Die YOC-Gruppe ist auf den Bereich Mobile Advertising spezialisiert und der europaweit führende Anbieter von Mobile Premium Inventar. YOC agiert als Vermarkter von mobilen Internetseiten und Applikationen. Der Konzern fokussiert sich besonders auf Handy-Displaywerbung und berät seine Kunden bei der Schaltung von Werbeanzeigen oder der Platzierung von Bannern. Mit einem Portfolio aus über 300 ausgewählten internationalen Publishern wie N24, The Sun, Eurosport, Krone, Elle, Runtastic und Público bietet YOC technologiegetriebene Advertising-Lösungen. Über YOC Audience Targeting wird eine präzise Zielgruppen-Ansprache sowohl für Branding- als auch Performance-Ziele geliefert. Zu den Kunden des Unternehmens gehören unter anderem Microsoft, Vodafone, Dior, IBM, Ikea, Coca-Cola, Nokia, Google und Samsung


02.12.2019 | Drittes Quartal enttäuscht

Yoc hat Ende November den Bericht für das dritte Quartal 2019 veröffentlicht, wobei die berichteten Zahlen enttäuschend ausgefallen sind. So stieg der Umsatz zwar in den ersten 9 Monaten 2019 um 12,5% auf 10,20mEUR, im dritten Quartal ergab sich jedoch lediglich ein Plus von 2,6% auf 3,42mEUR. Diese Entwicklung ist insbesondere auf den starken Umsatzrückgang in den ersten beiden Quartalen 2018 zurückzuführen, während sich die Umsatzentwicklung im dritten Quartal 2018 wieder stabilisiert hatte, wodurch die Vorjahresbasis im dritten Quartal deutlich höher war. Basis der positiven Umsatzentwicklung in den ersten 9 Monaten und im dritten Quartal war das Inland, mit einem Zuwachs von 16,3% respektive 10,7%. Das internationale Geschäft (Großbritannien, Spanien, Österreich, Polen, Niederlande) war dagegen von der schwachen Entwicklung in Spanien und Großbritannien geprägt und verzeichnete einen Umsatzrückgang von 15,4% bzw. 23,8%. Auf Gesamtjahresbasis soll sich das internationale Geschäft zwar stabilisieren, im vierten Quartal werden jedoch laut Unternehmensangaben nochmal Umsatzrückgänge in Großbritannien zu kompensieren sein. In Österreich und Polen wurde eine Umsatzsteigerung von 23% in den ersten 9 Monaten erzielt, entsprechend einem Plus von rund 9% im dritten Quartal. Die Anfang 2018 neu eingeführte neue Plattform VIS.X dürfte jeweils deutlich zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnet haben.

 

Auf der Ergebnisseite konnte YOC nach zwei guten Quartalen nicht an die positive Entwicklung anknüpfen. Nach EBITDA-Verbesserungen von 0,03mEUR auf -0,11mEUR im ersten und 0,40mEUR im zweiten Quartal auf 0,10mEUR, ergab sich im dritten Quartal ein Rückgang des EBITDA um 0,18mEUR auf -0,17mEUR. Dabei sind jedoch zwei gegensätzliche Effekte zu berücksichtigen. Zum einen ergab sich ein Rückgang von 51,4% bei den sonstigen betrieblichen Erträgen (-74TEUR), zum anderen dürften im dritten Quartal bereits Kosten im Zusammenhang mit dem BaFin-Verfahren belastet haben. Zugleich ergaben sich jedoch auch geringere sonstige betriebliche Aufwendungen (LSe: 80-90TEUR) durch die Erstanwendung von IFRS 16. Nach 9 Monaten ergab sich eine EBITDA-Verbesserung um 0,25mEUR auf -0,17mEUR. Aufgrund der nicht ausreichenden Geschäftsentwicklung in Großbritannien wurde zugleich die dortige Kostenbasis deutlich reduziert, um die Profitabilität im Konzern nicht weiter zu belasten.

