gesprochen.

 

Eines wurde jedoch klar bestätigt: Die Strategie wird so weitergeführt. Ohne aber zu viel aus den Gesprächen Preis zu geben, liegt die Vermutung nahe, dass es zu Problemen führen kann, wenn ein Vorstand von einem Großkonzern zu einem Mittelständler kommt. Ich habe hierbei auch betont, dass es nun wichtig wäre dem Kapitalmarkt zu kommunizieren, dass der Weg weiter fortgeführt werden solle. Eine verstärkte PR-Arbeit halte ich daher in nächster Zeit für durchaus wahrscheinlich. Wichtig ist Herrn Stümmler nun, dass man aus der Pipeline den ein oder anderen Abschluss vermelden kann. Ein Punkt, der von mir auch angemerkt wurde. Man muss nun zeigen, dass man das auch Abschlüsse liefern kann. Bis dahin dürfte sich die Aktie vermutlich noch volatil zeigen. Offenbar sind aber keinerlei mögliche Projekte bisher gescheitert sondern lediglich nicht zum Abschluss gekommen, woran nun mit Hochdruck gearbeitet werden soll. Gelingt Herrn Stümmler dies, kann die Aktie schnell wieder in Richtung 20€ steigen. Der heutige deutliche Kursrückgang zeigt jedoch, dass die Anleger nun deutliche Zweifel haben, dass Vectron in seiner Strategie erfolgreich sein kann. Dadurch ergeben sich jedoch deutliche Überraschungspotenziale.


16.05.2018 | Feedback Frühjahrskonferenz

Am Montagabend hat der neue Vectron CEO Herr Kaltner auf der Frühjahrskonferenz präsentiert. Das Interesse an seiner Präsentation war entsprechend hoch, nachdem dieser bereits vor kurzem auf der Münchener Kapitalmarktkonferenz überzeugen konnte. Dennoch kam dieser nun mit einer nahezu vollständig überarbeiteten Präsentation im Vergleich zu vor 2,5 Wochen, die wohl deutlich näher an dem liegen dürfte, wie der neue CEO auf der Hauptversammlung Morgen (Donnerstag) das neue Geschäftsmodell vorstellen will. Dann dürfte auch mit weiteren Details zur Strategie und den entsprechenden weiteren Schritten, die umgesetzt werden sollen, gerechnet werden können. Ab 1.7. will man dabei starten, so viel verriet Herr Kaltner bereits. Wichtig ist nun auch zu verstehen, dass sich nicht mehr alles nur mehr um getHappy mit CoCa Cola drehen wird, sondern das gesamte Datenmanagement im Vordergrund steht. Dieses soll zum einen genutzt werden, um Gastronomen aufgearbeitete Daten zur Verfügung zu stellen, die Daten an Dritte zu verkaufen aber auch eine Kundenplattform wie getHappy daran anzuschließen. Daher ist neben einer Kooperation mit CoCa Cola auch mit weiteren Partnerschaften zu rechnen.


04.04.2018 | Feedback Telefonkonferenz

Ich hatte vergangenen Mittwoch ein knapp einstündiges Telefonat mit Herrn Stümmler, ehemaliger Vorstand der Vectron Systems AG und zugleich Gründer und Großaktionär der Gesellschaft, der sich aktuell um das Thema IR kümmert und sich auf der diesjährigen Hauptversammlung in den Aufsichtsrat wählen lassen will. Hierbei ging es insbesondere um den neuen Vorstand Herrn Kaltner, das klassische Kassengeschäft vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Vorschriften sowie getHappy. Er zeigte sich über die Arbeit des neuen Vorstands sehr beeindruckt. Dieser könne die Internationalisierung des Konzerns und die Digitalisierung hervorragend vorantreiben, da er über die nötige Erfahrung verfüge. Derzeit arbeite man an einem idealen Paket um möglichst viele Gastromomen für getHappy zu gewinnen. Auch das Endkundenthema wird thematisiert. Hier kann ich mir einen weiteren Kooperationspartner vorstellen, der eine Kundenbasis in das Projekt einbringt. Insgesamt hat mich das Gespräch weiter positiv gestimmt, wengleich man hier durchaus Geduld mitbringen muss. Wenn sich getHappy aber wie geplant entwickelt, steht die Aktie vor einer kompletten Neubewertung.


