Die YOC-Gruppe ist auf den Bereich Mobile Advertising spezialisiert und der europaweit führende Anbieter von Mobile Premium Inventar. YOC agiert als Vermarkter von mobilen Internetseiten und Applikationen. Der Konzern fokussiert sich besonders auf Handy-Displaywerbung und berät seine Kunden bei der Schaltung von Werbeanzeigen oder der Platzierung von Bannern. Mit einem Portfolio aus über 300 ausgewählten internationalen Publishern wie N24, The Sun, Eurosport, Krone, Elle, Runtastic und Público bietet YOC technologiegetriebene Advertising-Lösungen. Über YOC Audience Targeting wird eine präzise Zielgruppen-Ansprache sowohl für Branding- als auch Performance-Ziele geliefert. Zu den Kunden des Unternehmens gehören unter anderem Microsoft, Vodafone, Dior, IBM, Ikea, Coca-Cola, Nokia, Google und Samsung


04.12.2018 | Starke Umsatzdynamik im vierten Quartal

YOC hat heute Mittag bekannt gegeben, dass man nun mit einem höheren Umsatz und Ergebnis als bislang rechnet. Nachdem zuletzt von einem Umsatz zwischen 13,0 - 14,0 Mio. € ausgegangen war - diese Prognose wurde Anfang August von einem zweistelligen Umsatzwachstum zurückgenommen - kalkuliert der Vorstand nun mit Umsatzerlösen zwischen 14,0 - 14,5 Mio. € (LSe: 13,5). Zurückzuführen sein dürfte diese Entwicklung dabei auf verschiedene Faktoren. 1) Erste Umsatzbeiträge aus dem neuen Standort in den Niederlanden 2) weiter steigende Umsatzbeiträge durch VIS.X 3) eine Stabilisierung der Umsatzentwicklung in Spanien 4) eine mögliche Entspannung im britischen Markt. Nachdem der Umsatz nach 9 Monaten noch um 9,8% hinter dem Vorjahresumsatz zurückgeblieben war, konnte bereits im abgelaufenen dritten Quartal wieder ein leichtes Umsatzplus von 0,5% erreicht werden. Der nun prognostizierte Ausblick impliziert für das vierte Quartal ein Wachstum zwischen 14,3% und 25,9%, sodass sich zeigt, dass YOC wieder zurück auf dem Wachstumspfad ist. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017 entspricht dies noch einem Umsatzrückgang von bis zu 2,6% bzw. einem leichten Plus von 0,9%.

 

Zugleich wurde auch die EBITDA-Prognose - ich hatte in meinem Update vom 30.11.2018 auf die zu niedrige EBITDA-Guidance hingewiesen - angehoben. Nachdem zuletzt ein EBITDA von -0,4 Mio. € erwartet wurde - nach ursprünglich einer Steigerung ggü. dem Vorjahr von -0,1 Mi. € - wird nun mit einem EBITDA von bis zu 0,2 Mio. € (LSe: -0,1) gerechnet. Damit hat sich meine Einschätzung bestätigt. Aufgrund des höheren Wachstums in Q4 fällt jedoch zugleich auch der Ergebnisbeitrag im vierten Quartal höher aus. An dieser Stelle muss allerdings auch nochmals berücksichtigt werden, dass YOC in diesem Jahr höhere Aufwendungen für Eigenleistungen aktiviert und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für das Phantomaktienprogramm hatte. Dennoch ist die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere nun im vierten Quartal als sehr gut zu bezeichnen. Dies sollte dazu führen, dass die Aktie auch wieder stärker als Wachstumswert wahrgenommen wird, wodurch dieser auch wieder eine höhere Bewertung zugesprochen werden sollte. Ich habe meine Schätzungen entsprechend an die heutige Meldung angepasst und rechne nun mit einem Umsatz von 14,15 Mio. € und einem EBITDA i.H.v. 0,17 Mio. €. Aufgrund der besser als zuletzt in Aussicht gestellten Entwicklung im vierten Quartal - die zum Teil von mir jedoch bereits antizipiert wurde - erhöht sich das Kursziel wieder leicht von 7,30€ auf 7,40€. 