 

Aufgrund der schwachen Umsatzentwicklung im dritten Quartal hat der Vorstand die bisherige Umsatzprognose von 15,5-16,5mEUR auf nun 15,0-15,5mEUR gesenkt. Gleichzeitig wurde allerdings die EBITDA-Prognose mit 0,4-0,5mEUR an das obere Ende der bisherigen Spanne (0,2-0,5mEUR) angehoben. Mit Blick auf das kommende Geschäftsjahr 2020 zeigt sich der Vorstand bereits jetzt sehr zuversichtlich, um die Wachstumsdynamik gegenüber 2019 zu beschleunigen. Aufgrund der geringeren Umsatz- und Ergebnisentwicklung im dritten Quartal habe ich meine Schätzungen überarbeitet und erwarte nun einen Umsatzanstieg von 8,0% im Gesamtjahr auf 15,65mEUR (alt: 16,37). Meine EBITDA-Schätzungen haben sich ebenfalls auf 0,48mEUR (alt: 0,85) reduziert. Für die beiden Folgejahre erwarte ich Umsatzsteigerungen von 15,8% auf 18,13mEUR (alt: 19,39) bzw. 13,1% auf 20,49mEUR (alt: 22,02). Für das EBITDA erwarte ich eine weitere Steigerung auf 1,37mEUR (alt: 1,82) und 2,15mEUR (alt: 2,66), wenngleich ich nunmehr mit einer geringeren Marge als bisher kalkuliere. Folglich reduziert sich das Kursziel deutlich von zuletzt 8,20€ auf 6,70€, wobei aufgrund des höheren Wandlungspreises von 8,00€ der Wandelanleihe eine Wandlung nicht mehr berücksichtigt ist. 


01.10.2019 | Wachstumsschub im zweiten Quartal

YOC hat Ende August planmäßig Halbjahreszahlen veröffentlicht und im Rahmen dessen die im Juni in Aussicht gestellte Wachstumsbeschleunigung bestätigt. So erhöhte sich der Umsatz im zweiten Quartal 2019 um 29,5% auf 3,90mEUR und resultierte in einem Umsatzanstieg von 18,3% zum Halbjahr. Hierzu hat insbesondere ein weiter zunehmender Umsatzanteil der Anfang 2018 gestarteten eigenen Technologie-Plattform VIS.X beigetragen. Zwar sind diese Umsätze im Segment „Corporate Functions“ enthalten, das Wachstum von 64,3% im zweiten Quartal und 87,7% im ersten Halbjahr zeigt aber die hohe Wachstumsdynamik von VIS.X. Mit Blick auf die anderen Regionen ist die Entwicklung durch eine umgestellte Berichterstattung nicht direkt vergleichbar. Es zeigt sich aber, dass die Umsätze im Inland deutlich um 20,4% auf 2,27mEUR gesteigert werden konnten, während die internationalen Umsätze (Niederlande, Österreich, Polen, Spanien, UK) im Umsatz um 11,9% zurückgingen. Hintergrund dessen ist die unverändert schwache Entwicklung in Spanien und Großbritannien, wo die Umsatzziele nicht erreicht werden konnten. Im ersten Quartal waren dort die Umsätze um rund 93% eingebrochen. Dahingehend gelang es den Umsatz sowohl in Österreich als auch in Polen in den ersten sechs Monaten jeweils um rund 30% zu steigern.

 

Das EBITDA entwickelte sich ebenfalls weiter positiv, wobei dies auch durch die Erstanwendung von IFRS 16 beeinflusst wurde. Im zweiten Quartal verbesserte sich das EBITDA von -0,30mEUR auf 0,10mEUR, zum Halbjahr von -0,44mEUR auf -0,01mEUR. Der Effekt aus IFRS 16 dürfte das EBITDA hierbei in den ersten sechs Monaten mit ca. 120-130TEUR positiv beeinflusst haben. Damit sollte die operative Verbesserung etwa 0,30mEUR betragen haben, wobei zu berücksichtigen ist, dass sowohl die aktivierten Eigenleistungen (-10,7%) als auch die sonstigen betrieblichen Erträge (-61,8%) niedriger als im Vorjahr ausgefallen sind. Maßgebliche Skalierungseffekte ergaben sich im Personalaufwand, der durch eine temporär niedrigere Mitarbeiterzahl leicht rückläufig war. Aber auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (vor IFRS 16) entwickelten sich deutlich unterproportional zum Umsatz.

