Die YOC-Gruppe ist auf den Bereich Mobile Advertising spezialisiert und der europaweit führende Anbieter von Mobile Premium Inventar. YOC agiert als Vermarkter von mobilen Internetseiten und Applikationen. Der Konzern fokussiert sich besonders auf Handy-Displaywerbung und berät seine Kunden bei der Schaltung von Werbeanzeigen oder der Platzierung von Bannern. Mit einem Portfolio aus über 300 ausgewählten internationalen Publishern wie N24, The Sun, Eurosport, Krone, Elle, Runtastic und Público bietet YOC technologiegetriebene Advertising-Lösungen. Über YOC Audience Targeting wird eine präzise Zielgruppen-Ansprache sowohl für Branding- als auch Performance-Ziele geliefert. Zu den Kunden des Unternehmens gehören unter anderem Microsoft, Vodafone, Dior, IBM, Ikea, Coca-Cola, Nokia, Google und Samsung


13.10.2018 | Durch externe Faktoren vom Wachstumspfad abgekommen

YOC hatte bereits Anfang August über schwache Halbjahreszahlen berichtet. So war der Umsatz um 14,9% auf 5,7 Mio. € eingebrochen. Im zweiten Quartal war das Minus mit 17,3% auf 3,0 Mio. € sogar noch etwas stärker. Hintergrund dieser Entwicklung ist zum einen die im Mai eingeführte DSGVO, die zu Unsicherheiten auf Kundenseite geführt hat. Dazu hatte Google die Kampagne "Coalition for better Ads" , wodurch insbesondere in England Publisher die YOC Werbebanner zunächst von den eigenen Plattformen genommen hatten. Dies führte dort zu einem drastischen Umsatzeinbruch. In der Zwischenzeit hat YOC laut eigenen Angaben aber die Bestätigung durch Google für alle Formate, dass diese Konform sind. Dadurch hatte sich der Umsatz im restlichen Europa (GB + Spanien) um 58% auf 0,9 Mio. € reduziert. Dies konnte trotz einer guten Entwicklung in Mittel- und Osteuropa (+3,0% auf 3,7 Mio. €) nicht kompensiert werden. In Spanien gab es dazu Probleme mit Shazam, die Ende 2017 durch Apple übernommen wurden. Durch Apple wurde im Anschluss sämtliche Werbung von Shazam gestrichen.

 

Daher wurde die Umsatzprognose, die ein zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt hatte auf nunmehr 13,0-14,0 Mio. € (2017: 14,4) reduziert, da der Vorstand nicht davon ausgeht diesen negativen Effekt im zweiten Halbjahr aufholen zu können. Dennoch wird eine Rückkehr auf den Wachstumspfad im zweiten Halbjahr erwartet. Dennoch musste man über eine Wandelanleihe im Volumen von 1,6 Mio. € und einem Zinssatz von 4,4% diesen Effekt, der sich auch im EBITDA niedergeschlagen hatte (-0,44 Mio. € vs. -0,23 Mio. € in HJ1 2017), finanzieren. Für die zweite Jahreshälfte geht der Vorstand nunmehr aber von einem EBITDA auf dem Break-Even Niveau aus, sodass sich der Verlust zum Jahresende nicht weiter erhöhen sollte. Dazu entwickelt sich eigenen Angaben die neue eigene Plattform VIS.X sehr gut und bestätigt die Erwartungen. Zugleich steigt das Umsatzvolumen sukzessive an und sollte im kommenden Jahr ein merkliches Volumen für den Konzern erreichen. Dadurch will man sich zum technologiebasierten Anbieter für High-Impact Programmatic Advertising entwickeln und proprietäre Werbeformate durch VIS.X für alle Kunden programmatisch verfügbar machen.

  

Für die kommenden Jahre wird dadurch mit einem beständigen Wachstum gerechnet, im Zuge dessen sich durch die genannte Transformation die Rohertragsmarge weiter verbessern und sich zugleich die Abhängigkeit von größeren Kooperationspartnern verringern soll. Dies hat der Vorstand Herr Kraus durch seinen Kauf zuletzt von rund 12.000 Aktien zu 3,65€bestätigen wollen. Aufgrund der schwächeren Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr habe ich meine Schätzungen entsprechend angepasst. Ich rechne nun mit einem Umsatz von 13,5 Mio. € für dieses Jahr sowie einem EBITDA von rund 0,4 Mio. €. Zugleich habe ich auch meine mittelfristigen Margenerwartungen von bislang 12,5% auf 10,0% reduziert. Hierdurch hat sich das Kursziel von bislang 11,10€ auf 7,50€ reduziert. Da dies unterhalb des Wandlungspreis von 8,00€ der Wandelanleihe liegt, habe ich diese entsprechend nicht in der Anzahl der Aktien berücksichtigt, sondern als Fremdkapital. Ungeachtet des reduzierten Kursziels bleibt YOC für mich aber weiterhin ein potenzieller Übernahmekandidat, wenn sich zeigt, dass die neue Plattform VIS.X sich als erfolgreich erweist und YOC nachhaltig profitabel ist.