30.11.2018 | Nach schwachem ersten Halbjahr wieder mit Wachstum in Q3

YOC hat vor kurzem den Bericht für die ersten 9 Monate veröffentlicht. Dabei musste im Berichtszeitraum ein Umsatzrückgang von 9,8% auf 9,07 Mio. € verbucht werden. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf den deutlichen Umsatzrückgang im Segment Restliches Europa (Spanien + UK) von 61,8%. Dies konnte durch die Umsätze in Mittel- und Osteuropa (Deutschland, Österreich, Polen, Schweiz, Niederlande) mit einem Wachstum von 5,6% nicht kompensiert werden. Der Grund liegt dabei zum einen in verunsicherten Kunden aufgrund der in diesem Jahr eingeführten Datenschutzgrundverordnung sowie der von Google gestarteten Coalition for better ads. Eine bessere Entwicklung konnte dagegen wieder im dritten Quartal verzeichnet werden. Zwar waren die Umsätze im Restlichen Europa (-72,2%) weiter deutlich rückläufig, konnten jedoch durch ein Wachstum von 10,2% in Mittel- und Osteuropa leicht überkompensiert werden. Dadurch ergab sich für den Zeitraum Juli bis September ein leichtes Wachstum im Konzern von 0,5% auf 3,34 Mio. €. Meine Umsatzerwartungen für das dritte Quartal von 3,41 Mio. € wurden trotz etwas unterschiedlicherer Wachstumserwartungen der beiden Segmente damit erreicht.

 

Beim Ergebnis hingegen konnte sich YOC aufgrund einer leicht verbesserten Rohertragsmarge sogar leicht verbessern. Die Ergebnisverbesserung ist jedoch zum einen auf deutlich erhöhte aktivierte Eigenleistungen (+37,9%) - insbesondere im Zusammenhang mit der neuen Plattform VIS.X - und höhere sonstige betriebliche Erträge (+88,2%) - durch die Reduzierung von Rückstellungen aus noch bestehenden Phantomaktion durch den niedrigeren Aktienkurs im Vergleich zum Jahresende 2017 - zurückzuführen. So lag das EBITDA nach 9 Monaten bei -0,43 Mio. € gegenüber -0,48 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal konnte das EBITDA mit 0,01 Mio. € (vj. -0,24) sogar einen leicht positiven Wert erreichen, war jedoch ebenfalls von den beiden genannten Effekten positiv beeinflusst.

 

Im dritten Quartal wurde im September zudem mit dem YOC Mystery Scroller ein weiteres Produkt gelaunched, welches laut Unternehmensangaben bereits spürbar zum Umsatz beigetragen hat. Damit dürften auch im vierten Quartal positive Umsatzimpulse daraus zu erwarten sein. Ebenso erwarte ich aus dem neuen Standort in den Niederlanden positive Umsatzeffekte im Schlussquartal. Hierdurch erwarte ich einen Anstieg der Umsatzerlöse von 15% im Segment Mittel- und Osteuropa. Für Spanien erwartet der Vorstand dazu eine Stabilisierung, sodass auch der Umsatzrückgang im vierten Quartal nicht mehr ganz so stark wie in den ersten 9 Monaten ausfallen sollte. Daher rechne ich im Segment Restliches Europa mit einem Umsatzrückgang von 65,0% (Q3: -72,2%), da vermutlich erst im neuen Jahr wieder mit einer besseren Entwicklung zu rechnen sein dürfte.

 

Insgesamt rechne ich unverändert mit einer leichten Reduzierung der Umsätze in diesem Jahr auf 13,5 Mio. € (-6,0%), die damit in der Mitte der Prognosespanne von 13,0 - 14,0 Mio. € des Unternehmens liegt. Für das vierte Quartal entspricht dies einem Wachstum von 2,8% ggü. dem Vorjahresquartal. Bestätigt wird dieser positive Ausblick auch durch Aussagen des Unternehmens, nachdem das vierte Quartal erfolgreich angelaufen sei. Beim EBITDA erwarte ich dagegen eine bessere Entwicklung als vom Unternehmen prognostiziert. So erwartet Vorstand Dirk Kraus ein EBITDA von rund -0,4 Mio. € auf Jahressicht. Angesichts eines traditionell starken vierten Quartal erachte ich jedoch ein EBITDA von -0,1 Mio. € (vj. -0,1) für erreichbar. Dies setzt ein gegenüber dem Q4 2017 leicht niedrigeres EBITDA von 0,35 Mio. € (Q4 17: 0,39) voraus, was ich als realistisch erachte. Letztluch reduziert sich das Kursziel jedoch leicht von 7,50€ auf 7,30€ aufgrund höher als erwarteter Investitionen, die sich negativ auf den Free Cashflow auswirken. 