 

Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte zeigt sich der Vorstand weiter zuversichtlich und erwartet eine Fortsetzung des Wachstums. Für das Gesamtjahr wird unverändert ein Umsatz zwischen 15,50 und 16,50mEUR erwartet. Für das EBITDA wird ein EBITDA i.H.v. 0,20-0,50mEUR prognostiziert. Mit Blick auf die Ergebnisverbesserung im ersten Halbjahr sowie die positiven Effekte aus IFRS 16 (Gesamtjahr ca. +0,25mEUR) erscheint diese Prognose jedoch zu konservativ. Daran ändert auch ein jüngstes Bußgeldverfahren der BaFin gegen YOC nichts, die gegen das Berliner Unternehmen aufgrund einer nach Aktiengesetz fehlenden Versicherung der Geschäftsführung in den Halbjahresberichten 2016 und 2017 ein Bußgeld i.H.v. 45TEUR festgesetzt hat. Inklusive Rechts- und Beratungskosten dürften damit ergebniswirksame Aufwendungen von schätzungsweise 60TEUR angefallen sein. Mit Blick auf die Ergebnisprognose am oberen Rande entspricht dies einem EBITDA i.H.v. 0,50mEUR in HJ2, während 2018 im zweiten Halbjahr ein EBITDA i.H.v. 0,82mEUR erzielt wurde. Geht man davon aus, dass sich geringere sonstige betriebliche Erträge & aktivierte Eigenleistungen mit positiven Effekten aus IFRS 16 ausgleichen, zeigt sich, dass die Prognose zu zurückhaltend ist. Bei unveränderten Umsatzerlösen für 2019 i.H.v. 16,37mEUR (+13,0%) habe ich trotz Berücksichtigung von Einmalbelastungen i.H.v. 0,06mEUR für das BaFin Thema meine EBITDA-Prognose leicht auf 0,85mEUR (alt: 0,84) angehoben. Dies entspricht einem EBITDA-Beitrag i.H.v. 0,86mEUR (+4,7%) bei einem unterstellten Wachstum von 9,6% in der zweiten Jahreshälfte. Mit Blick auf die Umsatzentwicklung in Q3 + Q4 muss allerdings berücksichtigt werden, dass YOC im vierten Quartal 2018 mit 25,5% bereits wieder ein deutliches Wachstum erzielt hatte, während in den ersten 9 Monaten noch ein Umsatzrückgang von 9,8% (HJ1 2018: -14,9%) verbucht wurde. Für die Jahre 2020 und 2021 ergeben sich lediglich unwesentliche Veränderungen, sodass das Kursziel unverändert bei 8,20€ (inkl. 100% Wandlung der Anleihe) verbleibt. 