27.03.2018 | Kommentierung der vorläufigen Zahlen für 2017

Vectron hat am Freitag vorläufige Zahlen veröffentlicht, die allerdings schwach ausgefallen sind. So ging der Umsatz im Gesamtjahr leicht um 4,0% auf 32,38 Mio. € zurück, während ich mit einem Umsatzanstieg von 15,9% auf 39,09 Mio. € gerechnet hatte. Grund dafür ist ein sehr schwaches Q4 gewesen, in dem die Umsätze, ausgehend von einer starken Vorjahresbasis, um 40,5% auf 6,97 Mio. € zurückgingen. Im Vorjahr hatten noch Jahresendverkäufe vor dem 01.01.2017 (seitdem gilt das BMF-Schreiben aus dem Jahr 2010 für das elektronische Speichern von Kassendaten) für deutlich höhere Umsätze gesorgt. Dies hat sich im letzten Jahr nicht wiederholt, wenngleich im klassischen Kassengeschäft noch reichlich Potenzial besteht. Dies zeigt sich auch mit Blick auf die Prognose für 2019, wenn wieder ein signifikanter Umsatzanstieg erwartet wird. Für 2018 rechnet Vectron dagegen mit einer verhaltenen Nachfrage. Das Ergebnis (EBITDA) hat sich in 2017 ebenfalls schwächer als im Vorjahr entwickelt. So ging dieses um 37,7% auf 2,25 Mio. € zurück, während ich mit einem leichten Anstieg auf 3,91 Mio. € gerechnet hatte. Grund hierfür sind unter anderem weitere Investitionen in die neue Plattform "getHappy". Offensichtlich hat der Vorstand es aber nicht für nötig empfunden, hierzu über den aktuellen Stand zu berichten. Ende letzten Jahres lief in Leipzig ein Feldtest, dazu sollte im Januar der Vetrieb bei den Gastronomen beginnen und im April (spätestens Q2) der Endkundenvertrieb. Ob dies noch der aktuelle Zeitplan ist, bleibt abzuwarten. Da der Großteil der Bewertung auf bonVito/getHappy basiert, erwarte ich im Rahmen einer Anpassung meiner Schätzungen lediglich eine kleine Auswirkung auf mein Kursziel. Vorerst bleibt das bisherige Kursziel von 43,00€ bestehen. 


19.01.2018 | Neuer Vorstand für Digitalisierungsstrategie

Vectron hat gestern überraschend bekannt gegeben, dass es Veränderungen im Vorstand des Unternehmens geben wird. So wird Herr Oliver Kaltner zum 01.02. den Posten als Vorstandsvorsitzender übernehmen. Der bisherige Vorstand Herr Stümmler will sich auf der kommenden Hauptversammlung in den Aufsichtsrat wählen lassen, der zugleich von 3 auf 6 Mitgliedern erweitert werden soll. Herr Reckendorf, ebenfalls wie Herr Stümmler mit rund 28% an Vectron beteiligt, wird weiterhin als Vorstand für den Bereich Technik verantwortlich sein. Herr Kaltner war zuletzt als CEO der Leica Camera AG tätig und hat dort zu nachhaltigem internationalen Wachstum sowie Umsatz- und Profitrekorden verholfen. Herr Kaltner verfügt über langjährige Erfahrungen in der Consumer Electronics und IT-Industrie sowie über eine weitreichende Expertise in den Bereichen Product Management, Retail, Sales, Digitale Transformation und Markenführung. Insgesamt ist diese Veränderung durchaus als sonderbar zu sehen, wenngleich der neue CEO über eine vielversprechende Erfahrung verfügt. So könnten die beiden Unternehmensgründer dies als sinnvollen Schritt in Bezug auf die gemeinsame Kooperation mit CoCa Cola gesehen haben.