13.10.2018 | Durch externe Faktoren vom Wachstumspfad abgekommen

YOC hatte bereits Anfang August über schwache Halbjahreszahlen berichtet. So war der Umsatz um 14,9% auf 5,7 Mio. € eingebrochen. Im zweiten Quartal war das Minus mit 17,3% auf 3,0 Mio. € sogar noch etwas stärker. Hintergrund dieser Entwicklung ist zum einen die im Mai eingeführte DSGVO, die zu Unsicherheiten auf Kundenseite geführt hat. Dazu hatte Google die Kampagne "Coalition for better Ads" , wodurch insbesondere in England Publisher die YOC Werbebanner zunächst von den eigenen Plattformen genommen hatten. Dies führte dort zu einem drastischen Umsatzeinbruch. In der Zwischenzeit hat YOC laut eigenen Angaben aber die Bestätigung durch Google für alle Formate, dass diese Konform sind. Dadurch hatte sich der Umsatz im restlichen Europa (GB + Spanien) um 58% auf 0,9 Mio. € reduziert. Dies konnte trotz einer guten Entwicklung in Mittel- und Osteuropa (+3,0% auf 3,7 Mio. €) nicht kompensiert werden. In Spanien gab es dazu Probleme mit Shazam, die Ende 2017 durch Apple übernommen wurden. Durch Apple wurde im Anschluss sämtliche Werbung von Shazam gestrichen.

 

Daher wurde die Umsatzprognose, die ein zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt hatte auf nunmehr 13,0-14,0 Mio. € (2017: 14,4) reduziert, da der Vorstand nicht davon ausgeht diesen negativen Effekt im zweiten Halbjahr aufholen zu können. Dennoch wird eine Rückkehr auf den Wachstumspfad im zweiten Halbjahr erwartet. Dennoch musste man über eine Wandelanleihe im Volumen von 1,6 Mio. € und einem Zinssatz von 4,4% diesen Effekt, der sich auch im EBITDA niedergeschlagen hatte (-0,44 Mio. € vs. -0,23 Mio. € in HJ1 2017), finanzieren. Für die zweite Jahreshälfte geht der Vorstand nunmehr aber von einem EBITDA auf dem Break-Even Niveau aus, sodass sich der Verlust zum Jahresende nicht weiter erhöhen sollte. Dazu entwickelt sich eigenen Angaben die neue eigene Plattform VIS.X sehr gut und bestätigt die Erwartungen. Zugleich steigt das Umsatzvolumen sukzessive an und sollte im kommenden Jahr ein merkliches Volumen für den Konzern erreichen. Dadurch will man sich zum technologiebasierten Anbieter für High-Impact Programmatic Advertising entwickeln und proprietäre Werbeformate durch VIS.X für alle Kunden programmatisch verfügbar machen.

  

Für die kommenden Jahre wird dadurch mit einem beständigen Wachstum gerechnet, im Zuge dessen sich durch die genannte Transformation die Rohertragsmarge weiter verbessern und sich zugleich die Abhängigkeit von größeren Kooperationspartnern verringern soll. Dies hat der Vorstand Herr Kraus durch seinen Kauf zuletzt von rund 12.000 Aktien zu 3,65€bestätigen wollen. Aufgrund der schwächeren Umsatz- und Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr habe ich meine Schätzungen entsprechend angepasst. Ich rechne nun mit einem Umsatz von 13,5 Mio. € für dieses Jahr sowie einem EBITDA von rund 0,4 Mio. €. Zugleich habe ich auch meine mittelfristigen Margenerwartungen von bislang 12,5% auf 10,0% reduziert. Hierdurch hat sich das Kursziel von bislang 11,10€ auf 7,50€ reduziert. Da dies unterhalb des Wandlungspreis von 8,00€ der Wandelanleihe liegt, habe ich diese entsprechend nicht in der Anzahl der Aktien berücksichtigt, sondern als Fremdkapital. Ungeachtet des reduzierten Kursziels bleibt YOC für mich aber weiterhin ein potenzieller Übernahmekandidat, wenn sich zeigt, dass die neue Plattform VIS.X sich als erfolgreich erweist und YOC nachhaltig profitabel ist.