20.07.2019 | Starkes zweites Quartal und zu konservative Prognose

YOC hat Ende April den Geschäftsbericht veröffentlicht, nachdem das Unternehmen bereits im Februar vorläufige Zahlen bekannt gegeben hatte. So erreichte YOC ein leichtes Wachstum von 0,8% auf 14,49 Mio. € (LSe: 14,49). Eine bessere Entwicklung war aufgrund des schwachen ersten Halbjahres (-14,9%) durch die Einführung der DSGVO auf europäischer Ebene sowie der Coalition for better Ads – einer Kampagne zur Verbesserung digitaler Werbung durch Google – gebremst. Insbesondere der britische Markt war davon betroffen. Bereits in der zweiten Jahreshälfte konnte im Konzern jedoch wieder ein Wachstum von 14,7% erreicht werden. Es zeigte sich jedoch, dass Großbritannien und Spanien (Restliches Europa) einen deutlichen Umsatzrückgang von 63,6% verzeichneten. Kompensiert wurde dies durch eine sehr gute Entwicklung in Mittel- und Osteuropa, insbesondere Deutschland (+40%) und Polen (+30%) sowie der Anfang 2018 neu in den Markt eingeführten Plattform VIS.X. Das Ergebnis konnte auch durch die Auflösung von Rückstellungen aus dem Phantomaktienprogramm (0,2mEUR) sowie erhöhter aktivierter Eigenleistungen (+44,0%) auf 0,38 Mio. € (Vj. -0,08/LSe: 0,42) gesteigert werden. Nach der Einführung von VIS.X Anfang 2018 soll die Plattform in diesem Jahr weiterentwickelt (neue Features, Anbindung neuer Einkaufsplattformen, Integration neuer Publisher) und das Handelsvolumen weiter erhöht werden. Zudem wurde im Jahresverlauf das Produktportfolio um den YOC Mystery Scroller erweitert, der bereits spürbar zum Umsatz beigetragen hat. Darüber hinaus wurde die Expansion mit dem Markteintritt in den Niederlanden im dritten Quartal 2018 weiter forciert.

 

Ende Mai berichtete YOC über einen soliden Jahresauftakt mit einem Wachstum von 5,9%, wobei die regionale Entwicklung stark unterschiedlich verlief. Während sich Mittel- und Osteuropa (+27,7%) sowie VIS.X sehr positiv entwickelten, verzeichneten Spanien und Großbritannien einen Umsatzrückgang von 88,9% und konnten damit die Wachstumsziele nicht erreichen. Hintergrund dessen sind laut Unternehmensangaben Verzögerungen in der Umsetzung der neuen Produktstrategie. Zugleich wurde die Kostenstruktur angepasst, sodass der Verlust i.H.v. -0,14 Mio. € (vj. -0,17) auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte. Mitte Juni gab der Vorstand ein Update zur voraussichtlichen Entwicklung im zweiten Quartal mit einem Wachstum von 25-30%, resultierend in einer Umsatzsteigerung von 15-20% zum Halbjahr. Zugleich habe sich das EBITDA im zweiten Quartal um 0,4 Mio. € auf 0,1 Mio. € verbessert, sodass das EBITDA zum Halbjahr ausgeglichen ist (-0,44mEUR). Neben der Umsatzsteigerung dürfte die Ergebnisentwicklung insbesondere auf einen unterproportionalen Anstieg der Personalkosten aber auch der sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Rahmen der Neueinführung von IFRS 16 positiv geprägt gewesen sein.

 

Gleichzeitig hatte der Vorstand die Prognose für Umsatz (15,5-16,5mEUR) und EBITDA (0,2-0,5mEUR) bestätigt. Kann YOC jedoch den positiven Trend aus dem ersten Halbjahr auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, sollte beim Umsatz die obere Prognosespanne erreicht werden und die EBITDA-Prognose deutlich übertroffen werden können. Ich persönlich erwarte ein Wachstum von 13,0% auf 16,37 Mio. € sowie ein EBITDA i.H.v. 0,84 Mio. €. Selbst ohne Berücksichtigung von aktivierten Eigenleistungen und sonstigen betrieblichen Erträgen erzielte YOC im Schlussquartal 2018 ein EBITDA i.H.v. 0,53 Mio. €. Kann auch im dritten Quartal eine Verbesserung beim EBITDA erreicht werden (Q1: +0,10/Q2: +0,4), dürfte die EBITDA-Prognose daher zu konservativ sein. Zu berücksichtigen sind jedoch EBITDA erhöhende Effekte in diesem Jahr durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 von 0,25 Mio. €. Durch höhere Wachstumserwartungen ab dem kommenden Jahr sowie einer höhere Profitabilität (2021e: 11,9%) erhöht sich das Kursziel von bislang 7,60€ auf nunmehr 8,20€. Hierbei ist bereits eine volle Wandlung der Wandelanleihe in Aktien (Wandlungspreis 8,00€) berücksichtigt.    


14.02.2019 | Neue Plattform VIS.X wird zum Wachstumstreiber

YOC hat gestern vorläufige Zahlen für 2018 veröffentlicht. So wurde ein Umsatz i.H.v. 14,5 Mio. € (vj. 14,4) erreicht, der damit am oberen Ende der Anfang Dezember erhöhten Umsatzprognose (14,0-14,5 Mio. € nach zuvor 13,0-14,0 Mio. €) lag. Entsprechend konnte im Schlussquartal ein Wachstum von knapp 26% erzielt werden. Maßgeblicher Treiber für diese Entwicklung war die Anfang 2018 gelaunchte Plattform VIS.X von YOC, die im Jahresverlauf steigende Umsatzbeiträge verzeichnete. Wichtig war nach dem schwachen ersten Halbjahr (Umsatz -14,9%; bedingt durch die DSGVO sowie die Coalition for Better ads), die Rückkehr auf den Wachstumspfad in der zweiten Jahreshälfte, die mit einem bereits leichten Wachstum von 0,5% und dem beschrieben starken vierten Quartal (HJ2 +14,8%) erreicht wurde.

 

Zugleich konnte die EBITDA-Prognose (bis zu 0,2 Mio. € nach zuvor -0,4 Mio. €) mit 0,4 Mio. € übertroffen werden. Dies ist vor allem auch auf den hohen EBITDA-Beitrag im vierten Quartal von 0,8 Mio. € (vj. 0,4) zurückzuführen. Hierbei dürften meines Erachtens jedoch auch positive Sondereffekte enthalten sein, die ich für das Gesamtjahr auf einen Wert von bis zu 0,3 Mio. € schätze. Bereits nach 9 Monaten lagen die sonstigen betrieblichen Erträge rund 0,2 Mio. € höher als im Vorjahreszeitraum. Zugleich waren auch nach 9 Monaten die aktivierten Eigenleistungen um knapp 0,1 Mio. € aufgrund von weiteren Investitionen in die Plattform angestiegen und hatten damit das Ergebnis positiv beeinflusst.

 

Auf Basis der über meinen Schätzungen (Umsatz 14,2 Mio. €, EBITDA 0,2 Mio. €) liegenden Resultate habe ich meine Erwartungen für die Folgejahre angehoben und gehe für 2019 von einer Fortsetzung des Wachstumstrends aus dem zweiten Halbjahr 2018 aus. Entsprechend erwarte ich für das aktuelle Geschäftsjahr einen Umsatz von 16,7 Mio. € (+15,0%; alt: 15,8) und für 2020 einen Umsatz von 18,8 Mio. € (+12,7; alt: 17,8). Beim EBITDA erwarte ich ebenfalls eine weitere Steigerung auf 0,56 Mio. € (alt: 0,36) für 2019 und 1,39 Mio. € (alt: 0,93) für 2020. Mittelfristig erwarte ich eine EBITDA-Marge von 10%. Durch das erfolgreiche Anlaufen und die Rückkehr auf den Wachstumspfad dürfte YOC zudem nun wieder verstärkt in den Fokus anderer Marktteilnehmer geraten und die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme steigt m.E. wieder deutlich. Auf Basis der erhöhten Schätzungen steigt das Kursziel leicht von 7,40€ auf 7,60€ an. 


04.12.2018 | Starke Umsatzdynamik im vierten Quartal

YOC hat heute Mittag bekannt gegeben, dass man nun mit einem höheren Umsatz und Ergebnis als bislang rechnet. Nachdem zuletzt von einem Umsatz zwischen 13,0 - 14,0 Mio. € ausgegangen war - diese Prognose wurde Anfang August von einem zweistelligen Umsatzwachstum zurückgenommen - kalkuliert der Vorstand nun mit Umsatzerlösen zwischen 14,0 - 14,5 Mio. € (LSe: 13,5). Zurückzuführen sein dürfte diese Entwicklung dabei auf verschiedene Faktoren. 1) Erste Umsatzbeiträge aus dem neuen Standort in den Niederlanden 2) weiter steigende Umsatzbeiträge durch VIS.X 3) eine Stabilisierung der Umsatzentwicklung in Spanien 4) eine mögliche Entspannung im britischen Markt. Nachdem der Umsatz nach 9 Monaten noch um 9,8% hinter dem Vorjahresumsatz zurückgeblieben war, konnte bereits im abgelaufenen dritten Quartal wieder ein leichtes Umsatzplus von 0,5% erreicht werden. Der nun prognostizierte Ausblick impliziert für das vierte Quartal ein Wachstum zwischen 14,3% und 25,9%, sodass sich zeigt, dass YOC wieder zurück auf dem Wachstumspfad ist. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 entspricht dies noch einem Umsatzrückgang von bis zu 2,6% bzw. einem leichten Plus von 0,9%.

 

Zugleich wurde auch die EBITDA-Prognose - ich hatte in meinem Update vom 30.11.2018 auf die zu niedrige EBITDA-Guidance hingewiesen - angehoben. Nachdem zuletzt ein EBITDA von -0,4 Mio. € erwartet wurde - nach ursprünglich einer Steigerung ggü. dem Vorjahr von -0,1 Mi. € - wird nun mit einem EBITDA von bis zu 0,2 Mio. € (LSe: -0,1) gerechnet. Damit hat sich meine Einschätzung bestätigt. Aufgrund des höheren Wachstums in Q4 fällt jedoch zugleich auch der Ergebnisbeitrag im vierten Quartal höher aus. An dieser Stelle muss allerdings auch nochmals berücksichtigt werden, dass YOC in diesem Jahr höhere Aufwendungen für Eigenleistungen aktiviert und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für das Phantomaktienprogramm hatte. Dennoch ist die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere nun im vierten Quartal als sehr gut zu bezeichnen. Dies sollte dazu führen, dass die Aktie auch wieder stärker als Wachstumswert wahrgenommen wird, wodurch dieser auch wieder eine höhere Bewertung zugesprochen werden sollte. Ich habe meine Schätzungen entsprechend an die heutige Meldung angepasst und rechne nun mit einem Umsatz von 14,15 Mio. € und einem EBITDA i.H.v. 0,17 Mio. €. Aufgrund der besser als zuletzt in Aussicht gestellten Entwicklung im vierten Quartal - die zum Teil von mir jedoch bereits antizipiert wurde - erhöht sich das Kursziel wieder leicht von 7,30€ auf 7,40€. 


30.11.2018 | Nach schwachem ersten Halbjahr wieder mit Wachstum in Q3

YOC hat vor kurzem den Bericht für die ersten 9 Monate veröffentlicht. Dabei musste im Berichtszeitraum ein Umsatzrückgang von 9,8% auf 9,07 Mio. € verbucht werden. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf den deutlichen Umsatzrückgang im Segment Restliches Europa (Spanien + UK) von 61,8%. Dies konnte durch die Umsätze in Mittel- und Osteuropa (Deutschland, Österreich, Polen, Schweiz, Niederlande) mit einem Wachstum von 5,6% nicht kompensiert werden. Der Grund liegt dabei zum einen in verunsicherten Kunden aufgrund der in diesem Jahr eingeführten Datenschutzgrundverordnung sowie der von Google gestarteten Coalition for better ads. Eine bessere Entwicklung konnte dagegen wieder im dritten Quartal verzeichnet werden. Zwar waren die Umsätze im Restlichen Europa (-72,2%) weiter deutlich rückläufig, konnten jedoch durch ein Wachstum von 10,2% in Mittel- und Osteuropa leicht überkompensiert werden. Dadurch ergab sich für den Zeitraum Juli bis September ein leichtes Wachstum im Konzern von 0,5% auf 3,34 Mio. €. Meine Umsatzerwartungen für das dritte Quartal von 3,41 Mio. € wurden trotz etwas unterschiedlicherer Wachstumserwartungen der beiden Segmente damit erreicht.

 

Beim Ergebnis hingegen konnte sich YOC aufgrund einer leicht verbesserten Rohertragsmarge sogar leicht verbessern. Die Ergebnisverbesserung ist jedoch zum einen auf deutlich erhöhte aktivierte Eigenleistungen (+37,9%) - insbesondere im Zusammenhang mit der neuen Plattform VIS.X - und höhere sonstige betriebliche Erträge (+88,2%) - durch die Reduzierung von Rückstellungen aus noch bestehenden Phantomaktion durch den niedrigeren Aktienkurs im Vergleich zum Jahresende 2017 - zurückzuführen. So lag das EBITDA nach 9 Monaten bei -0,43 Mio. € gegenüber -0,48 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal konnte das EBITDA mit 0,01 Mio. € (vj. -0,24) sogar einen leicht positiven Wert erreichen, war jedoch ebenfalls von den beiden genannten Effekten positiv beeinflusst.

 

Im dritten Quartal wurde im September zudem mit dem YOC Mystery Scroller ein weiteres Produkt gelaunched, welches laut Unternehmensangaben bereits spürbar zum Umsatz beigetragen hat. Damit dürften auch im vierten Quartal positive Umsatzimpulse daraus zu erwarten sein. Ebenso erwarte ich aus dem neuen Standort in den Niederlanden positive Umsatzeffekte im Schlussquartal. Hierdurch erwarte ich einen Anstieg der Umsatzerlöse von 15% im Segment Mittel- und Osteuropa. Für Spanien erwartet der Vorstand dazu eine Stabilisierung, sodass auch der Umsatzrückgang im vierten Quartal nicht mehr ganz so stark wie in den ersten 9 Monaten ausfallen sollte. Daher rechne ich im Segment Restliches Europa mit einem Umsatzrückgang von 65,0% (Q3: -72,2%), da vermutlich erst im neuen Jahr wieder mit einer besseren Entwicklung zu rechnen sein dürfte.

 

Insgesamt rechne ich unverändert mit einer leichten Reduzierung der Umsätze in diesem Jahr auf 13,5 Mio. € (-6,0%), die damit in der Mitte der Prognosespanne von 13,0 - 14,0 Mio. € des Unternehmens liegt. Für das vierte Quartal entspricht dies einem Wachstum von 2,8% ggü. dem Vorjahresquartal. Bestätigt wird dieser positive Ausblick auch durch Aussagen des Unternehmens, nachdem das vierte Quartal erfolgreich angelaufen sei. Beim EBITDA erwarte ich dagegen eine bessere Entwicklung als vom Unternehmen prognostiziert. So erwartet Vorstand Dirk Kraus ein EBITDA von rund -0,4 Mio. € auf Jahressicht. Angesichts eines traditionell starken vierten Quartal erachte ich jedoch ein EBITDA von -0,1 Mio. € (vj. -0,1) für erreichbar. Dies setzt ein gegenüber dem Q4 2017 leicht niedrigeres EBITDA von 0,35 Mio. € (Q4 17: 0,39) voraus, was ich als realistisch erachte. Letztluch reduziert sich das Kursziel jedoch leicht von 7,50€ auf 7,30€ aufgrund höher als erwarteter Investitionen, die sich negativ auf den Free Cashflow auswirken. 


13.10.2018 | Durch externe Faktoren vom Wachstumspfad abgekommen

YOC hatte bereits Anfang August über schwache Halbjahreszahlen berichtet. So war der Umsatz um 14,9% auf 5,7 Mio. € eingebrochen. Im zweiten Quartal war das Minus mit 17,3% auf 3,0 Mio. € sogar noch etwas stärker. Hintergrund dieser Entwicklung ist zum einen die im Mai eingeführte DSGVO, die zu Unsicherheiten auf Kundenseite geführt hat. Dazu hatte Google die Kampagne "Coalition for better Ads" , wodurch insbesondere in England Publisher die YOC Werbebanner zunächst von den eigenen Plattformen genommen hatten. Dies führte dort zu einem drastischen Umsatzeinbruch. In der Zwischenzeit hat YOC laut eigenen Angaben aber die Bestätigung durch Google für alle Formate, dass diese Konform sind. Dadurch hatte sich der Umsatz im restlichen Europa (GB + Spanien) um 58% auf 0,9 Mio. € reduziert. Dies konnte trotz einer guten Entwicklung in Mittel- und Osteuropa (+3,0% auf 3,7 Mio. €) nicht kompensiert werden. In Spanien gab es dazu Probleme mit Shazam, die Ende 2017 durch Apple übernommen wurden. Durch Apple wurde im Anschluss sämtliche Werbung von Shazam gestrichen.

 

Daher wurde die Umsatzprognose, die ein zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt hatte auf nunmehr 13,0-14,0 Mio. € (2017: 14,4) reduziert, da der Vorstand nicht davon ausgeht diesen negativen Effekt im zweiten Halbjahr aufholen zu können. Dennoch wird eine Rückkehr auf den Wachstumspfad im zweiten Halbjahr erwartet. Dennoch musste man über eine Wandelanleihe im Volumen von 1,6 Mio. € und einem Zinssatz von 4,4% diesen Effekt, der sich auch im EBITDA niedergeschlagen hatte (-0,44 Mio. € vs. -0,23 Mio. € in HJ1 2017), finanzieren. Für die zweite Jahreshälfte geht der Vorstand nunmehr aber von einem EBITDA auf dem Break-Even Niveau aus, sodass sich der Verlust zum Jahresende nicht weiter erhöhen sollte. Dazu entwickelt sich eigenen Angaben die neue eigene Plattform VIS.X sehr gut und bestätigt die Erwartungen. Zugleich steigt das Umsatzvolumen sukzessive an und sollte im kommenden Jahr ein merkliches Volumen für den Konzern erreichen. Dadurch will man sich zum technologiebasierten Anbieter für High-Impact Programmatic Advertising entwickeln und proprietäre Werbeformate durch VIS.X für alle Kunden programmatisch verfügbar machen.

  

Für die kommenden Jahre wird dadurch mit einem beständigen Wachstum gerechnet, im Zuge dessen sich durch die genannte Transformation die Rohertragsmarge weiter verbessern und sich zugleich die Abhängigkeit von größeren Kooperationspartnern verringern soll. Dies hat der Vorstand Herr Kraus durch seinen Kauf zuletzt von rund 12.000 Aktien zu 3,65€bestätigen wollen. Aufgrund der schwächeren Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr habe ich meine Schätzungen entsprechend angepasst. Ich rechne nun mit einem Umsatz von 13,5 Mio. € für dieses Jahr sowie einem EBITDA von rund 0,4 Mio. €. Zugleich habe ich auch meine mittelfristigen Margenerwartungen von bislang 12,5% auf 10,0% reduziert. Hierdurch hat sich das Kursziel von bislang 11,10€ auf 7,50€ reduziert. Da dies unterhalb des Wandlungspreis von 8,00€ der Wandelanleihe liegt, habe ich diese entsprechend nicht in der Anzahl der Aktien berücksichtigt, sondern als Fremdkapital. Ungeachtet des reduzierten Kursziels bleibt YOC für mich aber weiterhin ein potenzieller Übernahmekandidat, wenn sich zeigt, dass die neue Plattform VIS.X sich als erfolgreich erweist und YOC nachhaltig profitabel ist.